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Frieden – Wie geht das?

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Klaus von Dohnanyi, Erich Vad

Hardcover, gebunden

160 Seiten

22 €

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Meine Frau weint

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Angela Schanelec

Drama

Deutschland, Frankreich 2026

93 Minuten
ab dem 11. Juni im Kino!

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Kultur : Die kleine musikalische Macke

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„Kein Mensch ist vollkommen!“ Ein viel zitierter Satz, der nicht prägnanter sein könnte und sein Ziel nie verfehlt.

Jeder Mensch hat wahrscheinlich die ein oder andere „Macke“, die entweder geliebt oder gehasst wird. Macken, die öffentlich zur Schau getragen werden oder nur hinter verschlossenen Türen offeriert werden, tragen meistens zum eigenen Wohlbefinden bei. Worte wie: „Der spinnt doch!“ oder „Die hat einen Sockenschuss weg!“ können manchmal fallen, wenn sich die Allgemeinheit nicht mit der ein oder anderen Macke einer Person anfreunden kann. Marotten, die können nerven oder auch einfach nur zur Belustigung beitragen, auch zum Mitmachen animieren. Fragen bleiben immer.

Wer hat welchen Spleen absolut lieb gewonnen?

Wann ist eine Angewohnheit unerträglich?

Kann dies zum Manko in einer Beziehung oder im Beruf werden?

Wann wirkt die Eigenart nur super schön, vielleicht peinlich oder sogar ekelig?

Individuell wird wohl eine Macke immer von jedem Einzelnen der Gesellschaft aufgenommen, so zum Beispiel:

"Kanalrattenliebhaber" oder Dauergäste von Tätowierstuben, Piercingträger mit Stechabbo, Botox-Süchtige und Campagnerkorken-Sammler, Eisenbahnfreaks mit Trafosyndrom, Motorsportbegeisterte mit Fahnenzwangsverhalten, trinkfeste Kameraden des Kaninchenzuchtvereins mit brauner Ahnenverehrung, die regelmäßig in der Öffentlichkeit auffallen oder Kegelclubmitglieder mit Hang zu „Ballermannfahrten“.

Der Sockenfanatiker schlechthin... bringt vermutlich buntes Leben in die Bude, spätestens dann, wenn er einen Tupperwaren-Abend für seine neue Freundin organisiert.

Der „Zahnpastaquetschfummler“ fällt höchstens zu Hause auf, wenn er die Tube mit maulendem Gesichtsausdruck gleichmäßig platt macht, um sich am Anblick zu erfreuen.

Es gibt Menschen, die fahren auf der Autobahn grundsätzlich links oder auch Leute, die meinen, sie hätten die Welt erfunden und müssen dies immer wieder aufs Neue anderen Menschen beweisen.

Wie viele Marotten darf man selbst ausüben, um noch von anderen Menschen ernst genommen zu werden?

Wann wird es ein Fall für Psychologen oder ist es manchmal nur ein kleiner Fimmel, der als normal eingestuft werden kann?

Über kleine und größere Macken kann man vermutlich stundenlang philosophieren.

Seit einigen Jahren besichtige ich in fremden Städten nicht nur Kirchen, weil diese ja einst zum Teil gigantisch oder sehr schlicht erbaut wurden, sondern überprüfe gerne die Akustik.

Der Drang ein Lied zu Ehren Gottes zu singen und nebenbei den Klangeffekt zu testen, liegt wohl auch daran, da ich eine klassische Gesangsausbildung genoss. Deshalb ein Singen in Kirchen nicht missen möchte, ob solistisch oder im Chor. Für Dirigenten oder Solisten wird die Gestaltung oftmals eine große musikalische Herausforderung, je nachdem wie die Akustik wahrgenommen wird.

So gibt es in Gotteshäusern bestimmte Stellen, die sich hervorragend zum Singen eigenen, andere wiederum ein extremes „musikalisches Wischiwaschi“ bieten.

In manchen Kirchen ist es nicht erwünscht, wenn man ein Lied zu Ehren Gottes singt, dies ist auch absolut nachzuvollziehen, gerade auch im Bezug auf berühmte Kirchen, die viele Besucher anlocken.

Nicht jede Person, die bei einer Gotteshausbesichtigung ein Lied singt, kann auch so exzellent singen, so dass sich andere Menschen, die sich in der Kirche befinden, daran erfreuen und nicht gestört fühlen.

Im Kloster Eberbach, bekannt durch den Film “Im Namen der Rose“, ist z.B. die Klosterkirche das so genannte Herzstück des Besucherrundgangs. Chorgesänge und Konzerte finden normalerweise nur außerhalb dieser Besucherzeiten statt. Die Klosterkirche bietet eine einzigartige Akustik. In diesen Genuss kam ich vor zwei Jahren bei einem Treffen mit Verwandten.

Fremde Menschen spendeten mir nach zwei Liedern Beifall und meine Verwandten wurden gefragt, wer die Sängerin sei und an welchem Opernhaus diese singt.

Eine kleine Kapelle in den Bergen kann eine Herausforderung werden, wenn andere Touristen plötzlich auftauchen und meinen - eine berühmte Sängerin wäre vor Ort.

Dort sang aber nur eine unbekannte Wanderin, diese dann aufgrund dessen wie eine Außerirdische betrachtet wird. Das hat man dann davon, wenn man solch einen musikalischen Spleen in der Öffentlichkeit auslebt und in fremden Gotteshäusern singt, so auch neulich, als ich Hamburger Michel sang.

Ich fragte höflich nach, ob ich im Wahrzeichen von Hamburg singen darf. Man gestatte mir das Singen und empfahl mir, mich in den Altarraum zu stellen. Währenddessen befanden sich ca. 50 Besucher in der Kirche und einige wunderten sich plötzlich, als ich ganz in ihrer Nähe zu singen anfing.

Nach dem Gesang hörte ich dann Worte wie „was beautiful“ und ein Ehepaar sprach mich an, da ich eine „wunderschöne Stimme“ hätte und zollten mir „Respekt“, weil ich spontan aus dem „Stehgreif“ zu Ehren Gottes sang. Man fragte mich, wo man mich normalerweise hören kann, wenn ich nicht gerade Hamburg besichtige. Für mich war es wieder ein besonderes Ereignis, konnte in einer interessanten Kirche singen.

Bei der Besichtigung der Hauptkirche St. Petri, der ältesten Pfarrkirche Hamburgs, fragte ich den Küster, der mir auch ein Lied zu Ehren Gottes genehmigte. Auch dort erntete ich Lob von wildfremden Menschen. Ein spannendes musikalisches Erlebnis, da diese gotische Kirche z.B. wieder eine ganz andere Akustik bot, als der Hamburger Michel.

Wer mit mir verreist oder sich mit mir in einer fremden Stadt trifft, muss einplanen, dass ich kurz in eine Kirche verschwinde, um ein Lied zu singen.

Ob dies nun eine Marotte ist, die als schwer gewöhnungsbedürftig betrachtet werden muss, hm tja…

©Corina Wagner, Juni 2011

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