Corina Wagner

Blog von Corina Wagner

12.06.2011 | 22:08

Die kleine musikalische Macke

 

„Kein Mensch ist vollkommen!“ Ein viel zitierter Satz, der nicht prägnanter sein könnte und sein Ziel nie verfehlt.

 

Jeder Mensch hat wahrscheinlich die ein oder andere „Macke“, die entweder geliebt oder gehasst wird. Macken, die öffentlich zur Schau getragen werden oder nur hinter verschlossenen Türen offeriert werden, tragen meistens zum eigenen Wohlbefinden bei. Worte wie: „Der spinnt doch!“ oder „Die hat einen Sockenschuss weg!“ können manchmal fallen, wenn sich die Allgemeinheit nicht mit der ein oder anderen Macke einer Person anfreunden kann. Marotten, die können nerven oder auch einfach nur zur Belustigung beitragen, auch zum Mitmachen animieren. Fragen bleiben immer.

 

Wer hat welchen Spleen absolut lieb gewonnen?

Wann ist eine Angewohnheit unerträglich?

Kann dies zum Manko in einer Beziehung oder im Beruf werden?

Wann wirkt die Eigenart nur super schön, vielleicht peinlich oder sogar ekelig?

 

Individuell wird wohl eine Macke immer von jedem Einzelnen der Gesellschaft aufgenommen, so zum Beispiel:

"Kanalrattenliebhaber" oder Dauergäste von Tätowierstuben, Piercingträger mit Stechabbo, Botox-Süchtige und Campagnerkorken-Sammler, Eisenbahnfreaks mit Trafosyndrom, Motorsportbegeisterte mit Fahnenzwangsverhalten, trinkfeste Kameraden des Kaninchenzuchtvereins mit brauner Ahnenverehrung, die regelmäßig in der Öffentlichkeit auffallen oder Kegelclubmitglieder mit Hang zu „Ballermannfahrten“.

 Der Sockenfanatiker schlechthin... bringt vermutlich buntes Leben in die Bude, spätestens dann, wenn er einen Tupperwaren-Abend für seine neue Freundin organisiert.

Der „Zahnpastaquetschfummler“ fällt höchstens zu Hause auf, wenn er die Tube mit maulendem Gesichtsausdruck gleichmäßig platt macht, um sich am Anblick zu erfreuen.

Es gibt Menschen, die fahren auf der Autobahn grundsätzlich links oder auch Leute, die meinen, sie hätten die Welt erfunden und müssen dies immer wieder aufs Neue anderen Menschen beweisen.

 

Wie viele Marotten darf man selbst ausüben, um noch von anderen Menschen ernst genommen zu werden?

Wann wird es ein Fall für Psychologen oder ist es manchmal nur ein kleiner Fimmel, der als normal eingestuft werden kann?

Über kleine und größere Macken kann man vermutlich stundenlang philosophieren.

 

Seit einigen Jahren besichtige ich in fremden Städten nicht nur Kirchen, weil diese ja einst zum Teil gigantisch oder sehr schlicht erbaut wurden, sondern überprüfe gerne die Akustik.

Der Drang ein Lied zu Ehren Gottes zu singen und nebenbei den Klangeffekt zu testen, liegt wohl auch daran, da ich eine klassische Gesangsausbildung genoss. Deshalb ein Singen in Kirchen nicht missen möchte, ob solistisch oder im Chor. Für Dirigenten oder Solisten wird die Gestaltung oftmals eine große musikalische Herausforderung, je nachdem wie die Akustik wahrgenommen wird.

So gibt es in Gotteshäusern bestimmte Stellen, die sich hervorragend zum Singen eigenen, andere wiederum ein extremes „musikalisches Wischiwaschi“ bieten.

 

In manchen Kirchen ist es nicht erwünscht, wenn man ein Lied zu Ehren Gottes singt, dies ist auch absolut nachzuvollziehen, gerade auch im Bezug auf berühmte Kirchen, die viele Besucher anlocken.

Nicht jede Person, die bei einer Gotteshausbesichtigung ein Lied singt, kann auch so exzellent singen, so dass sich andere Menschen, die sich in der Kirche befinden, daran erfreuen und nicht gestört fühlen.

 

Im Kloster Eberbach, bekannt durch den Film “Im Namen der Rose“, ist z.B. die Klosterkirche das so genannte Herzstück des Besucherrundgangs. Chorgesänge und Konzerte finden normalerweise nur außerhalb dieser Besucherzeiten statt. Die Klosterkirche bietet eine einzigartige Akustik. In diesen Genuss kam ich vor zwei Jahren bei einem Treffen mit Verwandten.

Fremde Menschen spendeten mir nach zwei Liedern Beifall und meine Verwandten wurden gefragt, wer die Sängerin sei und an welchem Opernhaus diese singt.

 

Eine kleine Kapelle in den Bergen kann eine Herausforderung werden, wenn andere Touristen plötzlich auftauchen und meinen - eine berühmte Sängerin wäre vor Ort.

Dort sang aber nur eine unbekannte Wanderin, diese dann aufgrund dessen wie eine Außerirdische betrachtet wird. Das hat man dann davon, wenn man solch einen musikalischen Spleen in der Öffentlichkeit auslebt und in fremden Gotteshäusern singt, so auch neulich, als ich Hamburger Michel sang.

Ich fragte höflich nach, ob ich im Wahrzeichen von Hamburg singen darf. Man gestatte mir das Singen und empfahl mir, mich in den Altarraum zu stellen. Währenddessen befanden sich ca. 50 Besucher in der Kirche und einige wunderten sich plötzlich, als ich ganz in ihrer Nähe zu singen anfing.

Nach dem Gesang hörte ich dann Worte wie „was beautiful“ und ein Ehepaar sprach mich an, da ich eine „wunderschöne Stimme“ hätte und zollten mir „Respekt“, weil ich spontan aus dem „Stehgreif“ zu Ehren Gottes sang. Man fragte mich, wo man mich normalerweise hören kann, wenn ich nicht gerade Hamburg besichtige. Für mich war es wieder ein besonderes Ereignis, konnte in einer interessanten Kirche singen.

 

Bei der Besichtigung der Hauptkirche St. Petri, der ältesten Pfarrkirche Hamburgs, fragte ich den Küster, der mir auch ein Lied zu Ehren Gottes genehmigte. Auch dort erntete ich Lob von wildfremden Menschen. Ein spannendes musikalisches Erlebnis, da diese gotische Kirche z.B. wieder eine ganz andere Akustik bot, als der Hamburger Michel.

 

Wer mit mir verreist oder sich mit mir in einer fremden Stadt trifft, muss einplanen, dass ich kurz in eine Kirche verschwinde, um ein Lied zu singen.

Ob dies nun eine Marotte ist, die als schwer gewöhnungsbedürftig betrachtet werden muss, hm tja…

©Corina Wagner, Juni 2011

www.hamburg-raeumt-auf.de/fileadmin/srhh/images/sponsor_images/sponsor41.jpg

 

 
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Kommentare
SuzieQ schrieb am 12.06.2011 um 23:24
Hallo Corina,
schön.Danke.

Kleine Marotte, ein Drang, wie du selbst schreibst.

Wenn du ein Reiseziel hast, erkundigst du dich im voraus nach den dortigen Kirchen?
Wie findest du den akustisch bestgeeigneten Ort einer Kirche, wenn du keinen Tip bekommst (...und empfahl mir, mich in den Altarraum zu stellen.)? Reine Erfahrung?
Und welche Lieder singst du? Inspiriert dich die jeweilige Kirche?
Oder die momentane Stimmung?
Besucher stören dich nicht, ihre Zustimmung ist sicher auch angenehmes Plus, hast du je erlebt, daß sich jemand gestört fühlte oder dich bat, aufzuhören?

Ich stelle es mir fantastisch vor, eine Kirche zu betreten, voller Vorfreude,sich einzufinden, die Atmosphäre aufzunehmen,
und dann geht das Herz auf.Und die Stimme.

Ich würde es nicht Überprüfen der Akustik nennen, eher doch
Lebensfreude mit Lied.

Schöne musikalische Macke.
Mack weiter.

Gruß von SuzieQ
Corina Wagner schrieb am 13.06.2011 um 12:04
Hallo SuzieQ,

vielen Dank für Deinen Kommentar und die vielen Fragen. ;-)
„Wenn du ein Reiseziel hast, erkundigst du dich im voraus nach den dortigen Kirchen?“
Nein! Dies überlasse ich dem Zufall, denn oftmals sind Kirchen auch geschlossen, wenn ich in einem Ort ankomme und diesen besichtige. In Deutschland schließen die meisten Kirchen gegen 17 Uhr, manche sind nur noch am Wochenende zu den Gottesdiensten geöffnet.
Es ist also reiner Zufall, umso schöner, wenn ich dann die Gelegenheit bekomme.
„Wie findest du den akustisch bestgeeigneten Ort einer Kirche, wenn du keinen Tip bekommst (...und empfahl mir, mich in den Altarraum zu stellen.)? Reine Erfahrung?“
Bei großen Kirchen ist oftmals im Chorraum oder im Altarraum der beste Platz zum Singen.
Manche schwören darauf von der rechten oder linken Seite vor dem Chorraum zu singen.
Das Problem dabei ist, dass ich ja nicht immer alleine in der Kirche bin und deswegen eventuell nur ein Lied kurz ansinge, um mich dann woanders hinzustellen, damit die Akustik besser ist. Die Zugänge zu den Emporen sind meistens verschlossen und auch von dort oben, muss nicht unbedingt die Akustik besser sein.
„Und welche Lieder singst du? Inspiriert dich die jeweilige Kirche?“
Es kommt darauf an, wie erschöpft ich schon von der Besichtigungstour bin, ob die Konzentration da ist und auch die Stimme. Da ich ja kein Piepsstimmchen habe und eine große Kirche mit meinem Klangvolumen ausfüllen kann, muss ich auch dementsprechend zum Beispiel gut abstützen und „uneingesungen“ will ich auch hohe Töne sauber singen.
Schließlich soll es ja schön klingen, wenn ich dort singe. Deshalb gibt es dann so Kniffe, die ich dann noch vor dem Singen anwende. Ich gähne dann z.B. mehrmals hintereinander. Auf das so genannte „Einsingen“ muss ich ja dann verzichten, dies würde stören und deshalb sollte es auch aus dem Stehgreif funktionieren.
Ein Ave Maria von Gabunia, Schubert oder Bach/Gounod kann ich z.B. schlecht in einer evangelischen Kirche singen und deshalb singe ich meistens ein Panis angelicus von Frank.
In Östereich hab’ ich mal während eines Chorausflugs in einer Bergkapelle gesungen, da fing dann eine wildfremde Frau zu weinen an, während ich Rinaldo von Händel sang. Sie weinte aber nicht, weil ich so grausam sang. ;-) Kürzlich habe ich dieses Lied in einer Aussegnungshalle während einer Beerdigung a cappella gesungen und da war es ja normal, dass dann Tränen flossen. Emotionen pur.

„Ich würde es nicht Überprüfen der Akustik nennen, eher doch
Lebensfreude mit Lied.“
Natürlich spielt da Lebensfreude und Begeisterung für die Musik eine große Rolle, auch eventuell andere Menschen mit meinem Gesang fröhlich zu stimmen, da ich Emotionen mit meiner Stimme transportieren kann und doch ist der Faktor Akustik auch ein großes Thema, wenn ich in fremden Gotteshäusern singe.
Am kommenden Wochenende werde ich z.B. im Rathausfestsaal in Saarbrücken samstags abends auf einem Festkommers singen und ich hab’ noch keinen Schimmer, wie dort die Akustik ist, obwohl ich dort 1987 standesamtlich getraut wurde. Damals habe ich dort schlicht ja gesagt, aber nicht gesungen und diesen Saal seitdem nicht mehr betreten. ;-) Ich freue mich jetzt schon auf diesen Raum, da er einen gewissen Charme aufweist.
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Wie ich mich kenne, werde ich auch in einer der Kirchen in Saarbrücken ein Lied zu Ehren Gottes singen. ;-)

Musikalische Grüße
Corina Wagner
SuzieQ schrieb am 13.06.2011 um 23:36
Danke Corina,

das Ave Maria von Bach/Charles Gounod ist glaub ich das, welches man bei Hochzeiten hört(e).
Ist heutzutage nicht mehr so angesagt.

Panis angelicus von Franck gefällt mir persönlich am besten.
Singst du den Part der Almirena, Mezzosopran?

Magst du mal ein Stück von dir einstellen oder ist das zu persönlich?
Ich würde mich freuen und höchst wahrscheinlich auch noch andere, z.B. Bambulie und Knüppel.

Lieben Gruß von SuzieQ
Corina Wagner schrieb am 27.06.2011 um 14:42
Liebe SuzieQ,

vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich war einige Tage außer Haus und deshalb kommt die Beantwortung etwas später.
Das Ave Maria von Bach/Gounod wurde früher tatsächlich häufig auf Hochzeiten gesungen. Ich hingegen - wählte bis heute immer das relativ unbekannte Ave Maria von Gabunia. Vor ca. 5 Wochen habe ich das Stück von Bach/Gounod auf einer Beerdigung gesungen. Es war ein Wunsch.
Das Panis ancegelicus aus der „Feierlichen Messe“ Hosianna Nur. 192 ist auch ein Favorit von mir und deshalb singe ich dieses Stück stets gut gelaunt, wenn ich fremde Kirchen besichtige. ;-)
„Lascia ch’io pianga“ müsste theoretisch und praktisch die Arie der Almirena sein. Da der höchste Ton nur bis zum g geht… ;-)

„Magst du mal ein Stück von dir einstellen oder ist das zu persönlich?“
Sofort, wenn ein netter Mensch z.B. eine Aufnahme, die meinen Gesang betrifft, mir für eine Veröffentlichung zukommen ließe oder meinen Gesang aufnehmen würde. Etliche haben meinen Gesang aufgenommen, habe selbst keine Aufnahme zur Verfügung, die man veröffentlichen könnte.
Zwei Personen, die bei ZEIT-Online Beiträge und Kommentare in der Community verfassten, haben mich schon in einer Kirche gehört und waren begeistert, als ich ihnen jeweils ein kleines Privatkonzert gab. ;-) Eine Person hatte sogar einige Tränchen in den Äugelein.
Im Rathhausfestsaal in dem ich nun sang, spendeten die Zuhörer nicht nur großen Applaus, sondern schenkten mir auch Bravo-Rufe, nachdem ich zuvor die zweite Zugabe a Cappella sang. Ein schönes Gefühl, wenn man dann anschließend auch zusätzlich noch mit lobenden Worten belohnt wird. ;-) Ich wurde an jenem Abend bei der Veranstaltung, soweit ich informiert bin, nur fotografiert. Einen Bericht über diesen Auftritt findet man auf meiner Homepage (unter Kuriose Gesangserlebnisse, Rubrik Veranstaltungen). Zum Thema Begleitung gab es viel zu berichten.
Wie wäre es mit einem Konzert für User/innen?
Vielleicht findet sich ein/e Pianist/in oder ein/e Organist/in unter den Usern bzw. Userinnen, der bzw. die mich begleiten könnte... Live ist Live...

Viele musikalische Grüße
C.W.
bambulie schrieb am 12.06.2011 um 23:57
Liebe Corina,

ich möchte nicht nur bei dem Spleen oder der Macke bleiben sondern den Bogen noch etwas größer spannen: im Sinne von, was ist eigentlich normal?

Also meine Definition lautet:

Normal ist, wer im Sinne der jeweilig geltenden Gesellschaftsordnung funktioniert, somit also nicht auffällt. Denn so lange jemand funktioniert gilt er gemeinhin als normal. Und was da nicht alles so quietschfidel funktioniert… und als völlig normal gilt gerade hier in Bayern. Zum Beispiel kann ein Beamter, welcher zuständig ist für den Bereich Hundesteuer, nach meinem Dafürhalten, eigentlich nicht ganz normal sein.

Außerdem: was gab es nicht schon alles für Gesellschaftsformen. Was in der einen Gesellschaft/Volk normal war, galt in der anderen Gesellschaft, vielleicht Jahrhunderte später, als völlig verrückt.

Würde sich in unserer Zeit ein Mann eine weiße Perücke aufsetzen, sein Gesicht pudern, um so zum Beispiel als Richter seiner Arbeit nachzukommen, bekäme er sehr schnell ernsthafte Probleme.

Würde man hier in Europa ständig eine Kuh auf der Straße mit sich herumführen und selbige auch noch anbeten, ich weiß nicht, wie sich die nächsten Familienangehörigen verhalten würden, geschweige denn der jeweilige Arbeitgeber.

In Kirchen zu singen ist eine großartige Sache wie ich finde, wer kann das schon?
Deine Stimme ist dein Instrument und deinen Resonanzboden oder besser gesagt den monumentalen Klangkörper kannst Du auf diese Weise immer wieder austauschen.

Also viel Spaß weiterhin!

:)

LG
Corina Wagner schrieb am 13.06.2011 um 12:24
Lieber Bambulie,
da haste aber wieder nicht nur den bayerischen Nagel auf den Kopf der Gesellschaft getroffen. Lieben Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Wenn ich in diesem Zusammenhang noch auf die Dichterin und Malerin Else Lasker-Schüler hinweisen darf, diese flanierte einst in Berlin in sehr auffälligen Klamotten. ;-) Heute würde sie vermutlich nicht mehr auffallen.
„…den monumentalen Klangkörper kannst Du auf diese Weise immer wieder austauschen.“
Ich kann mit den Tönen und der Lautstärke spielen, Töne „einfärben“ oder schlicht singen. Von pp bis fff ist alles möglich. ;-)
Solange mein Körper nicht zu sehr monumental ausfällt und nur der „Klangkörper“..., dann ist es ja völlig in Ordnung, auch für die Zuhörer/innen, so denke ich. ;-)
Musikalische Grüße nach München
Corina

PS. Wir beide im Duett, Du noch zusätzlich mit Deiner Gitarre und ich ? Mit Noten in der Hand oder einem Becher. ;-) Einmal in einer Fußgängerzone singen, hab’ mich bis heute noch nicht getraut… :-)
Du etwa?
bambulie schrieb am 13.06.2011 um 22:35
Liebe Corina,

ich habe früher tatsächlich öfters mal in der Fußgängerzone gespielt. Heutzutage benötigt man allerdings eine Genehmigung - sogar am Sonntag. Eine Genehmigung zu erhalten ist allerdings ein Unding. Die stehen schon morgens Schlange nach dem blöden Fetzen Papier.

Durch die offenen Grenzen sind nämlich sehr viele Akkordeonspieler gekommen. Die stehen an jeder Ecke und nerven meistens die Passanten. Also von daher kannst Du Dir dieses Vorhaben eigentlich aus dem Kopf schlagen. Aber glaube mir, es ist den Aufwand eh nicht wert!

Times are changing!

Sing lieber in Kirchen oder in Aussegnungshallen, da wird Deine Sangeskunst wenigstens gewürdigt!

LG
Corina Wagner schrieb am 14.06.2011 um 18:35
Lieber Bambulie,

vielen Dank für Deine Tipps bezüglich des Straßengesangs. Es hätte mich interessiert, ob mir jemand einige Cents in die Mütze wirft. :-)

HG
Corina
Knüppel schrieb am 13.06.2011 um 00:49
Liebe Corina,

Deine Schilderung hat mir sehr gefallen und obwohl ich Atheist bin, glaube ich es doch nachempfinden zu können, wie Du Dich beim Singen in einer Kirche fühlst.

Mir sind übrigens Menschen mit einem "Spleen" viel sympathischer, als diejenigen, die bemüht "unauffällig" und damit, für mich, "uninteressant" durch's Leben gehen. Das möchte ich noch erweitern auf Menschen, die eine oder mehrere Leidenschaften pflegen und dazu stehen.

Liebe Grüße
Knüppel
Corina Wagner schrieb am 13.06.2011 um 12:51
Lieber Knüppel,
es sind die Gebäude, die mich faszinieren. Wie die Gotteshäuser erbaut wurden, die Geschichten, die damit verbunden sind und wenn Du dann in einer großen schlichten Basilika stehst oder in einer total kitschigen Kirche, dann bist Du inmitten einer besonderen Atmosphäre und wenn dann der Gesang erklingt, bist Du dem Himmel nahe, wenn die Akustik stimmt, dann ist es geradezu göttlich. ;-)
Bestimmte Klosterkirchen habe ich in mein Herz geschlossen, so z.B. die in Roggenburg.
Durch die Deckenbemalung und den vielen Engeln ein echter Hingucker und dort ein Lied zu singen, wenn nur Kerzen in der Dunkelheit brennen. Herrlich! Kitschig…
In den Genuss des a cappella Singens beim Funkeln des Kerzenlichts kam ich einmal, um Freundinnen nach einer Veranstalung noch ein Lied vorzutragen und dies war unbeschreiblich cool.
kloster-roggenburg.de/web/webilder/pfarreien/roggenburg/Klosterkirch

Der ein oder andere „Spleen“ bringt Leben in die Gesellschaft und lässt Langweiler alt aussehen. ;-)
Herzliche Grüße
Corina
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