creamedial

Blog von creamedial

16.02.2009 | 12:53

Glosse - Das Rad ist rund. Oder: Die Sache mit dem Rat...

Das Rad ist rund und guter Rat ist teuer – ein gutes Rad ja auch... Das Steuerrad muss man nicht neu erfinden – aber wie wär’s mit einem Steuerrat? Nun nicht gleich wieder stöhnen, liebe(r) SteuerbürgerIn. „Vater Staat“ nimmt uns doch nur etwas mehr als die Hälfte des sauer Verdienten weg zu (un)getreuen Händen. Letztes Jahr hatte Vati sogar ein Einnahmeplus von fast 11 Prozent, worauf wir Kinder ja stolz sein könnten. Trotzdem steht jedes seiner Kinder mit knapp 19.600  Euro beim Bund auf der Schuldnerliste – Tendenz: Stark steigend. Obwohl kein Hahn mehr nach der letzten Mehrwertsteuererhöhung kräht (Stichwort der Lösung, die keine Gleichung ist: 2 % + 0 % +/- Reichensteuer = 3 % + Reichensteuer), gelang kein (neu)schuldenfreier Bundeshaushalt. Das sollte erst 2011 sein, zum 40. Jahrestag verschuldeter Haushalte – dieser Termin wurde aber erneut verschoben, wahrscheinlich auf den „St.Nimmerleinstag“. Also: Zurückzahlen lumpiger 1,6 Billionen Euro ist damit gewiss nicht gemeint. Das sollten Sie sich mal erlauben! Aber: damit kann schon bald Schluss sein und wir helfen doch gern dabei mit. Hier ist die Lösung für Peer Steinbrück, von und zu Guttenberg & Co.: Her mit der Steuer für Radfahrer! Es geht doch nicht an, dass alle Radfahrer (Auto, Bahn, Bus, Motorrad, Flugzeug) kräftig das Steuersäckel füllen, während die Fahrer muskelkraftbetriebener Räder nur aller Jubel-Jahre gerade mal mit ein paar lumpigen Mehrwertsteuer-Euro für ihre mickrigen Alljahresreifen oder Bremsklötze, mit deren Abrieb sie Straße und Natur verschandeln und -feinstauben, dabei sind. Nicht mal haftpflichtversichert sind diese gemeingefährlichen Drahtesel – das sollte man schnellstens nach dem Vorbild der Auto-Typenklassen ändern. Rasen ist eben teurer. Auch Schwerlasttransporter sowie geländegängige Mountainbikes werden extra zur Kasse gebeten! Stellt sich natürlich auch die Frage nach einem gültigen Rad-Führerschein. Den sollte es natürlich erst nach absolvierter Ausbildung und bestandener Prüfung geben; Wiederholung alle 5 Jahre - mindestens. Selbstredend mit kostenpflichtiger Gesundheitsprüfung – natürlich nicht auf Krankenkasse. Wieso stehen eigentlich überall Gratis-Fahrradparkplätze bereit, die ein Vermögen kosten? Oder das Laternenparken nicht unter Strafe? Dann ist da noch die Sache mit dem CO2: So einfach dürfen sich die Radfahrer nicht aus ihrer Verantwortung stehlen. Keinen Sprit verbrauchen, nix dafür zahlen und angeblich gesund leben? Dabei schnaufen sie wie eine Dampflok und geben bestimmt nicht viel weniger Gase ab, nicht nur aus der Lunge. Gar nicht auszudenken, welche Altölmengen ungesühnt von der Fahrradkette in das Grundwasser gelangen. Von wegen: umweltfreundliches Verkehrsmittel. Zu allem Überfluss kriegen die Radfahrer mautfreie Straßen überall dorthin gebaut, wo schon längst welche sind - ganz für sie allein. Oder man zwackt ihnen sogar ein Stück von der Straße ab. Und der Autofahrer, der mit seiner Mineralöl- und Mehrwertsteuer die ganze Straßenlast zahlt, kann dafür löhnen. Nicht mal ein Rotlichtblitzer an der Ampel könnte die Radfahrer schrecken, die gibt es ebenso wenig wie Kennzeichen. Was da alles noch so an Potenzial drin steckt?! So kann das jedenfalls nicht weitergehen! Mehr Gerechtigkeit für alle! Radfahrer, kurbelt die Wirtschaft an! Stellt Euch nicht abseits der Chaussee oder quer auf den Bürgersteig. Ihr seid die Rettung des maroden Steuersystems. Andererseits sagt jeder Banker: „Gutes Geld soll man nicht Schlechtem hinterherwerfen“. Da ist wohl auch was dran. Also: Steuerbürger, wehrt Euch, wenn sie Euch noch mehr abknöpfen wollen. Na dann, bis zum Steuerzahlertag, so Anfang, eher Mitte Juli 2009. Oder können Sie es sich etwa immer noch leisten, in den Urlaub zu fahren? Grübel: Wieso gibt es keine Urlaubssteuer? Kaisers Sektsteuer geht doch auch ohne Schlachtschiffbau – 450 Millionen, Jahr für Jahr. Seltsames Land, dieses „Du bist Deutschland – das Land der Ideen“, ziemlich steuerradlos.
 
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Kommentare
merdeister schrieb am 16.02.2009 um 13:34
Mir kommen gleich die Tränen, Ihnen muss es aber schlecht gehen.
creamedial schrieb am 16.02.2009 um 16:52
Tja,

wie Ihnen wohl bald auch. Sie glauben bestimmt (auch)/nicht, dass "Vater Staat" die nächsten 5 oder 10 Jahre "überleben" wird? Warum, meinen Sie, wird beispielsweise (fernab der Öffentlichkeit) am "Nord-Staat" gestrickt? Weil auch ohne "Bankenschirm" & "Konjunkturpaket" die sog. explizite Staatsverschuldung um 2015 auf sagenhafte 70 Billionen € steigt - wegen mangelnder Rücklagen für Beamten-Pensionen. & spätestens dann platzen die Seifenblasen... Aber: so ähnlich schreiben Sie ja auch in Ihrem Blog "135..."
merdeister schrieb am 16.02.2009 um 19:13
Mit der Seifenblase mögen Sie nicht unrecht haben. Um Geld mache ich mir keine Sorgen, denn es handelt sich, wie uns gerade vor Augen geführt wird um einen virtuellen Wert. 70 Billionen Euro was ist das schon. Mit einer vernünftigen Inflation erarbeite ich die dann an einem Nachmittag. Ich habe glücklicherweise etwas gelernt (und lerne noch) was man auch in einer auf Tausch basierenden Wirtschaft nutzen kann.
Das Problem, Ihrer "Glosse" sehe ich in Ihrer Motivation. Sie wollen ihr Geld nicht hergeben. Dabei vergessen sie, dass Sie etwas zum hergeben haben (zugegeben eine Mutmaßung). Nicht wenige Menschen in diesem Land (von der Welt gar nicht zu reden) haben gar nicht die Möglichkeit sich solche Gedanken zu machen, geschweige denn sie an so promienenter Stelle darzulegen.
Um noch mal auf die Seifenblase zurück zu kommen. Welche meinen Sie denn? Ich bin etwas verwirrt, weil auf mein "Blog" verweisen, als ob wir Schnittmengen hätten.
creamedial schrieb am 17.02.2009 um 10:23
@merdemeister/160209/19.13 - Hallo; schade, dass Freitag.de noch "beta" ist & man comments nicht an direkter Stelle posten kann...

Geld will ich schon hergeben - kriege ja auch etwas & alle müssen (von-/miteinander) leben. ABER: Früher gab's Kriege [wortwörtlich] um das Recht am Zehnt - heute nimmt einem "Vater Staat" rund die Hälfte des Sauer verdienten, um es für die abstrusesten Dinge zu verschleudern - & es regt sich kaum Widerstand dagegen... Was ist schon der Kohlepfennig gegen die Unsummen der Banken"rettung"? Aber: das wäre schon ein Thema für sich...

Nice day!

Nichts für ungut - wenn ich Ihre Artikel lese, mutmaße ich doch eine gewisse "Schnittmenge".
creamedial schrieb am 17.02.2009 um 10:23
@merdemeister/160209/19.13 - Hallo; schade, dass Freitag.de noch "beta" ist & man comments nicht an direkter Stelle posten kann...

Geld will ich schon hergeben - kriege ja auch etwas & alle müssen (von-/miteinander) leben. ABER: Früher gab's Kriege [wortwörtlich] um das Recht am Zehnt - heute nimmt einem "Vater Staat" rund die Hälfte des Sauer verdienten, um es für die abstrusesten Dinge zu verschleudern - & es regt sich kaum Widerstand dagegen... Was ist schon der Kohlepfennig gegen die Unsummen der Banken"rettung"? Aber: das wäre schon ein Thema für sich...

Nice day!

Nichts für ungut - wenn ich Ihre Artikel lese, mutmaße ich doch eine gewisse "Schnittmenge".
merdeister schrieb am 17.02.2009 um 11:45
Die Schnittmenge ist sicher gegeben, sonst wären wir beide wohl nicht hier.
Wenn Geld für Unsinn ausgegeben wird (Kohlepfennig), dann stelle ich mir sicher auch Fragen. Mir macht es aber nichts aus, viele Steuern zu bezahlen, wenn es nötig ist. Und Steuern sind nötig, damit der Staat seine Aufgaben wahrnehmen kann. Diese würde ich im übrigen deutlich weiter fassen, als das heute der Fall ist.
Wenn Sie kritisiert hätten, das "unser" Steuersystem der Umverteilung von Arm nach Reich dient, hätte ich applaudiert. Das konnte ich jedoch nicht aus ihrem Text herauslesen.
Auch ist mir nicht klar geworden, das es ihnen um den schlechten Umgang mit den Steuergeldern ginge.
In den gängigen Medien sind Menschen, die hohe Steuern kritisieren meist wohlhabend, bis sehr wohlhabend und preisen Eigenverantwortlichkeit und den schlanken Staat. Damit kann ich wenig anfangen. Und so habe ich sie verstanden, vielleicht ein Missverständnis?
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