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Wie ich im zweiten Teil dieser Serie schon schrieb, neigten die Autorinnen des Spiegel-Artikels „Bonus für Kerle“ zur Konstruktion von gefälschten Gleichheiten.
Die Grenzen der Unzumutbarkeit
Damit allerdings begnügten sie sich nicht, sondern Erklärungen für individuelles und kollektives Verhalten von Frauen folgten, die wiederum – natürlich – nur Beweis einer vorab erfolgten Diskriminierung sein können.
Sie räumen jedoch ein „Viel liege an der schlechteren Selbstvermarktung“, um dann zu fordern, die „sozial erlernte Selbstdiskriminierung“ müsse abgelegt werden.
Als Freund der Praxis und Liebhaber der Idee, dass antrainiertes Verhalten zu ändern ist freue ich mich natürlich über den Hinweis der Autorinnen, eine Akademikerin „bietet spezielle Trainings an, um das Feilschvermögen ihrer Absolventinnen zu fördern.“
Nur um drei Sätze später den wirklichen Grund für die durch per se diskriminierende Sozialisation als Frau erfolgte „Selbstverzwergung“ zu erfahren: "Viele von ihnen haben sich vorher noch nie mit dem Thema Gehalt beschäftigt."
Ich wiederhole diesen Satz noch einmal mit Betonung, weil mir bei der Lektüre die Kinnlade heruntergefallen ist: "Viele von ihnen haben sich vorher noch nie mit dem Thema Gehalt beschäftigt."
Wir schreiben das Jahr 2011.
Unverantwortlich biologistisch argumentierender Feminismus
Angenommen, das eigene Gehalt sichert die Unabhängigkeit der ökonomischen Existenz der eigenen Person. Und angenommen, diese Frauen haben in Zukunft vor, z.B. im Rahmen einer Partnerschaft eine Familie zu gründen, deren ökonomische Grundlagen ein „burden sharing“ zwischen den Partners sein oder ermöglichen soll.
Wie soll ich ein Interesse an dieser individuellen Unabhängigkeit ernst nehmen, wenn ein offenkundiges Desinteresse an den ökonomischen Grundlagen einer solchen Unabhängigkeit vorliegt? Und wie soll ökonomisches „burden sharing“ per Erwerbsarbeit funktionieren, wenn die Verantwortung für den eigenen Anteil nicht gesehen und nicht angenommen wird?
Und wieso ist es anscheinend unzumutbar, junge Frauen SCHON FRÜHZEITIG mit diesen Fakten zu konfrontieren?
Die Autorinnen sind jedoch so überzeugt von dem zuvor erzeugten „feminist reality distortion field“, dass diese unverfroren im nächsten Satz einräumen: „Männer dagegen legen sich mehr Argumente fürs Bewerbungsgespräch zurecht, ersinnen Antworten auf Einwände, erwägen verschiedene Gesprächsverläufe.“
Was auf Deutsch heißt, Männer beherzigen die Ratschläge der Lektüre, die bei „google“ auf das Stichwort „Bewerbungsgespräch“ 2.490.000 Ergebnisse erzeugen.
Eine solche Vorbereitung ist also UNZUMUTBAR für Frauen?
Ich kann mir diese Ignoranz nur als Ergebnis eines Propagandafeldzuges vorstellen, den ein essentialistischer Feminismus unter dem Stichwort „weibliches Arbeitsvermögen“ geführt hat. Wonach Frauen qua Geburt und Genen mit einer begnadeten Kommunikationsfähigkeit und Empathie gesegnet sind, die offenbar so überwältigend ausfallen, dass insbesondere (!) Frauen völlig unvorbereitet in eine Gesprächs- oder Verhandlungssituation gehen können.
Das Argument ist natürlich so falsch wie die Vorgehensweise und m.E. ist dieser „Erfolg“ des feministischen Biologismus in vollem Umfang für solche Fehler verantwortlich. Nämlich zu völlig unbegründeter Selbstüberschätzung zu neigen und diese Neigung befördert zu haben.
Der individuell narzisstische Auftritt von vielen Feministinnen stammt in meinen Augen aus dem Glauben an die biologische Überlegenheit des weiblichen Geschlechtes - eine im Grunde rassistische Theorie.
Die Vermischung von Biologismus und bürgerlicher Elitetheorie
Im vorliegenden Fall eines Artikels über Diskriminierung beim Berufseinstieg wird durch die Auswahl der Zitate offensichtlich, wes Geistes Kind die Autorinnen sind.
Sie zitieren: „Denn als Frau so dominant aufzutreten wie ein Mann werde von Männern - und die stehen meist auf der einstellenden Seite - nicht goutiert, berichten die Psychologinnen Alice Eagly und Linda Carli im "Harvard Business Manager".“
Das diesem Zitat vermutlich zu Grunde liegende Buch heißt: „Through the Labyrinth: The Truth About How Women Become Leaders“. Zur Erinnerung: Der Artikel hat das Thema Diskriminierung beim Berufseinstieg und nicht „Frauen im Management“.
Es sei denn, dafür spricht einiges, die Autorinnen sehen Frauen (gerechtfertigt) ohnehin in dieser Position. So erkennen die Autorinnen die Ursache für das schlechtere Abschneiden der Frauen in der negativen Sanktionierung von weiblichem „Dominanzverhalten“ auch bei der nonverbalen Kommunikation.
An die Freunde und Freundinnen der Realität: Dominanzverhalten in einem Bewerbungsgespräch?
Da vorab das Paar Valerie und Jörg als gleichwertig qualifiziert vorgestellt wurde, werden die Vorzüge von Jörg individualisiert und als männlicher, selbstbewusster Habitus vorgestellt: „Gut gebrüllt, Löwe Jörg...“ und entgegengestellt: „..während Valerie Selbstzweifel zwicken“.
Diese Selbstzweifel sind natürlich gesellschaftlich verursacht – um Frauen bescheiden zu halten. Wobei „Selbstbewusstsein“ scheinbar schon an der Entwicklung einer Gehaltsvorstellung scheitert.
Und um dieses Lamento abzusichern, wird im gleichen Absatz die Resultate eines Experiments von 1968 (Goldberg-Paradigma) verwendet, wonach Frauen bei vergleichbarer Leistung ohnehin schlechter beurteilt werden. Das Alter der Studie ist nicht etwa zufällig, sondern soll verdecken, dass (beweisbar) das genaue Gegenteil aktuell der Fall ist: Schon in der Schule, jedoch auch noch im Studium werden Frauen mit besseren Noten gesegnet. Wohlbemerkt: Für die gleiche Leistung.
Zusammengefasst: Nur patriarchale Diskriminierung konnte verhindern, dass Valerie dort nicht ankommt, wo sie – entgegen ihrer natürlichen, biologischen Bestimmung - ohnehin hingehört.
Die spezifisch soziale Sichtweise der Autorinnen lässt sich durch die Zusammensetzung dieses Paares feststellen.
Auf der einen Seite der „kurvige“ Jörg „Hauptschulabschluss, kaufmännische mittlere Reife...“ und auf der anderen Seite: „Valeries Lebenslauf beschreibt eine Gerade: Hochschulreife auf einem Wirtschaftsgymnasium, Studium in Pforzheim, Auslandssemester in Australien.“ Aus welcher sozialen Schicht die Autorinnen stammen, mit welchen Erfahrungen sie konform gehen, mit welchem Lebensweg sie sympathisieren wird alleine durch diese Gegenüberstellung sichtbar.
Es vermischt sich kaum verhohlener Klassendünkel und bürgerliche Elitetheorie mit einem Bewusstsein weiblich biologischer Überlegenheit. Und dieser latent faschistoide Subtext taucht m.E. zur Zeit in vielen, zu vielen feministisch inspirierten Texten auf.
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Männer schlecht, Frauen gut.
Männer können nichts, Frauen alles und vor allem besser. gähn... |
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Schöne Analyse und sehr scharfe Schlußfolgerungen.
Ich habe diese drei Artikel von Dir mit großem Interesse gelesen. Ob man das Attribut 'faschistoid' gebrauchen muß, weiß ich nicht, aber mir fiel auch schon auf, daß der Biologismus der Feministen rassistische Züge annimmt. Dabei denke ich an Stickworte wie 'penis-privilege' oder 'white-male-privilege'. |
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Hallo RatCreutz,
ich denke, dieser faschistoide Subtext findet sich - absurderweise - häufig in Texten, die sich links bis linksradikal wähnen. Den Vergleich mit faschistischem Gedankengut nehme ich nicht etwa allein und neuartig vor, sondern dies tat bereits Andrea Dworkin Ende der 70er Jahre - nicht unbedingt als Maskulistin bekannt. ;) Ich muss den Text anscheinend heraus kramen hier vorstellen. Für mich als Marxisten ist interessant, dass mit Begriffen operiert wird, die kritisch zu sein scheinen , bei näherer Analyse jedoch ins (reaktionäre) Gegenteil verkehrt werden. Nehmen wir die Zusammenstellung "weiß, männlich, westlich" als Kampfparole. Zwei davon sind biologisch invariante Merkmale. Selbst in einer sozialistischen - oder einer beliebig anderen, besseren - Gesellschaft bliebe ich ein weißer Mann. Mir mein Dasein mit (biologisch) invarianten Merkmalen wie "Hautfarbe" vorzuwerfen ist bereits rassistisch. Der dritte Begriff ist eine geographische Herkunftsbezeichnung, die in anderem Kontext "Sinn" macht. Die Parole scheint eine Verdichtung von "race, class, gender" zu sein und auf die Mehrdimensionalität von Unterdrückung in der kapitalistischen Gesellschaft zu verweisen. Faktisch - und ich meine nicht zufällig - fehlt auf einmal KLASSE in dieser Zusammenstellung. "Race" wird aufgelöst in "weiß" und "westlich" (eine bemerkenswerte Ethnie). ;) Und "gender" ist "männlich". Was bedeutet: Die ökonomische und politische Grundlage von Macht (in der kapitalistischen Gesellschaft) fällt zwar analytisch weg, wird jedoch gebunden an genau ein Geschlecht. Dies wiederum heißt, gemeint ist nicht "gender", sondern SEX; also das biologische Geschlecht. Nachdem also die Frage nach der, meiner konkreten sozialen Position als Mann in der Gesellschaft entfällt, ist bereits mein Geschlecht Ausweis einer privilegierten Position. Dass sich "Privilegienpenis" daraus ableiten lässt ist logisch: a. weil bereits die theoretische Vorannahme sexistisch ist - und auf die "soziale Konstruktion" eines Geschlechtes scheißt. b. Es nichts anderes als den uralten Versuch darstellt, "Klasse" durch "Geschlecht" zu ersetzen. Also suggestiv zu behaupten, "Frau" = "Proletariat", "Mann" = "Bourgeoisie". Wenn also irgendeine hiesige rot-grüne Mittelschichtstrulla mir "männlich, weiß, westlich" vorwirft, so doch nur, weil sie sich in genau EINEM Merkmal unterscheidet. Und das ist "Sex". Dieser Biologismus, Rassismus und Sexismus ist jedoch nützlich, wenn man sich in einer Quotierungsdebatte befindet. Sich mit einem Klassenbegriff auf den Weg in die herrschaftlichen Höhen des Kapitalismus zu begeben ist ja nun wirklich lästig. ;) Selbst bspw. Friede Springer befindet sich im Klassenkampf natürlich immer auf der richtigen Seite - natural born Unterdrückte. Wir erhalten also bei der Frage danach, welches (ökonomische) Sein das Bewusstsein bestimmt und welche Gedanken welcher Herrschenden die herrschenden Gedanken in einer Epoche sind auf einmal bizarre Antworten. M.E. hat das einen Grund. Und das ist ein heruntergekommener, opportunistischer, neoliberaler Feminismus auf dem Weg zur Herrschaftsideologie. Schönen Gruß, C. |
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schrieb am
14.12.2011 um 14:06
Zustimmung. Besonders zu Deiner Feststellung, daß die Klasse plötzlich aus der schönen Begriffswelt verschwindet und durch Geschlecht ersetzt wird.
Danke für das Gespräch. |
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"Und dieser latent faschistoide Subtext taucht m.E. zur Zeit in vielen, zu vielen feministisch inspirierten Texten auf."
-> Ich werde das in Zukunft mal prüfen, ob ein solcher Kontext passend sein kann. Ansonsten: alle Achtung - du machst dir reichlich Mühe zwischen den Zeilen zu lesen. |
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Hallo chrislow,
ich danke Dir für Dein Lob. Ich muss "zwischen den Zeilen lesen", weil sich meine Kritik auf einen Feminismus bezieht, dessen Vorannahmen sich unhinterfragt und unkritisiert gesellschaftlich als Wahrnehmungs- und Deutungsmuster durchgesetzt haben. Die Autorinnen des Artikels schreiben bewusst und in dieser Gewissheit vor einem solchen Hintergrund. Sie hätten ja keine Diskriminierung am Beispiel des vorgestellten Paares monieren können, hätte sich nicht ein Begriff der "gleichwertigen Qualifikation" durchgesetzt, der nur auf den akademischen Abschluss abzielt. Ohne näher nachzufragen, wie dieser zustande gekommen ist und ohne zu fragen, welche PRAXIS und welche Erfahrungen gesammelt worden sind. Diese Hierarchie, wonach Theorie generell mehr zählt als Praxis ist Standard in einer bürgerlichen Elitetheorie. Auch dies ist nützlich in der Propaganda, wonach Frauen bessere Abschlüsse und Noten erzielen als Männer. Ohne bspw. zu fragen, in welchen Fächern diese Abschlüsse erzielt worden sind. Da Frauen dominant dazu neigen, sozialwissenschaftliche Studiengänge zu wählen, in denen ohnehin bessere Noten vergeben werden, hast du bei dieser vermittelten Sicht den Eindruck, eine Kulturwissenschaftlerin mit der Abschlussnote 1,3 sei besser als der Elektroingenieur mit der Abschlussnote 2,4. Der Vergleich ist gaga und nützlich in zweierlei Hinsicht: a. Man blendet fachliche Qualifikation aus, weil suggestiv unterstellt wird, Karriere bedürfe keiner speziellen Qualifikation. Es gehe also um FÜHRUNGsqualitäten. Was wiederum nur Sinn macht, sieht frau sich selbst als biologische Frau - ungeachtet der konkreten Qualifikation - mit diesen Qualitäten ausgestattet. Lies mal die Quotierungsbeiträge unter diesem Blickwinkel. b. Unterschlagen wird, dass eine Konkurrenz zwischen Männern und Frauen gar nicht stattfindet. Beispiel: Bei einem Anteil von 10% Frauen an E-Ings und einem Männeranteil von 20% an Kulturwissenschaften konkurrieren die Geschlechter selber untereinander. Frauen konkurrieren in den Frauenstudiengängen mit immer besseren Noten mit anderen Frauen um immer knapper werdende Arbeitsstellen. Aber weil nicht sein darf, was konkret der Fall ist: Frauen konkurrieren mit anderen Frauen, wird dieser Umstand als Geschlechterkampf "umkonstruiert" - also umgelogen. Das fatale Signal ist, Frauen müssen und brauchen ihre Studienwahl gar nicht zu überdenken. Frauen müssen sich überhaupt nicht ändern, sondern dieser Feminismus sorgt für eine - hochrangige - Position von Frauen ausgehend vom status quo. Deshalb ist dieser Feminismus auch so attraktiv. Frau sein ist das Geschäftsmodell und der Feminismus schreibt den business plan. Schönen Gruß, C. |
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Crumar, ich teile deine Wahrnehmung, alten Chomsky siehts ähnlich:
Noam Chomsky: 'Left has to go back to core issues' www.youtube.com/watch?v=VlMvKIo6mmE Danke dir für deine Beiträge auf Telepolis und hier, die ich sehr interessant fand. |
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Hallo Meta,
wie du siehst, hab eich eine enthusiastische Fan-Gemeinde hier beim "Freitag", die sich bemüht, meine Beiträge durch fortgesetztes voting herabzustufen. ;) Das bedeutet: Sie wirken. Ich werde nicht gerne wahrgenommen und per Abstimmung soll dies auch so bleiben - das finde ich natürlich komisch. Ich habe mir den Beitrag von Chomsky natürlich angeschaut und er verbreitet eine einfache und unpopuläre Wahrheit. Wenn sich Linke damit zufrieden geben, linke Politik als Minderheitenpolitik zu redefinieren, dann marginalisieren sie sich selbst. In Zeiten, da linke Antworten gehört werden würden und Alternativen gefragt sind ist das ausbleiben von massenkompatiblen Alternativen die beste Beschreibung linker Schwächen. Eine Schwäche ist, den Mainstream-Feminismus über Jahrzehnte gewähren zu lassen, bis sich Teile von diesem in eine neue Herrschaftsideologie verwandelten, die multidimensional wirksam ist. Mit "gewähren lassen" beschreibe ich auch die Schwäche der Männer (damit meine ich mich selbst immer mit), sich nicht wirklich selbst reflektierend und selbstkritisch betrachtet zu haben. Ich hoffe, wir wiederholen diese dummen Fehler nicht. Schönen Gruß, crumar |
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schrieb am
30.01.2012 um 01:02
Lieber Crumar,
bitte verdichte deine Ausführungen zum J. Schramm Artikel zu einem Essay, da du der radikalste und ernstzunehmenste Kritiker des retardierenden Konsumer irgentwie Linkssein bist. Wie Mark Twain sagte: Whenever you find yourself on the side of the majority, it is time to reform (or pause and reflect). Die Männer und die Frauen gibts garnich, reine Erfindung um von den sozialen Problemen abzulenken. Liebe Grüße, meta |
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Sorry, wenn ich dir ungefragt was in den Thread kippe, aber könnte dich eventuell interessieren.
en.wikipedia.org/wiki/Alain_Soral daraus: Besides the sociological marxist analysis of the modern-day society, Soral's books tend to focus on seven main themes: criticism of feminism, especially neo-feminist movements ect... Hier im Interview, wo er zu einer kuriosen Wahlempfehlung kommt: www.youtube.com/watch?v=GVE2uI6z2oo&feature=youtu.be |
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Vielen Dank für diesen Link!
Ich denke, ein solcher Linker kann nur in Frankreich existieren - von der KPF zu Marine Le Pen und zurück (?). Das ist auch mit kuriosen Figuren wie Horst Mahler nicht zu vergleichen, die hier in D existieren. Es ist mir unerklärlich, wie man vom Marxschen Internationalismus zu nationalistischen Erklärungen gelangen kann - gehen tut es scheinbar dennoch. Ohne seine Kritik zu kennen ist es mir jedoch nicht möglich, seine am "Neo-Feminismus" zu teilen. Auch da habe ich Schwierigkeiten mit dem Begriff, denn es gab mehrere Neos. Den Begriff "Mainstream-Feminismus" verwende ich, weil es simpel der ist, der sich medial durchgesetzt hat. Und welcher ein Brei aus verschiedenen Richtungen ist, die sich eigentlich widersprechen. Das ist keine echte Definition, weiß ich ja selber. Dann möchte ich an dieser Stelle deiner Einschätzung widersprechen, "der Feminismus" wäre rundweg eine Erfindung, um von sozialen Problemen abzulenken. Das würde die Existenz eines sozialistischen Feminismus negieren, der jedoch vom bürgerlichen Feminismus "gekapert" worden ist. Der Witz ist m.E., dieser bürgerliche Feminismus bedient sich eines - auf den ersten Blick - fortschrittlichen Vokabulars und gewinnt deshalb diese breite Zustimmung. Ist jedoch in Wirklichkeit eine elitäre Veranstaltung, um sich exklusiv (staatliche) Ressourcen zu sichern. Damit will ich sagen: Zu tun, als ob dieser Feminismus nicht entlang sozialer Verteilungskämpfe agiert, würde diese soziale Frage eben ausblenden. Schmeißt du bspw. alle (heterosexuellen) Männer einer Gesellschaft als bedürftige Wesen heraus, indem du ihre Ansprüche als unberechtigt darstellst und darauf bestehst, Mann=Privileg, so ist dein Einsparpotential im sozialen Bereich 50%. Sieh einmal den Kampf um die "Opfer-Position" aus dieser Warte. Nimmst du das als Vorgabe, werden dir evtl. einige Debatten im "Gender-Mainstreaming" eher einleuchten. Schönen Gruß, C. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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