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Im Vergleich zum Jahr 1981 ist der Eisengehalt von Schweinekoteletts um etwa 75 % gesunken. Dies ergab eine vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) herausgegebene Studie. 2009 lag der Gehalt an Eisen in Deutschland durchschnittlich bei 0,4 mg pro 100 g Schweinefleisch. Auch in anderen tierischen Nahrungsmitteln sanken die Werte.
„Der Eisengehalt der Kaninchenfleischproben ist auffallend niedrig“, schrieben die Autoren der Studie. Demnach sank er innerhalb von 30 Jahren um mehr als 85 %. Rindfleisch wies zu dieser Zeit noch einen circa 30 % höheren Eisengehalt als 2009 auf. Der von Schaffleisch war im Referenzjahr 10 % höher. Nicht untersucht wurde Hühnerfleisch.
Eine Veröffentlichung in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Nutrition and Health hatte einen ähnlichen Trend für Großbritannien aufgezeigt. Laut dieser Arbeit aus dem Jahr 2007 nahm der Eisengehalt von Brathähnchen von 1940 bis 2002 um nahezu 80 % ab. Im Durchschnitt fand beim Fleisch eine Reduzierung der Werte um 50 % statt. Beim Käse waren es 53, die anderen Milchprodukte verloren 83 % an Eisen. Gemüse und Obst hingegen büßten jeweils circa 25 % ihres Eisengehalts ein.
"Offensichtlich hat die intensive Züchtung auf Muskelfülle und ggf. die Fütterung diesen Trend verursacht", vermuteten die Autoren der LfULG-Studie. Dennoch: Die Gründe für die Abnahme der Eisengehalte tierischer Lebensmittel bleiben unklar. Ferner hieß es: „Je dunkler bzw. je intensiver der Rotton des Fleisches ist, desto höher liegt der Eisengehalt. Weiterhin war zu beobachten, dass das Alter einen Einfluss auf den Eisengehalt ausübt. Mit steigendem Myoglobingehalt des Fleisches im Alter nimmt auch der Eisengehalt zu“. Wäre es folglich sinnvoll, die Tiere zu einem späteren Zeitpunkt ihres Lebens zu schlachten?
Eines jedenfalls steht fest. Eisen ist ein unerlässliches Spurenelement für den Menschen. Frauen benötigen ungefähr 15 mg Eisen am Tag, und Männer 10. Der Unterschied ergibt sich aus den Blutverlusten während der Menstruation. Die Aufnahmerate des Eisens aus tierischen Quellen beträgt 15-35 %, aus Pflanzlichen 2-20 %. Bestimmte Stoffe steigern die Resorptionsrate (z.B. Vitamin C) oder hemmen sie (z.B. Ballaststoffe).
Wie lässt sich also der tägliche Eisenbedarf decken? Angesichts der Klimarelevanz der Produktion tierischer Lebensmittel, kann ein gesteigerter Fleischkonsum kaum die Lösung sein. Denn die globale Tierhaltung verursacht 18 % aller Treibhausgasemissionen . Dies ermittelte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Zudem sei der Pro-Kopf-Verbrauch hierzulande ohnehin mehr als doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt.
Alternativ bleibt die Möglichkeit, vermehrt pflanzliche Lebensmittel zu verzehren – auch unter Berücksichtigung der geringeren Aufnahmerate.
Eisengehalte ausgewählter Lebensmittel nach Abzug der Eisenverluste:
Lebensmittel Eisengehalt in mg/100g
Branthähnchen 0,8
Cheddarkäse 0,3
Haferflocken* 3,5
Haselnüsse* 2,9
Kaninchenfleisch 0,4
Kürbiskerne* 9,4
Linsen (gegart)* 2,0
Majoran (frisch)* 10,1
Parmesan-Käse 0,0
Rindfleisch 1,7
Schaffleisch 2,1
Schweinefleisch 0,4
Spinat (gegart) 2,9
Vollkornbrot* 2,0
Vollmilch 0,03
Die mit (*) versehenen Nahrungsmittel wurden wie Obst und Gemüse behandelt, d.h.ein Verlust von 25% wurde abgezogen. Quellen: nach LfULG 2009, Thomas 2007.
Quellen:
Food and Agriculture Organization of the United Nations (Hrsg.) (FAO), 2010: Homepage FAOSTAT. Rome.
Food and Agriculture Organization of the United Nations (Hrsg.) (FAO), 2006: Livestock's long shadow. Environmental issues and options. Rome, 390 S.
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) (Hrsg.), 2009: Eisengehalt von Fleisch . Ermittlung des Eisengehalts im Fleisch verschiedener Tierarten. In: Schriftenreihe des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Heft 35/2009. Dresden, 27 S.
Thomas, David, 2007: The mineral depletion of foods available to us as a nation (1940–2002) - A review of the 6th edition of McCance and Widdowson. In: Nutrition and Health, Vol. 19. A B Academic Publishers: Great Britian, pp. 21-55.
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Um deiner Frage vielleicht gerecht zu werden, habe ich den Blogeintrag erweitert.
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Oh, vielen Dank.
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das defizit muss gründe haben, lieber merdeister. also nicht schweinehälften kaufen und verbraten, auch nägel kauen, sondern ursachenforschung betreiben. zumindest fordern.
die vermutung liegt ziemlich nah, dass die physiologischen veränderungen mit der massentierhaltung zu tun haben. wenn ich mich nicht sehr täusche, wurde und wird weißes fleisch bevorzugt (von der mehrheit der konsumenten) nachgefragt. die verblassenden nutztiere verleichen wahrscheinlich bei lebendigem leibe, denn leben kann man das dahinvegetieren bis zur schlachtung ja nicht nennen. |
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Ein Gedanke fiel mir grad spontan ein: Als zu Beginn der neunziger Jahre diese BSE-Geschichte aktuell war, fand ich es in meinem Prä-Teenagerköpfchen sehr logisch, dass Tiere, die eigentlich Pflanzen essen, aber mit zu Mehl verarbeiteten anderen Tieren gefüttert werden, das nicht vertragen können.
"Beim Käse waren es 53, Milchprodukte verloren 83 % an Eisen. Gemüse und Obst hingegen büßten jeweils circa 25 % ihres Eisengehalts ein." Ist Käse nicht irgendwie auch ein Milchprodukt? "die vermutung liegt ziemlich nah, dass die physiologischen veränderungen mit der massentierhaltung zu tun haben." Ich finde das schlüssig, könnte es aber nicht belegen. Nur: wie die Massentierhaltung mit dem Eisenverlust bei Obst und Gemüse zusammenhängt, müssen Sie mir mal erklären ;-) |
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Richtig. Käse zählt auch zu den Milchprodukten. Danke für den Hinweis. Ich habe es geändert.
Die Ursachen der Eisenverluste wurden in den Studien nicht untersucht. Den Eisenverlust beim Obst und Gemüse kann ich mir nur mit der in den letzten Jahrzehnten stark industrialisierten und intensivierten Landwirtschaft (also Pflanzenbau und Viehwirtschaft allgemein) erklären. |
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Die Ergebnisse sehe ich erst mal nicht zwingend im Zusammenhang mit Massentierhaltung. Mal sehen, ob die Ergebnisse bestätigt werden und ob es eine andere Erklärung für die Ergebnisse gibt als: Früher war alles besser.
Was nicht heißt, ich würde Massentierhaltung irgendwie unterstützen oder schönreden wollen. Auf eine Erklärung bin ich wirklich gespannt. |
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Diese Ergebnisse sind bereits eine Bestätigung früherer Studien. "1999 veröffentlichte die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) Ergebnisse von Untersuchungen zum Eisengehalt in Schweinefleisch. Die von der TLL [19] ermittelten Eisengehalte liegen deutlich niedriger (um 30 – 75 %) als die in der Fachliteratur angegebenen Werte" (LfULG 2009: 4).
Außerdem "ist festzustellen, dass seit 1979 der Eisengehalt im Schweinefleisch abgenommen hat. Dieser Trend wird durch eine Pressemitteilung vom 21.07.2006 des Forschungsinstitutes für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN) in Dummerstorf über Untersuchungsergebnisse zum Eisengehalt von typisch deutschen Schweinerassen bestätigt. Im Schweinefleisch wurden Eisengehalte gemessen, die 60 – 65 % unterhalb der in Nährwerttabellen angegebenen Werte liegen [25]" (LfULG 2009: 5). Zu deinem Einwand "Früher war alles besser": Sicherlich war früher nicht ALLES besser. Aber die Intensivierung der Landwirtschaft brachte eben AUCH Nachteile mit sich. Die Eisenverluste KÖNNTEN ein Nachteil davon sein. |
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Gab es nicht mal bei Spinat diesen ominösen Rechenfehler, der zur Folge hatte, dass Millionen von Kindern gezwungen wurden ihn zu essen?
Nicht gegen Spinat: ich steh drauf! Aber vielleicht gab es noch mehr Probleme mit den Rechenmaschinen, als die Eisenwerte anderer -ähm- Lebensmittel (Nicht das Schwein, oder Rind, sondern Schnitzel oder Steak) gemessen wurden... Nur so als Vorschlag. Ansonsten bin ich dafür, dass die Massentierhaltung schuldig ist. Im Kleinen. Im Großen natürlich: das System, wer sonst? |
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Soweit ich weiß, war es kein Rechenfehler, sondern ein Tippfehler einer Assistentin. Sie hat schlicht das Komma vergessen...
Kann ja mal passieren :) Wer oder was ist denn das System für dich luzieh.fair? |
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Im Blut wird ja noch immer reichlich Eisen enthalten sein.
Vielleicht gibts jetzt ja sowas wie einen Blutwurst-Hype. |
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Nach meinen Berechnungen, unter Verwendung der LfULG-Studie, dürfte Blutwurst heute einen Eisengehalt von ungefähr 4,3 mg/100g haben. Denn meines Wissens besteht sie vor allem aus dem Blut und anderen Bestandteilen des Schweins, bei dem ein Verlust von mehr als 75 % des Eisengehalts festgestellt wurde. Dieser Eisengehalt ist also verhältnismäßig hoch. Ähnlich müsste es bei der Schweineleber sei.
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Nach meinen Berechnungen, unter Verwendung der LfULG-Studie, dürfte Blutwurst heute einen Eisengehalt von ungefähr 4,3 mg/100g haben. Denn meines Wissens besteht sie vor allem aus dem Blut und anderen Bestandteilen des Schweins, bei dem ein Verlust von mehr als 75 % des Eisengehalts festgestellt wurde. Dieser Eisengehalt ist also verhältnismäßig hoch. Ähnlich müsste es bei der Schweineleber sein.
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"Eines jedenfalls steht fest. Eisen ist ein unerlässliches Spurenelement für den Menschen. Frauen benötigen ungefähr 15 mg Eisen am Tag, und Männer 10. Der Unterschied ergibt sich aus den Blutverlusten während der Menstruation." Und was ist mit den Eisenverlusten nach Ejakulationen? onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1439-0272.1971.tb01142.x/abstract Ach so, und noch ein Hinweis: Fruktose ist ganz wichtig für Spermien :-) Oder wie wäre es mit einem neuen Geschäftsmodell? Die Massai oder Watussi geben ihren Kindern gleich original Rinderblut zu trinken. Milch gilt dort als Nahrungsmittel für Kälber. Und. Wie komme ich jetzt auf den Begriff Eisenschwein? |
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schrieb am
24.04.2011 um 12:14
>>Und was ist mit den Eisenverlusten nach Ejakulationen?<<
Ah, eine neue Erkenntnis. Sollten wir jeden Tag ein Gläschen Sperma trinken, um dem Eisenmangel vorzubeugen? :-) |
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"Und was ist mit den Eisenverlusten nach Ejakulationen?"
Daher stammt also der Ausdruck "Mit eiserner Hand regieren." So hatte ich das bis jetzt noch nicht gesehen. |
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"Eine Ausscheidung von Eisen erfolgt über abgeschilferte Zellen der Darmschleimhaut, Schweiß, abgeschnittene Haare, Finger- und Fußnägel sowie bei Frauen zusätzlich über die Regelblutung." (LfULG 2009: 2).
Aber die Theorie mit den Eisenverlusten durch Ejakulation ist auch interessant :) |
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@ claudia
Es gibt Untersuchungen, die beschreiben, dass der, naja Verdauungsprozess von Ejakulaten zu Stimmungserhellungen bei Frauen führt. Wie das bei Männern ist, weiß ich nicht. Eigentlich soll Sex Spaß bereiten, und keine Kopfschmerzen über Folgen und chemische Zusammensetzungen. Wenn man bedenkt, wieviele Trilliarden Spermien umsonst produziert werden, dann ist das eine komische Form der Überflussgesellschaft. |
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aber, lieber luggi, nu wirf doch nicht gleich alles durcheinander, wie das so beim fleißigen graben und wühlen schon mal passiert.
nicht die kapitalistische wirtschaftsweise produziert die überschüsse, vielmehr tut das die natur. siehe die vergilbung der autos unterm blütenstaub. kapitalistische produktion ist schlicht natürlich. die überschüssigen kirsch- und apfelblüten sind allerdings künstlich angezüchtet. die fallen nur auf und ab. wie werbeflyer. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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