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Blog von d353rt

03.01.2012 | 13:47

Der Anfang vom Ende von Herrn Sebastian Nerz (Piratenpartei)

 

Die erste Woche des Jahres 2012 ist nicht einmal vorbei, schon gibt es guten Kandidaten für den Polit-Idioten des Jahres. Diese Einschätzung beruht auf zwei Presseartikeln der letzten Tage, bei Welt.de und Golem.de (Quelle: pnp.de)

 

Zunächst mal möchte man an dieser Stelle von der Tatsache absehen, dass der politische Ehrgeiz von Herrn Nerz seinen ersten wichtigen Ertrag in einer 8-jährigen CDU-Mitgliedschaft einsammeln konnte. Das Nacheifern einer verfassungsfeindlichen Gruppierung im Alter von 18 Jahren darf unter „jugendlichen Leichtsinn“ gepaart mit Naivität abgetan werden.

Heute, ca. 10 Jahre später, ist Herr Nerz seit ca. 2 Jahren Mitglied der Piratenpartei, man darf sich folgender Texte erfreuen: www.piratenpartei.de/node/1515/59575 .

Doch sieht man sich gerade bei diesem Beispiel dazu geneigt zu fragen, ob die SPD wirklich die treibende Kraft hinter der „Totalüberwachung“ sei. Ein schneller Blick, z.B. auf die Besetzung des Bundesministeriums des Innern zeigt da ein recht anderes Bild, es erinnert Einen mehr an den Anblick eines bewölken Himmels bei Nacht. Hinter der Aussage von Herrn Nerz scheint ein recht klares System zu stecken.

 

Der erste Fall ist noch recht harmlos:

Bezug nehmend auf einen Artikel der Welt.de www.welt.de/regionales/berlin/article13786534/Piratenpartei-zweifelt-an-Hacker-Gruppe-Anonymous.html fällt es nicht schwer, auf gewisse Problematik solcher „politisch korrekten“ Aussagen hinzuweisen.

Die Welt.de schreibt, wie folgt: „Er (Nerz) kritisierte die jüngste Anonymous-Attacke auf eine amerikanische Sicherheitsfirma, bei der nach Angaben der Hackergruppe auch Kreditkartendaten gestohlen wurden. <Das ist Diebstahl.  Das halte ich persönlich nicht mehr für jugendlichen Leichtsinn>

Im konservativen Sinne der medialen Funktionalität könnte man diese Aussage bestenfalls als einen schwachen Versuch der Beschwichtigung verstehen. Dem Verständnis der medialen Verantwortung und der von der Piratenpartei propagierten Werte der Transparenz wurde jedoch ein Schlag unter der Gürtellinie verpasst. Man darf davon ausgehen, dass Herr Nerz nicht genau wusste, wofür Unternehmen wie Stratfor www.stratfor.com stehen.  Eine generelle Pauschalisierung der Aktionen von Anonymous als eine Reihe von kriminellen Aktionen gleicht jedoch einem Kursverlust. Auch auf dem politischen Parkett, ist ein Mindestmass am Vermögen zwischen „Protest“ und „Diebstahl“ zu differenzieren, gefragt.  

Vor Allem, wenn man nicht weißt, wovon man redet.

 

Der zweite Fall ist jedoch von einem anderen Kaliber:

„Koalition mit der FDP“, www.golem.de/1201/88737.html

Nerz wird wie folgt, zitiert: "Meine Traumkonstellation wäre immer eine Koalition mit Grünen und FDP.

Nun, nachdem die erste Phase des Entsetzens und Sprachlosigkeit überstanden ist, fällt auch die nachfolgende Analyse dieser Aussage katastrophal aus.

Nicht nur, dass hier eine Möglichkeit der Koalition mit der destruktivsten Partei Deutschlands in den letzten 30 Jahren (FDP) in Betracht gezogen wird, nein, es wird noch schön nach dem Vorbild der CDU die Zusammenarbeit mit der Linke von Vorne aus ausgeschlossen. Eine Erklärung scheint da nicht notwendig zu sein, woher kennen wir denn bloß solches Verhalten?

Also noch mal: Koalition mit der FDP, die Linke wird ignoriert (pnp.de).

Das liest sich wie ein 4 Jahre altes Handbuch eines CDU-Neulings. Es wäre auch nicht verwunderlich, wenn dieses Jahr auf wundersame Art und Weise die Kontroversen bzgl. innerer Sicherheit mit der CDU zu einem „Konsens“ führen würden.

 

Es steht außer Frage, dass Herr Nerz so schnell wie möglich abgelöst werden sollte, bevor er der Partei noch größeren Schaden zufügt. Die Piratenpartei muss sich erneut ernsthaft mit der Frage beschäftigen, ob ein Mitglied, der nur deswegen aus der CDU ausgetreten ist, weil es dort die Wahlen nicht gewonnen hat, wirklich der richtige Kandidat sei. Ihn zu unterstellen, dass er mit dieser Politik an einer möglichen Rückkehr zur CDU arbeitet, wäre wohl zu weit gegriffen, nichtsdestotrotz, der faule Gestank des schwarzen Teers überragt den Rest.

 

 
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Kommentare
Vaustein schrieb am 03.01.2012 um 17:22
In dem Zusammenhang verweise ich auf den Beitrag von Jacob Jung:
www.freitag.de/community/blogs/aredlin/sebastian-nerz-zerlegt-die-piraten
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tlacuache hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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