DagmarSchatz

Dieses und Jenes.

01.02.2012 | 03:17

Die Symbolik der Tierschwänze - Teil 1

Der Schamanismus ist das älteste Heilsystem der Menschheit und das heute noch am weitesten verbreitete. Schamanen, die heilkundigen ,, Hexen" Europas, M edizinmänner/frauen Afrikas, Asiens, Ozeaniens und Amerikas waren und sind Arzt, Priester und Seelenführer ihres Stammes. Ganzheitliche Heilverfahren bilden die Basis für viele andere
Heilsysteme wie die chinesische Medizin, Galens 4-Säfte-Lehre  und anderes, was auch in die islamische Medizin integriert wurde. Der Lehr- und Ausbildungsweg des Schamanen ist ein spiritueller und entspricht in Vielem z.B. dem Sufi-Weg und viele Sufi-Orden. Vieles davon ist bis heute auch in den islamischen Ländern Mittelasiens wirksam wie beispielsweise die Symbolik der Tierschwänze.

AliRamitani



Tierschwänze symbolisieren die Krafttiere. die die Schamanen anrufen konnten und die zugleich die Krafttiere des Stammes oder Clans waren - am bekanntesten ist der (Graue Wolf), den im deutschen oder englischen Familliennamen  Wolf(f), englisch Woolf, russisch ´“Wolkow“, spanisch „Lopez“ und ungarisch „Farkas“ überlebt hat, doch es gibt auch andere Tiere, die sich als Totems eigneten.

Deswegen führte Dschingis Chan die Feldzeichen mit Yakschwänzen ein und an der Anzahl der angebrachten Yakschwanzpaare sah man den Rang des Heerführers.

220px-Schellenbaum_Bundeswehr Bei den Osmanen wurden Roßschweife an die Feldzeichen angebracht Dies ist die   „Weiterentwicklung" der archaischen Sitte des Verspeisens der Hoden eines erlegten Tieres mit dem Ziel, sich dessen Potenz und Lebenskraft anzueignen und die Möglichkeit der Wiederauferstehung zu fördern.Die Anzahl der Roßhaarschweife im Osmanenreich war genau festgelegl (2x) vier  Schweife standen nur dem Herrscher zu, (2xdrei Schweife dem Großwsir, (2 ein Schweif den Wesiren. Die Generäle (Paschras) wurden unterschieden nach) ein schweif, zweischweif-, dreischweif-Paschas. Die moderne Entsprechung wären die Schellenbäume der Militärmusiker, die und die  abgestuften Generalsränge, die man an den Sternen auf der Schulter ablesen kann.
Da manche Sufi-Orden auch militärisch eingebunden waren, war auch für sie ein militärischer Dienstgrad definiert und in Zentralasien war das ähnlich. Dort habe ich die Fotos gemacht.

Es gibt viele Gschichten über Tierschwänze, im  folgenden werden die Traditionen in Tuva dokumentiert, diemitdenen Zentralasien s türkisch-schamanistische Wurzeln gemeinsam haben dürften. Die Geschichten hat mir  1997Professor Mongusch Kenan-Lopsin, Präsident der Schamanischen Gesellschaft "Dungar" und Leiter des Museums in Kyzyl, freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Die Republik Tuva am Oberen Jenissei {Zentralsibirien) hat 189..ooo Einwohner. Die Tuvinier sind ein Turkvolk, ihre Religion ist der Tibetische Buddhismus oder der Schamanismus. In der Mongolei lebt ebenfalls eine beträchtliche Tuvinische Minderheit:

Der Schwanz des Rentieres. Ich wurde in Todja geboren. Meine Eitern waren Nomaden und )äger. Unsere Leute können aus dern Schwanz des Rentieres das Wetter vorhersagen. Sie können vorhersagen, ob es schneien oder stürmen wird, oder ob es schön wird. Die geheime Gabe des Rentieres ist sein Schwanz.
Erzählt von Dozar Chondanowa, 1883 in En-Sung, Distrikt Todja, geboren. Aufgeschrieben am 5. Sept 1973 in Iy, Distrikt Todja.

Scheich Baba_Sammasi02Der Kuhschwanz: Die Kuh ist ein Haustier mit kaltem Atem. Sie ist loyal zu ihrem Haushalt. Ihr Gang ist hölzern und sie hat einen knochigen Schwanz. Wenn sie sich weigert, ihr neugeborenes Kalb anzunehmen, muß man, um ihre Meinung zu ändern, einfach ihren Schwanz hrumdrehen. Im Alltag kann man ihren Schwanz zum Abtrocknen benutzen.
Erzählt von Chanzaan-ool Bulunmajewitsch Kuular – 1. Februar 1901 – 15. September 1975, Aufgeschrieben am 15. Juni 1975 in Chyraa-Bazi, Distrikt Dzun Khemchik.

Der Kamelschwanz: Von allen Haustieren ist das Kamel das größte, doch sein Schwanz ist kurz. Glaubt man tuvinischen Legenden, dann war dem nicht immer so; früher reichten die Kamelschwänze bis auf die Erde. Die Tuvinier nahmen Kamelschwänze niemals besonders wichtig.

Erzählt von Orus Dongur-oolowitsch Kuulo, 1912-1992, aufgeschrieben am 1. Juli 1989 im Museum von Kyzyl.

Weitere Gschichten folgen  im zweiten Teil.

 
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Kommentare
thinktankgirl schrieb am 01.02.2012 um 13:22
Interessant!

Und welche schamanische Kraft entwickeln diese Schweife unterm Bundesadler? *grin
DagmarSchatz schrieb am 01.02.2012 um 13:32
Du meinst, die Schwanzfedern? Das zu beantwortn ist ganz einfach: stell Dir unsere Frau Kanzlerin, Rösler oder Niebel mit Schwanzfeder im Haar vor. Aber bite anstrengen! Dann weisst Du es! *zurückgrinz*
thinktankgirl schrieb am 01.02.2012 um 13:51
Nee, ich dachte eigentlich an diese schwarz-rot-goldenen Schweife an dem silbernen Tschingderrassabum.
DagmarSchatz schrieb am 01.02.2012 um 13:53
Achso. Ich glaub, keine, die sind nämlich aus Plastik. :-))
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