DagmarSchatz

Dieses und Jenes.

24.01.2012 | 00:47

Eine Woche in Dubai - Teil 1

Burj al-arab

Ich freue mich, Euch an meiner Dubai-Reise die ich im Dezember  unternommen habe, teilhaben zu lassen. Die war zwar kurz aber sehr eindrucksvoll.

Das Foto vom Burj al-Arab ist übrigens nicht gephotoshopped.

Ich war mit einer Freundin eine Woche da. Ich hätte mich eigentlich besser vorbereiten sollen, aber so habe ich mit nur zwei Reiseführer gekauft: Spirallo und Lonely Planet. Mehr muss aber wirklich nicht sein: irgendein CEO eines Reiseunternehmens hat mal gesagt, dass eine Urlaubsreise keine Landung in der Normandie sei.

Wo man seinen Reiseführer her bekommt, ist eigentlich egal, nur sollte es einer sein, der die gesamten Emirate abdeckt – als wir nämlich nach Abu Dhabi gefahren sind, habe ich am Busbahnhof gerade mal einen Stadtplan ergattert.

 

Man bekommt die ganz andere Atmosphäre mit. Den Unterschied kann man mit dem nebenstehenden Bild von den zwei Stewardessen illustrieren; es geht um die Beteiligung der Abu-Dhabi-Fluglinie „Ettihad Airways“ an Air Berlin: in den Gulf News kamen nur optimistische Berichte: man könne den Kunden jetzt ein noch besseres Netz bieten und ausserdem mehr Kohle machen.

(„James Hogan, CEO von Etihad, bezeichnete die Vereinbarung als eine der wichtigsten in der Fluggesellschaft. Er meinte: „Diese neue Partnerschaft vergrößert die Reichweite unseres Streckennetzes, gibt uns Zugang zu weiteren 33 Millionen Passagieren und bietet die Möglichkeit für globales Wachstum. Durch airberlin eröffnet sich uns ein breiter und komplementärer europäischer Markt mit ausgezeichneten Anbindungsoptionen für die Kunden beider Fluggesellschaften.“)

Muß einem nicht gefallen, was einem aber noch weniger gefallen kann, ist, wie das in Deutschland kommuniziert wurde: fast ausschließlich unter dem Aspekt, dass Air Berlin so erstmal vor dem Untergang gerettet werde. Spiegel und PI-news nehmen sich da nix: nur Gejammer. „Schwerreiche Araber“, „schariakonforme Flüge..“. Und das würde bestimmt böse ausgehen.

Was mir im Hotel und auch sonstwie aufgefallen ist: die Sauberkeit! Ich habe mir wirklich überlegt, mal das Flughafenklo von Dubai und das von München zu fotografieren – dann wäre ohne Worte klargeworden, was ich meine. Hier schiebe ich mal ein, dass mein erster Schritt auf dem Weg zum Islam damit begann: als ich mich, als Assistenzärztin auf der gynakologisch-geburtshilflichen Abteilung eines Krankenhauses im Ruhrgebiet damit auseinanderzusetzen hatte, dass einige deutsche Wöchnerinnen sich beschwert hatten, die Türkinnen würden sich zu oft waschen. Kennt jemand die Geschichte von dem Emir im Heiligen Land zur Zeit der Kreuzritter, der einem Freund auf die Frage, wie die Kreuzritter den so drauf sein, schrieb, das seien eigentlich ganz nette Kerle, bloß ziemlich unzivilisiert: mit der Hygiene hätten sie es nicht so, die stänken alle wie die Ottern. Und in Europa forderten die Pestepidemien unter den Juden auch weniger Todesopfer, denn die waren auch sauberer als Christen. Die Christen machten allerdings böse Taten dafür verantwortlich, was zu schlimmen Pogromen führte. Nun ja, ich will mich nicht verplaudern...

Eine Innovation fiel mir – verfressen wie ich bin – besonders auf: Kamelmilchschokolade!

alnassimaFinde ich wirklich cool. Wie das von einer Schweizerin betriebene Blog „Hallo Dubai“ - www.hallodubai.com/mmmh-kamilka/ berichtet, waren die Pläne schon 2005 weit fortgeschritten – und 2010 kam die „Schoggi“ dann  auf den Markt: Wobei die Blogbetreiberin natürlich bedauert, dass keine Schweizer Schokoladenfirma auf die Idee gekommen ist. :-) Wobei ich mir's verkneifen muss, Kamelmilch hat einen recht hohen Laktosegehalt. Diese Schokolade gibt es nicht nur als profane Tafeln, sondern auch als Figürchen und Pralinen. - Wenn man denn möchte, kann man in Dubai ziemlich viel Geld loswerden. Sehr viele Leute waren begeistert von der Dubai-Mall, einem Einkaufszentrum mit 2000 (!) Geschäften, praktischerweise in ziemlicher Nähe des Burj Khalifa, damit man, wenn man einen Blick auf den geschmissen hatte, gleich in die Mall quasi hineinfiel.

 

 

Dubai mall

 

Wenn man die Dubai-Wasserspiele sehen wollte, hatte man die Mall quasi „im Rücken“. In der Mall gibt es eine Eisbahn und ein riesiges Aquarium. Malls gibt es aber noch mehr (die ich mir allerdings geschenkt habe), und das, was man da kaufen kann, ist nicht unbedingt preiswerter als hier. Ersatz-Schnürsenkel für meine Joggingschuhe habe ich allerdings vergebens gesucht...

 

Schweinefleisch

 

Eine andere Freundin von mir meint, in Dubai wäre schon zu Zeiten der Keilschrifttäfelchen ein Handelsplatz gewesen, was sich eben halt immer noch bemerkbar mache. Vermutlich hat deswegen auch niemand Schwierigkeiten damit, dass in Supermärkten nicht nur Weihnachtsbaumschmuck, sondern auch Schweinernes – für Nicht-Muslime – verkauft wird. Ich nehme an, dass das sicher von Europäern, Amerikanern und Australiern nachgefragt wird, die sich so gegen die Islamisierung wappnen (ironiemodus off).

Wird fortgesetzt

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Zeitleser schrieb am 24.01.2012 um 22:30
Wie gesagt: Ihr Leser. Aber ehrlich gesagt, nach Dubai da zieht mich nichts hin, seitdem einer mir sagte, da kriegste Gold und Diamanten billiger - ich brauch weder das eine noch das andere. Aber ich weiß: Von der Ferne beurteilt man jedes Land falsch. Ich bin mal - fast gezwungen-beruflichermaßen - in Japan vom Himmel gefallen und es war am Ende der positive Kulturschock.

Früher dachte ich im Schwarzwald ist es am schönsten und jetzt wieder. Aber im Sommer - da zieht es mich in die Yorkshire Dales und zu den Bronte-Sisters.
DagmarSchatz
Das ultimative Auskunftsblog über Gewichtsprobleme, Islamismus und die Welt im Allgemeinen.
Mitglied seit:
22.01.2012
Zuletzt aktiv:
24.05.2012
Status:
Bloggerin
Aktivität:
Beiträge: 23
Kommentare: 130
Logbuch
07:08
h.yuren hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:56
tlacuache hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:43
Hans Shan hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:37
Hans Shan hat gerade einen Kommentar geschrieben.
06:14
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG