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Mit Recht ist Thilo Sarrazin stolz auf seine hugenottischen Vorfahren. Sie kamen aus Burgund, wo sie im katholischen Frankreich wegen ihres evangelischen Glaubens verfolgt wurden. Über Genf flüchteten sie nach Westfalen. Viele dieser Hugenotten waren gut ausgebildet und sorgten in ihrer neuen Heimat für wirtschaftlichen Aufschwung.
Thilo Sarrazin kam im Februar 1945 auf die Welt. Sein Vater war Arzt und mit der Tochter eines westpreußischen Gutsbesitzers verheiratet. Vielleicht war die Familie auf der Flucht, weil der Junge in Gera geboren wurde. In Recklinghausen wuchs Er mit einer Schwester und zwei Brüdern auf.
Flüchtlinge waren auch im westlichen Teil Deutschlands selten willkommen. Im Dinkelsbühl, meiner fränkischen Heimat, wurde ich als Kind losgeschickt, wenn das Sterbeglöckchen zu hören war. Ich musste den Messner nach den Namen des Toten fragen. Manchmal brummte er: "Nur ein Flüchtling!"
Bildungsbürger alter Schule
Thilo Sarrazin und ich besuchten ein humanistisches Gymnasium. Wir paukten lateinische Vokabeln. Ich kann Teile von Homers "Odysse" in Alt-Griechisch aufsagen. Erst als dritte Sprache büffelten wir Englisch. Sommer 1965 erhielten wir unser Reifezeugnis.
Während ich den Kriegsdienst verweigerte, absolvierte Thilo Sarrazin einen zweijährigen Wehrdienst. 1967, als wir im Hofgarten gegen die drohenden Notstandsgesetze demonstrierten, immatrikulierte er sich an der Bonner Universität als Student der Volkswirtschaftslehre. 1971 schloss er das Studium mit dem Diplom ab. Die nächsten zwei Jahre war er Assistent am Institut für Industrie- und Verkehrspolitik.
Beide waren wir aus Sympathie für Willy Brandt in die SPD eingetreten.
Eine aufregende Zeit
Ich wechselte Ostern 1968 von Münster an die Freie Universität in Westberlin. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke stand der Campus unter Schock. Noch gab es an der Philosophischen Fakultät keine Möglichkeit, ein Diplom zu machen. Ich beendete mein Studium der Erziehungswissenschaften mit einer Magisterarbeit. Anschließend erlaubte mir ein Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in Ruhe meine Doktorarbeit zu schreiben. Auch ich erhielt ein "magna cum laude". Doch bin ich mir sicher, dass Thilo Sarrazin in seine Arbeit "Ökonomie und Logik der historischen Erklärung" sehr viel mehr Fleiß und Wissen investiert hat als ich in die meine. Sie beschäftigte sich mit der Frage, warum wir in der gewerkschaftlichen Jugendarbeit mit unserem antiautoritären Ansatz gescheitert waren. Wir ermunterten auf unseren Kursen für im Betrieb gewählte Jugendfunktionäre, offen von ihren Autoritätskonflikten und sexuellen Problemen zu sprechen. Viele fanden das so spannend, dass sie den Betrieb verließen und auch Erzieher oder Pädagoge werden wollten. Die Marxisten in der Gewerkschaft, denen wir Antiautoritären von Anfang an unheimlich waren, verlangten deshalb eine Rückkehr zur früheren Bildungsarbeit. Die Jugendfunktionäre sollten wieder marxistisch geschult werden.
Ein rasanter Aufstieg
Während ich mich mit meinem pädagogischen Scheitern beschäftigte, begann Thilo Sarrazin eine eindrucksvolle Karriere. Im November 1973 hatte ihn die Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn als wissenschaftlichen Mitarbeiter angestellt. Seine Intelligenz und sein eminenter Fleiß sprachen sich schnell herum. Schon nach einem Jahr wurde er als Referent in das Bundesfinanzministerium geholt. Sommer 1977 schickte man ihn für ein halbes Jahr nach Washington zum Internationalen Währungsfond (IWF).Ein Jahr später war er bereits Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit- und Sozialordnung. Drei Jahre später erinnerte man sich im Finanzministerium an das Zahlengenie und machte ihn dort nach kurzer Zeit zum Leiter des Ministerbüros.
Auch nach dem Ende der Sozial-Liberalen Koalition verblieb Sarrazin als Referatsleiter im Finanzministerium. Sein neuer Chef Theo Weigel schätzte den akribischen Rechner, der auch belächelt wurde, wenn er Eigenverantwortung predigte. Ohne Erfolg schlug er immer wieder vor, das Steuerrecht einschneidend zu vereinfachen. 1990 wurde er beauftragt, die Recht- und Fachaufsicht für die geplante Treuhand auszuarbeiten.
Zwischen Sozis und Konservativen
Mai 1991 holte ihn Ministerpräsident Rudolf Scharping als Staatssekretär in das rheinland-pfälzische Finanzministerium. Seine mutige Sanierung der öffentlichen Verwaltung brachte ihm viel Lob ein. In Scharpings Kreativitätsteam hatte er ein gewichtiges Wort mitzureden. Auch in dem Solidaritätspakts mit den neuen Bundesländern lässt sich seine Handschrift finden.
Als sich die Hoffnungsträger der SPD Scharping, Schröder und Lafontaine gegenseitig das Leben schwer machten, folgte er 1997 gerne Theo Waigels Einladung, zurück in das Finanzministerium zu kommen. Sein neuer, alter Chef übertrug ihm die Leitung der Bundeseigenen Treuhandliegenschaftsgesellschaft, die die volkseigenen Immobilien zu privatisieren hatte.
Erste subversive Erfolge der Wirtschaft
In den achtziger Jahren wurden die Bertelmann-Stiftung und der Arbeitskreis "Neue soziale Marktwirtschaft" gegründet. Sie sollten das Selbstvertrauen der Politiker erschüttern und für neoliberale Vorstellungen werben. Von ihrer Zersetzungsarbeit profitierte auch die Opposition. Endlich gelang es, die schwarz-gelbe Regierung unter Helmut Kohl abzulösen.
Der Sieger, Gerhard Schröder, genoss es, als Kanzler der Bosse wahrgenommen zu werden. Seine Regierung griff die Forderungen der Wirtschaft nach Liberalisierung, Deregulierung und Einschnitte im Sozialhaushalt auf. Schröders nicht abgesprochene Profilierungsmasche ärgerte seinen Finanzminister Oskar Lafontaine, der sein Amt nach kurzer Zeit hinwarf. Erfreulicherweise war eben erst der Hessische Ministerpräsident Hans Eichel abgewählt worden, der das undankbare Amt übernahm.
Sein Staatssekretär legte sich mit den Treuhand-Chefs an und kritisierte dessen Verkaufsstrategie. Sarrazin ließ sich das natürlich nicht bieten und schlug zurück. der Minister unterstützte seinen erbosten Staatssekretär. Sarrazins Vertrag wurde nicht verlängert.
Ein neues Amt und ein neuer (intim-)Feind
Sarrazin wurde zum Leiter der Konzernrevision der Deutschen Bahn AG ernannt. Dezember 2000 berief ihn Bahnchef Hartmut Mehdorn in den Vorstand. Er war zuständig für die Infrastruktur und die Sanierung des Schienennetzes. Schon bald kam es zwischen dem fachlich exzellenten, aber eigensinnigen Mitarbeiter und seinem autoritärem Chef zu harten Auseinandersetzungen. Sarrazin kritisierte die Verwendung der Bundesmittel und Mehdorns ehrgeizige Großprojekte. Bereits nach einem Jahr verließ er die Deutsche Bahn AG. In den folgenden Jahren begleitete er das Management seines Intimfeindes und dessen Pläne einer Teilprivatisierung mit Spott und Hohn.
Ein erfolgreicher Sanierer
Seit Westberlin sich als "Schaufenster der Freien Welt" verstand, hatte sich dieser Teil der Stadt daran gewöhnt, auf Pump zu leben und vom Bund finanziert zu werden. Auf keine Stadt traf der in den siebziger Jahren populäre Witz mehr zu als auf Westberlin:
"Wo steht die deutsche Wirtschaft?"
"In Bonn und hält die Hand auf."
Erst die "Nestbeschmutzer" der Außerparlamentarischen Opposition (ApO) kritisierten diese Versorgungsmentalität und listeten in einer Broschüre alle Steuerprivilegien und unsinnigen Subventionen auf.
Als der Bundestag beschloss, von Bonn nach Berlin zu ziehen, rechneten alle Berliner Parteien mit einer weiteren hohen Subventionierung der Stadt. Als Thilo Sarrazin Januar 2002 gegen den Protest der SPD-Frauen das Amt des Finanzsenators in der Rot-Roten-Regierung übernahm, betrug der Schuldenberg 46 Mrd. Euro. Den Doppelhaushalt von 2003/2004 erklärte das Berliner Verfassungsgericht für nichtig, da die neu aufgenommenen Kredite höher waren als die Investitionen.
Dem ungeliebten Sanierer gelang es in seinen ersten zwei Amtsjahren, 600 Millionen Euro einzusparen. Der "Mann fürs Harte" setzte in der öffentlichen Verwaltung längere Arbeitszeiten durch, kürzte die Löhne und baute Stellen ab. Aber auch die Wirtschaft jammerte über den Subventionsabbau und über die Erhöhung der Gewerbesteuer. Gut verdienende Familien mussten für einen Kita-Platz mehr Geld zahlen. Alle in der Stadt beklagten die ansteigenden Preise im Öffentlichen Nahverkehr.
Nach der Neuwahl des Abgeordnetenhauses 2006 wurde der Minister mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Unter der konservativen Regierung hatte die Berliner Landesbank durch immer neue Finanzskandale für Schlagzeilen gesorgt. Sie war hochverschuldet und zu einem Sanierungsfall geworden. Dem Finanzminister gelang es, den 82-prozentigen Landesanteil für 5 Mrd. an den Sparkassen- und Giroverband zu verkaufen. Gleichzeitig setzte er im Kaufvertrag eine Arbeitsgarantie für die 7.500 Mitarbeiter durch.
Die Haushalte von 2007 und 2008 schlossen mit einem Überschuss.
Ein immer streitlustigerer Agent Provokateur
Der unentbehrliche, aber gleichzeitig unbeliebte Sparer setzte sich gegen eine Flut von Anzeigen, Verleumdungen und Anfeindungen zur Wehr. Der Angegriffene genoß sein schlechtes Image und schonte auch die eigenen Reihen nicht. Den Koalitionspartner PDS ärgerte er in einer Talk-Show mit dem Satz "Dumm, dümmer, PDS". Als die SPD-Spitze einen Mindestlohn von 7.50 Euro forderte, erklärte sich der Finanzsenator bereit, schon für 5 Euro die Stunde zu arbeiten.
Ein Münchner Altersheim belegte im Detail, dass es mit einem Tagessatz unter 4 Euro seine Bewohner gut und gesund ernähren kann. Begeistert bezog sich der Zahlenfetischist Sarrazin auf diese Berechnungen und nannte die Hartz-4-Empfänger "überversorgt".
Dem Regierenden Bürgermeister Wowereit blieb oft nichts anderes übrig, als die "politische Instinktlosigkeit" seines Ministers zu bedauern. In Anerkennung seiner Verdienste wählten ihn die Finanzminister 2008 zum Vorsitzenden der Finanzministerkonferenz. Im Frühjahr 2009 erklärte er seinen Rücktritt vom Amt und wurde im Mai auf Vorschlag der Regierungen von Berlin und Brandenburg in den Vorstand der Bundesbank gewählt. Er nutzte die neue Freiheit, die ihm ein sechsstelliges Gehalt sicherte, um sein Buch "Deutschland schafft sich ab" zu schreiben. Diesmal nahm er sich Türken und Araber vor, die ihn schon lange ein Dorn im Auge waren. Mit aufwendigen Zahlenmaterial versuchte er, eine mangelnde Integrationsbereitschaft nachzuweisen, und erklärte die hohen Schulabbrüche und die mangelnden Sprachkenntnisse mit minderer Intelligenz.
Als er in einer Diskussion auch noch ein "jüdisches Gen" ins Spiel brachte, widersprach ihm die ganze politische Klasse.
Wie die reichen ihr Gesicht wahren
Die negativen Schlagzeilen, für die sein neues Vorstandsmitglied sorgte, machten dem Vorsitzenden der Bundesbank Axel Weber zunehmend Angst. Er fürchtete um sein Ansehen im Ausland und sah mit Recht seinen geplanten Wechsel an die Spitze der Europäischen Bundesbank gefährdet. Zähneknirschend beschloss man, beim Bundespräsidenten die Abwahl Thilo Sarrazins zu beantragen. Gleichzeitig wusste jeder, dass der streitbare Kollege jahrelang vor dem Arbeitsgericht gegen seine Entlassung klagen würde.
In dieser heiklen Situation schaffte es der neue Bundespräsident Christian Wulf durch diskrete Verhandlungen, dass alle Beteiligten "ihr Gesicht wahren konnten". Der Vorstand der Bundesbank verzichtete auf den Rausschmiss. Thilo Sarrazin bat selbst um seine Entlassung und gab sich mit einem gekürzten Ruhegehalt von monatlich 10 000 Euro zufrieden.
Nach der neuesten Umfrage einer Versicherung macht inzwischen 64 Prozent der Bevölkerung der Gedanke an ihre wirtschaftliche Zukunft Angst. Keiner versteht, warum Sarrazin nach achtzehn Monaten (die er hauptsächlich für seine Agitationen genutzt hat) ein monatliches Ruhegehalt von 10.000 Euro (neben all seinen sonstigen Rentenansprüchen) erhält. Inmitten unserer Gesellschaft hat sich eine Parallelwelt etabliert, die in ihren Dienstwägen mit immer rasanterem Tempo ignorant an der Alltagswelt der Bevölkerung vorbeirauscht.
Ich beziehe eine Rente unter 300 Euro. Daran ist nicht die Gesellschaft schuld, sondern mein Zigeunerleben. Dank meines Blindengeldes bin ich noch immer ein reicher Mensch. Seit meine Augen immer schlechter wurden, bezog ich Hartz-4. In diesen achtzehn Jahren habe ich mir einen Rentenanspruch von monatlich 38 Euro erworben. Die Bundesregierung will diesen Rentenbeitrag für Hartz-4-Empfänger streichen. Diese Weigerung, weiter Verantwortung zu übernehmen, will man uns als "Sparen" verkaufen. Für die finanziellen Folgen dieser Verantwortungslosigkeit müssen die Kommunen aufkommen. Die Zahl der Menschen, die Grundsicherung beantragen müssen, wird weiter anwachsen.
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Danke. Sehr informativ. Gerne gelesen.
Sarrazin ist für mich kein erfolgreicher Mensch. Was Menschlichkeit ausmacht redet er mit angelesenem Halbwissen über Genetik und verschwurbelten Statistiken kaputt. Es hat bei der Treuhand viel angerichtet. Den Spekulanten zum Fraß vorgeworfen und mitgeholfen , die Produkte der DDR auch in Osteuropa unverkäflich zu machen. Sarazzin ist ein Mensch , aber zugleich in seinen menschen feindlichen Äußerungen auch ein Feind der Menschen, die nicht in sein Zahlenweltbild passen. Damit ist er gerade menschlich gesehen für mich eine Niete. |
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Mein erster Chef war eine menschliche Niete, aber eine fachliche Koryphäe. Von ihm haben viele "veschwurbeltes" Fachwissen gelernt, dass sie weitergebracht hat. Menschlich hat es sie ebenfalls bereichert, indem sie gelernt haben zu differenzieren und dass man nicht vom Privat- auf das Berufsleben schließen sollte sowie umgekehrt.
Was Menschlichkeit ausmacht reden viele mit einem Halbwissen über Beulen, die in Wirklichkeit Dellen - also das genaue Gegenteil - sind. Sarrazin hat bei den Genen eben die Anzahl verwechselt. Was weißt Du über jüdische Erbkrankheiten, Poor? |
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Und was weißt Du über "Jüdischstämmige", die an derartigen Krankheiten leiden? Und wie paßt das mit Sarrazins Aussagen zusammen?
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@NL
Über Erbkrankheiten weiss ich was, aber was soll das mit den jüdischen Erbkrankheiten? |
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@NL
Sarrazins Aussagen sind menschenfeindlich, besonders da wo er über Gene spricht. |
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@NL
"Was Menschlichkeit ausmacht reden viele mit einem Halbwissen über Beulen, die in Wirklichkeit Dellen - also das genaue Gegenteil - sind." Stimmt ja irgendwie, aber ich meine es ernst mit meiner Distanzierung von Sarazzin ! Mussmal drüber nachdenken, wie man das anders ausdrücken kann. |
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Ich danke auch für den Blog (auch wenn im Anfang ein, zwei Stilblüten drin enthalten sind ("Vielleicht war die Familie auf der Flucht, weil der Junge in Gera geboren wurde."... War Gera so schrecklich? :-))
Bei Genf klingelten meine Heimatgefühle, selbst wenn (mache mal eben ein neues Fass auf) dort der olle Calvin herrschte und hauste, mit seinem ollen Kismet ("Er ist der Muslim unter den Abendlaendern" sagte mal einer meiner Bekannten)(Ich mag die Katholen. Die sehen alles net so eng). Hat Sarrazin was aus Genf mitgenommen? Meines Erachtens schildert Schneider an seiner und Sarrazins Biographie in etwa die idealtypischen Gegensaetze von Lebensentwürfen in der zweiten Haelfte des vorigen Jahrhunderts. Und beide scheinen am Ende unzufrieden.... Nicklos gibt eine Stellungnahme dazu ab, die einen fast an gewisse Schreiberinnen der FC erinnert ("Mein erster Chef war eine menschliche Niete, aber eine fachliche Koryphäe. Von ihm haben viele 'veschwurbeltes' Fachwissen gelernt, dass sie weitergebracht hat. Menschlich hat es sie ebenfalls bereichert, indem sie gelernt haben zu differenzieren und dass man nicht vom Privat- auf das Berufsleben schließen sollte sowie umgekehrt.") (Ich behaupte damit net, dass es bei uns net auch menschliche UND fachliche Nieten gibt) (sowie natürlich auch doppelte Dellen) ("Klammer auf!" sagte der Arzt). "Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Ihr Community- und Moderatoren-Team des Freitag" |
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Dass Thilo Sarrazins Familie von "Westpreußen" auf der Flucht in den Westen war, schloss ich aus dem Hinweis, da seine Mutter die Tochter eines Preußischen Gutsherrenbesitzers gewesen ist. Im Gegensatz zu Ostpreußen ist der Begriff "Westpreußen" ein Kampfbegriff, der im 19. Jahrhundert mit seinem Germanisierungswahn erfunden wurde, um dieses Gebiet, in dem immer Deutsche und Slawen zusammengelebt haben, für Preußen zu beanspruchen. Um die Wende von 1944/1945 begann die Flucht aus Ostpreußen, der sich unterwegs immer mehr Menschen anschlossen.
Gera kenne ich nicht. Sicher ist es ein Ort, der Heimatgefühle vermitteln kann, wenn man dort aufwächst. Gruß Daniel |
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Es gibt ja immer eine Erklärung, warum Menschen sich so oder so verhalten, aber gibt´s auch einen Grund, Verhalten damit zu entschuldigen?
Mir hat der Blog sehr gefallen, weil ich doch zu gerne wissen wollte, welchen Weg dieser mir eigentlich garnicht so unsympathische Mensch hinter sich gebracht hat, und ja, hibou, ich stimme Deinem Kommentar absolut zu. Aber da Menschen im Allgemeinen scheitern, weil sie ihre Ziele immer alleine formulieren und diese nicht mit den Vorstellungen anderer kompatibel sind, empfehle ich doch, sein eigenes Unzufriedensein wie der Autor bei sich selbst zu suchen und nicht in der Gesellschaft als solcher. Das ist Sarrazins großer Fehler, denn ob er korrupt ist, kann ich nicht beurteilen, ich empfinde sein Gebelle als Hilflosigkeit gegenüber einer nichtversändlichen Welt. Dummheit hat soviele Facetten, wie es Menschen gibt Witzig finde ich übrigens, daß der Name Sarrazin aus dem Rhätikon stammt, einer Gegend in der sich im Mittelalter islamische Flüchtlinge aus dem heutigen Spanien angesiedelt hatten. |
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eben: die schaerfsten kritiker der elche......
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Die Vermutung, dass es sich auch bei mir um einen unzufriedenen Menschen handelt, trifft durchaus zu. Wenn man auf eine berufliche Karriere verzichtet, muss man sich ständig selbst die Anerkennung aussprechen und wenn der äußere Erfolg ausbleibt, ist das oft ein sehr kräftezehrendes und leidvolles Unterfangen. Andererseits erlebe ich so viele vereiste und erstarrte Menschen, die es zu etwas gebracht haben, dass ich dann fast wieder dankbar bin, mir mein wundes Herz bewahrt zu haben.
Gruß Daniel |
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Werner Gruber
Sarazin ist wohl gravierend mitverantworlich für den größten volkswirtschaftlichen Skandal der deutschen Geschichte: die Plünderung und den Ausverkauf der ehemaligen DDR und eine Zerstörung von Volksvermögen in der Dimension von: 1 Billion EUR . Da macht sich sogar die Finanz-Gesindel-Krise harmlos dagegen aus. Wie Sie selber schreiben wurde Sarazin 1990 beauftragt, die Recht- und Fachaufsicht für die geplante Treuhand auszuarbeiten. Er war im Finanzministerium neben Waigel für die Fachaufsicht der (Un)Treuhand zuständig. Der Bundesrechnungshof war ab 1990 mehrfach geradezu "entsetzt" über das, was die Treuhand produzierte, aber offentsichtlich machtlos dagegen: Die größt-vorstellbare Zerstörung von Volksvermögen und eine Schädigung des Gemeinwesens Gesamtdeutschlands über Generationen hinweg. Sehen Sie sich nur mal die (fast einzige) Dokumentation hierzu an: FRONTAL 21 Dokumentation: Die Treuhand und die Abwicklung der DDR "Ergebnis: ca. 8000 Betriebe wurden "abgewickelt". Der minimal-gerechnete Schaden 650 Milliarden EUR. Dazu kommen die 250 Milliarden EUR, die von der TREUHAND als SCHULDEN hinterlassen wurden." (Birgit Breuel sei dank, die hat auch die EXPO 2000 mit über 2 MILLARDEN EUR Schulden hinterlassen!) Die 100 Milliarden, die zu einer Billion fehlen bekommt man leicht zusammen, wenn man bedenkt, daß (fast) das ganze LAND DDR im Volksvermögen war, also jedes Grundstück, jede Wiese, die Städt, die Wälder usw. (Fast)Alles was an der ehem.DDR wertvoll war wurde verhöckert (an Reiche). (Fast)Alles was an der ehem.DDR Kosten verursacht hat nach der Wiedervereinigung, wie der Aufbau der Infrastruktur usw. wurde sozialisiert, d.h. das zahlt der Steuerzahler, besser bekannt unter der BÜRGE-R, der bürgt für die Schulden, die deswegen gemacht werden mußten bei Banken (das Geld der REICHEN liegt dort). Gehören diese Leute zu Deutschland ? Oder schweben die weit darüber ? Daß jemand (Privat) daran verdient hat sieht man an der überdurchschnittlichen Zunahme des Privatvermögens bei gleichzeitiger Zunahme der (Gemeinwesen) Staatsverschuldung gerade zwischen 1990 und 2000. (Quelle Statistisches Jahrbuch 2010 des Bundes/ja das ist das Buch, aus dem auch der Sarazin...) Ich persönlich konnte mich an dieser Bereicherung nicht beteiligen, da ich damals eher auf Sozialpädagogen-Tagungen war, wo weinende EX-DDR-SozialarbeiterInnen berichten mußten, wieviele Leute sie in der letzten Woche entlassen mußten. Die Motive Sarazin`s von diesem GIGA-Skandal abzulenken und damit sich aus der Verantwortung zu stehlen sind naheliegend und geradezu brilliant gelöst. Überhaupt ist es der Sport von Leuten dieser gesellschaftlichen Ebene sich mit Unsummen in der Tasche aus der Verantwortung zu "s t e h l e n". Dann noch die Frechheit zu besitzen, eine Gesellschaftsspaltungs-Kampagne dieses Ausmaßes anzuzetteln und sich daran persönlich zu bereichern! Wann wird bei uns jemand in den Knast gesperrt ? Übrigends ernähre ich mich bewußt mal diesen Monat nach der Sarazin-Methode (3,40 EUR für Nahrungmittel am Tag).TippToppTipp: 1 Flasche 100%iger Saft immer schön mit Leitungswasser verdünnen, so daß die Flasche für eine Woche reicht ! Dazu gehört es auch, daß die Bevölkerung durch permanente Angst-Kampagnen soweit eingeschüchtert und verwirrt ist, daß viele leicht darauf hereinfallen. Ich habe 1980/1981 noch bei Rita Süssmuth SozPäd studiert in Benediktbeuren, bevor sie ins Parla Ment gewählt wurde. In Ihrem Seminar hätte Herr Sarazijijnjin alt ausgesehen. Dort wäre er wieder heimgeschickt worden, mit besserem Quell- und Studienmaterial. Orwell hat in seiner (Horror-) Vision unterschätzt, wie raffiniert und subtil sich Unterdrückung im 21. Jahrhundert organisieren läßt. Da Jammern nach erschreckenden Recherchen nichts hilft bitte: Gründet Bürgerforen, recherchiert selber, denkt selber, komponiert Eure eigenen Lieder und träumt Eure eigenen Träume. Der Göttin zum Gruße,ein deutscher Komponist, gestern noch ein Junger Deutscher Komponist, heute schon im Vorruhestand ? NEIN !!! |
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Nachtrag von Werner Gruber:
ich hab es wohl nicht über`s Herz gebracht den Namen Sarrazin richtig zu schreiben. Vielleicht meine ich mit Sarazin eine andere Person ? Bitte keine unnötige weitere Konfusion im Lande. Gerechterweise muß hinzugefügt werden, daß der Herr S. in Sachen Plünderung der DDR nicht der Hauptakteur war. Das waren schon die ehrenhaften Herren Kohl und Waigel, in deren Legislaturperioden die Staatsverschuldung so gravierend zugenommen hat. Da könnte ich als Musiker oder Päd auch super regieren, jeder von Euch könnte es, mit Milliarden auf Pump läßt sich das Volk gut "unter-halten". |
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Nachtrag 2:
vgl. Blog-Beitrag zu Sarrazin und seine Rolle bei der Zerstörung von Volksvermögen der DDR und der ökonomischen Zukunftsfähigkeit Gesamtdeutschlands als florierendes Gemeinwesen: www.meinpolitikblog.de/2009/10/14/horst-khler-und-die-friedliche-revolution/ |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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