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"Einst zogen wir aus. Spähend, anfangs. Tastend, irrend. Zu suchen unter jedem Stein, hinter jeder Mauer, hinter den Kulissen. Wir gruben in mancherlei Seelen. Auch in Toten; um zu finden, das Lebendige.
Es gibt nichts richtiges im Falschen, sagte einmal ein kluger Mann. Es gibt jedoch Lebendiges unter der Kruste des Toten. Es versteckt sich in scheinbar Banalem. Kommt meist im bekannten Kostüm. Kaum aber, dass mensch sich längerer Beschäftigung mit ebensolchem hingibt, fängt es auch schon an in ihm zu glimmen, dieses Feuer, das – wenn richtig entfacht – alle Schlacke und gesellschaftliche Kruste zu verbrennen befähigt ist. Das Herz entflammt, verbindet sich ätherwerts mit der All-Liebe, stärkt Körper, Seele Geist und gibt dadurch die Möglichkeit, kleine Dinge im Leben selbst in die Hand zu nehmen…" weiterlesen
So lautet ein Auszug der vive!-Blog-Gedanken über die Richtung des vive!verlag. Eine Richtung, die so im Regal der Buchhandlungen nicht zu finden ist. Gemischtwarenladen ist das vernichtende Urteil. Für den Mainstream zu speziell, für den Underground zu Mainstream. Bei erster Betrachtung. Für eine zweite ist selten Zeit oder Muße. Ich sollte im Selbstmitleid zergehen. Wahrscheinlich. Besser scheint es mir jedoch, weiter zu schreiten. Zu feilen an der Außenwirkung und der Auswahl der Manuskripte. Ich mag es, mich zu reiben. Ecken und Kanten zu lassen, Haken und Ösen zu legen. Für Menschen, mit dem zweiten Blick. Ich komme mir dann immer sehr besonders vor, bis ich mir die Biografien anderer Verleger anschaue bzw. anhöre und merke, dass so etwas zur gängigen Entwicklung eines Verlags gehört. Man hat seine inneren Beweggründe, seinen inneren "Auftrag" zu prüfen und auf die Realität abzugleichen. Ohne dabei das Eigentliche aus den Augen zu verlieren. Wenn ich doch nur nicht so ungeduldig wäre…
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gefällt mir, die idee, eine kleiner verlag abseits der großen platzhirsche, eine intelligente, neugierig machende einleitung ... und ein knappes, aber sehr lebendiges motto... weil ich selber schreibe und veröffentliche,ohne eigenen verlag, spricht es mich an...
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Danke. Wo kann man denn Dein Geschriebenes einsehen?
Grüße D. |
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Ich habe weitergelesen, woran Du ablesen kannst, daß bei mir Interesse geweckt ist. Anmerken möchte ich jedoch einmal, daß nach dem Zitat des klugen Mannes ein sinnloses "jedoch" den Text weiterführt, und darauf die Sprachbilder und Bezüge doch einiges Raten des Lesers anraten lassen. Man weiß ungefähr, was gemeint ist, aber geschrieben steht es nicht. Beim Weiterlesen geht das so weiter.
Ich schreibe das hier, weil ich wie Du gerne feile an Texten, und die Schreiber feilen ja auch gerne dran und lassen pflegen, wenn sie ihre Texte lieben. Wenn Du von der Richtung des Verlages sprichst, so ist das wohl die Programmatik, die Erkennbarkeit. Für mich darf sowas ruhig genauer und schärfer formuliert werden. Grüße aus der Branche, Rainer |
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Danke für Deine Anmerkungen. Es freut mich sehr, ernst gemeinte Texte auseinander gepflückt zu bekommen. Das Jedoch sollte sich auf das Lebendige im Bezug auf das Richtige beziehen. Im Gegensatz zum Richtigen im Falschen gibt es das Lebendige im Toten. Tja, und da ist dann doch der Hase im Pfeffer. Ich schrieb das Lebendige unter dem Toten und in diesem Falle macht das jedoch tatsächlich keinen hilfreichen Dienst. Feilen, feilen, feilen…
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schrieb am
30.03.2010 um 17:30
Ich hab beim Lebendigen im Toten a) an die Umwandlung aller Materie gedacht und b) an die Tradition, die immer lebendig gehalten werden muß.
Adorno sagt ja, es gibt kein richtiges Leben im Falschen, man müsse alles umstellen. Oder Bloch würde vielleicht fragen, wo das Tote, das Gedrückte, dennoch gelebt hat. Der utopische Funke. So etwa. |
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Die Umwandlung aller Materie ist wohl noch ein weiter Weg. Ich meinte es ein wenig profaner: Das Stoppeln auf totem Gesellschaftsacker nach lebendigen Funken, die, Obwohl im Falschen (Adorno) Richtiges bewirken können. Natürlich auch im Sinne Adornos, das Alte hinter sich lassend. Zu Bloch kann ich wenig sagen. Nur, dass die Frage, wo das Tote, gedrückte, dennoch gelebt hat, in meinem Sinne irrelevant ist, da rückwärts gewandt. Meiner Überzeugung nach wissen wir genug um zu ändern. Blaue Flecken gibt es sowieso.
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schrieb am
30.03.2010 um 17:52
"Meiner Überzeugung nach wissen wir genug um zu ändern." Das unterschreibe ich. Auch den Gedanken, daß es vor allem vorwärts gehen muß. - Sieht klarer:
Rainer |
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Na dann los!… :-)
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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