dbraun

Gedanken

23.10.2009 | 01:05

Gedanken zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Mittags, halb eins in Deutschland

Ich sitze also in einem Assessment Center, eine Auswahlrunde, in der sich entscheidet in welchen Bereich ich jetzt wechsele. Es geht um sprechen. Es werden die unterschiedlichsten Anreize gegeben. Damit wir der Leiterin genug Material zur Bewertung in Form von freiem sprechen liefern. Wir sollen alle zu einem Thema Meinungen austauschen in dem wir kurz darstellen, welche Meinung unser Vorredner vertrat. Das vorgegebene Thema war das Rentensystem in Deutschland.

Es geht also los. Mit einem Thema zudem ich so überhaupt garkeine Meinung habe. Man muss wirklich nicht zu allem eine Meinung haben. Ich hörte jemanden sagen: "... das Rentensystem würde sehr bald nicht mehr funktionieren. Schuld ist die Alterspyramide die jetzt einen Bauch hat und sich bald umkehrt." - Ein anderer sagte: "Du bist also der Meinung dass es nicht auf ewig so weitergehen kann - ich bin auch dieser Meinung und bin der Meinung dass das Bedingungslose Grundeinkommen einen Ausweg darstellen könnte". Und plötzlich hatte ich eine Meinung. Und es kristalisierte sich bald heraus, dass sich die Befürworter und die Skeptiker ungefähr die Wage hielten. Eine ganz normale Diskussion zu eben diesem Thema. Die einen halten das BGE für zutiefst ungerecht. Ich konnte sagen: "Du findest also das BGE ungerecht - ich glaube jeder Mensch hat ein anderes Bild davon was Gerechtigkeit ist". Jemand versuchte das Thema wieder auf das eigentliche Thema zu bringen, was nicht gelang. Einige sprachen davon, dass sie nicht bereit wären für diejenigen noch zu bezahlen die nicht arbeiten wollen. Ich wollte entgegnen, dass nur die wenigsten nicht arbeiten wollen. Jeder aber kann sich dann selber aussuchen was er mit seiner Zeit wirklich macht. Für mich ist das BGE die Gerechtigkeit in seiner Reinform.  Weil es jeder bekommt, und weil es durch alle aufgebracht wird. Das Recht auf Arbeit sollte in ein Recht auf Einkommen umgewandelt werden. Allein schon wegen der Signalkraft. Wir brauchen dringend einen neuen Arbeitsbegriff. Wir müssen Arbeit in Zukunft ganz anders definieren. Wir arbeiten um zu leben, aber viele leben leider nur um zu arbeiten. Und manche die Arbeit haben urteilen schlecht über diejenigen die aus unterschiedlichen Gründen (vielleicht auch nur persönliche) keine haben.

Ich forde ein BGE als Kulturgeld in existenzsichernder Höhe mit gleichzeitiger Einführung eine Mindestlohns von 10 Euro. Mit einem BGE sollen die Massnahmen nicht wegfallen, die Menschen in Arbeit bringen können. Wir müssen fördern aber dürfen nicht mehr fordern, sowie die Arge das versteht. Die Motive zu einer Ablehnung einer Arbeit sind so unterschiedlich wie Menschen unterschiedlich sind. Niemand aber will untätig, sozial vereinsamt zuhause sitzen. Das BGE darf nicht zu einem Schweigegeld werden: "ihr bekommt jetzt Geld also seht zu wir ihr klar kommt, wenn keine Arbeit da ist habt ihr halt keine -pech gehabt ihr wolltet es so, ihr habt es". Das BGE wird pro Person gezahlt und bezieht sich nicht auf eine Bedarfsgemeinschaft. Das heisst man könnte Einkommen auch bündeln, indem man sich mit mehreren Einkommensbeziehern zusammentut, und z.b. soziale Initiativen gründet die helfen könnten unsere Gesellschaft zum Positiven zu verändern. Natürlich sind das alles Zukunftsvisionen aber sind es nicht auch Ziele auf die man hinarbeiten könnte? Ein BGE ist nur denkbar wenn es mit einer veränderten Arbeitsphilosophie verknüpft ist. Die Frage der Finanzierbarkeit ist sicherlich nicht die größte Hürde auf diesem Weg - es ist rechenbar. Die größte Hürde ist das starre Menschenbild, was davon ausgeht, dass jeder Mensch nichts mehr machen würde wenn für sein Leben gesorgt wäre. Zuckerbrot ohne Peitsche? Es steht offen. Beweisbar ist weder das eine noch das andere. Wie es in wirklich armen Ländern wirkt sieht man an Beispielen. Siehe Namibia (www.taz.de/1/politik/afrika/artikel/1/wo-das-geld-vom-himmel-faellt)

Und das lässt gutes vermuten. Ist es auch auf die restliche Welt übertragbar? Würde es den Kapitalismus und Marktliberalismus entschärfen oder verschärfen? Meiner Meinung nach würde es uns allen den Druck nehmen. Vielleicht kommen wir dann langsam mal dahinter, dass Wachstum nicht alles ist und dass es uns irgendwann umbringen wird. Unseren Planeten, unsere Lebensgrundlage. Wir müssten erst unsere Probleme lösen eh wir wieder an Wachstum denken sollten. Das Problem der anderen ist jedoch nicht das Problem einzelner. Und das ist das Problem. Und ich fürchte es ist Systemimmanent. Was wir zur Zeit machen, ist dass wir die Lösung des Problems vor uns herschieben, wir müssen ja einfach nur irgendwie über die Runden kommen. Genau wie bisher. Wir wählen natürlich konservativ weil wir es ja nicht schlimmer machen wollen. Wir verschleppen die Krankheit anstatt uns einfach mal fallenzulassen und zu sagen, jetzt brauchen wir eine Auszeit. Andere glauben wir hätten keine Alternative. Aber das ist nicht so. Wir sind selber die Alternativen und ich will dafür streiten. Es gibt die Menschen die sich ganz gut eingerichtet haben im Glauben, sie könnten sowieso nichts bewegen und "eigentlich gehts uns doch ganz gut". Es gibt immer genug Beispiele von Menschen denen es schlechter geht. Aber ist nicht das gerade das Armutszeugniss. Man kann Informationen garnicht so schnell erfassen, wie schlimme Dinge passieren oder falsche Entscheidungen getroffen werden. Das Leben ist kein Ponyhof aber lasst uns doch fragen wie wir unseres angenehmer gestalten könnten.

Das alles hatte natürlich keinen Platz in unserem kleinen Assessment Center wo es um andere Dinge ging wie ein bedingungsloses Einkommen. Einiges wurde zumindest angerissen. Unsere Chefin und Personaltrainerin haben ziemlich verdutzt geschaut. Am Ende der Übung hiess es: "Jetzt mal ganz abgesehen vom Thema habe ich einige Einblicke bekommen - vielen Dank"

Ob ich noch in einem Call-Center arbeiten würde wenn für mein Einkommen gesorgt wäre? Ja dort schon. Aber ich würde weniger arbeiten und mehr solcher Blogs schreiben.

Dominik Braun

 

 
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Kommentare
Susi Wiest schrieb am 23.10.2009 um 09:51
Vielen Dank, das Lesen war mir ein Vergnügen!
Liebe Grüße, Susanne Wiest
dbraun schrieb am 23.10.2009 um 19:51
Der Dank geht ganz an Dich, Vergnügen hat mir deine Initiative gemacht. Soetwas stärk wahnsinnig. Mein Beitrag ist da verhältnissmässig gering, auch wenn ich mich schon seit Jahren mit diesem Thema beschäftige. Auch wenn ich mit Götz Werner nicht in allem übereinstimme, aber er hat Recht wenn er sagt, dass nichts mächtiger ist wie eine Idee dessen Zeit gekommen ist. Ich glaube wir stehen am Anfang, aber man sollte das Ziel nie aus den Augen verlieren.

Ich bin offen für Diskussionen und Meinungsaustausch, und ich finde es wird Zeit mal wieder eine breitere öffentliche Diskussion anzustossen besonders wegen dem Vorstoss der FDP, die mit dem Bürgergeld ein schöner klingendes Hartz4 haben möchte. Ein weiteres Instrument um Arbeitslosenzahlen zu senken aber den Menschen ansich ausser acht lässt. Leben am äussersten Existenzminimum mit völligem Verlust der autonomie. Wenn man nicht mitspielt wird man mit Sanktionen bestraft. So läuft es mit Menschen (und übrigens auch mit Staaten). Vielleicht sind wir garnicht die so faulen Menschen, die garnicht arbeiten möchten (nichts tun möchten?), wenn man ihnen nur die Existenzangst nimmt. Also wie man sagt die "Anreize". Angst also als Anreiz - das ist pathologisch. Ein Therapeut würde vielleicht sogar sagen, dass unser System, nennen wir es Klaus, psychisch krank ist. Und das Umfeld von Klaus befindet sich in einer starken co- abhängigkeit zu Klaus. Klaus ist das garnicht so richtig bewusst, er schlägt sich ja meisstens ganz gut durch, und das Umfeld, die Freunde von Klaus möchten das eigentlich auch nicht so recht wahrhaben. Aber manchen seiner Freunde geht es schlecht. Sie wenden sich in ihrer Verzweifelung an Klaus, merken aber leider nicht, dass er es ist der sie eigentlich runterzieht. Wir sind das Umfeld von Klaus. Die Gesellschaft. Ich möchte nochmal genau hier klarstellen, dass ich nicht das ganze system kritisch finde, es gibt durchaus positive und wirklich interessante Eigenschaften die es hervorbringt. Aber zu behaupten es sei nicht mehr verbesserungsfähig, und zwar grundlegend, ist eine Lüge. Sie zeugt von der Angst auf Veränderung. Man könnte sich ja verschlechtern, man hat da ganz persönliche schlechte Erfahrungen gemacht. Klaus auch.

Das wars erstmal von mir, ich bedanke mich bei allen die mir ihr Feedback haben zukommen lassen und freue mich über weitere Meinungsäusserungen.
Hendrik schrieb am 23.10.2009 um 12:12
Sehr schön. Mir war das Lesen auch ein Vergnügen.
www.groops.de/initiative-grundeinkommen
ThomasP. schrieb am 23.10.2009 um 12:35
Auch meinerseits Dankeschön!! Sehr schöner Artikel. Diesen Satz find ich prägend: "Niemand aber will untätig, sozial vereinsamt zuhause sitzen." Genau das ist der Punkt, der uns dazu automatisch bringen sollte, über die Definition von Arbeit nachzudenken.
Ludwig Hasselberg schrieb am 23.10.2009 um 12:48
Interessant zu lesende Reflexionen. Mein Gedanke war "das sollte doch ein Top-Blog sein" - und siehe, es geschah.
jayne schrieb am 23.10.2009 um 16:33
ich würde dennoch erst einmal lieber über eine rentenversicherung diskutieren wollen, in die alle einzahlen, und auch über einen öffentlichen beschäftigungssektor für gesellschaftlich notwendige arbeit, von der es eine unzahl gibt, die nicht oder nur ehrenamtlich gemacht wird, weil sie niemand finanzieren will ... Ja, natürlich müßte man vorher auch darüber diskutieren, was als gesellschaftlich notwendige arbeit anzusehen ist, aber Du sprichst ja selbst das eine oder andere schon an, z.b. "soziale initiativen" ...
ThomasP. schrieb am 23.10.2009 um 17:06
@jayne: ich möchte nicht am bismarckschen, 130 jahre altem renten- und sozialversicherungssystem festhalten wollen, weil dies bismarcks antwort damals war, auf das antagonistische zwischen der ökonomischen realität und der tatsache, dass sozialistische kräfte an macht gewannen. es war klug von bismarck so den sozialisten etwas macht zu nehmen und sozialversicherungssysteme einzuführen. aus dieser tatsache heraus sollten wir heute etwas lernen.

statusquo heute ist ja, dass unser gesellschaftliches zusammenleben immer komplexer wird. ich möchte kurz aus der modernen hirnforschung, genauer von wolf singer ausgehend heraus, darstellen, warum wir ein grundeinkommen brauchen.

"Ganz anders sind die Entscheidungsstrukturen in unseren sozialen Systemen organisiert. Entscheidungsysteme in Politik und Wirtschaft orientieren sich weitestgehend am Descarteschen Modell, ihre Organisationsform ist eine hierarchische. Auf der untersten Ebene, an der Peripherie, erfolgt die Datenerfassung und auf zunehmend höheren Ebenen die Datenverdichtung und Vorselektion. Auf der höchsten Ebene, an der Spitze der Verarbeitungshierarchie, wird schließlich die Entscheidung gefällt. Solche Entscheidungsstrukturen sind effizient, weil übersichtlich und zu schnellen Reaktionen fähig, solange die zu verwaltenden Systeme einfach sind und keine komplizierte Dynamik aufweisen. Für lineare, nicht rückgekoppelte Systeme trifft dies in der Regel zu, vorausgesetzt, sie bestehen nicht aus zu vielen Komponenten. Probleme gibt es mit solchen hierarchischen Entscheidungsstrukturen, wenn die Systeme ein gewisses Maß an Komplexität übersteigen. Es werden dann entweder die Entscheidungsträger überfordert, weil sie zu viel Informatio verwerten müssen, oder aber es wird im Vorfeld der Entscheidung zu viel Information unterdrückt und eliminiert, um die Entscheidung sträger zu entlasten. Beide Szenarien sind suboptimal. Hinzu kommt, dass Entschedungsträger an der Spitze hierarchischer Entscheidungssyteme eigentlich mit Metaintelligenz ausgestattet sein müßten. Systeme, vor allem wenn sie aus interagierenden, selbstaktiven Komponenten bestehen, sind notwendig komplexer als ihre Komponenten. Wenn solche Systeme in Anlehnung an hierarchische Entscheidungs- und Befehltstrukturen verwaltet werden sollen, dann müssen an der Spitze dieser Systemhierarchie Agenten tätig sein, die wesentlich komplexer bzw. kompetenter als die Komponenten des Systems sind. Für Systeme, deren Komponenten Menschen sind, wie dies für wirtschaftliche und politische zutrifft, gild dann, dass sie im Grunde von Übermenschen gelenkt werden müßten und nicht von Wesen, die kaum klüger sind als die Systemkompontenten.
Man sollte also prüfen, ob es nicht vorteilhaft wäre, von der Natur zu lernen und die Entscheidungssysteme in Politik und Wirtschaft an neuronalen Entscheidungsarchitekturen zu orientieren."

Nach Wolf Singer ist es also so, dass wir in komplexen Systemen die Entscheidug weiter nach unten geben müssen, weil sie nur dann richtig und für das ganze produktiv sein wird. D.h. aber auch, dass wir die untersten Mitglieder eines Systems, also im Falle der Geselslchaft die einzelnen Menschen, dass wir also einzelne Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen befähigen, richtige Entscheidungen treffen zu können.
jayne schrieb am 23.10.2009 um 17:41
nun soll also die hirnforschung eine hinreichende erklärung dafür liefern, warum die praxis solidarisch verfaßter sozialer sicherungssysteme heute obsolet ist? Dann gute nacht. Und im übrigen, ich bin nicht absolut gegen ein bedingungsloses grundeinkommen eingestellt, ich halte auch die repressionslogik à la hartz IV für menschenverachtend und verkehrt, ebenso aber die sich hier offenbarende militanz, das bge als allein seligmachende alternative darzustellen, für fragwürdig.
ThomasP. schrieb am 24.10.2009 um 00:48
absolut eine dogma-linke unterstellung. klar man kann das grundeinkommen mißbrauchen. ich glaube vielen menschen ist garnicht klar, dass das von dir sogenannte solidarische sozialsystem von bismarck eingeführt worden ist, nicht aus menschenliebe. nicht, dass du mich falsch verstehst, ich will keine solidarität abschaffen. aber der linke parteisoldat hat so dogmen und eigene kirchen. wenn ich ehrlich bin, muß ich gestehen, dass mich das absolut ankotzt. ich schaue mir mit reinem blick an, was heute nicht funktioniert und wo mögliche lösungen sein könnten, lösungen für den einzelnen, nicht für eine abstrakte menschenmenge.
ThomasP. schrieb am 24.10.2009 um 00:55
ich brauche dazu weder gisy noch lafontaine, noch welche aus der spd und schon garnicht aus dem konservativen lager.
dbraun schrieb am 24.10.2009 um 01:06
@jayne: "warum die praxis solidarisch verfaßter sozialer sicherungssysteme heute obsolet ist?"

weil die Welt sich seit der Einführung dieses Systems geändert hat. Die Rahmenbedinungen sind andere geworden. Das was Du als non plus ultra betrachtest wurde entwickelt als das alles noch funktioniert hat - weit vor der sog. Globalisierung ... verbessert mich wenn ich mich täusche. Wer sagt denn, dass ein sorgfältig ausgearbeitetes BGE nicht das solidarischste und sozialste Sicherungssystem wäre was je ein Staat eingeführt hat? Idealistisch oder visonär? Niemand will die Solidarität abschaffen. Ich verstehe die Bedenken auch wenn ich glaube, dass sie unberechtigt sind. Ich bin für echte Solidarität und keine gezwungene.
Tania schrieb am 23.10.2009 um 16:57
Hallo,
mir scheint,du bist auf dem richtigen Weg!
Vor etwa 2 Jahren war es u.a. auch Thema auf einer Klausurtagung im DGB Kreisvorstand Höxter.
Der eifrigste Befürworter,neben mir,war ein evangel.Pastor und Motorradfan aus dem Pütt!
Letztendlich waren etwa 8o % der Teilnehmer für ein Grundeinkommen in der Art wie du es vorgestellt hast.
-wer kämpft kann verlieren,wer nicht kämpft,hat schon verloren(Bert Brecht-
Adelante
gweberbv schrieb am 24.10.2009 um 17:58
Die Konzepte, die ich für das BGE kenne, laufen alle auf einen sehr hohen Eingangssteuersatz hinaus. Denn das Grundeinkommen muss ja bei denen, die halbwegs ordentlich verdienen wieder "weggesteuert" werden. Die Aufnahme von Arbeit würde sich damit für einen bedeutenden Teil der Niedrigverdiener kaum noch lohnen (a la "Einen Monat arbeiten für grade mal 200 € mehr?"), Schwarzarbeit dafür umso mehr. Für die Bezieher mittlerer und überdurchschnittlicher Einkommen wäre das eine Katastrophe, denn die ersteren haben nichts vom Grundeinkommen, müssen aber gerade im bisher eher schlecht bezahlten Dienstleistungsbereich mit deutlichen Preissteigerungen zurechtkommen und letztere zahlen mit deutlich höheren Einkommensteuern den Transfer zu den "Nettogrundeinkommenbezieher".
Ich glaube nicht, dass man dafür Mehrheiten organisieren kann.
ThomasP. schrieb am 24.10.2009 um 20:38
@gweberbv: bezüglich halbwegsverdienenden wegsteuern: schau dir mal den vortrag von ute fischer an:
www.youtube.com/watch?v=_mLwt8dYLnw

sie hat ausgerechnet, wieviel ein durchnittlich einer mehr ausgeben würde, bei einem gegebenen modell: der betrag beläuft sich um ca. 20 euro im monat. es ist alles modellhaft, aber ich finde, solche grobeinschätzungen sind, wie du sie machst sind prophezeihungen. niemand kann wissen, wie sich eine echte systemänderung auswirkt.

wieso sollte jemand für einen betrag arbeiten gehen, der zu niedrig wäre? einen monat arbeiten für gerade mal 200Euro mehr, das würe endlich jeder selbst aushandeln können, ob es wert ist oder nicht. ja, das ist doch marktwirtschaft, der makrt kann dann in bestimmten branchen durchaus wirken, in anderen muß dieser mechanismus, wie auch heute, gesteuert werden.

es ist keine frage der organisation von mehrheiten, es ist eine frage des eigenen engagement. das grundeinkommen wird nicht von oben eingeführt, sondern von unten.
dbraun schrieb am 24.10.2009 um 22:30
Danke ThomasP für den Link zu dem Vortrag, den ich sehr erhellend finde. Ich möchte gleich mal etwas herausnehmen und zwar vom Ende das Fazit, sinngemäss: "Wenn wir das Bedingungslose Grundeinkommen wollen dann finden wir auch Wege zur Finanzierung"

Das ist auch meine Auffassung und die Arbeit von Dr. L. Fischer ist stimmt hoffnungsfroh. Sie unterstreicht den "evolutionären Charakter" - das BGE könnte sich vielleicht entwickeln. Das ist wirklich sehr interessant.
gweberbv schrieb am 25.10.2009 um 00:19
Der Vortrag ist durchaus erhellend...

25% Mehrwertsteuer + 50% Eingangssteuersatz bis zur Transfergrenze -> 100% Schwarzarbeit im Handwerk und Kleingewerbe!

Desweiteren völlig übertriebene Erwartungen: "Sorgenfrei" ist ein Leben auf 800 € Basis ganz sicher nicht. Wer nicht zum Niedriglohnsektor gehört, der hat deutlich mehr in der Tasche und dementsprechend weiterhin Angst (oder auch nicht), um dieses Einkommen gebracht zu werden.

Außerdem: Das Preisniveau wird gewaltigen Auftrieb erhalten, wenn Bezieher von Einkommen um die 1000 € es sich in Zukunft dreimal überlegen, ob sie eine (legale) Arbeit aufnehmen. Spüren werden das vor allem diejenigen, die knapp über der Transfergrenze liegen - und eine Abgabe von ~ 10% ist für diese Nettozahler alles andere als Kleinkram.
ThomasP. schrieb am 26.10.2009 um 01:21
Du lebst gerade unser Problem vor, das wir haben. In der Diskussion um das bedingungslose Grundeinkommen ist natürlich Kritik und Skepsis willkommen. Aber im Rahmen der Realpolitik würdest du, ohne ein alternatives Grundeinkommensmodell zu nennen, in der Opposition bleiben. Also aufforderung an dich, da du ja Skeptiker bleiben willst, suche ein Modell, dass besser ist, als das von dir genannte. Ich finde, dass Skepsis und Kritik allein bei gegebener Realpolitik im Fatalismus und Politikverdrossenheit enden. Die aktuelle Realpolitik mit der Koalitionsverhandlung zeigt doch deutlich, dass das, was die da machen, überhaupt nichts mit der Realität zutun hat. Wenn jemand also sich auf der Skepsis ausruht und nicht sagt, was anders passieren muß, den kann ich nicht ernst nehmen.
ThomasP. schrieb am 26.10.2009 um 01:32
Diese Motivationsdiskussion finde ich übrigens absolut daneben. Diese Diskussion, ob 10 Euro mehr oder weniger zur Arbeit motivieren oder nicht ist doch eine Herrschafts-Debatte aus dem Industriezeitalter, wo es darum ging, bestimmte Regelarbeiten in einer kürzeren Zeit und effektiver zu erledigen. Mit dieser Arbeit die da uns mit dieser Diskussion aufgezwungen wird, können wir auf dem globalisierten Arbeitsmakrt nicht konkurrieren!! Wir müssen ein Gesellschaftssystem entwickeln, in dem Arbeit etwas mit Innovation zutun hat, denn das ist unser UPS!! Und diese Art von ARbeit wird nicht effektiver, wenn man Bonis auszahlt. Auch diese GEsellschaftschicht, die heute bestimmte Drecksarbeiten erledigt, ist doch das Produkt der ökonomsichen Rahmenbedingungen!! Wenn uns klar wird, dass wir den Neokortex des Menschen nutzen müssen, und zwar eines jeden einzelnen, um auf dem Weltmarkt bestehen zu können, werden wir auch ein Bildunssystem bekommen, dass uns ermöglichen wird, die kognitiven Fähigkeiten eines Jeden zu nutzen. Es ist doch eine Schande, dass wir Menschen zu Arbeiten zwingen wollen, die von Maschinen erledigt werden können.
gweberbv schrieb am 26.10.2009 um 03:21
Also Thomas,
meine Hauptpunkte nochmal ausgeführt:

- Ein Grundeinkommen gemäß dem Transfergrenzenmodell würde dazu führen, dass diejenigen, die am wenigsten verdienen, von ihrem Einkommen die prozentual höchsten Abgaben zu zahlen hätten. Gleichzeitig gäbe es im Falle der (Erwerbs-)Arbeitslosigkeit keinerlei Sanktionen. Meines Erachtens ist das für Geringverdiener die größte nur denkbare Aufforderung zur Schwarzarbeit - und gerade bei den unterdurchschnittlich bezahlten Tätigkeiten gibt es dafür die größten Möglichkeiten. Das ist ja auch heute schon ein beachtliches Problem.

- Es werden Erwartungen geschürt, die völlig unrealistisch sind. Für jeden Normalverdiener wäre der Sturz auf Grundeinkommensniveau äußerst schmerzhaft. Also Pustenkuchen von wegen weniger Sorge um den Arbeitsplatz. Desweiteren ist die Rolle von Erwerbsarbeit für die psychische Stabilität vieler Menschen von großer Bedeutung. Sie bildet ein Gerüst, das in die Gesellschaft einbindet und um das herum der Alltag strukturiert ist (ja, klingt lachhaft, wenn man die 3 €/Std Friseuse vor Augen hat). Fällt das weg, ist der Weg zu Glotze, Alkohol und schleichender Verwahrlosung viel naheliegender als der in die musische oder soziale Selbstverwirklichung. Das durfte ich als Jugendlicher miterleben. Wer meint, "der Mensch" bräuchte nur etwas Geld für sein Überleben und würde dann frei jedes materiellen Drucks erst richtig aufblühen, der redet in Wahrheit von einer kleinen Minderheit.

Was mir dagegen vorschwebt: Einen Mindestlohn für die meisten Branchen und dort, wo das nicht machbar ist, Lohnzuschüsse. Desweiteren müsste natürlich die Hartz-Reform sozial "entschärft" werden. Wobei die Gerichte inzwischen ja schon einiges geleistet haben. Leider auf Kosten der Betroffenen, die nicht die Kraft bzw. die Übersicht hatten, sich juristisch zur Wehr zu setzen. Neben die Pauschalbeträge müssen wieder Sachleistungen treten, gerade wenn es um den Bedarf von Kindern/Jugendlichen geht.
dbraun schrieb am 28.10.2009 um 02:37
Hallo gweberbv,

lass mich mal zusammenfassen: Du bist also der Meinung, dass es weiterhin Anreize in Form von Sanktionen geben muss. Das klingt bei Dir so dass es eine Strafe geben muss wenn jemand sein Arbeit verliert. Das ist von dir ja sicherlich nicht so gemeint. Trotz allem bin ich anderer Auffassung.

800 Euro - 1000 Euro pro Person (zuzgl. besonderer Förderungen bei entspr. Härte) sind für einen von Armut betroffenen Menschen mit Sicherheit ein grosser sozialer Gewinn. So manches mal wird dieser Gewinn auch Mehrwert produzieren. Du bist also der Meinung, dass unser bisheriges soziales Sicherungssystem weiterhin darauf basieren sollte, dass es in der breiten Öffentlichkeit als Almosen wahrgenommen wird. Ich trete dafür ein, dass staatlich gezahltes Einkommen eben nicht als solches angesehen werden sollte sondern dass es regelhaft als gutes Recht angesehen wird ein Grundgehalt zu erhalten. Die Gefahr der Schwarzarbeit ist eben genau dahingehend zu begegnen, dass die solidarische Umverteilung zur Finanzierung des BGE über zwei verschiedene Steuerarten geregelt wird: das ist zum einen die Mehrwertsteuer (eine reine Konsumsteuer) und die Lohn bzw. Einkommensteuer. Das vorgestellter Modell ist dahingehend sehr interessant dass es dynamische Übergänge erlaubt die Lohn- und Einkommenssteuer nach und nach runterzufahren und hauptsächlich zu einer reinen Konsumbesteuerung zu finden ohne die Einkommenssteuer gänzlich abzuschaffen. Die haupsächliche Finanzierung über die Einkommenssteuer würde dann die Folgen der Schwarzarbeit (die momentan übrigens auch schon enorm hoch ist) auf die Finanzierung des BGE abfedern.

Was für mich sowieso klar ist: kein BGE ohne flächendeckenden und branchenübergreifenden Mindestlohn von 10 Eur.
dbraun schrieb am 28.10.2009 um 02:52
Nochmal zu der leidigen Debatte, dass der Mensch wenn er nur genügend Geld zum leben hätte nurnoch zuhause vor dem Fernseher sitzen würde um zu verdummen. Diese Schlussfolgerung ist völlig deplatziert wenn man betrachtet wie unglücklich Menschen sind, die keine Arbeit haben - zu recht schreibst du, dass ein Arbeitsplatz für die psychologische Stabilität eines Menschen eine grosse Rolle spielt. Darüber herscht doch auch in Reihen der Befürworter eine BGE - und besonders bei denen - völlige Einigkeit. Ich gehe einfach davon aus dass der Mensch immer nach einer für sich sinnvollen Tätigkeit strebt sofern ihm die Möglichkeit gegeben ist. Das BGE soll nicht als "Stilllegungsprämie" gedacht werden sondern als Ermöglichung. Eine Art Investition des Staates in seine Bürger. Ein soziales Sicherungssystem wie das BGE bedarf mehr als nur Geld, damit stimme ich dir zu, es bedarf einer Philosophie. Ich gebe gerne für die Gemeinschaft etwas Geld ab, wenn ich dafür ein sozial freundlicheres Klima bekomme.

Viele haben das BGE noch nicht gänzlich verstanden.
gweberbv schrieb am 28.10.2009 um 16:14
Lieber dbraun,
die Ansichten eines jeden Menschen sind ja zu einem Gutteil Produkt persönlicher Erfahrungen. Vielleicht hast du in deinem Umfeld viele sogenannter "Junger Kreativer", die obzwar hochmotiviert und den Kopf voller Projekte dennoch um ihr Einkommen und Planungssicherheit kämpfen müssen. Ein BGE würde dort sicher einiges zum Besseren wenden. Ich dagegen bin einige Jahre in einem Umfeld aufgewachsen, wo der geistige (und sittliche) Horizont nicht über die BILD und irgendwelche nachmittäglichen Talkshows hinausreichte. Phasen der Beschäftigungslosigkeit wurden da tatsächlich in Bier und irgendwelchem Schwachsinn ertränkt. Nicht, dass das irgendjemanden nachhaltig glücklich gemacht hätte, aber besseres wusste man schlichtweg nicht mit sich anzufangen. So war das damals. Heute habe ich mit dem, pardon, Gesocks zum Glück nichts mehr zu schaffen, dafür aber engen Kontakt zu einem handwerklichen Betrieb und Einblick die Azubi-Bewerber, die dort oftmals "nacherzogen" werden müssen. Wenn da ein 18jähriger problemlos für 800 € daheim bleiben könnte, anstatt für 400 € Ausbildungsvergütung morgens um 7 Uhr aufzustehen, würde der dem Meister schlichtweg LMAA zurufen und wäre verschwunden. Ein paar Jahre später wäre ihm wohl bewußt, dass das damals eher die falsche Entscheidung war, aber dann ist es zu spät.

To make the Story short: Meines Erachtens würden locker 15 bis 20 % der Bevölkerung auf kurz oder lang in Apathie und Verwahrlosung versinken, wenn es keinen Druck zur Aufnahme einer Erwerbsarbeit gäbe. Wohlgemerkt solte niemand gezwungen sein, für 3 € Haare zu schneiden oder für 4 € Gebäude zu bewachen, das ist klar.
dbraun schrieb am 28.10.2009 um 20:39
@gweberbv
Ich weiss, dass es solche Menschen gibt, die mit sich selber scheinbar nichts anzufangen wissen. Jeder soll so leben wie er mag solange er niemanden anderes schadet. Jeder Mensch verändert sich in seinem Leben.

An einer Sache hast du das BGE nicht verstanden. Für 800 Euro zuhause bleiben ODER für 400 Euro Ausbildungsvergütung? - Das BGE gibts immer als Sockelbetrag. Er hätte dann also 1200 Euro anstatt 800 Euro wenn er zuhause bleiben würde. Das kann sich jeder selbst überlegen. Vielleicht tut er ja mit seiner Zeit auch etwas anderes, das ist dann ganz in seiner Entscheidung. BGE bedeutet ein Mehr an persönlicher Freiheit. Und genau das ist der Grund warum es einige gibt, die tatsächlich immer noch dagegen sind. Niemand könnte mehr gezwungen werden eine Arbeit anzunehmen die ihm eigentlich garnicht behagt. Wie viele Menschen gibt es, die nicht das machen was sie eigentlich im Leben wollten? Mich enttäuscht, dass soviele Menschen immernoch denken dass wir bei unseren Mitmenschen ohne Druck nichts erreichen können.

"Ein paar Jahre später wäre ihm wohl bewußt, dass das damals eher die falsche Entscheidung war, aber dann ist es zu spät."

Wieso das denn? Was ist daran denn dann zu spät? Es ist nie zu spät sich anders zu entscheiden. Und sein Leben eine andere Richtung zu geben. Er findet dann etwas anderes was ihn glücklich macht. Nicht jeder Mensch ist glücklich. Auch unsere jetzige Arbeitswelt macht nicht jeden glücklich, jeder ist dafür ein Stückweit selbst verantwortlich. Mit einem BGE aber hätte man eine bessere Voraussetzung.
gweberbv schrieb am 31.10.2009 um 18:07
@dbraun

Was das "jeder so, wie er mag" angeht, stehe ich auf dem Standpunkt, dass sich jeder Mensch nach seinen Möglichkeiten an der Bereitstellung der Güter, der die Gesellschaft bedarf, zu beteiligen hat. Nach seinen Möglichkeiten, nicht nach seinen Gelüsten. Das heute viele Menschen gar nicht bzw. nur eingeschränkt auf dem Arbeitsmarkt "gebraucht" werden, stellt dabei natürlich ein Problem dar.

Das mit den 400 versus 800 € bei dem Azubi war schon so gemeint. Er geht ja für 400 € arbeiten (oder eben nicht) und erhält die 800 € Bürgergeld unabhängig davon. Im Fall des Transfergrenzenmodells, welches das mit Abstand realistische Modell ist, würden von den 400 € auch locker 30% bis 50% weggesteuert werden. Der finanzielle Anreiz für den Azubi wäre also marginal und man könnte ihm nur noch "denk doch an die Zukunft, Junge" zurufen.

Womit wir beim nächsten Punkt sind: Es ist freilich nie zu spät, um über Europas Biobauernhöfe zu tingeln und sich dort jeweils für ein paar Wochen gegen Kost und Logis als Arbeitskraft zu verdingen (hat ein ehemaliger Schulkamerad einige Zeit gemacht). Für die große Mehrheit jedoch, der eine eher bürgerliche Existenz mit durchschnittlich bezahlten Beruf, fester Bleibe und vielleicht noch einen Auto in der Garage vorschwebt, läuft die Zeit spätestens nach der zweiten abgebrochenen Lehre rasant ab. Am Ende stehen dann Menschen, die im schlimmsten Fall nichts anderes mehr können und wollen, als irgendwie den Tag durchzudämmern.

Damit es nicht so weit kommt, bedarf es eines Grundes morgens aufzustehen und in den Tag zu starten. Einer Aufgabe, bei deren Bewältigung sowohl die Disziplin und Zuverlässigkeit eingeübt als auch Selbstbestätigng erfahren werden kann. Das muss nicht unbedingt Erwerbsarbeit sein, aber bei den meisten ist es so. Deren Wert liegt, sofern es sich nicht um blanke Ausbeutung handelt, nämlich bei weitem nicht nur in einem Einkommen, das halt zum Leben nötig ist.
dbraun schrieb am 24.10.2009 um 22:34
"Einfach machen und sehen ob es funktioniert", wie Dr. Ute L. Fischer es sagt? Wir hätten wohl viel zu verlieren aber im günstigsten Fall auch einiges zu gewinnen. Ich habe keinen Zweifel dass es funktionieren würde. So wie unser jetziges Zusammenleben auch "funktioniert". Ich habe aber das Gefühl dass vielleicht mehr Solidarität einzug halten würde.
Pankefuchs schrieb am 27.10.2009 um 21:27
Ich stand dazu mal ziemlich skeptisch, bis ich mir diesen Film angesehen habe:
www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen
Besonders beeindruckend fand ich, dass die einen sagten: Dann wollen ja die anderen nicht mehr arbeiten (was einige Kommentatoren hier auch so sagen) und die "anderen" sagten: Um Himmels willen. Ich will doch nicht nur zu Hause sitzen!!!
Ich glaube es würde eine kollossale positive Verschiebung geben. Die, die nur auf ihren Job sitzen da sie dort Geld verdienen, aber was anderes machen wollten, könnten ohne Probleme wechseln. Wie viele verkappte Künstler gibt es unter uns die unsere Kultur extrem bereichern würden? Aber sie können das nicht, da sie Geld verdienen müssen. Mit dem BGE könnten sie Künstler werden.
Aber etwas sehr wichtiges würde wegfallen. Und das ist der Grund, warum ich denke das das BGE nie kommt:
Der Arbeitnehmer wäre nicht mehr erpressbar!!!
Mobbing im Job - uns Tschüß.
Stress und Überstunden ohne Geld - und Tschüß.
Zu wenig Lohn - und Tschüß. usw. usw.
Einen Mindestlohn bräuchte man dann nicht. Harte dreckige Jobs machen dann nur die, die (verdientermaßen) ordentliches Geld bekommen. 12 Stunden für Mindestlohn schuften wäre dann Geschichte.
Nochmal: Was ist das Wichtigste für den Kapitalisten? Eine erpressbare Arbeiterschaft.
Darum wird es das BGE unter den heutigen neoRegierungen nie geben !!!
dbraun schrieb am 28.10.2009 um 03:00
An Stelle der Sklaverei ist die Erpressbarkeit über den Lohn getreten. Und auch das wird über kurz oder lang überwunden werden.
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Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

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Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
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