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Gestern ist die LAG ChristInnen Die Linke Bayern offiziell gegründet worden. In dieser Landesarbeitsgemeinschaft können - wie in anderen LAGs auch - Parteimitglieder Der Linken und Nicht-Parteimitgliedern eintreten. Es ist ein bunter Zusammenschluss von christlich und links interessierten und ausgerichteten Menschen.
Gerade auf der linken Seite gibt es ein historisches Spannungsfeld, wobei die Slogans von Karl Marx von Religion als "Opium des Volkes" und von Lenin von Religion als "Opium fürs Volk" geflügelte Worte sind. Es ist da jedoch tiefer ins Gesellschaftliche zu gehen, wie ich es in meinem Blog-Artikel 'Opium des Volkes?' dargelegt habe.
Die realkommunistische und realsozialistische Welt des Ostblocks im 20. Jahrhundert mit ihrem offensiven Atheismus bis Antitheismus hatte das Spannungsverhältnis zwischen Religion und Sozialismus massiv verschärft. Dabei gibt es schon seit dem 19. Jahrhundert religiöse Sozialisten, denn das Christentum und der Sozialismus haben ein gemeinsames Anliegen: das Sozialethische. Der Sozialismus hat explizit nicht nur den politökonomischen Aspekt zum Thema, sondern auch den sozialethischen, sowie in den vergangenen Jahrzehnten auch den ökologischen.
Glasnost, Perestroika und Wende haben jedoch ein neues Verhältnis ermöglicht. Michail Gorbatschow hat 2000 unter anderem gesagt, dass wir mehr Jesus und mehr wirklichen Karl Marx brauchen. Beider Ideen sind über die leidvolle Geschichte missbraucht worden.
Zurück zur LAG ChristInnen Die Linke Bayern: In unserem Flyer, der sich noch im Entwurfsstadium befindet, werden folgende Abschnitte aufgeführt: Friede, Freiheit, FremdenFREUNDlichkeit, Gleichheit aller Menschen, Solidarität, Lob der Armut und Bewahrung der Schöpfung. Alles Grundsätze, die das Christentum und der Sozialismus in ihrer konzipierten Form gemeinsam haben. Es werden auch die Worte 1946 von Adolf Grimme genannt, dass ein Sozialist Christ sein kann, ein Christ Sozialist sein muss.
Friede ist dabei der echter Friede, nach dem Motto der Friedensbewegung: "Frieden schaffen ohne Waffen" und "Schwerter zu Pflugscharen", oder wie es gestern eine Teilnehmerin modernisiert formuliert hat: "Panzer zu Windrädern". Freiheit ist eine humanistische Freiheit, also Freiheit plus Verantwortung, nicht die sozialdarwinistische Freiheit des Kapitalismus und des Militarismus, also dass nur die Mächtigen und Reichen auf Kosten der Schwachen und Armen frei sind. Dahingehend ist auch das Lob der Armut zu verstehen, das eigentlich ein Lob des Wohlstands für alle ist, indem das Gesamteinkommen aller Menschen sozial gerecht verteilt wird. In der Bibel - Matthäus 6, 24 - steht schon: Man kann nicht zwei Herren zugleich dienen, Gott und dem Mamon.
Wer mit dem Begriff Gott Schwierigkeiten hat, kann es beispielsweise so sehen wie ich es in meinem Blog-Artikel 'Gott ist tot? Nein danke' dargelegt habe: Gott als das transzendente und universale Lebensprinzip. Das bedeutet, die Lebensgrundlagen und die Leben alles Lebendigen zu achten.
Die Symbiose zwischen Christ sein und links sein mag neu erscheinen, dabei kann das Urchristentum schon als eine urlinke Bewegung gesehen werden.
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Hallo Genosse,
das ist zwar nicht mein Ansatz, den Ihr da pflegt, einen Lektürehinweis will ich Euch jedoch nicht vorenthalten. Rosa Luxemburg: Kirche und Sozialismus Gibt es auch im Netz unter: bit.ly/g1fGF4 Gutes Gelingen bei der LAG. |
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»Gutes Gelingen bei der LAG.«
Danke. »Rosa Luxemburg: Kirche und Sozialismus« Der Artikel ist sehr interessant. Wenn man ihn in die Gegenwart weiterführt, zeigt sich, dass Begriffe wie Sozialdemokraten, Sozialismus und Kommunismus, die dort so unbefangen und positiv gebraucht werden, heute oft ganz anders gesehen werden. Überhaupt bringt es die Menschheit fertig, selbst die besten Ideen zu diffamieren, zu diskreditieren, zu missbrauchen und zu verdrehen. »das ist zwar nicht mein Ansatz ...« Was ist Dein Ansatz? |
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schrieb am
20.04.2011 um 21:07
Das hier fiel mir gerade noch in die Hände und könnte Dich interessieren. Mein Ansatz? Gute Frage: Schau doch mal in meinen aktuellen Blog rein. Lieber Gruss UJN |
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Auf die Ansprache habe ich in meinem Blog-Artikel 'Kommunismus und Christentum' Bezug genommen. Daraus zitiert: »Eine Grußansprache von Ernesto Cardenal an den Bundeskongress Der Linken hat mich wieder über meine eigene Einstellung zum Kommunismus bzw. Sozialismus und zum Christentum nachdenken lassen: 'Es komme die Republik der Himmel auf die Erde'.«
Das zusammen mit denjenigen in unserem KV, von denen die Christinnen und Christen (seinerzeit noch keine LAG) mitinitiiert worden ist, haben bei mir bewirkt, dass ich mich wieder näher mit dem Christentum und überhaupt mit der Symbiose von Christentum und Sozialismus beschäftigt habe. »Gute Frage: Schau doch mal in meinen aktuellen Blog rein.« Habe ich schon. Meine Beiträge dazu hocken schon in meinem Kopf. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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