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In der neuen Ausgabe unserer linken Zeitschrift ist mir die Unterstrich-Schreibweise für geschlechtsneutral gemeinte Bezeichnungen aufgefallen: Bürger_innen usw. Bisher wurden die Bezeichnungen mit einem Binnen-I geschrieben: BürgerInnen usw.
Im Englischen heißt es citizens, nicht citizen_esses. Es werden zunehmend sogar statt weiblichen Bezeichnungen wie actress geschlechtsneutral actor - eigentlich männlich - verwendet, initiiert von Frauen.
Jetzt kann man es so sehen, dass die geschlechtsneutral gemeinten Formen modifiziert vom Weiblichen abgeleitet sind. Man kann es aber auch umgekehrt sehen, wenn man Schauspieler - Schauspielerinnen - Schauspieler_innen / SchauspielerInnen gegenüber actors betrachtet.
Wenn schon Ableitungen, dann denke ich mir: Schauspieleriche - Schauspielerinnen - Schauspieler.
Entweder...
Findet die deutsche Sprache keine geschlechtsneutrale Mitte zwischen alter Maskulisierung und neuer Feminisierung?
Oder...
In der Bibel - Genesis 2,21-22 - steht, dass die Frau aus der Rippe des Mannes erschaffen worden sei.
Hat sich die deutsche Feminismus-Grammatik selber ein Bein gestellt, indem sie die "grammatische Rippe" - symbolisiert waagrecht als Unterstrich und senkrecht als Binnen-I - geschaffen hat?
I'm queerly questioning...
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Die Frau stammt vom Manne ab, zumindest semantisch. Das Wort "Frau" bezeichnete ursprünglich nur die adelige Frau, die Herrin. Die Frau hieß "frowe" bzw. "frouwe" und leitet sich ab aus dem althochdeutschen "fron" oder "fro", was (adeliger) Herr bedeutet (siehe Frondienst oder Fronleichnam).
Ciao Wolfram |
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weil die deutsche Sprache angeblich ihre innovative Mitte verlor, soll sie nun wenigstens ihren Rand halten?
Nach der Prämisse des gerade verstorbenen Medienwissenschaftlers Friedrich Kittler: "Nur was verschaltet , ist überhaupt!" ist die Unterscheidung von Mann und Frau im verschalteten Mensch Dasein nur ein vermaledeiter Pillepalle Pharmaindustrie Traumata Knall? |
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Das hast du dir von den Rippen geschnitten, Weib! (;-))
Grüße, auch an die Herren Christoph Leusch |
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Zwischen Mann und Frau gibt es einfach keine Chancengleichheit. Ein Mann hat immerhin die Chance, sich eine Frau aus den Rippen zu schneiden. Aber was bekommen die Frauen? Höchstens einen Mann. Und wenn es ganz schlimm kommt, dann fehlt dem schon eine Rippe.
Wir sollten das Thema viel mehr versächlichen. Das Mann, das Frau, das Schauspieler, das Bibel, das Rippe, das Gerippe, das Mensch, das Kind. |
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Wieso? Das kann doch nicht sein! Es gilt: Gleiche Zahl an Rippen, von denen man was schneiden kann, dann auch gleiche Chancen und gleiche Rechte. - Weg mit der dogmatischen Bibelauslegung. - Das ist das Ziel, die Verpflichtung.
Rippchen mit Kraut und Senf, für alle. Aber Frau und Mann nach der Methode Prokrustes ähnlicher zu machen, das wäre doch fatal und sähe auch gar nicht gut aus. Grüße Christoph Leusch |
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Papperlapapp. Als Gott Adam die Rippe nahm, um daraus Eva zu erschaffen, wollte sie vielleicht beweisen, dass sich Diebstahl doch lohnt. Wer weiß das schon?
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@GeroSteiner
Zwischen Mann und Frau gibt es einfach keine Chancengleichheit. Ein Mann hat immerhin die Chance, sich eine Frau aus den Rippen zu schneiden. Aber was bekommen die Frauen? Höchstens einen Mann. KALLIPYGA Ha! Apropos "Plattheiten": Weißt du eigentlich, daß ich euch Männer manchmal sehr beneide. ÖDIPUS Alle Frauen beneiden uns Männer. Wegen unserer Kraft, unserer Schönheit, unserer... Wegwerfende Handbewegung Kallipygas. KALLIPYGA Ihr habt die Frauen, die ihr lieben könnt. Und was haben wir? Männer! ÖDIPUS Manche Männer lieben Männer. KALLIPYGA Mein ganzes Mitgefühl gilt ihnen. Ciao Wolfram |
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Gott nahm vom Weib die Rippe, baute aus ihr den Mann, blies ihm den lebendigen Odem aus und machte aus ihm einen Erdenkloß.
- Karl Kraus - |
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Man fragt am Besten immer die Augenzeugen: Laut Mark Twain hat Adam damals keine Rippe vermisst.
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schrieb am
15.11.2011 um 07:44
Eine Rippe amputieren und gleichzeitig drin lassen: Das scheint den Menschen natürlich unmöglich zu sein. Ein Gott aber kann das, sonst wäre er kein Gott.
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In einer Sprache die sogar dem Löffel und der Gabel ein Geschlecht zuweist ist das alles sehr kompliziert.
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schrieb am
15.11.2011 um 08:28
claudia schrieb am 15.11.2011 um 08:21
>>In einer Sprache die sogar dem Löffel und der Gabel ein Geschlecht zuweist ist das alles sehr kompliziert.<< Ob die Sprache ohne diese Zuweisung besser wäre? Ihr o. a. Satz müßte dann vielleicht heißen: Sprache, wo sogar Geschlecht zuweist für Löffel und Gabel zuweist, ist sehr kompliziert. Oder so ähnlich. ;-) |
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schrieb am
15.11.2011 um 09:26
In einem Sprache das sogar dem Löffel und DEM Gabel ein Geschlecht zuweist ist das alles sehr kompliziert.
Oder: In einer Sprache die sogar dem Löffel und der Gabel EINE Geschlecht zuweist ist das alles sehr kompliziert. |
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@claudia
In einer Sprache die sogar dem Löffel und der Gabel ein Geschlecht zuweist ist das alles sehr kompliziert. Ich tät ja sagen, Geschlechtergerechtigkeit dadurch zu fördern, daß man die Sprache durch künstliche und teils brachiale Eingriffe geschlechtergerecht macht, ist erinnert mich an den Mann/die Frau, der/die in einem kalten Zimmer sitzt und - statt die Heizung höher anzudrehen - ein Feuerzeug unter das Thermometer hält. Unsere Sprache ist natürlich männerzentriert, da sie in einer patriarchalen Gesellschaft entstanden ist und diese widerspiegelt. An den Meßinstrumenten zu manipulieren bringt gar nichts, es hilft nichts, es müssen die Bedingungen geändert werden, welche durch die Instrumente gemessen werden. Ciao Wolfram |
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schrieb am
15.11.2011 um 15:40
@Wolfram:
Das sehe ich auch so. Die Sprache spiegelt wieder was ist. Wenn Fakten geändert werden folgt die Umgangssprache nach, im Prinzipe. Im Detail sagt man natürlich nicht Lehrer und Lehrin, was logisch wäre, sondern Lehrer und Lehrer-in, was grotesk ist, aber normal. |
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@claudia
Im Detail sagt man natürlich nicht Lehrer und Lehrin, was logisch wäre, sondern Lehrer und Lehrer-in, was grotesk ist, aber normal. Bring die Leute nicht auf blöde Ideen. Die Sprachreiniger sind imstande, statt "Lehrer" und "Lehrerin" den/die "Lehrende" verpflichtend zu machen. Gleiche Form, nur noch der Artikel ist geschlechtsspezifisch und die Mehrzahl ist schön neutral. "Schönes neues Deutsch, das solche Purzelbäume schlägt." (Wilhelm Speerschüttler) Ciao Wolfram |
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"In einer Sprache die sogar dem Löffel und der Gabel ein Geschlecht zuweist ist das alles sehr kompliziert."
Im Deutschen ist das Besteck ja eine richtige Familie: DER Vater, DER Löffel - DIE Mutter, DIE Gabel - DAS Kind , DAS Messer. |
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So richtig lustig und jeglicher Logik widersprechend ist die sprachliche Geschlechtszuordnung bei Tieren. Der Tiger ist immer männlich, der Fuchs begattet seine Füchsin. Was macht aber der Luchs? Weit und breit keine Lüchsin. Der Hering muss es auch alleine treiben.
Wohin man schaut...es ist ein grausliches Durcheinander. Nennt man das Geschlechtsverwirrung? ,-)) |
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@Vaustein
...der Fuchs begattet seine Füchsin. Was macht aber der Luchs? Weit und breit keine Lüchsin. Dies aber habet zum Naturgesetz: Keine Lüchsin ohne Luchs - und umgekehrt. Meine Mädels ![]() haben den Rüden begattet. Reproduktionsbiologisch ist das zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber mei, ein Hund ist halt auch bloß ein Mensch. Und: Es gibt wildere Kombinationen. Ciao Wolfram |
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Kontruktionen wie "Schaupieler_innen" lassen bei mir reflexartig die Frage aufleuchten, ob es auch Schauspieler_außen gibt und das dann die Männer sind mit außen befindlichen Geschlechtsorganen.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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