In der neuen Ausgabe unserer linken Zeitschrift ist mir die Unterstrich-Schreibweise für geschlechtsneutral gemeinte Bezeichnungen aufgefallen: Bürger_innen usw. Bisher wurden die Bezeichnungen mit einem Binnen-I geschrieben: BürgerInnen usw.
Im Englischen heißt es citizens, nicht citizen_esses. Es werden zunehmend sogar statt weiblichen Bezeichnungen wie actress geschlechtsneutral actor - eigentlich männlich - verwendet, initiiert von Frauen.
Jetzt kann man es so sehen, dass die geschlechtsneutral gemeinten Formen modifiziert vom Weiblichen abgeleitet sind. Man kann es aber auch umgekehrt sehen, wenn man Schauspieler - Schauspielerinnen - Schauspieler_innen / SchauspielerInnen gegenüber actors betrachtet.
Wenn schon Ableitungen, dann denke ich mir: Schauspieleriche - Schauspielerinnen - Schauspieler.
Entweder...
Findet die deutsche Sprache keine geschlechtsneutrale Mitte zwischen alter Maskulisierung und neuer Feminisierung?
Oder...
In der Bibel - Genesis 2,21-22 - steht, dass die Frau aus der Rippe des Mannes erschaffen worden sei.
Hat sich die deutsche Feminismus-Grammatik selber ein Bein gestellt, indem sie die "grammatische Rippe" - symbolisiert waagrecht als Unterstrich und senkrecht als Binnen-I - geschaffen hat?
I'm queerly questioning...
Kultur : Die Frau: Vom Mann abgeleitet?
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