Red Bavarian

Blog von Red Bavarian

01.07.2010 | 14:04

Nachlese zur Bundespräsidentenwahl

Wir haben es doch alle gewusst! Die Linke ist anti-demokratisch!

Wir haben mit Joachim Gauck den Kandidaten des Herzens für die Mehrheit der Bundesbürger aufgestellt. Die Linke hat ihre eigene Kandidatin aufgestellt und gewählt. Die Linke ist anti-demokratisch!

Die Linke hat sich im letzten Wahlgang enthalten, statt Joachim Gauck zu wählen. Die Linke ist anti-demokratisch!

Ich stelle mir gerade die Stimmzettel dazu vor: oben die Frage 'Bist Du mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland einverstanden und stimmst Du für unseren neuen Bundespräsidenten Joachim Gauck?' - darunter in der Mitte ein großer Kreis mit 'Ja' überschrieben - rechts daneben ein kleiner Kreis mit 'Nein' überschrieben.

 

'Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: »Nein!«'

aus 'Was darf die Satire?' von Kurt Tucholsky

 

 

 
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Kommentare
Ehemaliger Nutzer schrieb am 01.07.2010 um 14:18
Gestern schriebst Du über Deine Enttäuschung durch die Grünen. Da hatte ich in meinem Kommentar noch geschrieben: 'Die Linke wird auch enttäuschen. Leider!' Das hatte ich dann aber gelöscht weil ich Dich nicht demotivieren wollte. Und nun dies. Es ist das WIE der BuPrä gewählt wird, nicht so sehr wie die Fraktion der Linken sich nach dem 2 Wahlgang entschieden hatte. Die Wahlregel ist Mist. Genauso wie die Unmöglichkeit zur Durchführung von Volksabstimmungen. Es ist eben einer der undankbarsten Jobs Politiker zu sein, - aber wer davon lebt muss auch einstecken können.
Red Bavarian schrieb am 01.07.2010 um 15:51
Die Linke hat mich noch nicht enttäuscht. Ich hätte genauso gewählt wie die Wahlfrauen und -männer Der Linken.

Irgendwer hat zur Fußball-WM geschrieben, dass es nun wieder 80 Millionen Bundestrainer gibt. Zur Bundespräsidentenwahl gibt es auch 80 Millionen Linke-Experten ;-)

Mit dem Blog-Artikel-Text habe ich noch noch etwas ergänzend gespielt.
unterstella schrieb am 02.07.2010 um 11:01
Die Linke hat etwas getan, was völlig legitim ist. Auch die FDP hat 1994 in den ersten beiden Wahlgängen Frau Hamm-Brücher gegen Roman Herzog aufgestellt. Ob die Linke im dritten Wahlgang Herrn Gauck für wählbar hält, ist Sache der Linken, so wie es auch meine Sache ist, ob ich die Linke für wählbar halte. Nicht vergessen sollte man in dem ganzen Spiel letztendlich, dass Herr Gauck nicht Wunschkandidat von Rot-Grün war, sondern strategische Überlegungen dessen Nominierung maßgeblich beeinflusst haben. Hätte das linke Lager die Mehrheit gehabt, würde der Bundespräsident heute Platzeck heißen.
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