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Es gibt ja die berühmte theologisch-philosophische Frage: Wie viele Engel passen auf eine Nadelspitze?
Meine Antwort: Alle. Denn Engel sind spirituelle - also nichtmaterielle - Wesen, die somit keinen Raum einnehmen.
Materialisierten sich die Engel jedoch, dann hätte kein Engel auf einer Nadelspitze Platz.
Drehen wir die Nadel um, und sehen uns das Nadelöhr an. Es gibt den ebenfalls berühmten Satz aus der Bibel - Markus 10, 25: "Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in Gottes neue Welt."
Daraus kann man die Frage ableiten: Wie viele Menschen passen durch ein Nadelöhr?
Meine Antwort: Keiner. Denn Menschen sind weltliche - also materielle - Wesen, die somit Raum einnehmen.
Entmaterialisierten sich die Mensch jedoch, dann kämen alle Menschen durch ein Nadelöhr.
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hmm... was ist die Kernbotschaft?
Was sollten Engeln auf Nadelspitzen rumtanzen? Haben die nicht andere Aufgaben? Wozu dort das Gedrängle von Menschen? Und ob Reiche überhaupt ins Gottesreich wollen? Wer näht eigentlich heutzutage noch? Etwa entmaterialisierte Menschen? Mit auf Nadelspitzen tanzenden Engeln? |
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Daraus kann man die Frage ableiten: Wie viele Menschen passen durch ein Nadelöhr?
Hinweis: Das griechische Wort, das Luther einst mit "Nadelöhr" übersetzt hat, bezeichnet auch die kleine Pforte neben dem großen Stadttor. Die ist wohl auch gemeint, denn da passen zwar Menschen durch aber keine (noch dazu beladene) Kamele. Ciao Wolfram |
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Ich habe mal gelesen, daß das Zeichen für Kamel und Tau sehr ähnlich waren und ein Abschreiber falsch gelesen hat.
Kommt mir schlüssiger vor. Jesus wollte keine vertrackten Rätsel aufgeben. |
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@kenua
Ich habe mal gelesen, daß das Zeichen für Kamel und Tau sehr ähnlich waren und ein Abschreiber falsch gelesen hat. Auch das wäre möglich. In Religion habe ich es seinerzeit in der Version mit der Seitenpforte gelernt. Kommt mir schlüssiger vor. Ich weiß nicht. Diese Orientalen lieben doch die blumige Sprache und ein Kamel, das sich vergeblich müht, durch ein schmales, niedriges Türchen zu kommen ist allemal bildkräftiger als ein Tau, das einer vergeblich durchs Nadelöhr zu stecken versucht. Ciao Wolfram |
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schrieb am
12.02.2012 um 03:34
Ei, da nehmen wir eben mal beide Korrekturen! Und siehe: das Tau geht bequem durch´s enge Pförtchen! Wäre es den armen Reichen nicht von Herzen zu gönnen, wo sie doch auf Erden derzeit so hart gedisst werden?
Mit christlichsten Grüßen Petz |
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schrieb am
12.02.2012 um 04:10
>>Wäre es den armen Reichen nicht von Herzen zu gönnen, wo sie doch auf Erden derzeit so hart gedisst werden?<<
Aber ja, immer & von Herzen. Angeborener Reichtum ist eine Krankheit, der nicht mal Eugeniker beikommen... |
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@claudia
Angeborener Reichtum ist eine Krankheit, der nicht mal Eugeniker beikommen... Anlageberater schon. Ciao Wolfram |
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@petz
Ei, da nehmen wir eben mal beide Korrekturen! Und siehe: das Tau geht bequem durch´s enge Pförtchen! Wäre es den armen Reichen nicht von Herzen zu gönnen, wo sie doch auf Erden derzeit so hart gedisst werden? Raffiniert bist du ja schon. Diese Lösung hört sich sehr katholisch an. Sehr elegant. Ciao Wolfram |
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schrieb am
12.02.2012 um 23:24
@Wolfram Heinrich
Besten Dank! Allerdings bin ich gräßlich protestantisch aufgezogen worden, auch werde ich wohl zeitlebens oder -sterbens problemlos durchs engste Nadelöhrchen gehen. Aber hier eine Bitte: (Ich las, wie du kenua in "Gute Nacht, deutsche Sprache" recht geduldig die "spitzen Klammern" erläutert hast.) Kannst du mir sagen (oder mir sagen, wer mir´s sagen kann), wie ich ein Zitat nach dem Einfügen hübsch kursiv dargestellt bekomme, vielleicht gar einen Link setzen kann. (Ich bin neu hier und weiß bisher nur normale Buchstaben zu tippen.) Für Tipps wäre ich dankbar und grüße protestantisch mit "Na denn man tau!" petz |
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@pet
Aber hier eine Bitte: (Ich las, wie du kenua in "Gute Nacht, deutsche Sprache" recht geduldig die "spitzen Klammern" erläutert hast.) Kannst du mir sagen (oder mir sagen, wer mir´s sagen kann), wie ich ein Zitat nach dem Einfügen hübsch kursiv dargestellt bekomme, vielleicht gar einen Link setzen kann. Das Zeichensystem dieser Website reagiert auf die Steuerzeichen "(i)" für "Kursiv an" und "(/i)" für "Kursiv aus" (statt der runden Klammer () mußt du natürlich eine spitze Klammer "<" und ">" setzen, ich kann das jetzt nicht, weil sonst die Information nicht dargestellt wird, sondern das System einfach die Kursivschrift anschaltet). Wenn du fett schreiben willst, dann nimmst du entsprechend (b) und (/b), wieder mit spitzen statt runden Klammern. Und der Zauberspruch für versteckte Links geht so: (a href="hier kommt die URL rein" target="_blank")hier kommt der Text rein(/a) Tau Wolfram |
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schrieb am
13.02.2012 um 09:52
@Wolfram Heinrich
Das Zeichensystem dieser Website reagiert auf die Steuerzeichen "(i)" für "Kursiv an" und "(/i)" für "Kursiv aus" (statt der runden Klammer () mußt du natürlich eine spitze Klammer "<" und ">" setzen Ich fühle mich deutlich kompetenzerweitert. Besten Dank und ebensolchen Gruß! petz |
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Bitte, gern geschehen.
Ciao Wolfram |
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Ist die Frage wie viel Reiche durch ein Nadelöhr passen nicht eher eine Frage des Aggregatzustandes? In flüssiger Form sollte das doch kein Problem sein.
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Zu 'Kamel + Nadelöhr': Also dastehen tut es so in der Bibel. 'Tau + Nadelöhr' und 'Kamel + Engstelle' sind in dem Sinne Interpretationen. Sie haben zwar eine logische Bewandtnis, jedoch ist auch eine rhetorisch-psychologische Dimension zu bedenken: sie sollen zum Hinterfragen und Nachdenken bringen und aufrütteln, wie auch andere Jesus-Aussagen innerhalb und außerhalb der Bibel. Siehe auch meine entsprechenden Kommentarbeiträge im Thread 'Dann DAS!'. Das Interpretieren gehört mit zum Text, wobei das Thomas-Evangelium (auf Englisch, auf Deutsch) einleitend explizit dazu auffordert.
(Einleitung) "Dies sind die geheimen Worte, die Jesus der Lebende sprach und die Didymos Judas Thomas aufgeschrieben hat." (Logion 1): "Und er sprach: Wer die Interpretation dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken." Dieses Evangelium kann man auch als christliches Zen sehen. |
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Zum Begriffsfeld 'Gottes neue Welt', 'Königsherrschaft Gottes', 'Reich Gottes', 'Königreich des Vaters', 'Himmelreich', 'Paradies' u.a.: Da handelt es sich um verschiedene Vorstellungen, die ineinanderfließen. Sie unterscheiden sich inhaltlich im Örtlichen, im Zeitlichen und im Substantiellen.
Ich bevorzuge den Begriff 'Gottes neue Welt'; einen Ausdruck aus der Gute Nachricht-Bibel. Meine Vorstellung gleicht der im Thomas-Evangelium beschriebenen: (Logion 3): "Jesus sprach: Wenn die, die euch (auf Abwege) führen, euch sagen: Seht, das Königreich ist im Himmel, so werden euch die Vögel des Himmels vorangehen; wenn sie euch sagen: es ist im Meer, so werden euch die Fische des Meeres vorangehen. Aber das Königreich ist in eurem Inneren, und es ist außerhalb von euch. Wer sich selbst erkennt, wird es finden. Wenn ihr euch erkennen werdet, dann werdet ihr erkannt, und ihr werdet wissen, dass ihr die Söhne des lebendigen Vaters seid. Aber wenn ihr euch nicht erkennt, dann seid ihr in der Armut, und ihr (selbst) seid die Armut." (Logion 113) "Seine Jünger sagten zu ihm: Das Königreich, an welchem Tage wird es kommen? Jesus sprach: Es wird nicht kommen, indem man darauf wartet. Man wird nicht sagen: Seht, hier ist es, oder: Seht, dort ist es. Sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." Das Königreich ist also im Hier und Jetzt, innerhalb und außerhalb von uns. Das Ziel ist, es zu verwirklichen; das heißt, es vom Transzendenten ins Konkrete zu transformieren. In diese Richtung geht auch die Kombination von Christentum und Sozialismus: religiöse Sozialisten, Befreiungstheologie, linke Christen u.ä. Darum sind die Reichen und Mächtigen auch so beunruhigt, wenn Religion und Politik kombiniert werden. |
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Siehe dazu auch meinen Blog-Artikel 'Christ = Sozialist = Muslim'.
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Zur 'Spirituellen Nähnadel': Sie ist mir ein metaphorisches Instrument - wie beispielsweise Ockhams Rasiermesser. Die Spitze, das Öhr; auch die Funktion des Nähens - weltliche und spirituelle Gewänder.
Dazu assoziiert aus dem Thomas-Evangelium das Logion 47b: "Niemand trinkt alten Wein und wünscht sofort, neuen Wein zu trinken. Und man gießt nicht neuen Wein in alte Schläuche, damit sie nicht zerreißen; und man gießt nicht alten Wein in einen neuen Schlauch, damit er ihn nicht verderbe. Man näht nicht einen alten Flicken auf ein neues Gewand, denn es würde ein Riss entstehen." Und weiter assoziiert aus der bairischen Sagenwelt. Zitiert aus dem Buch 'Bairisches Deutsch' von Ludwig Zehetner: Weiz, die, : Spuk, Spukgestalt, Gespenst, Geistererscheinung (Licht- oder Lautzeichen von Verstorbenen, als Sühne für frühere Vergehen oder als Mahnung für die Lebenden). Wenn eine Weiz mit einem weißen Fleck versehen sei, so könnte sie noch erlöst werden. Wenn die Weiz aber ganz schwarz sei, so wäre sie auf ewig verdammt. - Die Weiz im Schloss (Emmi Böck: Sagen aus der Hallertau; S. 176; S. 189) So wandert auch der menschliche Geist durch die Welten. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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