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Was ist da passiert? Haben wir den Schlüssel zum Stop des Klimawandels gefunden, oder gar einen allumfassenden Verzicht auf Gewaltanwendung in der Auseinandersetzung zwischen Menschen erreicht? Haben wir endlich die Welt-Sozial-Formel entdeckt, wonach wir jetzt genau wissen, wie viel Reichtum umverteilt werden muss, um sowohl die Armut aber nicht die Menschen Leistungsdrang zu beseitigen?
Nein, ein Mann im fernen Pakistan wurde von einem Haufen amerikanischer Elitekrieger erschossen.
Und jeder, aber auch jeder westliche Staatsmann aus der 1.bis zur letzten Hinterreihe musste seine Freude darüber äußern!
Was muss da als Rache und Wut geschlummert haben, dass solche geübten Christen wie Frau Merkel ihrer blindwütigen Todesfreude Ausdruck verliehen!
All die Anti-Terrorgesetze, die Beschneidungen bürgerlicher Freiheiten, die zunehmende Militarisierung der Politiker- und Mediensprache hatten offenbar dieses Grundgefühl unserer Politik-Elite zur Basis. Nicht mehr.
Afghanistan – diese Todesfalle für viele Soldaten und Einheimische, dieses Milliardengrab von finanziell überschuldeten Gesellschaften, diese moralisch-ethische Bankrotterklärung unserer Wertegemeinschaft – nur der Zweck für die Jagd auf einen alten Mann in Pakistan?
Die Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch war und ist nicht mehr als die Bereitung des Start- und Landefeldes für die Jäger auf einen alten Terroristen.
Die mediale Inszenierung dieser Jagd auf Bin Laden lässt nur einen Schluss zu: Die wesentlichen Leute wußten schon lange wo er ist. Es gab jetzt nur noch die Suche nach dem besten Zeitpunkt für den Show down.
Was folgt jetzt?
Wenn es gut geht zerfleischen sich die vielen kleinen Nachfolger von Bin Laden untereinander. Evtl. versiegt auch der Geldstrom aus den Unternehmungen von Bin Laden in das Terrornetzwerk.
Wenn es schief läuft, entsteht jetzt der Mythos vom Tod des unbewaffneten Bin Ladens gegen eine Überzahl schwer bewaffneter Elite-Krieger aus den USA. Dann bekommt die Hydra mehrere neue Köpfe.
Rationale Politik hätte nie einen solchen Wert auf den Tod Bin Ladens gelegt. Sie hätte sich um die Trockenlegung des Sumpfes, auf dem immer wieder Nachwuchsterroristen nachwachsen, gekümmert. Hat sie das in den letzten 10 Jahren?
Wenn Anti-Terrorpolitik aber wirklich Rachepolitik ist, dann Gute Nacht Weltfrieden.
Und dann sagt ein kleines Mädchen neben mir in der S-Bahn: Mama, haben sie den Weihnachtsmann etwa erschossen?
Das wäre wirklich etwas wichtiges gewesen. Wichtiger jedenfalls als der Tod Bin Ladens.
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Und das ausgerechnet durch Schüsse aus Rot-Weiß Coca-Cola-Country.
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Lieber tod als rod!
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Vielleicht hätte der Weihnachtsmann nicht als Islamist verkleidet außerhalb seiner Dienstzeit in Asien spazierengehen, sondern lieber bei bei seinen Rentieren bleiben sollen.
Nun, vielleicht hat es doch sein Gutes, weil ich so in der kommenen Weihnachtszeit von dieser Inkarnations des rührseligen Kitsches verschont werde. R.I.P. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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