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Das Trauerspiel um den Tod von Steve Jobs nimmt schon skurille Züge an: Japaner beten vor dem Bild des verstorbenen I-Gods, westliche Medien predigen den Erfindergeist und der US-Präsident hält eine schmalzige Rede auf den Unternehmer Steve Jobs.
Was hat die Welt Menschen wie Steve Jobs aber tasächlich zu danken?
Uns hochtechnisierten konsumsüchtigen Wohlstandsbürgern ein Produkt, das niemand brauchte, solange es nicht da war:
Eine Produktreihe, das das Sozialwesen Mensch noch mehr individualisierte,
Eine Produktreihe, das uns eine Scheinwelt beschwerrte, in der alles bunt, sofort abrufbar und klar strukturiert ist,
Ein Produktreihe, das eine neue soziale Klassifizierung von Menschen hervorbrachte: Bist du mit i-pod oder ohne?
Steve Jobs hat uns den Kapitalismus in seiner reinsten Form vorgelebt: Es geht nicht um den wirklichen Gebrauchswert eines Produkts, sondern um den scheinbaren.
Auch wenn der Mensch nur sehr begrenzt ist in seiner Fähigkeit, Informationsmengen und ihre Geschwindigkeiten zu verarbeiten, zu filtern: Apple und Steve Jobs suggerierte uns, das entgegen dieser Natur des Menschen Produkte und damit Profite realisierbar sind.
Jobs weckte Bedürfnisse, die nicht nur gar nicht nötig sind, sondern die uns Menschen sogar zuwider sein müßten: Informationssucht, Individualisierung, Beschleunigung des Lebens - die psycho-sozialen Folgen sind bekannt.
Wer dann noch in Betracht zieht, unter welchen menschenunwürdigen Bedingungen diese Produkte in China hergestellt wurden, um den Profit für Jobs zu maximieren, der kann in diese postumen Elogen nicht einstimmen. Ganz im Gegenteil:
Steve Jobs war ein ganz normaler Kapitalist, der alles tat um seinen Profit zu maximieren. Das klingt altmodisch, weil es schon bei karl marx so im "Kapital" stand. Aber letztendlich ist es darauf zu reduzieren. Nicht mehr und nicht mehr weniger bleibt von Jobs übrig.
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Sie schnitzten Ihren Blog in ein Tontäfelchen?
Ich bin MacNutzer seit Beginn meines Umgangs mit Computern (von einigen mühseligen Zwangsausflügen in die Bill-Gates-Welt abgesehen). iPod/-Phone/-Pad interessieren mich nicht die Bohne - wohl aber gut durchdachte, formschöne, EINFACHE Computer (so alle 5-7 Jahre einer, bislang immer gebraucht gekauft). Ich bin Nutzer, kein Experte. Computer sind Werkzeuge. Die von Apple sind nach meiner Erfahrung sehr gute Werkzeuge. Was die notwendige Kritik an Produktionsbedingungen/Griff in Kundenprivatsphäre/Kapitalismus/Bedürfnisschaffung etc. nicht klein reden soll. Deren Anlässe sind aber kein Alleinstellungsmerkmal von Apple. |
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Die Welt drehte sich auch die "guten Werkzeuge" und kein wirkliches Problem wurde mit diesen "guten Werkzeugen" gelöst. Wenn man Jobs nur als Marketingprofi und gewinnorientierten Unternehmer bezichnen würde wäre es ok. Aber "Guru der Erfinder"? Gehts auch eine Nummer kleiner?
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Die Welt drehte sich auch die "guten Werkzeuge" und kein wirkliches Problem wurde mit diesen "guten Werkzeugen" gelöst. Wenn man Jobs nur als Marketingprofi und gewinnorientierten Unternehmer bezichnen würde wäre es ok. Aber "Guru der Erfinder"? Gehts auch eine Nummer kleiner?
"Was die notwendige Kritik an Produktionsbedingungen/Griff in Kundenprivatsphäre/Kapitalismus/Bedürfnisschaffung etc. nicht klein reden soll. Deren Anlässe sind aber kein Alleinstellungsmerkmal von Apple." Mit diesem Prinzip der billigen Rechtfertigung am Schicksal von Menschen in Asien kann man übrigens auch den Massenmord der Faschisten an den Juden noch rechtfertigen: Juden, Sinti und Roma wurden ja auch schon vor der Nazizeit verfolgt und ermordet. Dann ist es ja kein Alleinstellungsmerkmal mehr der Nazis und deshalb auch nicht mehr so wesentlich für ihre Beurteilung. He, gehts noch? |
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Wo bitte habe ich mich über Steve Jobs als einem 'Guru der Erfinder' ausgesprochen? Nirgendwo? Ah so.
Ihr Computer wurde im Stuhlkreis von Anthroposophen zusammengeschraubt und läuft auf der Basis warmer Kirschkernsäckchen statt mit seltenen Erden, Strom und asiatischer Billigarbeit? Ah so. Bei mir soll's ein bißchen kleiner gehen? Sie glauben gar nicht, wie klein nach Ihrem beschissenen Massenmordvergleich - nämlich weg hier. Gleich sofort: Es mag ja gut möglich sein, daß Ihr Computer Ihnen mehr Probleme bereitet als er für Sie löst, den Eindruck kann man angesichts Ihrer Schreibe leicht gewinnen. Sie werden mir aber zugestehen müssen, daß Ihre Probleme nicht meine sind. Dann will ich wenigstens mal hoffen, daß Ihr Computer nicht HP oder Dell heißt, Sie keine Playstation, Nintendo DS, Wii, Xbox 360, Grafikkarten, Mainboards, Barebones, Lüfter etc.etc. Ihr Eigen nennen, denn sonst klebte an Ihren Fingern das präzise gleiche Foxconn-Blut wie an denen von Mac-Nutzern (und von jedem anderen hier auch - meines Wissens wird kein Computer unter anständigen Arbeitsbedingungen produziert). Oder glauben Sie etwa, Sie allein kämen schuldlos durchs Leben? Ah so? Ihr Kaffee ist fair gehandelt? Sie essen nur im Beisein der Bezugsperson vom Baum gefallene Früchte? Ist das da nicht ein H&M-T-Shirt unter Ihrem Fleecepullover und Nike-Schuhe an Ihren Füßen? Woher kommt der Ikeateller für 65 Cent rechts vor Ihnen? Der Tisch stammt vom Tischler um die Ecke? Und was tut das hohe moralische Roß unter Ihnen? Ist das nicht auch ein ganz klein bißchen unbequem zum Schreiben? Und tschüss...;-)... |
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schrieb am
07.10.2011 um 15:33
woher weißt du das?
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Weil Artikel, die von "dieser Natur des Menschen" handeln, immer im Desaster enden.
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Ach so, dann bist du Gott der allwissende? Der schon "immer" alles weiß. :-)
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Nö, aber Du demonstrierst ja auch nebenan, aus welchen Quellen sich deine "Kritik" so speist: bei Licht besehen bleibt da nicht recht viel mehr übrig als eine Melange aus plattem Gebrauchswertfetischismus, Naturvergötzung und moralischem Rigorismus. Dazu paßt es freilich schnurgerade, daß Du oben gleich mal den Holocaust dazu benutzt, um irgendwelche Rechnungen aufzumachen.
PS: Wahrscheinlich wirst Du es Dir nicht vorstellen können, aber ich besitze gar nichts von Apple und schreibe hier nicht aus der Perspektive des Konvertiten, der den Mastermind verteidigt. Daß Du Dich allerdings mit der Church of Steve Jobs sehr genau auskennst, liegt auf der Hand, denn was Dich von der trennt ist im wesentlichen ein Konkurrenzverhältnis unter zwei Weltbildprovidern: Apples spiritueller Mehrwert, der im iPhone schlummert, ist bei Dir halt die "Natur" und irgendwelche "Bedürfnise", für das sie das Maß hergeben soll. Was Dich mit Apple Inc. aber unverkennbar verbindet ist die chronische Neigung zur Theologie, die die schiefe Bahn abgibt, auf der Dein Regreß hinunterrutscht. |
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schrieb am
07.10.2011 um 20:41
Die Rigorosität in Deiner Kritik halte ich nicht für gerechtfertigt, Josef.
Nicht nur deswegen, weil auch mir diese irrwitzige Vergötterung dieses nun toten Menschen und seiner Seligmachenden Erfindungen gehörig auf den Zeiger geht. VERMUTLICH KÖNNTE Deine Kritik eine korrekte Zuschreibung auf dem Verfasser sein – aber der Text alleine gibt das nicht her – auch nicht die Holocaustreplik im Kommentar oben. Und einen DER Grundfehler MORALISCHEN Denkens, nämlich die „Natur“ als Berufungsinstanz für „Richtig“ oder „Falsch“ zu behaupten – beherrschen Demokraten, Faschisten wie auch Anarchisten gleichermaßen gut. |
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Hallo Phineas,
mir geht der Zinnober ja auch auf die Nerven, weshalb es mich sogar ziemlich verärgert, sowohl seine Liebhaber als auch seine Verächter aufs Korn nehmen zu müssen, wenn die sich nicht entblöden, aus seinem Hinscheiden auch noch eine Gelegenheit zu ganz eigenen Kalkulationen zu machen (habe dazu www.freitag.de/community/blogs/ed2murrow/death-of-a-salesperson#comment-319902"> www.freitag.de/community/blogs/ed2murrow/death-of-a-salesperson#comment-319902">nebenan schon mal was geschrieben). Nach nochmaliger Lektüre des Artikels bleibe ich bei meiner Ansicht, oder was soll man Deiner Meinung nach von Sätzen halten wie solchen: "... ein Produkt, das niemand brauchte, solange es nicht da war:" "Eine Produktreihe, das das Sozialwesen Mensch noch mehr individualisierte, ..." "Ein Produktreihe, das eine neue soziale Klassifizierung von Menschen hervorbrachte ... " "Es geht nicht um den wirklichen [!] Gebrauchswert eines Produkts [!], sondern um den scheinbaren [!]." "Jobs [!] weckte [!] Bedürfnisse, die nicht nur gar nicht nötig sind, sondern die uns Menschen sogar zuwider sein müßten: ..." Was hier steht, ist schlicht: Bullshit. Grüße! |
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Du bist nicht allein....;)
Stimme in weiten Teilen grundsätzlich zu. Aber die "Trauer", ob echt, hysterisch oder sonstwas, ist in diesem Fall - wie bei anderen Mediengrößen auch - natürlich eine besondere Sache, die mit der medial aufgebauten "Persona" zu tun, weniger mit den Produkten. Auch sehe ich in Jobs keinen "ganz normalen" Kapitalisten. Ich würde es sogar für sehr gefährlich halten, dies zu tun. Denn genau das war er allenfalls in einem sehr abstrakten Sinne. Anders als der ganz primitive, gewöhnliche Kapitalismus, war der Kapitalismus des Steve Jobs - wie im Beitrag ja beschrieben - höchst raffiniert/ kulitiviert. Und das hat - neben den scheinbar realen genialen Ideen und Entwicklungen - dann schon eine zusätzliche Qualität für die Nutzer, wie die Vorkommentare andeuten. Mehr noch: Jobs hat ja immer weniger eine Firma als eine Kirche/ Religionsgemeinschaft geführt. Und er scheint dies sehr viel besser gekonnt zu haben als vergleichbare Marken-Päpste. Und auch daraus ergibt sich für die Kunden - wie bei der schon genannten genannten Ästhetik - ein zusätzlicher Nutzwert. Fällt zwar alles irgendwie in die Kategorie "Drogen", aber auch die haben ja einen "Gebrauchswert". Unabhängig von Jobs ist diese Art von Kapitalismus in seiner quasi-religiösen Verschleierung natürlich besonders gefährlich, denn die inneren Gesetze und das, was hinter der Fassade mit den Menschen und der Natur geschieht wird allenfalls noch in einer Katastrophe sichtbar, also wenn es bereits zu spät ist. Mir scheinen also all diese Apple-Produkte heute in der Hauptsache quasi-religiöse Kultgegenstände mit Suchtpotential zu sein, deren alltäglicher "Gebrauchswert" eher sekundär ist. Und die völlig überzogene, teilweise hasserfüllte Kritik an Microsoft u.a. scheint mir Züge eines ziemlich fundamentalistischen Glaubenskrieges zu tragen. Und weshalb man als gewöhnlicher User mit einem gewöhnlich kapiltalistischen ALDI-PC nicht hinreichend gut bedient sein soll, sofern die Qualität einigermaßen stimmt, erschließt sich mir bislang nicht. Damit komme ich aber nun wieder zur Trauer zurück. Die hat natürlich auch deshalb diese überdimonsionierten Züge, weil ein Messias seine Gemeinde für immer verlassen hat. Das ist schon ein ziemlich realer Verlust für Menschen, die auf so was abfahren. |
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Du bist nicht allein....;)
Stimme in weiten Teilen grundsätzlich zu. Aber die "Trauer", ob echt, hysterisch oder sonstwas, ist in diesem Fall - wie bei anderen Mediengrößen auch - natürlich eine besondere Sache, die mit der medial aufgebauten "Persona" zu tun, weniger mit den Produkten. Auch sehe ich in Jobs keinen "ganz normalen" Kapitalisten. Ich würde es sogar für sehr gefährlich halten, dies zu tun. Denn genau das war er allenfalls in einem sehr abstrakten Sinne. Anders als der ganz primitive, gewöhnliche Kapitalismus, war der Kapitalismus des Steve Jobs - wie im Beitrag ja beschrieben - höchst raffiniert/ kulitiviert. Und das hat - neben den scheinbar realen genialen Ideen und Entwicklungen - dann schon eine zusätzliche Qualität für die Nutzer, wie die Vorkommentare andeuten. Mehr noch: Jobs hat ja immer weniger eine Firma als eine Kirche/ Religionsgemeinschaft geführt. Und er scheint dies sehr viel besser gekonnt zu haben als vergleichbare Marken-Päpste. Und auch daraus ergibt sich für die Kunden - wie bei der schon genannten genannten Ästhetik - ein zusätzlicher Nutzwert. Fällt zwar alles irgendwie in die Kategorie "Drogen", aber auch die haben ja einen "Gebrauchswert". Unabhängig von Jobs ist diese Art von Kapitalismus in seiner quasi-religiösen Verschleierung natürlich besonders gefährlich, denn die inneren Gesetze und das, was hinter der Fassade mit den Menschen und der Natur geschieht wird allenfalls noch in einer Katastrophe sichtbar, also wenn es bereits zu spät ist. Mir scheinen also all diese Apple-Produkte heute in der Hauptsache quasi-religiöse Kultgegenstände mit Suchtpotential zu sein, deren alltäglicher "Gebrauchswert" eher sekundär ist. Und die völlig überzogene, teilweise hasserfüllte Kritik an Microsoft u.a. scheint mir Züge eines ziemlich fundamentalistischen Glaubenskrieges zu tragen. Und weshalb man als gewöhnlicher User mit einem gewöhnlich kapiltalistischen ALDI-PC nicht hinreichend gut bedient sein soll, sofern die Qualität einigermaßen stimmt, erschließt sich mir bislang nicht. Damit komme ich aber nun wieder zur Trauer zurück. Die hat natürlich auch deshalb diese überdimonsionierten Züge, weil ein Messias seine Gemeinde für immer verlassen hat. Das ist schon ein ziemlich realer Verlust für Menschen, die auf so was abfahren. |
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Nachtrag
Finde gerade einen, der es besser formuliert als ich: www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,790370,00.html |
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@seriousguy47
"Mehr noch: Jobs hat ja immer weniger eine Firma als eine Kirche/ Religionsgemeinschaft geführt." Das ist das Wesen eines guten Marketings. Es werden keine Produkte mehr verkauft, sondern es wird eine positive Emotion verkauft, die an ein Produkt gebunden oder gekoppelt ist. Autos, die nicht mit Emotionen aufgeladen sind, werden schlecht oder gar nicht verkauft. In den neunziger Jahren gab es mal eine Kampagne eines Autoherstellers, der damit warb, dass ein Auto eine Ansammlung von Schrauben, Blech, Gummischläuchen und Drähten sei, die man in ihrem Zusammenspiel jetzt perfektioniert habe. Das Auto wurde ein Verkaufsflop. Dagegen hat BMW das "Freude am Fahren" gesetzt und Mercedes "Willkommen zu Hause" - wir erinnern uns vielleicht... Selbst Putz- und Reinigungsmittel werden mit Emotionen aufgeladen um sie zu verkaufen. Echte Kundenbindung geht nur über die emotionale Bindung. Das hat Jobs sehr gut verstanden und genutzt. |
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"Echte Kundenbindung geht nur über die emotionale Bindung. Das hat Jobs sehr gut verstanden und genutzt."
Genau: Das tut der kleine Handwerker bei mir unten im haus auch... kein neuartiges Produkt oder Werk, sondern Kundenbindung über das persönliche. Aber deshalb muss man Jobs nicht zum Guru der Erfinder machen. Eher zum Guru des Marketings. Dann wäre es ehrlich. |
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Ich bin gegen Turnschuhe aus Sweat Shops. Deshalb trage ich nur noch Trigema Hemden an den Füßen und schlurfe. Macht auch weniger Ameisen tot und entschleunigt mich. Jetzt lebe ich wieder!
Wenn diese Kritik? sich damit beschäftigt hätte, was es an Apple wirklich auszusetzen gäbe im Nutzen für den User, nämlich der Geschlossenheit und genau damit verbunden auch der funktionelle Vorteil in der Bündigkeit von Hard- und Software, ja, dann äh, ja dann aber! Besonders lecker dieser Satz: "Eine Produktreihe, das das Sozialwesen Mensch noch mehr individualisierte," Holla die Wald fee. Alles in Uniform, aber rapp zapp! Stillgestanden. |
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...nach ihrer Denkart in eine Uniform mit Apfel vorne und hinten drauf. :-)
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@Tycho,
"Besonders lecker dieser Satz: "Eine Produktreihe, das das Sozialwesen Mensch noch mehr individualisierte," ...könnte es sein, Sie haben den Satz inhaltlich nicht ganz erfasst? Im Gegensatz zu der hier im Forum etwas erhöhten Präsenz von Persönlichkeiten sind diese Gesamtgesellschaftlich gesehen am Absterben, wurden durch letztlich gleichförmigen peripheren Individualismus ersetzt. Und da tragen in der Tat die I-Produkte auch bei. |
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Ihr seid alle Individualisten.
Ich nicht. |
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schrieb am
07.10.2011 um 18:02
@GeroSteiner schrieb am 07.10.2011 um 17:51
Sondern? |
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Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären.
Die Erde ist ein Planet. Der Mond nicht. |
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@Banabab
Ob ich den o.g. Satz begriffen habe? Das ist ja die Frage...Für mich zäumt der Autor das Pferd von hinten auf. Das vermeintlich konformierende eines MustHaveItem ist in diesem Fall ein niederschwelliges, weil intuitiv bedienbares GUI gewesen, welches auf einer, dafür geschaffenen Hardware lief. Kurz: Es war für nahezu jeden stante pede bedienbar und die Bugs waren unauffällig...genau deshalb schlug es ein auf dem Markt wie eine Bombe. Zuvor musste man das "netzwerken" noch schulen. Vorhandene soziale Netzwerke, von denen man im mindesten behaupten darf, dass diese das Offline Leben bereichern können, wurden für eine Klientel zugänglich, für die der Homecomputer oder der Laptop mit dem einzurichtenden Kram zu hochschwellig war. Was ist daran bitte asozial und konformierend? Und wenn jemand seine Musik endlich einmal auf einem einzigen Datenträger konzentrieren kann,..ja, hmm, was ist daran überflüssig? Es entspricht den zuvor nicht artikulierten Wünschen nach Vereinfachung. Das Werkzeug selbst, ja, das ist konform. Und sicherlich kann man auch eine Diskussion zu den Verwertungsrichtlinien und dem geschlossenen Drumherum bei Apple machen. Schrieb ich ja schon. Und was ist ein oberflächlicher Individualismus bitte in diesem Zusammenhang? Ich würde das gerne verstehen mögen... |
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@tycho
"Es entspricht den zuvor nicht artikulierten Wünschen nach Vereinfachung." Treffer, so muss Marketing denken: Was der Kunde alles will und braucht, weiß er meistens gar nicht. |
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diejenigen, die gerne wollten, kauften sich in den neunzigern nen rechner und schmissn den dann aus dem fenster, wegen der gui's und dem fachkram,... obschon der pc im grunde die wesentlichen funktionen innehatte...
nimm dir mal einen bankautomaten vor. der ist intuitiv zu benutzen. genau diese Vereinfachung haben die kleinstcomputer erfahren. deshalb ist blackberry damals ein erfolg gewesen und schmierte nach iPhone ab.. oh jaaaa,..die welt ist ja so böse. scheisse, und kalt ist es heute abend geworden... |
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@miauxx
"Was der Kunde alles will und braucht, weiß er meistens gar nicht." "Wenn ich meine Kunden nach ihren Wünschen gefragt hätte, dann hätten sie sich ein schnelleres Pferd gewünscht." - Henry Ford - |
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Ein geradezu allgemeingültiger Text! Mit wenigen Anpassungen für jede technische Neuheit einsetzbar! Eisenbahnen, Waschmaschinen, Fotoapparate, Telefone, Computer, Seifenschälchen und natürlich auch das iPhone.
Das Trauerspiel um den Tod von Henry Ford nimmt schon skurille Züge an: Japaner beten vor dem Bild des verstorbenen Mobilisten, westliche Medien predigen den Erfindergeist und der US-Präsident hält eine schmalzige Rede auf den Unternehmer Henry Ford... Eine Produktreihe, das das Sozialwesen Mensch noch mehr individualisierte, Eine Produktreihe, die uns eine Scheinwelt bescherte, in der alles schwarz, mit Benzin befüllbar und klar strukturiert ist, Lenkrad und andere Räder sind klar voneiander getrennt. |
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Genau richtig und deshalb ist dieser Postum-Hype auch so lachhaft. Er war ein ganz normaler gewinnorientierter Unternehmer, wie Ford, wie Rockefeller, wie J.P. Morgan.... usw usf.
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"Steve Jobs hat uns den Kapitalismus in seiner reinsten Form vorgelebt: Es geht nicht um den wirklichen Gebrauchswert eines Produkts, sondern um den scheinbaren."
Diesen Satz empfinde ich in seiner Aussage als den zentralen des Artikels. Einige Kommentare hier haben sich nach meinem Verständnis viel zu stark auf einzelne Formulierungen gestürzt, die den Text im Ganzen zwar tatsächlich schwächen, sich aber nicht zu einem gänzlichen Verriß eignen. Grundsätzlich kann man sich hier doch wohl darauf einigen, dass ein Computerentwickler und -verkäufer, der nach den Regeln des Marktes handelte, eben nun nicht vorrangig aufgrund der Tatsache seines Erfolges auf diesem, seinem Gebiete hochgelobt wird (sowas würde ich im Manager-Magazin u.ä. erwarten), sondern zu jemandem erhoben wird, der die Welt besser gemacht habe, was schließlich für sehr viele schwer erträglich ist. Dass sich Jobs das Image des "Besseren" bewahren konnte, ist wohl zuerst ein Zehren von der Situation des verlorenen Rennens gegen Gates' Microsoft. Dass es Apple aber sodann vermochte, seine eigene Produktlinie erfolgreich weiterzuverfolgen, ohne sich an den Mainstream-Giganten Microsoft dranzuhängen, schien der im Zusammenhang mit Jobs postulierten These recht zu geben: Dass ein Anders-Sein im Kapitalismus nicht nur möglich sei, sondern sogar die richtigen Akzente setze. Richtig für die Apple-Jünger, die für eine empfundene Dissidenz gerne ein paar Scheine mehr auf den Tisch legen, als auch richtig für Kapitalismus-Verfechter, die so ein Argument haben, dass Innovation und Erfindergeist nicht nur im freien Markt geboren würden, sondern auch nur dort zu ihrem Recht kämen. (Obama hat in seinem Gesülze zu Jobs' Tod gar noch den Nationalgeist Amerikas beschworen) Der oben zitierte Satz des Autors gibt wieder, dass Jobs' Apple nicht viel mehr getan hat, als ein Unternehmen nun mal tut, wenn es erfolgreich sein will. Dass gerade überaus erfolgreiche Personen der Wirtschaft, insbesondere auf dem Zenit ihres Erfolges und im fortgeschrittenen Alter, sich gerne weise und mild geben, ist auch nichts neues. Was Wunder: Dumme Menschen stecken freilich nicht hinter der Funktion eines CEO. Aus den oben beschriebenen Gründen scheint nur i.F. Jobs sich eine besonders ideale Einheit von persönlicher und Firmenphilosophie aufzutun. Deshalb gilt nun auch allerorten seine Stanford-Rede als beweisträchtiger Nachruf. Für alle, die nun aber keine persönliche Bindung an Jobs hatten. also keine familiären Motive zur Trauer finden können, sollte doch gelten, was er getan hat. Und das war eben tatsächlich nicht mehr, als erfolgreich Computer zu verkaufen. Und eben mit allem, was am erfolgreichen Verkaufen dranhängt: Wecken von Bedürfnissen, Markenoptimierung, effizientes Produzieren usw. Die Welt besser gemacht haben solche Menschen noch nie! Und werden sie auch nie! Der "Posthum-Hype" ist nicht nur lächerlich, er ist sogar, v.a. in der Breite, erschreckend! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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