Der Freitag

Neues aus dem Serverraum

19.02.2010 | 13:57

Freitags-Kommentar: Spätrömische Dekadenz mit JA und PG

 

Jakob Augstein, Verleger des Freitag, und Philip Grassmann, Chefredakteur des Freitag, über politische Dekadenz, den Untergang des römischen Reiches und Hartz IV - Nero Guido Westerwelle. Zwar ohne Wein und Weib - dafür aber mit reichlich Gesang.

 

In Kooperation mit Politik.de.

 
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Kommentare
Streifzug schrieb am 19.02.2010 um 14:12
Die Zwei von der Dekadenzstelle :)

goedzak schrieb am 19.02.2010 um 14:44
Was wird aus dem Freitag, wenn die beiden vom Privatfernsehen entdeckt werden?
I.D.A. Liszt schrieb am 19.02.2010 um 17:04
Um dem vorzubeugen. sollten wir sie vielleicht der "Anstalt" empfehlen.
Magda schrieb am 19.02.2010 um 14:45
Sehr amüsant. :-))
Gern abgespielt.

Das mit der Dekadenzstelle ist auch lustig.Siehste Streifzug, bei Männern bist Du einfallsreicher, sag ich doch.
Streifzug schrieb am 19.02.2010 um 15:03
Hallo Magda,

mein Einfallsreichtum bei Frauen liegt schwerpunktmäßig in anderen Bereichen und kommt im realen persönlichen Kontakt besser zur Geltung:

Unwiderstehlicher Charme, Humor, blendendes Aussehen und, ach ja, Bescheidenheit ;)
merdeister schrieb am 19.02.2010 um 14:55
Danke Jakob, Danke Philipp!
Fro schrieb am 19.02.2010 um 15:51
Super.

Zum brennenden Sozialstaat und Westernero:

"Es wurden Gerüchte laut, dass Nero selbst das Feuer habe legen lassen, um die Stadt neu aufzubauen (nach neoliberalen Vorgaben?) und insbesondere Platz für einen riesigen Palast, das „Goldene Haus“ (Neue Konzernzentrale für die DKV?), zu schaffen.

Angeblich beobachtete und besang er den Brand vom Turm des Maecenas aus, während er sich selbst auf der Lyra begleitete und Verse vom Fall Trojas deklamierte." mehr
solaplexus schrieb am 19.02.2010 um 16:30
Paßt genau!
Streifzug schrieb am 19.02.2010 um 16:46
Er bezieht sich auf die spätantike Dekadenz anstelle der klassisch-republikanischen, die im ersten vorchristlichen Jahrhundert von Sallust (Sein Amt soll er schamlos ausgenutzt und innerhalb kürzester Zeit große Reichtümer zusammengeraubt haben. Eine Klage wegen Ausbeutung im Amt gegen ihn konnte nur mit Hilfe Caesars abgewandt werden.) als Vorzeichen moralischen und danach politischen Verfalls einer republikanischen Ordnung interpretiert wurden.

Das ist so, als warnte Westerwelle als Folge der Dekadenz nicht vor einem Zerfall gesellschaftlichen Zusammenhalts, sondern vor dem (spätrömischen ) Einfall der Barbaren.
Aristipp schrieb am 19.02.2010 um 17:23
Ja. Die Frage ist nur, wer da gerade der einfallende Barbar ist. Der Warner himself?!?
merdeister schrieb am 19.02.2010 um 19:38
Dann sind Westerwelle und Sarrazin die Warner Brothers?
Joachim Petrick schrieb am 19.02.2010 um 16:02
eine markante Untergangsthes des Römischen Reiches fehlt doch glatt in der vorliegend formidabel tönenden Freitags Wochenschau der Jakobs Philip Sister Aufstellung der spätrömischen Abgründe:
"die inquisitorisch verbale Flitzkacke der Furien der Kurien des weströmisch- katholischen Vatikan Welten Alarm!"

siehe dazu auch den Unterschied zwischen spät - und poströmisch dekadenter Würze verbaler Fürze:

www.freitag.de/community/blogs/joachim-petrick/guido-westerwelle--laesst-in-liberaler-haengematte-einen-fahren
Guido Westerwelle lässt poströmisch dekadent in liberaler Hängematte einen fahren
Geier kreisen über der Marktwitschaft

Vom Marktschreier zum gierig kreisenden Geier über der Marktwirtschaft
Marktwirtschaft zur Hängematte der Bankster, Manager, Ökonomen, Politiker verkommen?

tschüss
JP
Joachim Petrick schrieb am 19.02.2010 um 16:37
hätte ich doch fast den oströmisch byzantinisch verbalen Sprühteufel als Untergangsthese 211,römisch II b des Römischen Reiches vergessen.
Sebastian Dalkowski schrieb am 19.02.2010 um 16:36
Die Frisur von Herrn Augstein kommt mir auch sehr spätrömisch dekadent vor, Herr Grassmann hält es da ja eher mit den Spartanern.

Hoffentlich bald in der Heute-Show zu sehen.
Carl Gibson schrieb am 19.02.2010 um 16:40
Wenn Westerwelle mit seiner FDP nicht dorthin steuern will, wo die "Unsinkbare" gelandet ist,
dann sollte er sich intensiver mit Römischer Geschichte auseinandersetzen,
vor allem mit dem
"Panem et circensis"-Prinzip.

Wenn die "Korn-Speicher" leer sind,
dann sind alle Spiele und Vergnügungen umsonst.

Dann herrscht Aufruhr in Rom, Rebellion!

Dann brennt es überall - und dann gehen selbst Lustknaben und Hetären auf die Barrikaden,
denn der Magen ist ihnen immer noch näher als jede Sitte und Sinnlichkeit.

Der "Speicher"-Wärter (Beauftragte!) war eine wichtige Stellung in Rom.
Vox populi, vox dei - das gilt auch für die FDP.

Carl Gibson
Joachim Petrick schrieb am 19.02.2010 um 16:47
besser Carl denn Mell !,
da Guido Westerwelle sich poströmisch dekadent auf dünnem Eis bewegt, wäre jede weitere denn flüchtige Beschäftigun mit der Römischen Geschichte für ihn politisch versenkbar lebensgefährlich
Carl Gibson schrieb am 19.02.2010 um 17:27
Was wäre aus Germanien geworden, wenn sich Roms "Dekandenz" schon früher durchgesetzt hätte?

Hätten wir da eine FDP und einen Vizekanzler im gelben Guidomobil unterwegs in der Spaßgesellschaft?

Heinrich Heine hat sich so seine Gedanken gemacht und einiges in "Deutschland, ein Wintermärchen" festgehalten - an römischem Geist und "Zivilisation" ( Aus FDP-Sicht: Dekadenz!):

Das ist der Teutoburger Wald,

Den Tacitus beschrieben,

Das ist der klassische Morast,

Wo Varus steckengeblieben.

Hier schlug ihn der Cheruskerfürst,

Der Hermann, der edle Recke;

Die deutsche Nationalität,

Die siegte in diesem Drecke.

Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann,

Mit seinen blonden Horden,

So gäb es deutsche Freiheit nicht mehr,

Wir wären römisch geworden!

In unserem Vaterland herrschten jetzt

Nur römische Sprache und Sitten,

Vestalen gäb es in München sogar,

Die Schwaben hießen Quiriten!

(...)

Birch-Pfeiffer söffe Terpentin,

Wie einst die römischen Damen.

(Man sagt, daß sie dadurch den Urin

Besonders wohlriechend bekamen.)

Der Raumer wäre kein deutscher Lump,

Er wäre ein röm'scher Lumpacius.

Der Freiligrath dichtete ohne Reim,

Wie weiland Flaccus Horatius.

(...)

Die Wahrheitsfreunde würden jetzt

Mit Löwen, Hyänen, Schakalen

Sich raufen in der Arena, anstatt

Mit Hunden in kleinen Journalen.

Wir hätten einen Nero jetzt,

Statt Landesväter drei Dutzend.

Wir schnitten uns die Adern auf,

Den Schergen der Knechtschaft trutzend.

Der Schelling wär ganz ein Seneca,

Und käme in solchem Konflikt um.

Zu unsrem Cornelius sagten wir:

»Cacatum non est pictum.«

Gottlob! Der Hermann gewann die Schlacht,

Die Römer wurden vertrieben,

Varus mit seinen Legionen erlag,

Und wir sind Deutsche geblieben!

Wir blieben deutsch, wir sprechen deutsch,

Wie wir es gesprochen haben;

Der Esel heißt Esel, nicht asinus,

Die Schwaben blieben Schwaben."

Soweit Heinrich Heine, der nicht absehen konnte, dass einst Westerwelle und die Liberalen mit den drei Punkten Roms Kultur und Zivilisation als dekandent in den Dreck ziehen würden, um Arbeitslose zu beschimpfen.

Heiner Geißler, ein Schwabe, soll Westerwelle mit einem Esel verglichen haben - ganz liebevoll in Anlehnung an den Goldesel des Apuleius, der ein Römer war, vornehm wie Petronius dessen "Satyricon" uns etwas von der halbpronographischen Sodom und Gomorra-Welt vermittelt, die die Westerwelle von der FDP vieleicht den Arbeistlosen unterstellt: liberale Sexualität, Promiskuität, Pedärastie etc. - Dekadenz eben?

Was machen wir mit dieser Hetze der PDP gegen die schon arg Stigmatisierten und Ausgegrenzten? - Ab in die "cloaca maxima"
Carl Gibson
I.D.A. Liszt schrieb am 19.02.2010 um 17:40
Entschuldigung, daß ich hier korrigierend eingreife:

die Westerwell'sche Partei hat keine drei Punkte mehr - wenigstens nicht im Namen.

Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß ihr heimliches Sinnbild drei schwarze Punkte auf gelbem Grund sind!!!
Carl Gibson schrieb am 19.02.2010 um 18:33
Die drei markanten Punkte ( so eine Art ... etc. etc.!) sind also dahin!

Ein neues Image?
Eine neue Identität?
Alter Wein in neuen Schläuchen?
Oder gibt es auch "programmatische Neuansätze" bei der FDP?

Stigmatisierung und Ausgrenzung von Minderheiten,
obwohl man selbst eine Minderheit ist mit einem Chef als Minderheitler?

Konsequent?
Oder nur konsequent bigott?

Will man der "christlichen" Nächstenliebe der bürgerlichen Parteien mit dem großen "C" im Namens-Kürzel,
das "Leistungs-Prinzip" entgegensetzen in der Form von manchesterkapitalistischer Hetze gegen Lumpenproletarier und soziale Parasiten?

Die Unachtsamkeit mit den drei verschwundenen Punkten ist nur
ein Hinweis darauf, dass ich diese Partei, die ich einmal sogar "aus Prostest" gegen die alles gleichmachenden, großen so genannten "Volks-Parteien" gewählt habe, seit langem nicht mehr beobachtet und analysiert habe.

Der letzte Wahlerfolg kam für mich überraschend.

PDP-Chef Gouido Westerwelle hat es nun aber geschafft, dass sich die potentiellen "liberalen" Wähler diese Partei nun genauer ansehen!

Dumme Frage:

Was haben die Liberalen von heute eigentlich noch mit "Freiheit" zu tun?

Carl Gibson
I.D.A. Liszt schrieb am 19.02.2010 um 17:03
Hihihihihihihihi!

Super! Welch dekadentes, kaiserliches Vergnügen!
Deaktivierter Nutzer schrieb am 19.02.2010 um 17:09
Wunderbar. Sie geben alles. Aber wo ist die Christel von der Post(stelle)?

Eine Erinnerung. Manfred Krug sang seinerzeit:Und die Frisur, so schön wie nur im alten Rom...
Aristipp schrieb am 19.02.2010 um 17:21
Ich neige nicht dazu, mir vor Lachen auf die Schenkel zu klopfen - aber ja, doch, das war gut.
Ärgerlich nur, dass Westerwelle ebenso Ironieresistent sein wird wie Nero.
Zu Schade.
Philip Grassmann schrieb am 19.02.2010 um 17:33
Liebe Leute,
vielen Dank. Freut mich, dass euch der Videoblog gefällt. Hier noch das Lied von Nero im Original, gesungen von Peter Ustinov, allerdings im englischen Original: "Oh loderndes Feuer...."
Viel Spaß, Philip Grassmann

Joachim Petrick schrieb am 19.02.2010 um 19:51
Jakob hat, wohl angestimmt, den Sphären Dreiecks Bogen raus, den Gesanges Klang der Micky Maus.
Auf geht `s!,
in den griechisch- poströmischen Tragödien- Moneten Chor im Amphietheater des Grand Prix de Euro Devision gegen die Euro- Erosion!"

tschüss
JP
Carl Gibson schrieb am 19.02.2010 um 21:03
Westerwelle segelt hart "am Wind" auf einer Welle der Demagogie, die ihn nach neuesten Meldungen wieder hinauf katapultiert!?

Oder ist alles bald verweht?

Die FDP soll nach neuesten Umfragen von 8 auf 10 Prozent gestiegen sein? Wirklich? Wie "repräsentativ" sind diese Umfragen? Und wer hat sie in Auftrag gegeben, durchgeführt, überprüft?

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast, witzeln die Markt-und Meinungsforscher.

Es wäre bedenklich, wenn man mit dem Aufeinanderhetzen von Teilen der Bevölkerung heute wieder politisch punkten könnte. Lohnt sich das Fischen in Trüben wieder?
Früher war das den Radikalen vorbehalten!

Von einem merkwürdigen Gerechtigkeitssinn erfüllt, schimpft Westerwelle, Adept der Leistungs-Gesellschaft, jetzt gegen die "Findigen", gegen Sozialbetrüger, die sich staatliche Leistungen angeblich erschleichen, Gelder und Mittel, die Westerwelle in einem Anflug von Großzügigkeit und Mildtätigkeit den "Bedürftigen" geben will.

Neue Töne und Einsichten - oder doch nur die alte Heuchelei?

Arbeitslose sollen "zumutbare" Tätigkeiten annehmen oder - "bestraft" werden, indem man ihnen das schon knapp bemessene Existenzminimum weiter beschneidet oder ganz versagt.

Was kommt dann - der Einstieg in die Kriminalität?

Was ist für wen "zumutbar", Herr Westerwelle?

Nach Maos Auffassung war es würdig und angemessen, dass die Intellektuellen des Landes die Latrinen putzten!

Was wäre für einen arbeitslos gewordenen Berufspolitiker "zumutbar"?
Vor allem, wenn ihm die Versorgungswohltaten des Staates versagt bleiben?

Was ist noch gesund aus FDP-Sicht - und wo beginnt bereits die "bundesrepublikanische Dekadenz" Anno Domini 2010?
Carl Gibson
misterl schrieb am 19.02.2010 um 22:45
Köstlich. :-))

Nach neueren Theorien soll der Germane Arminius mit seinem Sieg gegen die Römer (Varrusschlacht) deren Verfall beschleunigt haben. Dabei soll Arminius niemand anderes sein als der Sagen umwobene Siegfried.

Wer macht den Siegfried?
poor on ruhr schrieb am 20.02.2010 um 11:30
Klasse! ;O) Vielen Dank!

Herzlicher Gruß

rr
Sarah Rudolph schrieb am 20.02.2010 um 19:01
Danke Jakob! Danke Philip! ;)
Ich habe gelacht! mehrfach!

Gruß
leeelah
Sarah Rudolph schrieb am 20.02.2010 um 19:01
Danke Jakob! Danke Philip! ;)
Ich habe gelacht!

Gruß
leeelah
F.Brezner schrieb am 21.02.2010 um 20:19
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