Der Freitag

Neues aus dem Serverraum

12.03.2011 | 21:38

Netzschau II: Japan

Japan wurde am Freitag von einem schweren Erdbeben erschüttert. Unmittelbar danach prallte ein riesiger Tsunami auf die Insel. Eine Netzschau

Neue Beiträge werden oben eingefügt.

Dies ist Teil II der Netzschau. Weiter geht es hier.

_____

 

Asienkorrespondent Robert Hetkämper berichtet für die ARD im Bewegtbild von der aktuellen Situation aus Tokio.

 

Und die Kollegen bei der ZEIT haben eine Karte Japans erstellt, auf der sämtliche dort betriebenen Atomkraftwerke verzeichnet und die drei betroffenen besonders hervorgehoben sind.

 

Auf Picasa hat sich jemand mit dem passenden Nutzernamen "Media Tools" die Mühe gemacht, einen Ordner mit Satellitenaufnahmen von Japans Küstenregionen vor und nach dem Tsunami zusammenzustellen.

 

Im Laufe des heutigen Sonntages hat sich die Lage in den japanischen Atomkraftwerken zugespitzt. Wie schon erwähnt, gilt nun auch für das AKW Onagawa der nukleare Notstand, und im AKW Tokai ist eine Pumpe des Kühlungssystems ausgefallen. Ob es zur Kernschmelze in einem der drei Reaktoren gekommen ist, bleibt jedoch weiterhin unklar. Die japanische Regierung erklärte heute, dies nicht ausschließen zu können. Währenddessen geht die Rettung in den vom Tusnami verwüsteten Gebieten weiter. Auch deutsche Helfer des THW sind im Einsatz. Völlig unklar bleibt bisher, wie hoch die Zahl der Opfer sein wird. Tausende werden noch vermisst. Aus den verwüsteten Gebieten und aus der unmittelbaren Umgebung der Atomkraftwerke wurden mittlerweile 450.000 Menschen in Sicherheit gebracht. via FAZ

 

Die bestätigte Zahl der Toten übersteigt nun 1300 - BBC

 

Eine Zeugin in Yokohama berichtet, wie die Situation langsam Richtung Panik kippt:  

"We are more than 275 kms south of Fukushima but the panic has already started to happen. Gas stations are out of gas, stores are running out of food, emergency supplies have virtually run out and people are evacuating to the south. Aftershocks still continue and the meteorological center still sends strong earthquake warnings to our cell phones. They have also said there is more than 70 percent chance of a magnitude 7 earthquake happening in the next three days. Addition to that, the nuclear fallout is very serious. The PM was almost in tears and we could see fear in his eyes. We aren't even sure if the gov is telling all the truth about the radiation extent." - BBC

 

In einem weiteren AKW, Onagawa, wurde der Notstand erklärt, nachdem im Umfeld des AKW Strahlungswerte über dem erlaubten Level gemessen wurden - BBC

 

Die japanische Tokyo Electric Power Co (Tepco) bereitet sich darauf vor, auch Reaktor 2 in Fukushima Daiichi (Fukushima 1) mit Meerwasser zu kühlen - Reuters // BBC

 

Der Stromversorgungsausfall könnte bis Ende April andauern, wie Kyodo berichtet - währenddessen kämpfen Techniker weiter darum, Reaktor 3 mit Meerwasser zu kühlen. Die Temperatur im Reaktor steigt bisher weiter an.

 

"Die Informationspolitik der japanischen Regierung ist eine zweite Katastrophe" - und es könnte sogar schlimmer kommen als in Tschernobyl, so Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, im SZ-Interview

 

Premierminister Naoto Kan erklärt die Katastrophe zur schlimmsten seit dem zweiten Weltkrieg:

"This earthquake and tsunami and also the situation concerning the nuclear power stations are perhaps the hardest hardship that we have experienced after World War Two, within these fifty years. Whether we as Japanese people can overcome these hardships, that is dependent on each of us as Japanese citizens." - via BBC


ABC News hat interaktive Vorher-Nachher-Satellitenbilder zusammengestellt, die das Ausmaß der Zerstörung durch Erdbeben und Tsuanami zeigen.

 

Die Kernschmelze in zwei Reaktoren wird laut BBC von der Japanische Regierung nicht mehr ausgeschlossen, die Konsequenzen einer Kernschmelze in Reaktor drei wären schwerwiegender als im ersten Reaktor.

Japanese government spokesman Yukio Edano says radioactive meltdowns may have occurred in two reactors at the plant.

More on the specific dangers of Fukushima 1 plant's reactor 3: The BBC's Chris Hogg in Tokyo says the reactor is fuelled with uranium and plutonium, meaning the consequences of a meltdown are much more severe than at the other uranium-fuelled reactors.

 

Heute Nacht gab es etwa 40 Nachbeben.

 

Droht eine Kernschmelze?

A meltdown may be under way at one of Fukushima Daiichi's nuclear power reactors, an official with Japan's nuclear and industrial safety agency told CNN Sunday.

 


Laut Reuters beginnen die Vorbereitungen, Druck vom 3. Reaktor abzulassen:

Tokyo Electric Power Company (TEPCO) says it has started preparations for releasing pressure from Fukushima Daiichi No. 3 reactor after cooling failed
Released steam from Fukushima Daiichi No. 3 reactor would contain small amount of radiation

 

Die BBC erklärt das mit dem 3. Reaktor:

Some clarification: It is the number three reactor at the Fukushima No. 1 plant where officials have just announced that the cooling system has failed. This morning's blast took place at the number one reactor at the same plant. "All the functions to keep cooling water levels in No. 3 reactor have failed at the Fukushima No. 1 plant," a spokesman for the operator said.

Fukushima has two nuclear plants; Fukushima No. 1, which has six reactors (three of which were offline at the time of the quake) and Fukushima No. 2, which was four reactors.

 

Laut Reuters gibts es Probleme mit der Kühlung von Fukushima 1:

Japan's nuclear safety agency says Fukushima Daiichi Nuclear Plant No. 3 reactor's emergency cooling system not functioning.

 

Fukushima 1 ist angeblich unter Kontrolle:

Ian Hore-Lacy of the World Nuclear Association told the BBC he believes the situation at the nuclear power plant - where sea water is being used to cool the reactor core - is under control: "The point is that the heat, decay heat from the fuel drops off very rapidly. So after an hour, an hour following the shut down, it's down to about 2 or 3% I think. And after 24 hours it's down to half a per cent. So the amount of heat you've got to cope with right now is a small fraction of what there was initially." via BBC

 


Reuters teilt mit, dass der Grad der Radioaktivität in der Nähe von Fukushima 1 abgenommen hat:

The IAEA says it has been told by Japan that levels of radioactivity near the Fukushima No. 1 plant have fallen in recent hours.
The IAEA says the operator of the plant has confirmed that the primary containment vessel is intact following this morning's blast. via BBC

_____

Bild: Patrick Lin / AFP / Getty Images

 
Senden Bookmarken Drucken
Kommentare
Gold Star For Robot Boy schrieb am 12.03.2011 um 22:50
"Laut Reuters gibts es Probleme mit der Kühlung von Fukushima 1:
Japan's nuclear safety agency says Fukushima Daiichi Nuclear Plant No. 3 reactor's emergency cooling system not functioning."

1=3 ?
Maike Hank schrieb am 12.03.2011 um 23:23
Es ist Fukushima 1, aber dort der dritte Reaktor. Die Explosion heute fand beim ersten Reaktor statt.. Ich füge gleich oben noch etwas dazu ein.
archinaut schrieb am 13.03.2011 um 01:23
.... wie klein wir doch immer wieder sind!
Vielen Dank für die Info-Versorgung.
Uwe Kampmann schrieb am 13.03.2011 um 04:42
Tsunami ist nur ein anderes Wort für: Der Gesang der Wale
archinaut schrieb am 13.03.2011 um 23:40
.... der LETZTE Gesang der Wale?

Eine schöne, poetische Erklärung,
bisher kannte ich nur die Übersetzung "Hafenwelle"...

de.wikipedia.org/wiki/Tsunami
Ehemaliger Nutzer schrieb am 13.03.2011 um 01:30
Mich irritiert ungemein der allseits verwendete Satz:

Schwere Folgen sind für Europa unwahrscheinlich!

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Und die Radioaktivität verdünnisiert sich über dem Pazifik, es sei denn, der Wind dreht.
Ja, geht´s noch?
Was an der Tatsache, daß AKW=unbeherrschbar, ist da nicht zu verstehen?
Ehemaliger Nutzer schrieb am 13.03.2011 um 01:36
Und wohnen wir jetzt einem Riesenexperiment bei?

Wenn Reaktor 1 und Reaktor 3 von AKW 1 gleichzeitig in Kernschmelze befindlich, und dann morgen Reaktor 2 und 4 von AKW Fukushima 2 sich dazu gesellen, wie wirkt sich das auf Bevölkerung 1 bzw. Bevölkerung 2 aus? Oder wie?Oder was?

Hauptsache, weit weg von Landtagswahl xy in BRD??

Wir haben Wind, wir haben Sonne, wir haben Pedalkraft, wir sind "nur" faul und bequem und verwöhnt, also unverbesserlich?

Wir sind vor allem Gast auf dieser Erde!!!
Ullrich Läntzsch schrieb am 13.03.2011 um 12:59
Netzschau II - Tsunami

???

Warum nicht das Kind bei einem der Namen nennen, als das es die Menschen bewegt?

Jeder dieser Namen beginnt mit dem Begriff ATOM
Der Freitag
Freitag Community - Team und Moderation
Mitglied seit:
3 Jahre 16 Wochen
Zuletzt aktiv:
23.05.2012
Status:
Autor
Aktivität:
Beiträge: 218
Kommentare: 175
Mein Projekt:
Mein Web:
Logbuch
16:20
Ismene hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:18
rheinhold2000 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:17
antares56 hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:17
DandelionWine hat gerade einen Kommentar geschrieben.
16:10
Matto hat gerade einen Kommentar geschrieben.
Jürgen Roth Gazprom – das unheimliche Imperium Westend Verlag 2012

316 Seiten. Gebunden.

19,99
 
Das Imperium Gazprom verfügt über eine eigene Armee und einen mächtigen Geheimdienst. An verantwortlichen Positionen arbeiten ehemalige KGB-Agenten, sein privater Besitz ist absolut geschützt, die Verantwortlichen sind unantastbar. Mit Hilfe williger deutscher und europäischer Industrieller versucht es, den Energiemarkt zu monopolisieren und die Verbraucher abzuzocken. Jürgen Roth enthüllt, wer hinter den Kulissen die Fäden zieht >> mehr
Arte-Kooperation

portlet_ArabienArte.png

portlet-gaertnerbuch.png

wir müssen reden

Augstein und Blome

portlet_Phoenix-12.png

Probe-Abo

probeabo260x120.jpg

Aktuelle Ausgabe bestellen
Der gefährlichste Mann Europas?

Ausgabe 21/2012
24.05.2012

keine Versandkosten
kein Aufpreis

Einzelpreis: 3.60 €

>> bestellen
der Freitag Kollektion

Freitag-Kollektion_Gaertner.jpg

Arte

portlet_arte+zeile.pngportlet_arte+zeile.png

Freitag-Buchshop.png

 
 
 
 
© der Freitag Mediengesellschaft mbH & Co. KG