Der Bundesvorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, der gleichzeitg auch Bundestagsabgeordneter aus NRW ist, hat mit seinen populistischen Äußerungen zu Hartz IV-Empfängern ordentlich daneben gegriffen. "Die Hartz-IV-Erhöhung nützt der Tabak- und Alkoholindustrie" hatte Mißfelder bei einer parteiinternen CDU-Veranstaltung am vergangegen Sonntag in Haltern am See zum Besten gegeben.
Die nun entflammte öffentliche Kritik (auch aus den eigenen Reihen) versucht Mißfelder dadruch zu entkräften, dass es ihm bei seiner Äußerung eigentlich um das Wohl der Kinder von Hartz IV-Empfängern gegangen sei, die wohl nach seiner Meinung keinen Vorteil von den erhöhten Transferleistungen das Staates erhielten.
Dieser Rechtfertigungsversuch ist mehr schlecht als recht, obendrein nicht besonders glaubhaft. Es scheint mehr so als wolle er seinen Kopf mit dieser Erklärung nochmal aus der Schlinge ziehen. Selbst wenn sein Vorwurf nicht völlig aus der Luft gegriffen ist: er rechtfertigt aber in keinem Fall diese arrogante und wenig reflektierte Wortwahl. Wenn es Herrn Mißfelder wirklich um die Sache gegangen wäre, hätte er seine Kritik auch ohne Populismus und Verachtung formulieren können und -als MdB- sogar müssen.
Aber nun folgt auf seine pauschale und unnütze Äußerung eine ebenso pauschale wie wütende Reaktion durch alle politischen und gesellschaftlichen Lager hinweg. Das zeigt die Zahl und die Qualität der Leser-Kommentare zu den Artikeln. Das Einzige, was Mißfelder erreicht hat, ist Schaden an CDU und JU. Selbst schuld.
In seinem neuen Roman erzählt Christian Kracht eine Aussteigergeschichte in den deutschen Kolonien der Südsee, indem er virtuos und gut gelaunt mit den Formen des historischen Abenteuerromans spielt - und erschafft so zugleich eine erstaunliche, immer wieder auch komische Studie über die Zerbrechlichkeit und Vermessenheit menschlichen Handelns
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