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Fast hätte ich es übersehen, das Beilagenblatt in der Papiertüte mit meinen Einkäufen. „Beweglich bleiben – So kommen Sie fit durch den Winter“ rät die Überschrift eines Artikels. Bewegung an der frischen Luft und fit essen ist das Maß aller Dinge – zumindest ist es eine gute Ausgangsbasis.
Ich überlege, wie man fit isst, kam zu keinem Ergebnis und konzentriere mich darauf, was derjenige machen soll, der bis dato nicht beweglich ist? Ein Beweglichbleiben setzt ein gewisses Maß an vorhandener Beweglichkeit voraus. Für die nicht Beweglichen wäre also ein Artikel mit der Überschrift „Beweglich werden“ hilfreich. Diesen kleinen, aber gewichtigen Unterschied haben bereits Magazine aufgegriffen, die in Rubriken, wie Gesundheit, Fitness und Ernährung über Selbiges berichten. Da gibt es zum Beispiel Conny und Lucy. Die beiden Damen führen durch das Workout Programm eines solchen Magazins. Conny heißt mit Nachnamen Coach und ist „bereits ziemlich fit;“ Lucy heißt Lässig und „fängt gerade erst mit ihrem Training an.“ Ich suche nach männlichen Pendants, finde keine, also erfinde ich Karl Kompakt und Garry Gemächlich. Ich kontaktiere Fitness-Redaktionen einschlägiger Magazine, fordere die Aufnahme von Karl und Garry ins Programm und schlage Übungen vor. Und dann rufe ich Karl an und bitte ihn, die restlichen fünf Papiertüten mit meinen Einkäufen, die noch unten im Hausflur stehen, in meine Wohnung zu tragen: 4. Stock, Altbau. Denn trotz gefühltem Conny und wahrscheinlich tatsächlichem Lucy-Dasein plädiere ich für klassische Rollenverteilung.
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Wieso durch den Winter? In der Redaktion Alltag ist doch schon Frühling, und der Laden meines Vertrauen hat gerade die sommerliche Grillkohle vor den Eingang gestellt, will aber nächste Woche die ersten Weihnachtsmänner ordern.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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