Belegter Husten, drückende Nebenhöhlen, kratziger Hals. Kranksein ist nicht schön. Schön ist etwas anderes. Schön ist zum Beispiel, dass Maria Riesch die Goldmedaille der Superkombination – Slalom in Vancouver gewonnen hat. Schön sind auch Models, wenn man das subjektive Auge für Schönheit dieser Art hat. Schön sollte es auch beim politischen Aschermittwoch in Passau werden. Schön lustig. Denn da traf er ein zum rhetorischen Schlagabtausch: Horst Seehofer. Er kommt ja gerne mal etwas behäbig daher, so auch am Mittwoch. Und dann doch, ein närrisches Wortspiel, süffisant vorgetragen. Es dauerte einen winzigen Moment, bis die Bierzelt-Gemeinde mit Gelächter darauf reagierte: „Da beben die Alpen – aber keine Angst, meine Damen und Herren, da ist kein Tsunami, das ist nur eine Westerwelle,“ so Horst als Reaktion auf die Drohung des FDP-Chefs vor 14 Tagen, er könne auch anders. Schön ist das Wortspiel und eben anders als Kranksein. Ich muss aufhören. Das Wasser zum Inhalieren kocht. Meine rote Nase, die ein Indiz meiner Teilnahme an der diesjährigen närrischen Zeit sein könnte, kann ich leider nicht abnehmen. Kranksein ist nicht schön, Wortspiele sind es.
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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