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Jetzt will sie doch keiner mehr kaufen ... warum auch: rund 4000 Selbstanzeigen sind bislang eingegangen - das ist ein Haufen Moos für den Fiskus, ohne dass man lästige Publicity wegen Hehlerei bekäme.
Warum kursieren eigentlich nicht mehr Verschwörungstheorien?
Meine These: Diese CD hat es nie gegeben.
Irgendeinem Menschen an maßgeblicher Stelle ist, als er über die maroden Staatsfinanzen nachsinnierte (oder auch nur über das miese Kantinenessen des Tages), eingefallen, dass das damals mit den Liechtenstein-Steuersündern ganz fantastisch funktioniert und einige Euros in den Staatssäckel zurückgespült hat. Nun lancierte er über einen befreundeten Journalisten, dass der Staat von einem Ex-Banker aus der Schweiz, die ja schon dem ehemaligen Bundesfinanzminister ein Dorn im Auge war, eine CD mit einem Haufen Daten über Steuerflüchtlinge angeboten bekommen habe. Man stehe in Verhandlungen.
Damit die Sache lange genug in der Schwebe gehalten werden konnte, stieß man auf politischer Ebene eine Diskussion über ethische und rechtliche Bedenken an. Mit ernsthafter Leidenschaft wurde gestritten und so das Thema wochenlang in allen Medien auf den Titelseiten gehalten.
So blieb den Steuersündern viel Zeit, sich ihres schlechten Gewissens bewusst zu werden, ihre Steuerberater und Anwälte zu konsultieren und schließlich eine Selbstanzeige abzugeben. Um der Reue noch etwas nachzuhelfen wurde noch kolportiert, dass es ernsthafte Überlegungen gebe, die Straffreiheit bei Selbstbezichtigungen abzuschaffen.
Jetzt ist mehr Geld in der Pipeline als die zunächst behaupteten Datensätze versprochen hätten. Nun wurde das Kommando zum Rückzug gegeben. Plötzlich will keiner mehr die CD erwerben, obwohl die Kaufabsicht bisher heftig und von oberster Stelle beteuert wurde. Aber auch das muss jetzt zunächst noch ein bisschen nach demokratischer Debatte aussehen - es sollte deshalb noch ein paar Tage hin und her gehen. Am Schluss müssten dann die Argumente gegen den CD-Kauf überwiegen. Die Bild-Zeitung wird noch ein exklusives Interview mit dem (mutmaßlichen) Hehler veröffentlichen, der gekränkt darüber ist, dass seine hehren und staatstragenden Absichten nicht mit harter Währung gewürdigt wurden.
Und dann ist der Spuk vorüber.
Die Finanzämter streichen satte Steuereinnahmen ein und Anwälte und Steuerberater satte Honorare ... ein Konjunkturprogramm der anderen Art.
[Ich reklamiere hiermit vorsorglich schonmal sämtliche Rechte am Plot. Das Drehbuch für einen Film (am besten unter der Regie von Uli Edel) habe ich schon in der Schublade ...]
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und siehe da, es gibt es doch: das wirtschaftsbeschleunigungsgesetz! Hatte gedacht es sei nur ein gerücht;-)
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Sorry, sorry, aber nix is mit "Rechte am Plot"!
Am 19.02.2010 war Westerby mit "http://www.freitag.de/community/blogs/g-westerby/nachtaktion" schon lange vorher da! So nicht, Herr "Hegemann"! GW |
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Hey, klasse ... das ist doch eher Ausdruck einer gewissen Seelenverwandtschaft :-) Wir machen den Film zusammen, o.k.?
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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