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Nun ist es raus: Die Hegemann hat abgeschrieben oder sich zumindest sehr urtextnah inspirieren lassen. Genauso schnell wie sie in den Feuilletons "gehyped" wurde, wird sie jetzt mit spitzen Fingern angefasst ...
Jeder, der den Roman „Axolotl Roadkill“ tatsächlich gelesen hat, scheint von einem gewissen Unwohlsein geplagt zu sein. "Interessant" sei er, aber so "interessant", wie z.B. ein Essen "interessant" ist, wenn man nicht so recht weiß, ob es angebracht ist, zu sagen, dass es einem nicht so recht schmeckt. Weiterschenken oder ernsthaft weiterempfehlen scheint ihn jedenfalls keiner zu wollen. Nach der ersten Begeisterung in den Rezensionen hatte ich den Eindruck, dass man „Axolotl Roadkill“ (kann mir jemand in einem kurzen Satz sagen, woher der beknackte Titel kommt) gelesen haben muss, um mitreden zu können in der Kultur-Intelligenzia.
Inzwischen rückt die Psychopathologie des Romans (und vielleicht auch seiner Autorin) in den Vordergrund und es scheint eher angezeigt zu sein, mit den Protagonisten des Werkes (und ihrer Schöpferin) Mitleid zu haben. Das Publikum spaltet sich in die, die das Buch gelesen haben und in die, die nach der aktuellen Auseinandersetzung um die Jungautorin erklären, es bestimmt nicht in die Finger zu nehmen.
Und? Was bleibt? Eine Autorin, die Ideen aufgegriffen hat, die umformuliert hat (erstaunlich unbeholfen manchmal - wenn man gefühlskonserve.de glauben kann) - das haben schon unzählige Autoren vor ihr ... Vielleicht fehlt mir tatsächlich der Zugang zu diesen "neuen Wilden", aber es fällt mir schwer, in den kolportierten Sätzen das große Sprachtalent der Helene Hegemann zu erkennen - das können andere besser.
Und? Was bleibt noch? Ein Feuilleton, das erschreckend einmütig über alle Medien hinweg eine Autorin gehyped hat, die vielleicht eher noch etwas Ruhe und Zeit zum Reifen gebraucht hätte, bevor sie tatsächlich ein Stück Literatur produzieren hätte können, das bleibt ...
So kommt „Axolotl Roadkill“ lediglich in die "Feuchtgebiete"-Schublade als ein Buch, das zwar für ein loderndes Strohfeuer gut war (in dem die Autorin - hoffnungsvoll oder nicht - verheizt wurde), das aber nicht auf lange Sicht wärmt ...
Irgendwie schade.
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Also ich würde es auch nicht kaufen, aber interessant finde ich schon diese merkwürdige Richtungsänderung.
Und - ich hoffe, dass dieser Airen bekannter würde mit seinem Strobo-Text. Der gefällt mir wirklich. |
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Mit ihren 17 Jahren war sie bestimmt nicht diejenige die einen Verlag gefunden hätte. Da stecken andere dahinter. Das sie in dem Alter aber schon den Wunsch hat ein eigenes Buch heraus zu bringen ist doch gut. Sie hat doch niemandem geschadet, wenn sie nicht gerade Satzweise abgekupfert hat? Da sollen mal ein paar Sesselpupser in den Feuilleton sich an die eigne Nase fassen.
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Guten Tag Herr Doktor,
wie in der ZDF-Sendung die Vorleser erklärt wird, ist der Axolotl ein Schwanzlurch der sich auch in der Geschlechtsreife nie über das Larvenstadium hinaus entwickelt, also quasi nie erwachsen wird. Roadkill bezeichnet angefahrene Tiere auf oder am Rand von Landstrassen oder Autobahnen liegend verenden oder verendet sind. »Axolotl Roadkill« hört sich aber besser an als »Peter Pan ist angefahr'n«, oder? |
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Danke für die knackige Erklärung! :-)
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..hattenwirnichmalden wieheißternochgleich in diesen Fällen lässt das Gedächtnis nach wie angenehm ... Lebert .... Benjamin? oder so? und allerlei so aufblühende Knalltüten ... Windhorst? Werwardasnochgleich? Die Memoiren von dem stehen noch aus, oder? Nadakönnwirunsfreun. Oder der auf den Roten Platz flog? HattschonunterhaltsameSeiten, wiedieZeitsovergeht.
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Lebert, genau ... war eins von den Büchern, wo ich die ganze Zeit (und bis zur letzten Seite) auf die Pointe (oder wie immer man das bei Literatur nennt) gewartet habe und mich dann geärgert habe, es überhaupt gelesen zu haben. Zeitdiebstahl.
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Väterchen Lebert war Redakteur oder Ressortleiter der SZ, wechselte dann zur ZEIT, wo er die bald wieder eingestellte Beilage LEBEN chefredakteurte, also ein durchaus ähnlicher Fall - A faint cold fear thrills through my veins/ That almost freezes up the heat of life.
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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