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Blog von dln

18.09.2011 | 20:52

Die Jugend heutzutage

"Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

- Sokrates

 

Ganz so sieht meine Kritik an der heutigen Jugend und damit meiner eigene Generation zwar nicht aus, es ist aber ein einigermaßen geeigneter Einstieg. Ich selbst bin Schüler der gymnasialen Oberstufe und dementsprechend würde ich nun im folgenden auch von mir sprechen. Davon wollen wir aber nun einmal absehen und mich als neutralen Beobachter betrachten.

Charakterisiere ich nun meinen Jahrgang, im Durchschnitt, so ergibt sich ein sehr trauriges Bild. Politisch positioniert sich wenige, noch weniger aus eigener Meinungbildung. Wie auch, die Grundlage dafür, eine breite Allgemeinbildung ist nicht vorhanden, da nur für Klausuren und Noten gelernt wird. Das dadurch gewonnene Wissen ist dementsprechend oberflächlich und von kurzer Dauer. Tiefergehende Gedanken und Persönlichkeiten sind selten.

Statt dessen liegt der Fokus auf dem sozialen Status und Erfolg, sprich Facebook, Aussehen und Notenschnitt. Dazugehörigkeit ist das Wichtigste, die Reputation als Maßstab für Glück. Folglich auch die Zukunftspläne, hohes Gehalt und schöne Autos. Reflektiert werden diese Werte und Ideale nicht, wie und wozu auch.

Ich bin mir bewusst das es bis zu einem gewissen Grad schon immer so war, nur ist die Frage die sich mir an diesem Punkt stellt: Ist es schlimmer geworden?

Womöglich verändern sich diese Menschen ja noch im Prozess des Erwachsenwerdens. Andererseits gehe ich davon nicht aus, angesichts der Erfahrungen die ich auch mit etwas älteren gemacht habe. Sollte das der Fall sein, mache ich mir ernsthafte Gedanken über die zukünftige Gesellschaft.

 
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Kommentare
paranoid schrieb am 18.09.2011 um 21:50
Über das Thema [und das Zitat] musste ich mal nen Aufsatz schreiben...

"Ist es schlimmer geworden?" Ich glaube nicht. Irgendwann erreicht jeder den Punkt, an dem er sich selbst halbwegs gefunden hat und unter den anderen Vertretern seiner Generation nur noch wenige Identifikationspunkte findet. Da wacht man morgens auf und denkt sich "Verdammt, sind die denn alle bescheuert geworden?"

Oberflächlichkeit an sich ist ein elendes Thema, weil auch irgendwie jeder was anderes darunter versteht. Ich sehe es aber nicht als gefährlich an, solange es neben der dumpfen Masse noch ein paar Individuen auszumachen geht. Oder glaubst du, dass die "vergangene" Gesellschaft im Kern tiefgründiger war als die jetzige und folgende?
le sceptique schrieb am 19.09.2011 um 00:40
Ich habe zumindest die Gewißheit, dass die Dinge größtenteils besser sind als vor fünfzig bzw. fünftausend Jahren, eben weil ich nicht mehr Autorität um ihrer selbst willen achten muss, weil ich nicht aufstehen muss, wenn jemand Älteres den Raum betritt, weil ich Eltern und Lehrern widersprechen darf und weil ich ohne mich rechtfertigen zu müssen, in der Öffentlichkeit die Beine übereinander legen darf. Kulturpessimischte Sorgen um den Zustand der Jugend, selbst bei jungen Menschen, lässt sich wohl leider auch die nächsten fünftausend Jahre ausrotten lassen.

Wobei ich es mir herausnehme auf die Subjektivität ihrer Erfahrungen hinzuweisen. Meine eigene Schulzeit liegt gerade mal zwei Jahre her und meine Erinnerungen an meine Mitschüler unterscheiden sich doch grundsätzlich von den ihrigen und ich denke sobald sie die Schule verlassen haben, werden auch sie andere Erfahrungen sammeln.
Anne Kub schrieb am 19.09.2011 um 10:33
Das passt wie die Faust aufs Auge.
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Nietzsche 2011 schrieb am 19.09.2011 um 11:51
Endlich mal eine "Innenansicht" der Jugend.
Geändert hat sich aus meiner Sicht zweierlei: Luxus - sofern es ihn gab - war früher nur wenigen vorbehalten. Heute kann sich fast jeder - und sei es auf Pump - Luxus leisten. (Wobei man "Luxus" definieren müsste.) Damit verändert sich die Einstellung zum Luxus.
Moral wurde mir - und meiner Generation in der DDR - "eingeimpft"; war also auch nicht unbedingt Herzenssache. Aber irgendwann zeitigten die Bemühungen von Eltern und Schule Früchte; nicht gerade in den Beispielen von Sokrates. Heute sehe ich diese Bemühungen von Eltern und Schule selten - was nicht gegen die Jugend spricht.
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