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Apokalypse Day in Ansbach. Wieder in Bayern. Wieder ein Gymnasium. Diesmal mit Axt und Molotow.
Offensichtlich wollte sich der Amokläufer absetzten von seinen Kollegen. Es gab zu viele Gemeinsamkeiten. Auch er wurde psychisch therapiert und es hat nichts geholfen. Ehrlich gesagt: Was solls auch groß helfen? Wenn ein junger Mann nichts als Rück- und Niederschläge zu verbuchen hat dreht er durch. Der Unterschied ist wie er damit umgeht. Der eine - Mädchen schauen über seinen Kopf oder hindurch - besäuft sich oder findet die Drogen für sich, der andre sperrt sich ein in seinem Kabuff, lässt Rollos herunter und zieht die Bettdecke bis zum Kinn, während draußen die Sonne runterbrennt, und der dritte schießt die Schule ab oder hackt sie in Stücke. Es gibt alle drei Typen und noch mehr, aber der einzige, der vom Staat akzeptiert wird ist der Verkriecher; sie urteilen über die sogenannten Komasäufer, ohne über die Gründe nachzudenken. Jeder verdammte Mensch hat zu kämpfen und damit umzugehen lernen sie dir nicht. Und zulassen tun sies auch nicht. Stattdessen stellen sie jeden, der sich nicht tagtäglich unter seiner Bettdecke verkriecht und das nicht auf ausgewählte Tage legt, an den Rand der Gesellschaft.
Gestern in SWR 1: Ein Experteninterview mit einem Jugendpsychologen. Es geht darum wie man solchen Gewaltaten vorbeugen kann. Er sagt Bildung! Bildung sei der einzige richtige Weg Gewalt vorzubeugen, da frag ich mich: Aha. Warum findet der Amok eigentlich nur in Gymnasien seinen Platz? Die Antwort hierauf ist einfach. Leistungsdruck, Mobbing, Überintelligente und die die zu kämpfen haben. Die Schönen und die Hässlichen. Und da fragt man sich: Warum passiert denn sowas auf Hauptschulen so selten? Die Antwort ist einfach. Den Schülern wird der Horizont kaum geöffnet, und wie uns schon Nietzsche mitteilte; der Bauer in seinem Tal wird immer glücklicher und friedlicher sein, als der Gelehrte, dessen Horizot die ganze Welt umgibt.
Prävention ist also in unsrer Gesellschaft praktisch unmöglich. Alles müsste sich ändern.
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Wenn sie Amok laufen wird eine Zeit lang da hingeschaut, wo sonst immer nur weggeschaut worden ist, mit
dem Argument, dass die die Selbstverantwortung der Familien sei, dann wird weggegesperrt und der Schlüssel weggeworfen. Ihre Analyse macht nicht viel Mut, aber leider ist es so! |
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>>>"Wenn ein junger Mann nichts als Rück- und Niederschläge zu verbuchen hat dreht er durch. Der Unterschied ist wie er damit umgeht"
Das Problem ist, dass viel zu viel in dieser Perfektionsgesellschaft schon von den jungen Leuten als Rückschlag interpretiert wird und dass es schwer ist, vom dadurch anerzogenen Egotrip ('mein Haus - mein Auto - mein Garten') wieder herunterzukommen. Nach einer amerikanischen Psychostudie waren die meisten Amokläufer meistens NICHT immer nur die bemittleidenswerten und gemobbten Mitschüler, sondern einfach nur Leute mit der Neigung, ihren perspektivischen Extremismus mit einem Exclusiv-Recht auf Existenz zu vereinen - gefangen in einer stupiden Welt aus waffenstarrenden, maskulinem Selbstbehauptungsdrang und latenten Misstrauen gegenüber allem Unbekannten und Unverstandenen. >>>"Jeder verdammte Mensch hat zu kämpfen und damit umzugehen lernen sie dir nicht. Und zulassen tun sies auch nicht. Stattdessen stellen sie jeden, der sich nicht tagtäglich unter seiner Bettdecke verkriecht und das nicht auf ausgewählte Tage legt, an den Rand der Gesellschaft." Schwerpunkt dieses selektiven Perfektionsdrills sind in erster Linie die Realschulen und Gymnasien, wo jedem Schüler schon früh im Elternhaus die Schlüsselerkenntnis eingetrichtert wird, wie existenziell eine gute Karriere ist, und wie wichtig es ist, 'Der Beste zu sein', oder wie man es auch bei DSDS gerne ausdrückt 'auf Kopfdruck, volle LEISTUNG' zu bringen. Ob Schule, Verein oder Beruf, es zählt bei 'Arbeit, Sport und Spiel' die Leistungsprinzipien des Bestmöglichen und der permanenten Leistungs-Steigerung - Maximaler Highscore !. - Ja, liebe Killerspieler und Sportschützen, bei Euren vielzitierten gesellschaftlichen Grundübeln trefft Ihr zu 100% in Schwarze - auch hier sitzt ihr mit drin im Boot der Verursacher ! >>>"Prävention ist also in unsrer Gesellschaft praktisch unmöglich." Alles müsste sich ändern." - Nicht doch, bitte nicht jammern wie ein Kind, welches sein Zimmer aufräumen muss ! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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