doyoudconstruct

mn knstrkt

30.05.2009 | 15:35

der/die/das pörno

 

Gonzo ist längst nicht mehr mit kunterbuntem Kofferraum unterwegs gen Vegas, verarscht jetzt Pubertierende auf YouPorn. Hefner verscherbelt seine letzten Bunnies und vor dem Sexshop an der Langstrasse stehen sich Professionelle, Junkies + Dealer im freien Fall die Fersen krumm. Und jetzt? Ab nach Spreitenbach? Vor dem IKEA parken und heimlich in den ErotikMegaMarkt schleichen? Mit schwedischem Hotdog in der Hand lauwarme Hochglanz Miezen jagen?

 

“Die explizite Darstellung des Geschlechtsaktes zum Zweck der Erregung des Beobachters.”

...been there, done that.


Dann doch lieber Kirschlollies zwischen glossy Lippen, Tally Weill Kampagnen am Morgen und mitgehörte Namensfindungsdiskussionen von Mädels im Nebenabteil für den liebsten - batteriebetriebenen - Begleiter der Frau, der auch in jede Handtasche passt.
Die Herrschaftsverhältnisse haben sich gewendet, der Wind hat sich gedreht. Der warme Muttermund ruft die Parole aus jedem Höschen, von jedem Dach: DER Porno ist tot, langelebe DIE Pornographie!

 

 
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Kommentare
I.D.A. Liszt schrieb am 30.05.2009 um 22:41
Tschewo? Nje ponjal!

Oder auf Deutsch: Hä?
doyoudconstruct schrieb am 30.05.2009 um 23:42
hmm... ja... hab ich schon gehört, dass der beitrag vielleicht ein klein bischen kryptisch geworden ist ;)
war eine auftragsarbeit und die 1000zeichen eingrenzung war gar nicht leicht....

grundsätzlich:

Pornographie ist seit je her männlich geprägt und wird auch aus diesem grund von vielen frauenrechtlerinnen gerne immer mal wieder angeklagt. Dabei habe ich letztens den eindruck, dass das was wir, oder das schlaue wörterbuch, pornographie nennen, so die ursprünglichen eigenschaften gar nicht mehr erfüllt. die wären, provokation, erregung, freiheit. Weder YouPorn noch der ErotikMegaMarkt sind ja wirklich prickelnd.
Gonzo bezieht sich zum einen auf einen der protagonisten aus "fear and loathing in las vegas" (hunter s. thompson), eine geschichte, die oben genannte eigenschaften wunderbar ausdrückt. allerdings wird mit gonzo porn auch gestellter amateurporno gemeint. diese kurzen klips, in denen der eindruck erweckt wird, völlig unschuldige mädchen würden auf der strasse angesprochen und verwandelten sich dann in wohnungen oder auf booten zu profihuren.

viel pornographischer fallen mir kleine alltagsmomente auf: so zum beispiel überdimensionierte plakate von schweisstropfenden, lasziven jungen mädchen (tally weijl) oder das mädel an der bushaltestelle, dass um ihre wirkung sehr bewusst, ausführlich ihren lutscher liebkost. oder die selbstbewusste unterhaltung einer gruppe junger frauen im zug, keineswegs bei gedämpfter stimme, die sich darüber unterhalten wie sie ihren dildo denn jetzt am besten nennen sollten, denn einen namen bräuchte er ja schon, der gute.

dies alles allerdings sind ausdruck reinen weiblichen selbstbewusstseins. fraulichkeit. selbstbestimmtheit. daher ist DER (männlich) porno meiner meinung nach tot und DIE (weiblich) pornographie erlebt neue höhenflüge.

nun kann man erwidern, dass diese frauen sich auch nur in von männern gebastelte rahmen quetschen. aber dafür wären die 1000zeichen dann definitiv zu kurz gewesen...
I.D.A. Liszt schrieb am 31.05.2009 um 00:59
Also noch mal zum Mitschrieben: Nix verstehn.
Das liegt aber nicht an einer Einschränkung meiner intellektuellen Kapazität, sondern am Inhalt des Artikels und des erläuternden (?) Kommentars.

Verzeihung, wenn ich es einmal ganz platt und offensiv sage:
Das ist doch gequirlte Scheiße.

Deine Beobachtung und Deine Ausführungen gehen so meilenweit am Wesen der Pornographie vorbei, daß Du sie Dir auch hättest sparen können.

Pornographie dient seit jeher der Zementierung der bestehenden (Herrschafts-)Verhältnisse. Da die Herrschaft immer noch von oben nach unten zwischen Mann und Frau verteilt ist, wobei die Frauen immer noch hierarchisch unter den Männern eingeordnet sind, dient Pornogrphie auch weiterhin der Zementierung dieser Verhältnisse.

Und wenn die dummen Gören in der S-Bahn oder sonstwo sich darüber unterhalten, wie sie ihren Dildo nennen sollen, so sind sie wahrscheinlich genau das: dumme Gören.

doyoudconstruct: Ist Dir eigentlich schon mal aufgefallen, wie die dummen Gören heutzutage in zartem Alter (so von 12 ab aufwärts) herumlaufen - genau: vor fünfzehn Jahren wurde das noch eher als Nutten-Outfit angesehen! Und denk doch mal bitte darüber nach, warum 12-jährige Mädchen in einem Nutten-Outfit herumlaufen, so mit Parfüm übergossen, daß man eine Allergie davon bekommen möchte, und angemalt, als müßten sie Reklame für ein Geschäft für Fassadenmalerei machen. Dann dämmert Dir möglicherweise auch allmählich, wem das etwas nützt, und wem es etwas nützt, dass sie sich im Zug über ihre Dildos unterhlaten.
Das, lieber doyoudconstruct, ist die wirkliche, häßliche Fratze des Kapitalismus. Da hat er nämlich eine Altersgruppe entdeckt, die sich gegen seine 'Verlockungen' nicht wehren kann. Denen kann er auch noch Lip-Gloss und Rouge und auch sonst den letzten Scheiß verkaufen.

Ich personifiziere 'den Kapitalismus' im übrigen nicht. Ich weiß, daß das ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem ist. Dennoch hat er auch Gesichter. Eins davon ist z.B. das des bekannten Herrn Ackermann.
Ja, auch Herr Ackermann profitiert von den nuttig angemalten und daherredenden Zwölfjährigen!

Und? Wo soll das Ganze ein Ende haben? Wann ist 'der Kapitalismus' zufrieden? Wenn sich auch die Dreijährigen nuttig anmalen und anziehen und über ihre Dildos brabbeln?
Klasse! Gleichzeitig ereifert sich diese Gesellschaft über Kinderponographie. Wenn das nicht reinste Bigotterie ist!

Also, denk noch mal nach, bevor Du das nächste Mal pubertäres Geseire über den Sinn oder Usinn von Pornographie vonDir gibst.

Weder der Artikel noch der Kommentar enthält irgendetwas Geistreiches zum Thema, weshalb ich auch nicht verstehe, warum Du sie verfaßt hast, außer Deiner eigenen Erotographomanie nachzugeben.

Grüße,
I.D.A. Liszt
Friedland schrieb am 31.05.2009 um 22:07
Danke, Herr Liszt.

Sie haben mal wieder der Realität unter den Rock geblickt. Das sei Philosophie, wie ein großer Geist einmal sagte, dessen Name meinem kleinen Geist allerdings entfallen ist.

Aber seien Sie das nächste Mal doch bitte nicht so streng.

...Friedland...
I.D.A. Liszt schrieb am 01.06.2009 um 00:34
@ Friedland:

Wenn es unter dem Rock der Realität aber streng riecht, kann man doch sicher ein paar strenge Bemerkungen machen.

Herzlich,
I.D.A. Liszt
Titta schrieb am 01.06.2009 um 01:11
Glaubt ihr wirklich, mit weniger Pornographie würde die Welt weniger sexistisch?
doyoudconstruct schrieb am 20.10.2009 um 11:37
meine lieben unterrockblicker i.d.a. sowie friedland.

nach soviel gutmenschtum empfehle ich aktuelle entwicklungen zu beobachten und eigene einstellungen bei bedarf auch mal der wirklichkeit und nicht nur der realität anzupassen:

www.poryes.de
Deaktivierter Nutzer schrieb am 20.10.2009 um 11:51
@ doyoudconstruct

Nicht immer gleich die 'Gutmenschen'-Häme auspacken, das wird ja auch langsam langweilig.

I.D.A.Liszts Zorn ist verständlich und prinzipiell zu unterstützen, auch wenn man über Pornografie tatsächlich etwas sagen muss...

Porno ist Pop geworden, das hast Du ganz gut beschrieben. Nur der Dildo, was hat der mit Porno zu tun? Es kommen ja auch Kaffeetassen in Pornofilmen vor... :))
Deaktivierter Nutzer schrieb am 20.10.2009 um 11:52
'tatsächlich etwas MEHR sagen muss...' sollte es heißen.
doyoudconstruct schrieb am 20.10.2009 um 14:53
anders als "gutmensch" lässt sich diese reflexartig ausgepackte pc-keule aber doch auch nicht beschreiben. na ja.. mit ein paar worten mehr vielleicht doch.

der dildo steht für die selbstverständlichkeit und den anspruch mit dem frau sich heutzutage lust beschafft. selbstständig und eigenhändig sozusagen. dildo's in kaffeetassenform tun doch weh...aber wem's gefällt ;)
doyoudconstruct schrieb am 31.05.2009 um 01:13
fein. danke für deine antwort. und auch dafür, dass du dir die mühe gemacht hast. wirklich.

wir sind hier wohl unterschiedlicher ansicht. womit ich nicht sagen möchte, dass du was den schwenker mit dem kapitalismus angeht völlig unrecht hast. allerdings war mir in meinem kleinen rahmen der ackermann völlig egal. und kapitalismus wird dann der inhalt meines zweiten abendfüllenden romans.

deine ansichten bzgl. pornographie allerdings teile ich nicht.

macht ja auch nix.

um erotographomanie im engeren sinne handelt es sich hierbei auch nicht. obwohl ich tatsächlich schon drüber nachgedacht habe meine ergüsse auch an die klotüren von teeniediscos zu sprayen.
was ich hier mache ist wohl eher buchstäblicher narzismus.
andererseits:

"ohne die eitelkeit, meine damen und herren, wären wir alle friedliche säuger, mit ihr sind wir unersättliche menschen"

als auf ein weiteres...

liebe grüsse
doyoudconstruct
doyoudconstruct
Mensch, der; -en, -en -> in mancherlei gedankenblitzen suchender; von allerlei alltäglichem abgelenkter; in klitzekleinsten ecken und ritzen sich versteckender; stets mit zweifelndem blick sich vergewissernder; so vieles bestehendes nicht verstehender; nichts neues konstruierender; trotzdem
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