Dr. Rolf Froböse

Wissenschafts-News

18.11.2009 | 11:35

Countdown am CERN: Freitag beginnt das Urknall-Experiment

Am 20. November 2009 wird es ernst. Dann wird der große Teilchenbeschleuniger LHC am CERN erneut seinen Betrieb aufnehmen. Und zwar exakt  um 9.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Zurzeit werden so genannte Injektionstest durchgeführt.

 

Während sich die CERN-Forscher von dem 3 Mrd. Euro teuren Experiment grundlegende Erkenntnisse über den Aufbau der Materie erhoffen, stößt die für den LHC verantwortliche Abteilung am CERN seit Herbst letzten Jahres zunehmend in die öffentliche Debatte. Den Kritikern zufolge zeigte eine ununterbrochene Serie unterschiedlichster Störfälle in aller Deutlichkeit, dass die Betreiber ihre Technologie nur unvollkommen beherrschen.

 

Den Vogel schoss erst vor wenigen Tagen ein Stück Baguette ab, das bei den offensichtlich ungeschützten Stromschienen der Außenanlage einen Kurzschluss mit nachfolgender Temperaturerhöhung verursachte. Angaben aus Genf zufolge wurde der LHC durch einen Vogel, der das Brotstück fallen ließ, vorübergehend außer Gefecht gesetzt. Es ist schwer nachvollziehbar, wenn die Stromschienen bei diesem sündhaft teuren Experiment nicht gegen Verunreinigungen hinreichend geschützt sind. Auch Vogelkot oder andere Verunreinigungen hätten vermutlich einen ähnlichen Effekt gehabt. An dieser Stelle stellt sich ernsthaft die Frage, wie es um die Sicherheit des LHC bestellt ist, wenn erst einmal nach dem Hochfahren der Urknall-Maschine die beschleunigten Teilchen aufeinanderprallen. Experten wie der Tübinger Chaosforscher Prof. Dr. Otto Rösler befürchten unter anderem, dass bei den Versuchen ein die Erde bedrohendes Schwarzes Loch entstehen könnte.

 

Sekunde Null - das Buch zum Thema

 

In dem vor kurzem erschienen Buch „Sekunde Null. Das Urknall-Experiment“ wird auf der Basis eines Tatsachenromans ein bis in das Jahr 2016 reichendes Szenario geschildert, das die Schwachstellen und Risiken des LHC in allen Details aufzeigt. Neben der Technik wird in dem Buch auch der „Risikofaktor Mensch“ beleuchtet, ein Thema das sich Anfang Oktober leider bereits bewahrheitet hat, als ein vermutlich zum Al-Qaida Netzwerk gehörender CERN-Physiker, der auch zum LHC Zugang hatte, in Frankreich verhaftet wurde.

 

 

Link zum Buch: www.amazon.de/Sekunde-Null-Das-Urknall-Experiment-Thriller/dp/3837053148/ref=sr_1_1?ie=UTF8&;s=books&qid=1258482938&sr=1-1

 

 

 
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Kommentare
Mona schrieb am 18.11.2009 um 12:18
Sehr lesenswert ist zu dem Thema auch der Roman "42" von Thomas Lehr (anders als der Titel den gemeinen Douglas-Adams-Fan vermuten lässt, handelt es sich wohl eher nicht um eine Referenz an den Sinn des Lebens, wenn überhaupt, dann jedenfalls gänzlich ohne Huldigung des eigenartigen Humors der Anhalter-Romane - "42" ist nicht lustig. Aber packend.)

www.perlentaucher.de/buch/21951.html
Dr. Rolf Froböse
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