Es gibt gute Autoren. Und es gibt schlechte Autoren. Ich bin der Autor, der ich bin. Das genügt mir.
Immerhin, jeden Tag erwarten mich meine angespitzten Bleistifte, die in Reih und Glied vor mir liegen. In diesen Augenblicken durchströmt mich eine große Zufriedenheit. Denn meine Stifte haben eine magische Kraft. Mit der Zeit entwickelten sie sogar ein intimes Verhältnis mit meinem ausgefransten Radiergummi.
Kurz, ich benötige mein vertrautes Werkzeug wie der Maurer seinen Mörtel. Auch bei meiner Arbeit muss es in den Fingern kribbeln. Im Übrigen, soll man langjährige Verhältnisse nicht stören.
Vor mir ist also kein Zettel sicher. Aber auch ein unbeschriebenes Blatt macht mich nervös.
Falls mir aber nichts einfallen will und sich in meinem Kopf nur unklare Ideen aufbrauen, spitze ich gedankenverloren meine Bleistifte und lege sie militärisch ausgerichtet neben meinen Schreibblock. Würde man mir in diesem Augenblick mit einem Buch auf den Kopf schlagen, hörte ich ein hohles Geräusch. Da bin ich mir sicher. Aber das muss nicht an dem Buch liegen.
Dabei merke ich kaum, wenn sich mein Leben auf den Lichtkegel der Schreibtischlampe beschränkt und sich mein Schattenriss auf die Wand legt.
Aber kaum bewege ich mich, belauere ich mich schon wie ein Fabeltier seinen Schatten. Vielleicht entstand so die Höhlenmalerei, denke ich noch und vergrabe in den Händen meinen Kopf, als müsste ich ihn auswringen. Oder ich stierte an die Decke. Der Himmel weiß - meine Geduld ist unendlich. Das kann nicht jeder von sich behaupten.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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