drave11

Krise des Erwachens

06.08.2009 | 19:16

Die Krise des Erwachens

Schon immer - die Krise des Erwachens:

Schon immer gab es (ver)hungernde Menschen im Süden, trotz Nahrungsmittelüberproduktion im Norden.
Man konnte nix verschenken, wegen des Profites.

Schon immer gab es kranke Menschen (Aids, Tuberkulose, etc.). Mit Medikamenten helfen, das ging nicht, wegen des Profites und der Konkurrenz.

Schon immer wurde die Umwelt (Regenwald abgeholzt, Flüsse verseucht, etc.) zerstört. Wegen des Profites und der Konkurrenz.

Doch jetzt, jetzt ist alles anders. Denn jetzt sind Derivate, Leerverkäufe und gierige Manager schuld, dass etwas schief läuft.

"Schnell Staat jetzt musst DU eingreifen, damit das Alte wieder hergestellt und gerettet werden kann, damit die Welt wieder in Ordnung ist."

 
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Kommentare
poor on ruhr schrieb am 06.08.2009 um 22:45
Hört sich gut an. Ist aber eine echte Kopfnuss für mich ohne dabei der Nuss zu unterstellen, dass sie hohl wäre. Ist ein Standpunkt. Man muß ihn aber nicht teilen. Wenn´s um die Sündenbockfunktion der Manager geht und das alles eben nicht so einfach ist. dann ist da was dran. Wenn´s um Hoffnungslosigkeit bei der Zerstörung der Menschen und der Umwelt geht, ist da ebenfalls was dran. Nur den Managern und Spekulanten rund um die Finanzkrise wird doch eigentlich nicht die Zerstörung der Umwelt vorgeworfen. Es geht doch um konkrete Schuld. Die wird die in ihren Zeilen negiert. Gerade diese Entkoppelung von Produktion und Finanzen, obwohl beides sehr zusammenhängt ist doch das eigentliche Mysterium der Weltwirtschaftskrise und der Finanzkrise.
poor on ruhr schrieb am 07.08.2009 um 20:40
In einem Punkt war meine Erörterung Ihrer Zeilen wohl etwas ungenau. Eine Negierung der Schuld der Manager und Spekulanten kann beim genauen Lesen Ihrer Zeilen nicht festgestellt werden, aber ebensowenig konkrete Bezüge zu dieser Schuld, die ich ganz gerne gesehen hätte. Doch der Titel"Krise des Erwachens" trifft es eigentlich ganz gut, ein krisenhaftes Erwachen, bei dem sich eigentlich nichts ändert und alles so bleibt , wie es war, so als ob gar niemand wirklich erwacht ist , trotz aller Krisen.
Deaktivierter Nutzer schrieb am 07.08.2009 um 21:17
Ich würde folgende Begriffe einführen: Mehrwert, Ausbeutung, Gegensatz von Kapital und Arbeit, Herrschaft, Verfügungsmacht, Verwaltete Welt, Ideologie. Und dann damit das Thema diskutieren wollen.
drave11 schrieb am 08.08.2009 um 11:15
Vielen Dank für ihre reflektiven Kommentare. Ich werde ihre Anmerkungen gerne berücksichtigen.

Der Kern des Ganzen ist das Erwachen. Die beschränkte Sichtweise auf Krisenhaftes, was erst wahrgenommen wird, wenn das Subjekt es war nimmt oder dessen Umgebung es beeinflusst, ist der Kern des Ganzen.

Doch insgesamt: Wird das System nicht hinterfragt werden. Es wird nicht die Frage der Veränderung gestellt.
drave11 schrieb am 08.08.2009 um 11:39
@ Rainer Kühn.

Selbstverständlich müssten, diese Begriffe benutzt werden, um auf einer abstrakten theoretischen Ebene, die Verhältnisse darzustellen, radikal zu den Ursachen greifen und diese analysieren.

Mein Ansatz war hier jedoch die Mitnahme vom Standort der Menschen. Diese Begriffe sind nützlich um auf dieser abstrakten Ebene Verhältnisse zu fixieren und zu beschreiben.

Sie finden jedoch im allg. Sprachgebrauch wenig Anwendung. Die politische Sprache ist ja seit vielen Jahrzehnten ideologisch "gesäubert" wurden.

Gerne können wir jedoch noch einmal über eine längere Abhandlung dieser Thematik reden. Oder auch zusammen was machen?
drave11
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