drave11

Krise des Erwachens

15.08.2009 | 23:50

Wachstum bedeutet Leben. Lebt der Kapitalismus noch?

Wenn einem Gral gefolgt werden soll, dann muss es dazu einen Mythos geben. Beim berühmten "heiligen Gral" steht die größte Geschichte aller Zeiten dahinter, die diesen Gral einbettet und somit zu einem Mythos macht.

Im Kapitalismus muss diese Geschichte genauso weiter gehen. Hinter dem Glauben an den 'Wert des Geldes' und die Konzentration auf dessen, werden die Pilgernden an diesen Glaubensgrundsatz gebunden. Ausdruck dieser Glaubensform ist die ewige Frage nach dem: "Wer soll das bezahlen?"

Was muss denn bezahlt werden? Mit was wird bezahlt? Mit Papier und aufgedruckten Zahlen? Oder mit einen Computerknopfdruck von einer Bank an die andere?

Was wird wirklich vernichtet in dieser Krise?
Es die Konsumption. Der Tauschwert von Waren verringert sich oder verschwindet (Wie von Zauberhand?). Kapital verschwindet was eigentlich nicht existierte. Etliche kapitale Verwertungsfabriken funktionieren nicht mehr, da die kapitalen Adern dieser Lebensform ausgetrocknet werden und deshalb das Herz nicht mehr schlägt.

Jetzt wurde die Colonial Bank in Alabama auch zugeschlossen. Und ca. 75 weitere Banken geben in den USA auch kein Lebenssignal mehr.

Trotz dessen und einer kurzen Irritation der Menschen am Kapitalismus, kann die Gralssuche wieder fortgesetzt werden. Denn es gibt wieder Wachstum und das erste Zucken symbolisiert die Hoffnung auf Leben. Daß dieses Zucken durch künstliche Stromstösse verursacht wurde, ist den Priestern erstmal egal. Der Glaube zählt.

 
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Kommentare
Joachim Petrick schrieb am 16.08.2009 um 00:41
Hallo ,
dem Kapitalismus einen Mythos zu unterlegen kündet vom Stil, hoch stehenden Teil des Geistes unserer Zeit, auch wenn diesem Versuch ein beachtlich interessanter Irrtum zugrunde liegt.
Warum?,
weil der Zugang zum Gral, wie zu jedem neuen Mythos mit den erfundenen Mitteln des Kredit spendenden wie schöpfenden Kapitals von den Altgläubigen klerikaler wie säkularer Farben verweigert wird, ohne sich das einsichtige Verständnis für den alten Gral wie Glauben noch etwas an Infrastruktur Kür, neben der marginalisierten Pflicht, etwas kosten lassen zu wollen!, oder?
Sind wir nicht insofern umzingelt von verlassenen, verschütteten Grals, die unsichtbar, wie schwarze Löcher im Universum, auf Erden ungeheure Ressourcen und Energien verschlingend fressen?
JP
Joachim Petrick schrieb am 16.08.2009 um 00:42
Hallo drave11,
dem Kapitalismus einen Mythos zu unterlegen kündet vom Stil, hoch stehenden Teil des Geistes unserer Zeit, auch wenn diesem Versuch ein beachtlich interessanter Irrtum zugrunde liegt.
Warum?,
weil der Zugang zum Gral, wie zu jedem neuen Mythos mit den erfundenen Mitteln des Kredit spendenden wie schöpfenden Kapitals von den Altgläubigen klerikaler wie säkularer Farben verweigert wird, ohne sich das einsichtige Verständnis für den alten Gral wie Glauben noch etwas an Infrastruktur Kür, neben der marginalisierten Pflicht, etwas kosten lassen zu wollen!, oder?
Sind wir nicht insofern umzingelt von verlassenen, verschütteten Grals, die unsichtbar, wie schwarze Löcher im Universum, auf Erden ungeheure Ressourcen und Energien verschlingend fressen?
JP
drave11 schrieb am 16.08.2009 um 12:46
Hallo Joachim,

Ich versuchte nicht dem Kapitalismus einen Mythos unter zu legen. Der Versuch "den Fetisch" innerhalb der kapitalischen Logik herauszustellen und diesen Quasi-Religiös provokativ zu skizzieren, das war der Versuch dieser Beschreibung.

Wir sind umzingelt von verschiedenen "glaubensfreien Räumen". Aber der Gral ist nur die Form des Geldes. Während es eigentlich um die Verwertung des Wertes geht. Aus ,Geld' mehr Geld zu machen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn dem Geld selbst etwas ,Mythyisches' zugeschrieben wird, und gesellschaftlich nicht hinterfragt.

Aus einem Stück Papier werden Fernseher, Autos, und etwas zu essen. Und mittlerweile nicht einmal mehr das. Das Buchgeld ist nicht einmal mehr zu sehen. Und dennoch richtet sich die Orientierung auf dieses Papier -dessen Gebrauchswert fast nicht existent ist- oder auf die Zahlen auf dem Kontoauszug.

Ich stelle den ganzen Tag Kabel her für irgendwas, rühre im Gummi der zu irgendwelchen Reifen werden soll, drehe an irgendwelchen Rädchen die dann wieder irgendwas herausbringen, und das nur damit ich dieses Papier bekomme.

Ich stelle also irgendwas her, das zu irgendjemanden geht, in einer Umgebung die schlecht riechen kann, in der Irgendjemand mir Kommandos gibt nur damit ich an Papier oder Zahlen komme, das Geld genannt wird.
drave11
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