Sophia Hoffmann

www.oh-sophia.net

01.02.2012 | 17:18

Monogamie – die Pärchenlüge

Der hier veröffentlichte Blog-Text erscheint als regelmässige Kolumne im österreichischen Volume Magazin (www.volume.at), einem Jugend- und Musikmagazin. Er soll der leichten Unterhaltung dienen und erhebt nicht den Anspruch auf Weltliteratur-Niveau. Dies bitte bei der Lektüre berücksichtigen, danke für die Aufmerksamkeit! -----------------------> „Eating is not cheating“ soll Governator Arnold Schwarzenegger einmal selbstverteidigend entgegnet haben, als er zwischen den Schenkeln einer feschen Brünetten ertappt wurde. Entscheidet man sich für das Eingehen einer Liebesbeziehung, sollte man die persönlichen Grenzen zu gegebener Zeit abstecken, sonst könnte es zu ähnlichen, unangenehmen Missverständnissen kommen...

Die meisten Menschen verstehen unter einer monogamen Beziehung, dass der Austausch von Körperflüssigkeiten ausschließlich mit dem Partner vonstatten geht. Hardliner verbieten selbst den kleinsten Flirt, doch die meisten Mitmenschen lieben nach dem Prinzip: Appetit holen darf man sich, gegessen wird zu Hause.

 Mit 16 hätte ich das sofort mit meinem heiligen Jungfrauenblut unterschrieben, mittlerweile haben sich meine Ansichten über die Sinnhaftigkeit von und die Fähigkeit der Menschen zur Monogamie gewandelt. Ich habe erfahren wie schmerzhaft es ist, herauszufinden, dass man betrogen wird, mein erster Freund fuhr diesbezüglich die volle Bandbreite aller erdenklichen Klischees auf und tat es mit seiner Ex, meiner besten Freundin sowie fremden Disco-Girls auf kalten Motorhauben. Doch auch ich hatte immer wieder Seitensprünge und die Vorstellung bis ans Ende meines Lebens nur noch mit einem Menschen Sex haben zu dürfen, jagt mir kalte Schauer über den Rücken, selbst wenn ich schwer verliebt bin. Und ein richtig schlechtes Gewissen hatte ich nie. Im Gegenteil, zumeist empfand ich Fremd-Knutschen, -Fummeln oder auch -Vögeln belebend für das oft nach einiger Zeit stagnierende Beziehungs-Sexleben. Was also tun? Nur noch offene Beziehungen führen, gar keine Beziehungen führen oder sich am Riemen reißen und Golf spielen lernen? Ich weiß es nicht. Um einen weiteren Sinnspruch zu bemühen: Was du nicht willst, das man dir tu', das füge keinem andern zu!

 

Ja, schon klar, aber wieso ist es selber so einfach Auswärts zu spielen und tut doch viel zu sehr weh, wenn man es jemand anderem erlaubt? Ganz einfach: Weil man sich der eigenen Liebe sicher ist, aber beim Partner die Angst hat einen geliebten Menschen zu verlieren, selbst wenn es für ihn nur um Sex geht. 

 

Ich hatte Beziehungen, in denen ziemlich viel erlaubt war und solche, in denen gar nichts erlaubt war - außer zu Hause zu essen. Eigentlich habe ich trotzdem immer das gemacht, worauf ich Appetit hatte, zur Not heimlich. Bis heute weiß ich nicht, welche Beziehungsform für mich geeignet ist, trotzdem habe ich mich immer dann am Wohlsten gefühlt, wenn man alles offen sagen durfte, wie etwa: „Den Typ da hinten, den finde ich ziemlich scharf!“ Und wenn ich dann derselben Meinung war wie mein Freund – umso besser...

 

 

 
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Kommentare
Wolfram Heinrich schrieb am 02.02.2012 um 08:08
Doch auch ich hatte immer wieder Seitensprünge und die Vorstellung bis ans Ende meines Lebens nur noch mit einem Menschen Sex haben zu dürfen, jagt mir kalte Schauer über den Rücken, selbst wenn ich schwer verliebt bin.

Gelegentlich bin ich ein ziemlich neugieriger Mensch und frage gerne nach. Sollte ich jetzt unziemlich neugierig sein, so bitte ich um Verzeihung und verzichte dann natürlich auf die Antwort auf meine Frage.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, so hat dir das (eigene) Fremdgehen noch nie wirklich Probleme bereitet, das Fremdgehen des jeweiligen Partners (der nach deiner Schilderung relativ rasch zu wechseln scheint) war dagegen nicht immer die reine Freude für dich. Am liebsten war es dir dabei stets, wenn du das Fremdgehen nicht heimlich machen mußtest.
Nun stell dir vor, du bist (wieder mal) heftig verliebt, du willst klare Verhältnisse schaffen und frägst deinen Partner, ob seinerseits Einwände bestünden gegen Seitensprünge deinerseits, wenn dir grad danach ist. Und dein Partner sagt dir: "Ja, mir ist das doch wurscht, mit wem du wie oft fickst. Mach nur."
Wie würdest du reagieren?

Ciao
Wolfram
Sophia Hoffmann schrieb am 03.02.2012 um 12:22
Um mich selbst zu zitieren:
"Was also tun? Nur noch offene Beziehungen führen, gar keine Beziehungen führen oder sich am Riemen reißen und Golf spielen lernen? Ich weiß es nicht."

Ich weiss es nicht.
Aber ich bin mir sicher irgendwann werde ich es wissen.
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 07:06
@Sophia Hoffmann
Um mich selbst zu zitieren:
"Was also tun? Nur noch offene Beziehungen führen, gar keine Beziehungen führen oder sich am Riemen reißen und Golf spielen lernen? Ich weiß es nicht."


Jetzt hast du dich natürlich um eine Antwort auf meine Frage herumgedrückt. Okay, ich gebe zu, mein Kommentar war ein bisserl kraß formuliert, aber ich wollte halt das Problem brutalstmöglich auf den Punkt bringen.
* Wenn du zuhause einen Typen hocken hast, der eifersüchtig ist und dir das Allgemeine Menschenrecht auf einen Nebenfick nicht gönnt, dann bist du natürlich frustriert. Nicht daß du dir dann den Nebenfick nicht gönnen würdest, aber du mußt es heimlich tun und das frustriert dich. Kann das Arschloch nicht ein bisserl toleranter sein?
* Hast du dagegen zuhause einen Typen, der dir achselzuckend mitteilt, seinetwegen könntest du rumvögeln, mit wem immer du möchtest, das gehe ihm am Arsch vorbei, dann sollte dich das eigentlich höchlichst erfreuen. Deine oben skizzierte Frustration wäre dann ja beseitigt. Wenn es so ist, so gratuliere ich dir herzlich, dein Problem ist gelöst und Sonnenschein liegt auf der Wiese deines Lebens.
* Allerdings argwöhne ich, daß dir die oben skizzierte Antwort deines Partners auch nicht passen wird. Dieses verdammte Arschloch ist nicht mal eifersüchtig, so gleichgültig bin ich dem. Schluchz!
Nun willst du aber, wie du schriebst, auf Deibel komm raus nicht drauf verzichten,, immer wieder neue Schwänze in dir zu spüren. Auch gut. Die Lösung, die einzige Lösung, die mir in einem solchen Fall einfällt, wäre: Scheiß auf Beziehungen, lebe und vögele a la carte. Schmink dir den sentimentalen Schmonzes von verliebt sein, gar Liebe, ab und vögele, wie dir grad danach ist.
Laß es mich ganz brutal sagen: Erspare es einem Mann, in der Illusion zu leben, mit dir eine Beziehung zu haben.

Ciao
Wolfram
memyselfandi schrieb am 03.02.2012 um 12:29
"Ja, schon klar, aber wieso ist es selber so einfach Auswärts zu spielen und tut doch viel zu sehr weh, wenn man es jemand anderem erlaubt? Ganz einfach: Weil man sich der eigenen Liebe sicher ist, aber beim Partner die Angst hat einen geliebten Menschen zu verlieren, selbst wenn es für ihn nur um Sex geht."

Ich werfe mal das Wort Ego in den Raum, unter dieser Krankheit leidet auch Schwarzenegger (bei Schwarzenegger war es wohl so, dass er seine Grenzen weiträumig abgesteckt hatte, nur ohne seine Frau darüber zu informieren). Die Menschen auswärtseln auch, weil sie ihr Ego füttern wollen, und so ein Ego verträgt es nicht, wenn da ein anderer auch auswärtselt.

Sie können es ja halten wie Sie wollen, ist mir wurscht, aber bitte, soweit sollten wir doch schon sein, dass wir merken, dass Auswärtseln nicht immer was mit Trieb und Freiheit zu tun hat, sondern mit Bestätigung, die sich andere durch die Arbeit oder Sonstiges holen können.
Sophia Hoffmann schrieb am 03.02.2012 um 12:39
Das würde ich nie leugnen.
Unser Sexualtrieb ist sehr komplex und natürlich dreht es sich nicht nur um die reine körperliche Befriedigung (oder die Fortpflanzung), Ego würde ich aber grundsätzlich nicht als Krankheit bezeichnen, das kommt immer sehr auf den Standpunkt an.
Rücksichtnahme ist natürlich trotzdem eine hohe Tugend.
ideefix schrieb am 03.02.2012 um 23:54
Hallo Sophia,

wenn ich mir Ihre Beiträge hier und Ihre Website so ansehe, dann glaube ich gern, daß für Sie die sog. Monogamie eine Päarchenlüge ist.

Wenn Sie Männer allein danach beurteilen, ob der Typ sie scharf macht, dann werden Sie wohl über die Jahre und am Ende ebenso allein bleiben.

Intensität und Beziehung scheint Ihnen fremd - und damit wollen Sie die Jugend aufklären?

Über was?

Über Ihre eigene Liebesunfähigkeit aufgrund dominierender Schmerzvermeidungsstrategie, die sie hier auch noch als ultramodern ausgeben, um alle anderen als rückständig/prüde erscheinen zu lassen?

Alles was von Ihnen hier zu lesen ist, beharrt auf Oberflächlichkeit. Sie mögen eine Frau sein, aber weiblich im Sinne des Wortes sind Sie nicht.

Sie sind letztlich noch keinem Mann begegnet, DAS ist alles.

Schade für Sie.

I.
tlacuache schrieb am 04.02.2012 um 08:03
Wolfram Heinrich schrieb am 04.02.2012 um 08:22
@tlacuache
Ich empfehle:

www.bravo.de/dr-sommer


Wer kann schon gegen Dr. Sommer anstinken? Ob es nicht 1 Jammer ist?

Ciao
Wolfram
Sophia Hoffmann schrieb am 04.02.2012 um 16:19
Ich empfehle: Weniger persönlich (verletzend) zu sein.
Alle oben aktiven Kommentatoren mögen mal einen kurzen Moment darüber nachdenken. Weder möchte ich irgendwem etwas aufzwingen, noch behaupten dass meine Einstellung die richtige wäre. Interessant, dass dieses Thema dermaßen emotionale Kommentare erzeugt.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
tlacuache schrieb am 04.02.2012 um 17:04
Sophia Hoffmann schrieb am 04.02.2012 um 16:19
"Interessant, dass dieses Thema dermaßen emotionale Kommentare erzeugt."

Mit Verlaub, Frau Hoffmann, "emotionale Kommentare?", ich kann da nur fuer mich sprechen:
Ich sehe da gar nichts verletzendes, als mittvierziger muss ich da nur Schmunzeln ("War alles schon mal da"!).
Testosteronlimitiert und Viagra hilft auch nicht immer, weder bei der eigenen Frau noch bei der Nachbarin, wie sollen bei diesem Thema gar noch "emotionale Kommentare erzeugt" werden bitte?

Hormongesteuerte "journalistische Arbeiten" eines Twenty's hervorufen nur ein müdes Lächeln und da war Dr. Sommer auch nicht schlechter...

Ich danke meiner Nachbarin für Ihre Aufmerksamkeit...
LG
Wolfram Heinrich schrieb am 05.02.2012 um 11:37
@Sophia Hoffmann
Ich empfehle: Weniger persönlich (verletzend) zu sein.
Alle oben aktiven Kommentatoren mögen mal einen kurzen Moment darüber nachdenken. Weder möchte ich irgendwem etwas aufzwingen, noch behaupten dass meine Einstellung die richtige wäre.


Ich kann jetzt nur für mich sprechen: Persönlich werden wollte ich natürlich schon, es ist ja auch ein sehr persönlicher Blogbeitrag, den du hier eingestellt hast und das ist gut so. Verletzend wollte ich auf keinen Fall sein. Wenn es so war, so bedauere ich das und entschuldige mich dafür.
Mir ging es darum, die Widersprüche, die sich aus einer promisken Lebensweise ergeben, in aller Schärfe darzustellen. Nein, so ist das nicht richtig, eine konsequent promiske Lebensweise hat gar nicht so viele Widersprüche, Widersprüche ergeben sich, wenn ich einerseits auf einer Beziehung bestehe, andererseits aber auch promisk leben will. Da habe ich dann die Situation, die ich oben dargestellt habe - keine der Varianten ist wirklich befriedigend, weder das heimliche Fremdgehen noch die rückhaltlos offene Zweierbeziehung.
Darüber hätte ich gerne diskutiert, nicht zuletzt deswegen, weil ich den Eindruck, daß du genau das auch wolltest, weil du dir selber unsicher bist, was eigentlich für dich das Beste wäre.

Interessant, dass dieses Thema dermaßen emotionale Kommentare erzeugt.

Na ja, wenn das Thema Liebe, Sexualität und Zusammenleben keine emotionalen Kommentare erzeugt, was dann?

Ciao
Wolfram
Sophia Hoffmann
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Logbuch
12:10
Ismene hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:09
anna T. hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:08
Ismene hat gerade einen Kommentar geschrieben.
12:07
klute hat gerade einen Kommentar geschrieben.
11:55
heidenplejer hat gerade einen Kommentar geschrieben.
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