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Und weil sich Kay, Jan und Tessa als Leser bei mir angestellt haben (gut möglich, dass sie sich verklickt haben), ist man versucht, auch content abzuliefern. Schließlich will man ja seine Leser nicht vor dem leeren Blog-Blatt gähnen lassen, nicht? Und wenn man schon Schriftsteller ist, dann hat man noch mehr zu schreiben, zu schreiben, zu schreiben. Aber da ich auch meine Bücher in Eigenregie selber produziere (ich geh bitteschön nicht zum Copyshop an der Ecke, sondern berappe eine schöne Stange Geld, damit die Taschenbücher wie Taschenbücher ausschauen und sich auch so anfühlen, wenn man sie aufschlägt; ja, Qualität hat seinen Preis ... nein, hier geht's nicht um Qualitätsjournalismus). Oft belächelt, oft gescholten, hämische Blicke kassiert. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Deshalb entschloss ich mich kurzerhand zur Frankfurter Buchmesse zu fahren und mich drei Tage lang wie ein wichtiger Vertreter der Buchbranche zu fühlen. Auch schon was, oder?
Ein letztes Resümee meines Aufenthaltes in Frankfurt gibt es hier nachzulesen (Vorsicht, der Artikel ist elends lang!):
1668cc.wordpress.com/2009/10/22/fbm09-3/
Damit der geneigte Freitag-Leser sich nicht die Mühe machen muss, auf den Link zu klicken, dachte ich mir, ich gebe hier mal eine grobe Skizze des Textes wieder. Würde mich natürlich sehr über Kommentare oder Erfahrungsberichte freuen. Ich geh jetzt mal einen Kaffee aufstellen und bin bald wieder zurück.
INHALT:
- im Nachtzug von Wien nach Frankfurt mit einer überraschenden germanischen Passkontrolle. Kein Zuckerschlecken, wenn man ein nigerianischer Geschäftsmann ist.
- über Leipzig sinnierend (ach, wie überschaubar, im Gegensatz zu Fft!)
- Security am Messegelände (ach ja, wir leben ja mit einer latenten Terrorvorwarnstufe), die in Taschen und Koffern der Gäste guckt.
- Behausung in Frankfurt (familiär freundlich)
- über den Freitag resümiert (den ersten Tag bereits in den Nachtstunden des Mittwochs in den PC getippt) - hier nachzulesen, wer möchte:
wp.me/p48Ii-wV
- Geschäftliches Gespräch mit Verlegerin Miriam Spies aus Mainz (Gonzo Verlag)
- Am Stand des Comic-Verlages "Bilbyothek" aus Leipzig; Comic-Buch "Ein Mann geht an die Decke" von Katharina Greve gewonnen und von ihr signieren lassen. Mit der Verlegerin Lydia B. Schönberger geplaudert.
- Plauderei am Stand vom Suhrkamp Verlag, der nun auch eine Krimi-Reihe herausgibt. Ich wurde mit zwei Exemplaren beschenkt.
- Begegnungen und Gespräche mit Zweitausendeins, Büchergilde und AT.
- Gedankliches zum Unterschied zu Lesungen in Deutschland und Österreich
- TWITTER und die Möglichkeiten
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Eine genaue und sehr kritische einschätzung der lage von buchmarkt und literaturbetrieb hat m.e. Gerhard Falkner jüngst zur verleihung des kranichsteiner literaturpreises gegeben, im poetenladen nachzulesen:
www.poetenladen.de/gerhard-falkner-kranichsteiner-rede.htm |
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Merci für den tollen Tipp. Ich habe den Link gleich auf mein Weblog gestellt. Gerhard Falkner (ich kannte ihn bis dato nicht) spricht aus, was ausgesprochen gehört.
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Auch ich möchte mich bedanken, jayne. Ein Text, der mich fasziniert hat.
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Lieber dschun,
die Langfassung auf Deiner Seite ist ein aufschlussreicher Einblick in den Teil des Buchmessengeschäfts, von dem man als Flaneur viel ahnt, aber wenig mitbekommt. Dein Bericht klingt nach einer bekömmlichen Mischung aus Terminen und Treibenlassen. Und neugierig gemacht hast Du mich auch - auf Lydia B. Schönbergers Verlag in Leipzig. Übrigens: die Leipziger Messe mag überschaubarer sein, ich finde sie stressiger, weil es an allen Tagen fruchtbar eng ist und der Vierseitenhof zum Durchatmen fehlt. herzlich kk |
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Da hast du nicht unrecht, Kay, dass die Leipziger Buchmesse auch stressig sein kann. Ich denke, es kommt darauf an, ob man gerne in der Menge badet oder sie eher meidet. Zu viel Trubel muss nicht sein, sag ich mir.
Da wird sich die Lydia sicherlich freuen, wenn du Interesse an ihrem Verlagsprogramm hast. Kleine Verlage kämpfen ja bekanntlich um jeden potenziellen Kunden. Und Neugierde ist ein Anfang :-) Servus aus Wien Richard |
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Lieber dschun,
auch ich kann von afrikanischen Geschäftsleuten berichten, die ALS EINZIGE am Flughafen nach der Ankunft aufgehalten und ausgefragt wurden. Oder von einer Diskussion, wer zuerst in das bereitstehende Taxi steigen darf, und die andere Person sich durchsetzt, aber vorm Einsteigen noch sieht, dass der Fahrer ein Schwarzer ist und mir dann doch das Taxi überlässt. Oder, oder, oder. Der alltägliche Rassismus eben, bei dem Schwarze von Haut aus verdächtig sind. Manchmal stimmt mich Deutschland traurig... |
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Andererseits stehen die Beamten natürlich auch unter Strom/Druck, weil die Medien immer wieder ein härteres Durchgreifen gegen illegale Einwanderer fordern (weil die Mehrheit der Medien-Konsumenten befriedigt werden müssen). Eins ergibt nun mal das andere. Irgendwie dreht sich da die Gesellschaft im Kreis.
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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