3
]
Vor dem Gesetz sind alle gleich! So steht es im Grundgesetz. Ab Ende 2012 müssen nun sämtliche Versicherer Frauen und Männern die gleichen Tarifkonditionen anbieten. Endlich herrscht in Deutschland die Gerechtigkeit, die wir uns gewünscht haben! Oder, ist das Ganze doch nicht so einfach? Bei einer einfachen Sachversicherung wie der Hausratpolice oder einer Haftpflichtversicherung kann dieser Grundsatz sicher ohne Vorbehalte angewendet werden. Interessanter wird es jedoch bei der Lebensversicherung und der Krankenversicherung. Auf Grund anerkannter statistischer Erhebungen kommen Frauen in den Genuss einer durchschnittlich längeren Lebenserwartung. Daher wurde die Damenwelt bisher bei Rentenversicherung mehr zu Kasse gebeten als die Herren. Die Versicherung geht aufgrund der erfassten Daten davon aus, dass eine Frau einfach länger Rente bekommt als ein Mann und daher für ein Versicherungsunternehmen teurer ist.
Da Ende 2012 eine Gleichbehandlung vorgenommen werden muss, werden die Versicherungsbeiträge für Männer teurer und für Frauen günstiger. Die Versicherer möchten zudem kein Risiko eingehen und werden bestimmt im Rahmen einer Neukalkulation eine sogenannte Sicherheitsreserve einbauen. Im Ergebnis zahlen die Versicherten wahrscheinlich drauf. Selbst bei der Autoversicherung galten bisher unterschiedliche Tarifmodelle für Frauen und Männer.
Diese Vorgaben des Gesetzgebers zum Thema Unisex-Beiträge gelten nur für neue Verträge. Bestehende Policen sind von der Novellierung unberührt. Eines lässt sich jedoch schon vorhersehen. Unabhängig vom Geschlecht wird jede versicherte Frau und jeder versicherte Mann den Markt ab Ende 2012 genauesten beobachten. Wenn man die Beiträge für die Unisex-Tarife dann bekannt sind, beginnt das große Provider-Wechseln.
Besonders die Frauen in leitenden Positionen, die eine private Rentenvorsorge oder eine Risikolebensversicherung Ihr Eigen nennen und auch als Privatpatienten versichert sind, werden den Markt kritisch in Augenschein nehmen. Die Parität in den Versicherungstarifen ist zudem ein ergänzender Schritt in Richtung Gleichstellung. Damen in Führungspositionen werden bereits jetzt von den meisten Konzernen sehr positiv beurteilt. Unsere Europäischen Nachbarn aus Irland sind zudem schon wesentlich weiter als wir in Deutschland. Hier geht es bereits gar nicht mehr um das Thema Tarife bei Versicherungen. Bereits ein Drittel der Vorstandsposten bei den Unternehmen sind dort von weiblichen Führungskräften besetzt. Bei uns in Deutschland kommen wir gerade mal auf etwa zwei Prozent. Fraglich ist, ob man Gesetzgeber durch die Vorgabe der Schaffung einheitlicher Tarife die Gleichstellung beschleunigen kann.
|
|
@dual
Wie wäre es, nur noch anonym Versicherungspolicen abzuschließen?, bzw. ohne Angabe des Geschlechts, der Religionszugehörigkeit, die ja auch einem unterschiedlichen Risiko unerliegt? |
|
|
Herzlich Willkommen in der Freitag Community!
|
|
|
@ Joachim
Die Idee hatte ich auch schon und da am Ende sowieso alle aus einem Topf bezahlt werden ist es sowieso egal. Solche Pläne gab es jedoch schon, leider wurden die nie ernsthaft verfolgt. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen