ebby

Gadget Nerd

27.03.2009 | 13:10

Der Killerspielspieler

Heimtückisch stöbert er auf den ausländischen Amazonplattformen. Hier gibt es noch den heißen Scheiß. Den mit viel Blut und abgetrennten Körperteilen. Stets auf der Suche nach noch realistischeren Spielen versucht er seine Gier zu befriedigen. Er war damals derjenige der auf seinem PC Duke Nukem und Doom sein eigen nennen durfte und auch Wolfenstein hatte er. 
In der realen Welt hat er nicht viele Freunde, dafür umso mehr in der digitalen. Jeden Tag versucht er sich daran, sein Können noch stärker zu verbessern und endlich jedem seiner digitalen Gegner hinterrücks in den Kopf zu schießen. 
Seine Mutter hatte ihn damals gewarnt. Irgendwann wirst du süchtig danach. Wir hatten damals andere Freizeitbeschäftigungen. Wir sind mit unseren Freunden schwimmen gegangen und haben mehr Zeit vor der Tür verbracht. Sie verschwieg aber auch, dass ihre Generation gerne mal einen Joint geraucht hatte und der Sex ohne Kondom Gang und Gebe war ... Aber lenken wir nicht vom Thema ab. Er ist der Killerspielspieler. 

Wie Recht haben doch die Politker. Er ist das Opfer unserer Neuzeit. Er kann sich nur mit merkwürdigen Ausdrücken wie "Lol" und "Rofl" artikulieren und sein schlaffer Körper ist von Cola, Chips und Pizza gleich einer Dose Knetgummi. Sein Geld investiert er nicht in Altersvorsorge und schicke Klamotten, sondern in immer bessere Hardware um seine Gegner kaltblütig abzuschlachten. 
Allerdings hatte es für ihn noch nie einen Reiz mit echten Waffen zu spielen, selbst die Bundeswehr hat er verweigert und dafür lieber im Altersheim alten Menschen den Lebensabend versüßt. Aber verschönern wir nicht die Situation, er ist der Killerspielspieler. 

Wie grausam muss es wohl in seinem Kopf aussehen. Bücher liest er selten, dafür schreibt er lieber im Internet. Ist in Chats vertreten, hat seinen eigenen Blog, in dem er die neusten Spiele bewertet und Tipps für Anfänger gibt. Auf Youtube engagiert er sich und zeigt dort per kompliziertem Videotutorial, wie man noch besser werden kann. 
Die einzigen Male an denen er auf die Menschheit losgelassen wird ist zu seinem Beruf und bei so genannten Lanparties. Hier treffen sich gleich mehrere hundert dieser verrückten digitalen Killer um sich gegenseitig virtuell zu vernichten. 
Zum Glück berichten die Medien immer so nah am Sachverhalt wie es bei diesen Jugendlichen zu geht. Ansonsten wüsste doch niemand wie abgrundtief unsere Jugend da steht. 

Hoffentlich werden bald die richtigen Gesetze geschaffen, damit unsere Jugend vor solch einem Dreck bewahrt wird und diese instabilen Hüllen menschlicher Natur endlich keine eigene Meinung mehr haben dürfen. Durch das ganze Geballer fehlt es ihnen schließlich komplett an IQ....

[/ironie]
 
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Kommentare
Magda schrieb am 27.03.2009 um 14:44
Hat der eigentlich eine Freundin, Dein Killerspielspieler? Und was machen die dann zusammen. Machen die Killerspiel-Petting? Oder machen die zusammen vorm Monitor kille kille. Oder hören die das schöne alte R& B Teil: "Killing me softly". Was mir zu denken gibt, ist folgendes: Entsteht durch die Dienstleistung an älteren Menschen ein Bedarf an Sublimierungstechniken? Ist das Killerspiel eine solche. Nur jene, die konkrete Waffen bäh und igitt finden, die spielen Killerspiele? Schön wärs. Und überhaupt, lässt Du denn ältere Menschen ein bisschen mit spielen beim Killern? Die wollen doch auch mal erklärt kriegen, was ihnen entgangen ist bisher. Vielleicht werden die wieder munter und kregel in ihren Sesseln. Vielleicht kann man auch altersgerechte Spiele herstellen. Kill den Pensionär - das bringt Dir mehr Salär. Wie auch immer, Du meinst es ja nicht so. You are the nicest killerspielspieler in the whole world. Es gibt eben auf der Welt eine Menge intolerante Ignoranten. Mich zum Beispiel: Ich finde Killerspiele Scheiße und das muss man auch mal sagen dürfen. Ich will sie aber nicht verbieten . Ganz einfach, weil ich keine Chance dafür sehe. Naja, nischt für ungut
styx schrieb am 31.03.2009 um 11:36
Ein offenes Bekenntnis zur eingenen Ignoranz, revolutionär.
Berühmtes bejahendes Bekenntnis Kurt Tucholskys zur bemühten Einführung der Filmzensur 1913. Zu jenem Zeitpunk galt der Film noch als volksvergiftendes Jahrmarkts- und Variteübel voller verbaler Verschmutzungen, falscher Versprechungen und sittenloser Lasterhaftigkeit. Wann immer Schreckliches passierte, der Film war schuld. Die Argumente für und gegen dieses zeitenverändernde Medium gleichen sich fatal mit denen für und gegen das Computerspiel. Damals wie heute sahen tolerante weitsichtige Zeitgenossen das ästhetische wie merkantile Potential. Inzwischen gelten Computerspiele als das einzige progressive noch treibende Medium dieser unserer Zeit.
Und die first- person- shooter? Erinnert sich noch jemand an die Actionfilme der achtziger? Schwarzenegger, Stalone, Norris, van Damme? An die Diskussionen? Es scheint wie ein wiederkehrender Zehnjahressturm. Die first- person- shooter sind die Actionfilme unserer Zeit.
Im Übrigen ist ein Wahnsinniger nicht weniger wahnsinnig, weil er nicht spielt.
I.D.A. Liszt schrieb am 02.04.2009 um 23:36
Ja, das mit dem Zehn-Jahres-Rhythmus scheint genau zu stimmen:In den Siebzigern gab es sogar lange Diskussionen darum, ob Märchen nicht zu gewalttätig seien, um sie Kindern zuzumuten!!!
Ich erinnere mich nicht mehr, ob sie mit Massenmorden oder Amokläufen in Zusammenhang gebracht wurden, nur daran, dass besorgte Pädagogen, Politiker usw. die Gefahr der Verrohung der Jugend durch Märchen an die Wand malten.
Magda schrieb am 30.03.2009 um 23:16
Heute habe ich gelesen, dass Killerspiele die Sehfähigkeiten verbessern. Das ist doch klasse. Millionen Optiker gehen Pleite.
Feilong schrieb am 31.03.2009 um 16:03
Das gibts doch gar nicht gerade mal 23 Jahre und redet schon wie der 40 Jährige Yuppie der im Dorf lebt und seine Kinder von der ach so bösen Welt bewaren möchte....

Ich spiele selber gerne ab und zu (keine Ego Shooters) denn es ist ein Teil des Computerzeitalters das was Sie hier schreiben ist ja richtig hasserfüllt ist ja schlimm ich empfehle ihnen ein Wenig Ruhe....

So nun sollte man auf diesen Text der zum Bereich des Investigativen Journalismusses zuzuordnen ist eingehen..

Achja
Interessant ist das Sie das Vokabular nein besser noch das Klischee der Yuppie Gesellschaft übernehmen, ohne kritisch zu hinterfragen..

"sein schlaffer Körper ist von Cola, Chips und Pizza gleich einer Dose Knetgummi. Sein Geld investiert er nicht in Altersvorsorge und schicke Klamotten, sondern in immer bessere Hardware um seine Gegner kaltblütig abzuschlachten. "

Das stimmt so gar nicht viele die ich kenne und Spielen sind durchaus sportlich aktiv und trinken eben nicht ihre "Cola" oder essen "Chips und Pizza". Ich selber sitze auch ab und zu vor dem Rechner, wenn auch nicht vor Spielen, trotzdem habe ich keinen schlaffen Körper, denn ich treib mein Sport und gehe auch Raus und habe eben auch "Freunde", aber nein Sie wollen ja gar nicht differenziert denken, Sie haben es gar nicht Nötig, Sie dürfen verallgemeinern....

So der Herr iPhone3g und "schicke Klamotten" träger (übrigens das wirkt sehr materialistisch was Sie so von sich geben)

Ich möchte hier die Ego Shooter nicht relativieren, denn ich mag sie auch nicht, jedoch was bringt ein Verbot???
Was bieten Sie, denn all den Menschen als Alternative?
Nein Herr Materitalist dieses Problem ist sehr viel schwerwiegender und man muss sich deutlich damit auseinander setzten und nicht alles Verallgemeinern wie Sie und viele Medien/Politker aus auch tun. Das Sie damit eine Anspielung auf die Amokläufe machen ist wohl ziemlich klar, jedoch sollten Sie wissen das Amokläufe wohl eher durch die Erlaubnis von Privatwaffen möglich sind, aber nein das will man ja nicht verbieten denn gegen die Waffenindustrie geht man ja nicht vor, übrigens haben sie den Deutschlandfunk gehört vor kurzem???
Dort wurde ein Buch vorgestellt das darüber berichtete warum eigentlich sowas wie Amokläufe nur hier im Westen oder in Hochindustrialisierten Ländern existieren???
Die heutige Jugend ist geprägt durch Erfolgsdruck, die sozialen Misstände bieten nährboden für sowas wie Computerspiele da Sie sich nur hier sicher fühlen die reale Welt ist einfach zu schwer eventuell zu unsozial...
Das Menschen durchdrehen oder Wahnsinnig werden ist nicht die Schuld von Computerspielen
Es ist die Schuld der Gesellschaft von Heute die nicht mehr Sozial denkt ganz zu schweigen von unseren Politikern...

@styx
Danke für das Tucholsky Zitat
Dieser Mann war wirklich ein Genie...
ebby schrieb am 31.03.2009 um 19:00
Ich glaube sie haben die Ironie, die schon fast aus meinem Beitrag tropft, nicht verstanden, oder verstehen wollen. Ich bin so dermaßen für Videospiele und finde die gesamte Diskussion eleding müssig und grausam.

Wenn etwas in unserer Welt passiert, werden zuerst Schuldige gesucht, da Filme heute nicht mehr interessant sind, werden Videospiele und das böse Internet dafür benutzt einen Grund zu finden, warum Menschen Menschen töten und urplötzlich etwas in ihrem Kopf aussetz.

Komischer Weise hatten Massenmörder der 30 Jahre keine Videospiele... oder wissen wir davon nichts?
Feilong schrieb am 01.04.2009 um 00:47
Also war es doch Ironie mist :)
Ich dacht es mir schon, aber ich bin erstmal von ausgegangen das es nicht ironisch gemeint war, deshalb diese Reaktion.

Na egal frohen Tach noch :P
Ich feier erstmal mein Geburtstag!! ^^
Streifzug schrieb am 01.04.2009 um 13:09
@ebby
Du sprichst mit diesem Artikel einen Punkt, an der mir Sorgen bereitet.

Ich bin gegen übermäßige Kontrolle und gegen pauschale Verurteilungen von Verhaltensweisen und Hobbys der "Jugend". Der Konflikt zwischen wilder Jugend und überregulierenden Bedenkenträgern ist uralt. Überreglementierung und wuchernde Gesetze sind mir ein Gräul.

Jugend ist oft übermütig und unterschätzt Gefahren. Ich war auch mal jung :)
Was kann das für Konsequenzen haben?

Ich nehme mal die von dir genannte kiffende Generation. Wo war deren Lindenblatt?

Es waren die Institutionen.

Die damalige Jugend war überzeugt durch einen Marsch hindurch die Institutionen verändern zu können.
Das Ergebnis ist bekannt. Nicht ganz so krass aber auch nicht unzutreffend kann man sagen: "Vorne gingen lässige Grüne rein, hinten kamen stramme neoliberale Politiker raus."

Die Macht der Institutionen wurde unterschätzt. Das ist nicht unbedingt nett anzusehen aber auch nicht direkt gefährlich.

Gibt es in deinem Umfeld etwas Vergleichbares? Sind Spiele gefährlich?

Fakt ist: Die US-Army lässt gezielt Simulationen entwickeln mit dem Ziel die Tötungshemmung abzubauen. Diese Simulationen entstehen in Zusammenarbeit mit führenden Psychologen und sonstigen Wissenschaftlern.

Das Problem ist: Da Deutschland sich momentan wieder in die Riege der kriegsführenden Länder einreiht, wird der Bezug zur Armee soweit es geht unter dem Tisch gehalten. Politiker konzentrieren sich auf die Spielehersteller.

Erwiesen ist: Es sickern (ob gezielt oder nicht) Erkenntnisse aus der Armeeforschung zum Abbau der Tötungshemmung in die Programmierung von Spielen auf dem freien Markt.

Es gibt Ego-Shooter die nicht unbedingt nett anzusehen sind aber keine tief greifende Wirkung haben. Es gibt aber auch und es werden mehr "Spiele" deren Potenzial größer ist. Will heißen sie sind in der Lage Tötungshemmungen abzubauen. Der Übermut der Jugend führt leider dazu, diese Gefahr zu unterschätzen. Nun sind die denkbaren Konsequenzen andere als damals bei Institutionen.

"Vorne gehen unschuldige Jugendliche rein, hinten kommen Killer raus."

Nochmal - das betrifft einen Bruchteil der Spiele. Aber der ist gefährlich.

Was tun?
Wie wäre es mit Arbeitsteilung. Die Jugendlichen versuchen rauszubekommen, wer da was wie einbastelt. Die Politiker gehen das Problem bei der Wurzel an und verbieten Krieg und die Entwicklung solcher Armee-Simulationen, statt sich in einer Alibiveranstaltung nur auf die Spiele zu stürzen.
ebby schrieb am 01.04.2009 um 13:27
Definitiv ein sehr guter Beitrag von dir. Und ich bin mir dieser Spiele bewusst. Allerdings sind diese Spiele die du ansprichst, für den normalen Zocker weitestgehend uninteressant. Sprich die Spiele, die der Jugendliche will, haben sehr wenig damit zu tun, was die Army schon mit verschiedenen Spielen probiert hat.

Aber das wäre jetzt auch zu umfangreich um es hier in den Comments zu besprechen.

Fakt ist allerdings, dass die Politiker in Deutschland sich auf ein Feld stürzen, von dem sie keine Ahnung haben. Somit wird jedes Spiel, was in irgendeiner Art und Weise Blut enthält als Killerspiel bezeichnet. Counter-Strike, was nun schon über 9 Jahre alt ist und mit Realismus, Krieg und wirklicher Gewalt nichts zu tun hat, wird immer noch an den Pranger gestellt.
Spiele mit Ausserirdischen, Aliens und Cyborgs werden über den gleichen Kamm geschert.
Und in diesen Spielen geht es um die Story, es geht natürlich auch um den Gruselfaktor, den Hang zur Realität und darum, etwas zu tun was man in der realen Welt nicht machen würde. Eine Waffe in die Hand nehmen und zusammen mit einem Trupp gegen den Gegner kämpfen.

Aber auch dieses Thema würde jetzt zu weit führen.

Abschließend zu unserer allgemeinen Debatte. Das Kiffen wurde in Deutschland offiziell verboten. Damit weiß jeder Mensch "OK sollte ich nicht machen, wenn ich nicht der Gefahr laufen will, erwischt zu werden".
Bei Videospielen & Filmen haben wir seit sehr langer Zeit die BPJM (Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien). Kein anderes Land hat so eine harte Kontrolle von Produkten wie unser Land. Die Politiker treten dieser Stelle jetzt eiskalt ins Gesicht und suggerieren, dass die verantwortlichen ihre Arbeit nicht richtig machen.

Ich bin vollkommen davon überzeugt, dass bestimmte Spiele nicht für Kinder geeignet sind und das andere auch erst ab 18 gespielt werden sollten, genauso bin ich der Meinung, dass Spiele allgemein erst ab einem Eintrittsalter von 12 gespielt werden sollten, damit man nicht in den jungen Jahren schon vor dem Fernseher verfettet.
Aber ich habe keine Freude daran, dass ich mich in meinem Recht beschneiden lassen soll, welche Medien für mich richtig sind und welche falsch. Weil diese Debatte und die der Internetzensur machen uns immer mehr zu einem Überwachungsstaat, in dem man sich immer fragen muss, darf ich das jetzt gerade überhaupt?
Werde ich vielleicht sogar irgendwann diskriminiert, weil ich gerne einen Shooter spiele, auch mal auf Youporn unterwegs bin und im Kino nur Filme schaue die etwas mit Gewalt und Horror zu tun haben ... bin ich dadurch ein schlechterer Mensch? ;)
Feilong schrieb am 01.04.2009 um 15:28
Um über Spiele zu Urteilen muss man selber sie gespielt haben, sonst bringts nichts..

Mich regt es sowieso auf, wenn Illner, Will und wie sie auch alle heißen solche Runden einberufen mit Politker die über Spiele reden sollen die auch noch von der CDU sind!!!!

Jaja die CDU Politker die guten alten Moralaposteln der Nation die alles besser wissen...

Das gewisse Spiele wirklich an die Grenze der Toleranz gehen sollte jedem klar sein, aber wie ja schon der ebby sagte, man geht auf Counter Strike und konsorten los.
Die Verallgemeinerung geht rum tja alle Ausländer sind böse, die Linkspartei ist die SED, Counter Strike macht unsere Kinder krank alles krankhafte Verallgemeinerungen wie es bei der CDU/CSU und der JU gut ankommt.
Computerspiele sind ein stückweit Kulturgut das wird gerne ignoriert, aber ich finde schon das es so ist, denn sie prägen unsere Generation und hoffentlich werden wir als Eltern mal toleranter sein wenn die Kinder dann die Playstation 3500 haben :P
ebby
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