...das ist der perfekte Tag!

Ich fühle mich die letzten Wochen fast wie ein Ostdeutscher vor dem 10.11.1989. Ich komm einfach nicht da hin wo ich möchte!
Die Rede ist vom "next big thing" von Google. Wave die neue Art der Kommunikation und der Langzeit Ersatz der Email. Mindestens zweihundert Mal schicke ich den Request über http//wave.google.com und versuche die verschiedensten Kombinationen um die großen Jungs aus Amerika davon zu überzeugen, dass ganz besonders ich wichtig für die geschlossene Preview Version bin.
Doch egal wie oft ich mein Gmail Konto überprüfe, keine Einladung.
Also vergesse ich irgendwann die Welle und begebe mich wieder in mein langweiliges Web2.0 Leben und bemerke, wie immer mehr Leute um mich herum in die Preview kommen. Auf die Frage "Hast du noch eine Einladung frei?" gibt es nur Absagen oder unmoralische Angebote mit finanzieller Natur.
Doch dann passiert das, womit ich nicht mehr gerechnet hatte. Vor 2 Tagen kommt endlich die Einladung per Mail und ich kann mein Glück kaum glauben. Zuerst denke ich noch, dass es sich hierbei um eine Werbemail handelt und mich nur jemand auf den Arm nehmen will. Doch es handelt sich hierbei wirklich um meine persönliche Einladung!
Endlich haben sie es kapiert... Ich klicke schnell auf den Aktivierungslink und schon öffnet sich die bekannte Waveübersicht. Allerdings ist hier alles sehr leer. Es erinnert eher an einen lauen Herbsttag am Meer als eine frische Brise in St. Peter Ording.
Doch ich bin froh und klicke mich durch die einzelnen Raster. Eröffne meine erste Wave und gucke mir genauer an was hier so geniales passiert... erstmal gar nichts wie ich bemerken muss. Grundsätzlich schreibe ich kleine Nachrichten in die Wave und da ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Freunde habe steht mein Text ganz allein im Raum herum.
In der Wave habe ich die Möglichkeit, dass ich normalen Text im Rich Text Format editiere und zusätzlich noch Bilder hinzufüge, Google Suche, besondere Robots und und und ... Allerdings bringt es nichts, da es niemand sehen kann.
Zu diesem Zeitpunkt erinnert es an einen frischen Twitteraccount oder einen neuen (oder unerfolgreichen) Blog. Man macht viele Sachen und probiert, fühlt sich allerdings sehr allein. Und da kommt auch schon das Problem für Leute die nicht viele Kontakte im Netz haben. Google bietet aktuell noch überhaupt keine Möglichkeit nach Wellen zu suchen! Nur wenn jemand den direkten Link zu seiner Wave gibt sieht man sie auch.
Doch wollen wir uns jetzt darauf konzentrieren worauf es ankommt. Wie funktionieren die kollaborativen Funktionen? Es klappt rudimentär schon einmal besser als Google Docs. Besonders wenn es um die Formatierung des Text geht und wenn ein anderer Teilnehmer der Wave schreibt sieht man es schon "fast" instant, was der andere schreiben wird. Doch so lange man nicht wenigstens 20 - 30 Leute in der Freundesliste hat, bzw. nicht wenigstens 3-4 Leute an einer Wave zusammen arbeiten bleibt das Ganze nicht viel spannender als ein normaler Chat über ICQ oder das Schreiben im Forum oder Kommentare auf einer Homepage.
Somit zeigt sich bisher für mich auch das größte Problem von Google Wave, was allerdings nicht nur ein Problem von Google Wave ist, hast du niemanden in deiner Liste wirst du nicht lange Freude an Wave haben und es schnell wieder vergessen. Ein weiteres Problem ist bisher noch die Performance. Erstelle ich eine neue Wave ist alles noch sehr schnell, schreibe ich ein paar Dinge mit einem Freund in diese Wave ist auch immer noch alles sehr schnell. Begebe ich mich allerdings in sehr große "Wellen" mit mehr als 200 Konversationen stirbt der Browser fast vom Desktop und läd elendig lange bevor ich überhaupt da hin komme wo ich hin will. Auch sehr unschön wenn ich genau einen Beitrag suche oder nur mal schnell den neusten Beitrag ansehen will.
Mein kleine Fazit nach knapp 2 Tagen ist allerdings, dass ich das Konzept von Wave verstanden habe und mich sehr freue auf das was kommen wird! Google Wave hat das Potential etwas sehr sehr großes zu werden und könnte in vielen Bereichen wirklich die Mail ablösen, da es verschiedene Techniken verbindet und somit das perfekte Kommunikationstool bietet.
Auf dem iPhone Safari funktioniert es auch recht gut. Befinde ich mich im heimischen Wlan sehe ich instant auf meinem Heimrechner wenn ich vom iPhone in die Tasten haue.
Ich werde mich wieder melden wenn sich essentielle Dinge verändern. Grundsätzlich habe ich auf eine Vorstellung von Wave verzichtet um den Text nicht zu sehr in die Länge zu ziehen! Wer bisher beim lesen nichts verstanden hat sieht sich einfach ein wenig auf http//wave.google.com um!
Ausgabe 07/12
16.02.2012
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