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mag ich einige Überlegungen darbieten, mein Verhalten ein wenig und gern auch kritisch reflektieren. Anlass ist das (Streit)gespräch in der taz, zwischen einer eher undogmatischen, auf allgemeine menschliche Verhaltensweisen sehr pragmatisch orientierten Vegetarierin und einem knallharten "alles oder nichts" Vertreter der fleischlosen Ernährung.
Analogien zum Rauchen, einem möglichen "Aufhören" gefällig? Rauchen erzeugt physische und psychische Abhängigkeit, das ist nach meinem Wissenstand vielfach und seriös nachgewiesen. Für den Konsum von Fleisch, von tierischen Produkten insgesamt ist dies - und wieder meiner Kenntnis geschuldet - in dieser Eindeutigkeit nicht bekannt. Und genau daraus ergibt sich ein wesentlicher Aspekt der taz-seitig diskutierten Frage: Ist sofortiges, absolut konsequentes Aufhören zielführender als ein langsames Reduzieren des (vermeintlichen) Genusses?
Meine Antwort - von Erfahrungen im persönlichen Umfeld geprägt, zum Thema "Fleisch" gar selbst realisiert - wäre relativ einfach zu geben: Bei einer Nikotinabhängigkeit (gilt analog sicher auch für Alkohol) ist eine sofortige, konsequente Abstinenz das Mittel der Wahl. Alles andere macht bestenfalls Quacksalber und - sofern kostenseitig dargestellt - Ärzte und Psychologen satt. Der Umstieg auf den gern schon mal gepflegten Status eines Vegetariers darf dagegen schmerzfrei und in zeitlicher Gelassenheit erfolgen, soweit die damit einhergehende, notwendige und grundsätzliche Denke, das eigene Wissen um dieses "warum" präsent bleibt.
Ja, warum also? War es ein Film, ein Zeitungsartikel über die heute übliche Massentierhaltung und das damit einhergehende Leid der Tiere? War es ein Bericht über die Machenschaften der sog. Fleischmafia? Waren es seriös klingende Informationen über die gesundheitlichen Vorteile fleischloser Ernährung? Waren es (positive) Beispiele im persönlichen Umfeld? Von allem etwas wohl, und mit subjektiver Gewichtung. Ein Film über das Töten und anschließende "Weiterbehandeln" von Großtieren kann genauso der schlußendliche Auslöser sein, wie der aufgedunsene Bekannte, mit erkennbarem Übergewicht und Bluthochdruck dennoch immer mal wieder genüßlich eine Schweinshaxe verzehrend. Ok, bei letzterem könnte sich das sogar mit einer gewissen Abhängigkeit paaren.
Und warum gilt meine Sympathie - auf das taz-Gespräch zurück kommend - der Position dieser Frau Rimpler? Nicht zuletzt, weil es ja mein Verhalten der letzten Jahre reflektiert, die grundsätzliche Abneigung gegenüber jedwedem Dogmatismus, jeder sich unfehlbar gebenden Allwissenheit eingeschlossen. Und da braucht mir der Herr Vagedes dort auch nichts von den "Lobbyisten der Fleischindustrie" zu erzählen, was im konkreten Falle lediglich sein, sich über andere erhebendes (vermeintliches) Herrschaftswissen signalisiert.
Und praktisch? Das Fleisch bzw. nachgelagerte Fleischprodukte von Großtieren waren das erste, was in meiner bereits mehrjährig andauernden Vegetarier-Historie weggefallen ist. Dann folgten Geflügelprodukte und mit Wild (auch Hasen etc.) hatte ich sowieso nie wirklich etwas am Hut. Aktuell steht Fisch, wenn auch eingeschränkt, noch ab und zu auf dem Speiseplan; gerade eben als Alaska-Seelachs, ohne jegliche Pomade dafür auf Wildreis an zerlassener Butter. Und Fisch, das sei verraten macht sich dosenseitig als lange haltbare Notreserve doch recht gut, ist auf jeden Fall sehr praktisch in den erwartbar nahenden Zeiten jenseits des Überflusses.
Undogmatisch! Und wenn eingeladen, so wird der Vegetarierstatus eben nicht - die Gastgeber möglicherweise nervend - zelebriert, auch schon mal ein Stück Fleisch gegessen; so what...
Parallel veröffentlicht im eigenen Blog
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Lieber ebertus,
danke. Ich kann das sehr gut nachempfinden. Ich esse seit über einem Jahr kein Fleisch, kaum mehr Milchprodukte (nur noch Käse) und keine Eier mehr. Dennoch habe ich in diesem Zeitraum zwei Mal Currywurst gegessen, ein Mal Hummer (mit Muscheln zur Vorspeise) als ich in Canada zu einem großen Hummer-Essen geladen war, ein Mal versehentlichem Hühnchen, das sich in einem Salat versteckt hat, sowie ganz vorsätzlich eine Krabbe auf einem Empfang. Ich werde dieses Jahr an Weihnachten zu meinen Eltern fahren und Rindfleischfondue essen und ich werde im November nach Japan reisen und dort das ein oder andere tierische Produkt zu mir nehmen. Letzteres vermutlich auch unwissentlich. Von mir aus kann und soll jeder so essen wie er mag. Ich verurteile niemanden, weil er Fleisch isst und ich versuche niemanden dazu zu bekehren, weniger davon zu essen. Ich habe lange genug selbst welches gegessen, wie kann ich mir da erlauben, mich nun plötzlich moralisch über die zu erheben, die welches essen? (siehe Argumente wie "Ich bin ein besserer Mensch als du" oder "Dann bekommst du mit großer Wahrscheinlich Krebs, Gicht, etcpp, du Idiot") All diese Versuche bewirken doch allenfalls das Gegenteil. Ich habe zu Weihnachten an zwei Familienmitglieder das Foer-Buch verschenkt. Sie essen immer noch Fleisch, aber weniger und anderes Fleisch als vorher. Und ich habe sie immer noch lieb und führe keine Vergetarismusdebatten mit ihnen. Übrigens essen fast alle meine Freunde Fleisch. Seit ich selbst keines mehr esse, sind mir die dogmatischen Vegetarier und Veganer sogar noch unsympathischer als zuvor. Vielleicht ja weil ich nicht mit ihnen gleichgesetzt werden möchte : ) Ach. Ich merke gerade wieder, wie sehr mich das ärgert. Schnell schöne Musik hören zur Ablenkung. (Und jetzt harren wir einmal der Dinge, bis uns jemand vorwirft, wir wären ja gar keine echten Vegetarier. Dann bin ich das halt nicht, solche Kategorisierungen sind mir nämlich egal.) |
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Hihi, das Bild ist so toll!
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Hallo @Maike Hank,
ja, und dabei spielt natürlich auch dieser bekannte Satz von Rosa Luxemburg eine Rolle, sollte man, und gerade als Gast die anderen nicht am eigenen Wesen genesen lassen. Aus umgekehrter Perspektive gilt Ähnliches. Wenn man als Gastgeber die Neigung des Gastes kennt, wird man versuchen, sich daran zu halten; versuchen eben. So schnell verhungert hierzulande und aktuell niemand. Mit dem Rauchen mag es ähnlich sein, kann man sich das Umfeld nicht immer aussuchen, hängt dennoch mein "Mögen" (als Nichtraucher) keinesfalls davon ab, ob andere rauchen. Nur eben nicht prollig, zelebrierend das Rauchen als existentielles Grundrecht über alles und alle zu erheben. |
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@ebertus
Nur eben nicht prollig, zelebrierend das Rauchen als existentielles Grundrecht über alles und alle zu erheben. Die Raucher sind doch heutzutage eh schon ungemein handzahm geworden. Ciao Wolfram P. S.: Zu "prollig" sag ich jetzt mal nichts, obwohl es mich in den Fingern jucken würde. Dazu ist hier www.freitag.de/community/blogs/fahrenheit-451/proletarier-aller-laender-vereinigt-euch-gegen-salon-linke schon hinreichend viel gesagt worden. |
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Seit Fukushima gibt es nur noch Seegurke (Holothuria leucospilota) auf dem Speiseplan, seit Clenbuterol nur noch argentinische, fette, mit Patagoniengras gefuetterte Rinder, seit Deepwater Horizon nur noch Thunfisch & Delfin in der Buechse von der Golfkueste!
Ebertus & Maike: Ihr seht so blass aus, mal ab in's Sonnenstudio, fertig machen fuer den Hautkrebs... LG P.S. Drogen: Cola (Zucker), Alkohol, Nikotin, FETT, Da springt das Neurotransmitter auf 180 |
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schrieb am
27.09.2011 um 19:28
>>Ihr seht so blass aus,...<<
Das kann möglicherweise an einem VitaminB12-Mangel liegen, der bei Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte und Eier auftreten kann. Dieser wird zuverlässig verhindert wenn man regelmässig Bier trinkt. Bier ist ein zu 100% veganes Produkt. Wie bei jedem Medikament sollte auch bei Bier eine Überdosierung vermieden werden werden. |
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Claudia:
"Wie bei jedem Medikament sollte auch bei Bier eine Überdosierung vermieden werden werden." DA bin ich Profi ;-)))))))) Ich bin gluecklich, ein Veganer zu sein !!!!! (Obwohl bei mir Hopfen und Malz verloren ist, bei 35 Kippen am Tag...) ;-) |
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schrieb am
27.09.2011 um 21:00
>>...bei 35 Kippen am Tag...<<
Auch ein rein pflanzliches Produkt, also alles im grünen Bereich. |
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@ ebertus
Du schreibst über deine "grundsätzliche Abneigung gegenüber jedwedem Dogmatismus". Ich meine, diese Selbstbefindlichkeit ist dogmatisch. Nicht alles ist der Beliebigkeit anheim zu stellen, z.B. die Menschenrechte. Aber was hat diese Feststellung mit den Differenzen von Veganern, Vegetariern und Gelegenheitsvegetariern zu tun? Wahrscheinlich nix. |
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schrieb am
27.09.2011 um 18:58
"Als ein undogmatischer Vegetarier" schreibt hier ein Dogmatiker par Excellence, wohl wissend, dass es bestenfalls "inkonsequente Vegetarier" wie ihn geben mag, die aber sehr wohl dogmatisch denken und handeln.
Das hat auch nichts mit Pragmatismus zu tun, sondern nur mit Konsequenz. Ich finde dieses Anbiedern an die Mehrheit einfach nur zum Kotzen. Und wer sich immer noch für einen Vegetarier hält, obwohl er immer noch Fisch ist, hat wohl nichts von vegetarischer Ernährungsweise verstanden. Ich als konsequenter Vegetarier würde niemals wie er "Und wenn eingeladen, so wird der Vegetarierstatus eben nicht - die Gastgeber möglicherweise nervend - zelebriert, auch schon mal ein Stück Fleisch gegessen; so what..." handeln, also mich populistisch selbst verleugnen, um dann öffentlich die dogmatische Klappe aufzureißen und seinen Pragmatismus zu zelebrieren. Wer mich zum Essen nach Hause einlädt, der weiß, dass ich vegetarische Kost erwarte, ansonsten eben nichts essen werde. So einfach ist das. Und dazu gehört auch, dass die Bratkartoffel weder in Schweineschmalz, noch mit Speckwürfel gebraten werden. |
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schrieb am
27.09.2011 um 19:03
Korrektur: ...Fisch isst,
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Hallo @Achtermann,
und gleich selbst geantwortet...? Darf ich dennoch...? Abneigung gegenüber jedwedem Dogmatismus bedeutet für mich, den Kopf nicht auszuschalten, dahingehend was einem (gerade medial) so vorgesetzt wird und alles an Meinung gegen das eigene Befinden, die eigene Lebenserfahrung abzugleichen. Konkreter? Gerne! Vernunftwahrheiten vs. Tatsachenwahrheiten notina.net/17 und selbst die große Keule der Menschenrechte hilft hier nicht, wurde und wird zu oft mißbraucht und es sind eben Tatsachenwahrheiten, von Menschen definiert, sowie die Geschichtsschreibung, gerade was noch nicht weit zurück liegende Geschehnisse betrifft immer die Sprache, manchmal schon die Sprachregelung der Sieger ist. Nicht zuletzt wäre immer auch die Frage (an sich selbst) zu stellen, wem etwas nützt und in wieweit man dies tolerieren wollte. Dennoch, eine Nummer kleiner bitte. Falls es mir halbwegs gelungen ist, in Bezug auf dieses taz-Gespräch meine Position deutlich zu machen, so wäre das schön und zu den weiteren Einlassungen hier von @FB sage ich inhaltlich nichts, der (sein) Text spricht wohl für sich selbst. |
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@ der Menschen einer
Mal so als Laie gefragt: "Und dazu gehört auch, dass die Bratkartoffel weder in Schweineschmalz, noch mit Speckwürfel gebraten werden." Und Wie? Butter, Margarine, roh in der Teflon? Keine Ironie, nur ne' Frage... LG |
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schrieb am
27.09.2011 um 20:10
... ich bevorzuge Butterfett (normale Butter verbrennt zu schnell) und viiiiieeele Zwiebeln.
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@ ebertus
Sie schreiben u.a.: "und selbst die große Keule der Menschenrechte hilft hier nicht" und im selben Satz " Sprachregelung der Sieger". Nun gehöre ich zwar zu den von Ihnen so schön portraitierten Rauchern, aber auch zu denen, die bei Menschenrechten ziemlich hellhörig werden. Achtermann hat in seinem Kommentar darauf verwiesen, dass Menschenrechte nicht der Beliebigkeit anheim zu stellen sind, was bedeutet: Sie stehen nicht zur Disposition. Sie relativieren dies, indem Sie sprachlich anklingen lassen, was auf den Begriff "Siegerjustiz" im Rahmen der sog. Nürnberger Prozesse zutrifft: Die Menschenrechte als reines Konstrukt (u.a. wegen angeblicher Verletzung des Grundsatzes nulla poena sine lege) der Siegermächte, um von vorneherein feststehende Urteile dogmatisch zu unterfüttern. Wollte man dagegen die Menschenrechte als universell bezeichnen, und ich gehöre zu dieser offensichtlich immer dünner werdenden Fraktion, so kann deren Einhaltung nicht nachhaltig genug eingefordert werden. Das ist sowohl eine Tatsachen- als auch eine normative Wahrheit. Sollten Sie also bei nächster Gelegenheit im Zusammenhang mit Menschenrechten wieder versucht sein, von "Keule" zu schreiben (um sie dann selbst auszupacken), so bedenken Sie bitte, dass das auf freie Meinungsäußerung sich nicht aus Hausherrenmodellen herleitet, sondern aus als richtig erkannten Fundamentalrechten, die allen Menschen zustehen. Sie selbst nehmen es in Anspruch. |
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@ed2murrow
Wie bereits geschrieben, nur soviel zu dem hier primären Thema: "Dennoch, eine Nummer kleiner bitte." Ansonsten und darüber hinaus, Danke für Ihren Beitrag! |
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schrieb am
27.09.2011 um 21:19
>>... ich bevorzuge Butterfett (normale Butter verbrennt zu schnell) und viiiiieeele Zwiebeln.<<
Klar, Butterfett kann hoch erhitzt werden. Allerdings wird Butter aus Milch gewonnen. Für die Milchproduktion muss eine Kuh in rascher Folge Kälber bekommen. Etwa die Hälfte der Kälber werden nicht Milchkühe, sondern kommen nach der Mast als Steak, Tafelspitz, Suppenfleisch und Brühwürfel in die Küche. |
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Niemand ahnt, wie viele Kälber für einen Brühwürfel ihr Leben lassen müssen.
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@der Menschen einer
Wer mich zum Essen nach Hause einlädt, der weiß, dass ich vegetarische Kost erwarte, ansonsten eben nichts essen werde. Eine Sache der Höflichkeit. Klar. Wenn du nichtvegetarische Gäste hast, schmeißt du ihnen dann auch ein Schnitzerl in die Pfanne oder hört hier die Höflichkeit auf? Ciao Wolfram |
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@ed2murrow
Wollte man dagegen die Menschenrechte als universell bezeichnen, und ich gehöre zu dieser offensichtlich immer dünner werdenden Fraktion, so kann deren Einhaltung nicht nachhaltig genug eingefordert werden. Die Allgemeinen Menschenrechte sind eine relativ neue Erfindung, jahrtausendelang kam die Menschheit ohne sie aus. Das ist natürlich kein - und zwar überhaupt kein - Grund, sie anzutasten, so wenig wie es ein Grund wäre, die ebenfalls eher neumodische örtliche Betäubung bei Zahnbehandlung abzuschaffen. Ciao Wolfram |
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schrieb am
30.09.2011 um 19:22
was soll denn an vegetarischer Kost unhöflich sein?
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Die Zahl dürfte bei industriell hergestellten "Brüh"-Würfeln eher überschaubar sein; schließlich will die Aroma-Chemie auch leben ;-)
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Die Zahl dürfte bei industriell hergestellten "Brüh"-Würfeln eher überschaubar sein; schließlich will die Aroma-Chemie auch leben ;-)
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@der Menschen einer
was soll denn an vegetarischer Kost unhöflich sein? Gar nichts, natürlich. Es bezog sich drauf, daß du als Vegetarier von deinem Gastgeber erwartest, daß er dich mit vegetarischer Kost bewirtet. (Selber kann er ja was anderes essen). Also könnte man umgekehrt ein ähnliches Verhalten erwarten, du ißt vegetarisch, wie gewohnt, deinem Gast setzt du dagegen Fleisch oder Fisch vor. Ciao Wolfram |
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@der Menschen einer
Dem kann ich nur beipflichten.Es täte der Menschheit zudem ganz gut, in gewissen Dingen dogmatisch zu handeln. Dazu gehört nunmal auch der Konsum von Fleisch. Jedwede Form der Einrichtung (Pescetarier,Flexitarier, wtf-tarier) in die dahinterstehende Ideologie ist verlogen. Fleischkonsum= Speziesismus |
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Eigentlich wollte ich zu diesem Jahrzehnte zurück liegenden Erkenntnisstand nicht kommentieren. Aber ich begrüße jeden, der sich auf den Weg begeben hat ... weil er sich Gedanken gemacht und überlegt hat ... weg ist von jenen, die ihren BratenSchnitzelSteakWurst-Verzehr nur noch mit Genuss und Spaß begründen können; schöner Spaß, wenn dafür andere Lebewesen grausam leiden müssen.
Bratkartoffeln kann man auch in Nähmaschinenöl braten oder man benutzt wie in den Pommesbuden Pflanzenöl (ähm frisches). Und lass dich nicht von der immer mehr verschwindenden Minderheit der Anbeter universeller Menschenrechte beeindrucken. Sie sind verschwindend und die Menschenrechte sind konkret-historisch. Für einen hungrigen Hai ist ist das Menschenrecht auf Leben nichts ... aber er bewegt sich im Rechtssystem der Haie. Logisch. |
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Ein ehemaliger Nachbar von mir ist auch Veganer. Weil er es, wie er sagte, einfach nicht übers Herz bringt, eine Sau zu schlachten, nur um sich anschließend Teile davon aufs Teller zu legen.
Diese herzensguten Vorsätze haben ihn, den Theologen der artgerechten Friedfertigkeit, aber weiland keineswegs daran gehindert, einen süßen, kleinen Maulwurf mit einer Büchse Carbid dermaßen aus seinem Hügelchen zu bomben, daß der halbe Garten gleich mit hochging. Weil, sagte er, das Mistviech seinen geliebten Obstbäumen (die er braucht, weil ihm ja eher selten mal ein Zwischenrippenstück zwischen die Kiemen kommt) das Wasser abgräbt. |
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schrieb am
27.09.2011 um 21:30
Auch Igel plattfahren scheint eine lässliche Sünde zu sein...
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Da wo ich rummache gibt es Beutelratten, Katzen und Hunde NUR am Dönerspiess, frisch von der Autobahn, da kann kein Grossmarkt mithalten, sonst wird das Frühstück zu teuer, aber nur mit Schweineschmalz...
Ich weiss auch nicht warum meine Nachbarn so gut ernaehrt sind, sie fragen mich immer, "was ich fuer eine Diät mache?"... Aber Hunger hat da keiner, den ganzen Tag lang, komisch... Wenn ich da was von rote Beete und Brocoli erzaehle ernte ich Blicke als haette ich die deutsche Bundeskanzlerin erschossen und ich waere auf der Flucht... |
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Hallo @luggi,
ja, das mit den Menschenrechtlern verstehe ich schon. Der Hinweis darauf ist zwar hier und zum Thema etwas "oversized", aber legitim. Schließlich ist der Begriff, das Erstreben und Einhalten von... positiv konnotiert. Da kann man nicht so leicht gegen an. Mir ist, und wie bereits erwähnt, auf der etwas niedrigeren Ebene der Satz von Rosa Luxemburg zur Freiheit des Anderen schon eher zielführend. Und wenn ich dann mal allgemeiner, gar OT werden darf: Passiver Widerstand, gepaart mit Diskursen und eben dem kritischem Blick auf das, was so um einen herum passiert, nicht (schlimmstenfalls unbewußt) was an Meinung, an "Wahrheit" veröffentlicht wird, das ist ein wesentlicher Teil der Realität, die ich durch entsprechender Lebenserfahrung gefiltert an mich heran lasse. Und Raucher, Säufer, "Meat Lover" (sagt mir toll bebildert jede Speisekarte "drüben") haben nun mal in meinem Umfeld in überwiegender Zahl eine schlechtere Gesundheit, eine geringere Fitness als die, welche "das" lassen, deutlich begrenzen. OK, einen trockenen Weissen trinke ich auch ganz gerne mal... |
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Plattgefahrene Igel?
Ja wie, hat der Papst dazu gar nichts gesagt, als er im Bundestag über Natur, Recht, Naturrecht und Rechtsnatur sprach? Ein Ferngespräch nach Latium bitte ... |
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Da wo Raucher, Säufer, Meat Lover sind (was so alles auf der Zunge zergeht), dürfen Säulenheilige natürlich nicht fehlen. Also Aufstellung nach St. Florian bitte, aber mit Tempo, schließlich brennts überall, nur nicht daheim.
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@ Joseph
Ach, uns können nicht einmal Kommentare dieser Art verjagen ... was ist dagegen Karbid. Als rechtlich geschulter Mensch solltest du wissen, dass wir unter Artenschutz stehen ... aus nützlichen Gründen. Tue deine Pflicht und zeige diesen gottlosen Mensch an. Die Gerechtigkeit wird es dir danken. Und. Feinde der Obstbäume sind in erster Linie die Menschen selbst ... und dann kommen die Schermäuse. |
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@ ed
Ach Mensch, es gibt doch auch noch positive Typen ... aber wenn du Raucher, Säufer, Meat Lover (und was so alles dazu gehört) verteidigst ... dann solltest du einmal eine Auszeit nehmen und darüber nachdenken. Gern geholfen. |
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"Und Raucher, Säufer, "Meat Lover" (sagt mir toll bebildert jede Speisekarte "drüben") haben nun mal in meinem Umfeld in überwiegender Zahl eine schlechtere Gesundheit, eine geringere Fitness ..."
... was das Kapital selbstverständlich nicht durchgehen läßt, denn wer sich in der allgemeinen Konkurrenz auch nur die allergeringste Chance bewahren will, es zu etwas zu bringen, der darf sich halt "nicht gehen" lassen, spricht: bei der Gesundheit und bei der Fitness säumen und sich, Gott verhüte!, dem Genuß hingeben, an dem religiöse Fundamentalisten gleich wie eingemauerte Staatsbürgerseelen schon immer gestört hat, daß er sich jeder Rationalisierung, i.e. Vernutzung widersetzt. Und deshalb ist ein jeder gehalten, nicht nur sein Leben so lange wie möglich sich zu erhalten, sondern auch seine Arbeitskraft -- denn nur, wer flink wie ein Windhund, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl ist, der wird eingehen ins Himmelreich. Ich verabschiede mich nun: Erstens will ich jemandem dringend über den Schreibtisch kotzen und zweitens macht die Bar gleich auf. |
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Und nochmal nachgelegt:
"Raucher, Säufer, Meat Lover", mein sehr subjektiver Eindruck - und Ausnahmen gibt es immer - nutzen, ja benötigen unser doch so angespanntes Gesundheitssystem (was die sog. Zivilisationskrankheiten betrifft) wesentlich intensiver als die Teil- oder Totalverweigerer dieser Nahrungsmittel. "Ja, ja, der Staat, ihr alle werdet schon sehen, was ihr davon habt, wenn ich morgen nicht mehr rauche, saufe, fresse." Sorry for that, aber das ökonomische, das volkswirtschaftliche "Argument" müsste ja dann auch irgendwann kommen; einäugig natürlich... |
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Hat sich überschnitten @j-ap,
zwar mit anderen Worten, etwas schräger noch, aber ansonsten: Bingo! |
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@ luggi
"aber wenn du ... verteidigst" Was mir weit mehr Angst macht, als Deine Herablassung, sind Typen à la Frankenberger mit ihrem neocalvinistischen Eifer. Dass gegenüber 20 Millionen Rauchern in Deutschland im TV keine einzige "Hilfesendung" ausgestrahlt wird, dagegen aber für 3 Millionen Aktienbesitzer jeden Tag stundenlange Börsenberichte, sollte selbst Dir zu denken geben und nicht nur Erwin Pelzig. Habe die Ehre, Burschi |
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@ josef
Typisch für dich, etwas schreiben zu müssen, wo dir die Kenntnis fehlt, aber Nebelkerzen schmeißen. Viel Spaß beim Kotzen ... im Spiegelbild. Mach ein Videoh und ab auf die Tube und dann hier einbetten. |
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@ ed
Mal praktisch aufgeschrieben. Bei Rauchmöglichkeit vor Frankenberger bin ich nicht in's Flötzinger oder Auer (Rosenheimer Herbstfest) gegangen, weil alles voller Kwalm war. Heuer bin ich nicht reingegangen, weil alles voll war, mit Gästen, die ..nicht rauchten. Geht doch. Mit der Kritk an Börsenberichten, bezahlt mit unseren Steuergeldern, bin ich an deiner Seite. Wir sind kwasi alle Aktienbesitzer, über diesen komischen Staat. An welchen Unternehmen besitzt noch einmal dieser Staat Aktien? Und wie sieht es mit dem Freistaat Bayern aus? Bin ich nicht kwasi Aktienbesitzer von Brauereien, Porzellanbuden, Glücksspieleinrichtungen usw.? Aber letztes lenkt ab ... vom Thema. |
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schrieb am
28.09.2011 um 06:06
>>Für einen hungrigen Hai ist das Menschenrecht auf Leben nichts ... aber er bewegt sich im Rechtssystem der Haie. Logisch.<<
Homo Sapiens bewegte sich die längste Zeit seiner Existenz als sogenannter "Allesfresser" im "Rechtssystem" der Jäger&Sammler. Wie Bären und Schimpansen, nur mit allmählich immer weiter entwickelten Werkzeugen. Vor ein paar tausend Jahren erst wurde die Jagd zugunsten der neu erfundenen Zucht weitgehend aufgegeben. Die Tierzucht, mit ihren allmählich brutal gewordenen Methoden, bewegt neuerdings immer mehr Menschen, auf Fleischkost zu verzichten. Jäger&Sammlergesellschaften sind nie auf die Idee gekommen, dass es besser wäre, auf die Mischkost zu verzichten und ausschliesslich Gesammeltes ui essen. Allerdings sind Menschen, wie Bären, ziemlich anpassungsfähig. In Polargebieten, wo es kaum Pflanzenkost gibt, wie Eisbären reine Fleischfresser. In den gemässigten Zonen, wie Braunbären, Mischköstler. In tropischen Gebieten, wo die Umwelt sehr reichhaltige Pflanzenkost bietet, ist ganzjährig vorwiegende Pflanzenkost möglich. Es ist noch nicht lange her, dass hier die winterliche Vitamin-C-Versorgung fast ausschliesslich auf dem Krautfass basierte. Ein Stückerl Geselchtes sollte schon dabei sein. Kartoffeln allein machen den Kohl nicht fett. Sich im Winter ausschliesslich von unter hohem Energieaufwand herantransportierten Pflanzen zu ernähren ist eine Luxuserscheinung der Industriezentren. Es ist nicht bekannt, wie lange wir uns das leisten können werden. Im Winter Treibhäuser zu beheizen ist als Alternative möglich. Aber auch da stellt sich die Energiefrage. Es haben schon mal Leute vorgeschlagen, dafür die Abwärme von Kernkraftwerken zu nutzen, weil die zu siedlungsfern platziert sind, um Häuser zu beheizen. Heute ist das natürlich kein Thema mehr. |
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schrieb am
28.09.2011 um 06:22
>>Bin ich nicht kwasi Aktienbesitzer von Brauereien, Porzellanbuden, Glücksspieleinrichtungen usw.?<<
Kommt drauf an, wer über die Einrichtungen Verfügungsmacht hat. Wähler haben keine. Die dort arbeiten auch nicht. Das zeigt sich zum Beispiel darin, dass der "Besitzer" solche Betriebe an irgendwelche Renditejäger verhökern kann. |
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Hallo @claudia,
weis nicht, ob ich Ihren Text richtig interpretiere, versuche es aber mal mit meiner Sicht des Herausgelesenen: Dass Nahrungsmittel geografisch und mehr noch jahreszeitlich in sehr unterschiedlicher Zusammensetzung zur Verfügung stehen, das ist klar. Als West-Berliner Blockadekind habe ich dazu einen Bezug, wenn er damals auch feindbildseitig anders begründet war. Gezielter Einkauf (auch mal klotzen, nicht kleckern) und eine konsequente, rollende Umschichtung bedeutet nicht nur totes Kapital, kann neben der gewissen Versorgungssicherheit gar kostenseitige Vorteile bringen. Will damit sagen, das eben nicht unter hohem Energieaufwand alles und jedes zu jeder Zeit neu, frisch zur Verfügung stehen muss. Die Techniken einer weitgehend die Vitamine und Nährstoffe bewahrenden, für lange Zeiträume anhaltenden Konservierung haben sich stetig verbessert. Die "tollen" AbisZ-Pillen mögen da nicht mehr, oder kaum noch nötig sein. Was bei allem immer zur Verfügung stehen muss, das ist trinkbares Wasser. Und genau darauf werden sich wohl die Verteilungskämpfe der nächsten Dekaden konzentrieren. |
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schrieb am
28.09.2011 um 10:28
@claudia, muss man zwanghaft aus jedem Blogthema eine politische Grundsatzdiskussion machen, die sich letztendlich dann auch immer in einer Endlosschleife befindet?
Fehlt nur noch der Hinweis auf den natürlich nicht vorhandenen Fernseher, der bekanntlich politische Aktivitäten verhindere. Nur hat das alles nichts mit ebertus Blogthema zu tun, oder wolltest Du nur mal kurz Deinen Dogmatismus hier ausleben? |
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"Raucher, Säufer, 'Meat Lover'" - vorgestern Abend war ich mit solchen bedauernswerten Menschen zusammen. Das war großartig!
Erst ein Teller mitten auf dem Tisch: Gambas mit Knoblauch, dazu Rotwein und Brot. Ein kleiner Salat von kleinen grünen Gurken, Tomaten, wieder Knoblauch, Scheibchen von scharfem Spitzpaprika mit einer kräftig olivenöligen Vinaigrette. Ein Teller mit weißem Käse war auch dabei. Schließlich ein Adana Kebap mit dicken mitgegrillten Tomatenscheiben und milderem Spitzpaprika als oben. Einige tranken Bier dazu, einer Wasser, die meisten Raki. Ein älterer Mann stellte sein aktuelles lyrisches Schaffen vor. Danach Musik. Live, türkische Laute (Ut) und Gesang. Es wurde geraucht. |
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schrieb am
29.09.2011 um 07:27
>>Plattgefahrene Igel?
Ja wie, hat der Papst dazu gar nichts gesagt, als er im Bundestag über Natur, Recht, Naturrecht und Rechtsnatur sprach?<< Wohl nicht. Vielleicht hat er selber schon...? Aber man kann es beichten, nehme ich an. Dann freut sich die Igelseele im Igelhimmel und alles wird wieder gut. |
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Hallo @Weinsztein,
könnt ich gleich mitmachen, wenn eingeladen. Zum Essen find' ich schon was und wenn es keinen weissen Wein gibt (Rot macht Kopfschmerz, mir zumindest) dann nehme ich einen Raki und ansonsten eben Wasser. Primär geht es ja um die Kommunikation, die Atmosphäre, das auch schon mal Neue, dazulernen, en passant aufnehmen. Undogmatisch eben... Und Gast bin ich in jedem Falle, kein Proll, an dessen Wesen die anderen gefälligst zu genesen haben. |
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@ Ebertus
Gut, beim nächsten Mahl bist du eingeladen. |
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schrieb am
30.09.2011 um 10:04
>>…weiss nicht, ob ich Ihren Text richtig interpretiere,…
Hallo ebertus, da war mal wieder einfach, was mir durch den Kopf ging, ungeordnet. Als ich jung war, erlebte ich eine Entwicklung, die letztlich zu heftigen Pendelausschlägen in der Ernährungsweise führt. Fleisch war zunächst kein Hauptbestandteil der alltäglichen Ernährung. Der Braten, das Schnitzel, als Festtagsgericht eine Gans oder ein Hahn, das ja. Ansonsten eher kleine Beigabe: etwas Speck an Gerichten, die ansonsten fleischlos waren. Hühner legten pro Jahr ca. 70 Eier, vorwiegend im Sommer, bei deutlich höherer Lebenserwartung als heute. . Gegen Ende der Eiersaison wurde eine grössere Anzahl Eier in Wasserglas eingelegt, für den Winter zum Kuchenbacken und für Nudelteig. Im Sommer war ein Spiegelei mit Bratkartoffeln oder Spinat eine vollwertige Mahlzeit. Ab und zu mal ein Bückling oder Bismarckhering, Heringe waren damals noch billig. Butter war edel, Margarine der billigere Ersatz. Erst als Cholesterin zum grossen Thema wurde, fielen die Werbekampagnen der Industrie auf fruchtbaren Boden: Plötzlich war Butter verrufen, Margarine das edlere Fett: Pflanzenprodukt, cholesterinfrei. Allerdings weitete sich die „Fresswelle“ aus: Schon in den 60ern wurde das tägliche Fleischgericht propagiert, was in den 50ern für Normalverdiener noch Luxus gewesen wäre. Schnitzel, Steak, Hähnchen als Alltagsgericht. Zunächst machte sich niemand Gedanken darüber, wie wohl solche Fleischberge zu erschwinglichen Preisen auf den Markt geworfen werden konnten. Es ist keine 40 Jahre her, dass Hormon- und Antibiotika-Skandale Skepsis weckten. Nun kam allmählich immer mehr Kritik an der Massentierhaltung auf. Kritik an den Quälereien der Massentierhaltung in grösserem Umfang folgte übrigens der Angst vor gesundheitsschädigender Produktqualität. 3 Dinge fielen zusammen: - Fleisch war nichts Besonderes mehr, jede/r konnte jeden Tag ein Schnitzel oder Huhn futtern, wie früher Kartoffelknödel mit Kraut&Speck. In Betriebskantinen bekam man das Fleisch sozusagen nachgeschmissen: Kostet ja fast nix. - Es kam Abscheu gegen das wertgeminderte Massenprodukt auf wegen der bekannt gewordenen Tierhaltungsmethoden und der Schadstoffbelastung. - die Industrie begann, Fleischersatzprodukte auf den Markt zu werfen: Würstchen aus Sojaprotein, Gulasch aus Sojaprotein, dann auch Fleischersatzprodukte mit „Fleischtextur“ und verbesserten Aromastoffen. Und neuerdings auch „Analogkäse“. Wahrscheinlich wird in den Laboratorien der Menschenfutterindustrie schon am vegetarischen Spiegelei gearbeitet. Nun konnte die Meinung um sich greifen, dass der Mensch eigentlich ein reiner Pflanzenfresser und kein Allesfresser sei. Vor 50 Jahren hätte niemand geglaubt, dass Pflanzenfresser einfach mal in der Freizeit aus Jux Jagdwaffen entwickelt hätten, um vom Aasfressen unabhängig zu werden. Als reine Pflanzenfresser hätten Menschen niemals die tropischen Zonen verlassen: Um die Winter oder gar Eiszeiten zu überleben, hätten sie ein anderes Verdauungssystem gebraucht, wie ein Mammut oder Moschusochse. Oder sie hätten es machen müssen wie der Siebenschläfer. Ich halte den momentan modernen absoluten Vegetarismus für eine Reaktion auf den masslos übertriebenen Fleischkonsum der vergangenen Jahrzehnte und seine Folgen. Solche „backlashes“ können sich mit der Zeit wieder ein pendeln. Wir sollten eine qualifizierte Nahrungsversorgung anstreben, die weitgehend mit regionalen Produkten auskommt. Mit Tierschutz hat die Gegenreaktion auf den Fleisch-Hype wenig zu tun: Dass eine permanent wachsende Menschheit Tiere aus ihren angestammten Siedlungsgebieten vertreibt ist unumstritten. Für manche Arten gibt es kaum noch Rückzugsgebiete, sie überleben nur im Asyl der Zoos. Zu den von weit hertransportierten Pflanzen: Ich habe es erlebt, dass im Winter die Pflanzenkost wenig abwechslungsreich war: Es gab, was man einkellern konnte, Anderes aus Einmachgläsern. Orangen gab es mal um Weihnachten herum, das war’s. Bananen hätte es gegeben, aber ich machte mir nichts draus. Zur Erleichterung meiner Mutter übrigens, denn billig waren die auch nicht. Allerdings bin ich am Glückfall Bodensee aufgewachsen: Wir holten (mit den Fahrrädern) bei den Bauern zur Erntezeit ein paar Kisten Äpfel, so waren sie erschwinglich. Es gab Sorten die sich im Keller bis in Frühjahr hinein hielten. Vor Allem Glockenäpfel waren stromlos haltbar. Aber diese Keller gibt’s ja nicht mehr, so braucht man wohl auch keine Apfelsorten mehr, die sich einkellern lassen. >>Die Techniken einer weitgehend die Vitamine und Nährstoffe bewahrenden, für lange Zeiträume anhaltenden Konservierung haben sich stetig verbessert.<< Eine gute Methode ist Einfrieren und gefroren auf Vorrat halten. Sofern man den Energieaufwand nicht scheut. Ansonsten sind eben die Möglichkeiten, frisch geerntete Pflanzennahrung zu futtern, in unseren Breiten im Sommer/Herbst gut, im Winter/Frühjahr begrenzt. Menschen haben sich dem angepasst, auch ohne die heute technisch machbaren Konservierungsmöglichkeiten, und überlebt. Sogar in der Eiszeit. --- Wasser ist bei uns kein Problem, aber dort, wo es nicht so reichlich vorhanden ist, haben schon gewisse Konzerne ihren Daumen drauf. Eine üble Entwicklung, ja. Aber wer will schon den Kaputalismus ernsthaft überwinden? Er wird noch viele Millionen Menschen das Leben kosten, und noch mehr die Gesundheit. |
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Hallo @claudia und Danke für diese umfangreiche Antwort.
Ja, so sollte man das wohl sehen, hellwach und dennoch eben nicht dogmatisch, das Wesentliche vom Beiwerk trennen. Und Wasser ist bereits in einigen Gebieten der Erde ein strategisches, ein zu subtiler Erpressung und Gefügigmachung eingesetztes Gut. Die Verfügbarkeit von Wasser, mit Chemikalien und Pestizieden versetzt (nicht zuletzt der Massentierhaltung geschuldet) kann auch Vegetarier nicht unberühert lassen. Einfrieren halte ich für kritisch, erstens kostet es Energie und zweitens mit individuell nicht steuerbaren Risiken behaftet. Partiell (aus welchen Gründen auch immer) nach meinem Dafürhalten zunehmend mögliche Stromausfälle sind dabei nur ein Aspekt. Mit herkömmlichen "Einmachen" habe ich wenig am Hut, sowohl vom KnowHow als auch wegen der von mir gescheuten Arbeit. Ich halte es da lieber mit selektiven Testen, Kaufen und dann in ggf. größeren Mengen einzulagernden Basisnahrungsmitteln. Auch etwas Leberwurst gehört dazu, Fisch sowieso. Und das regelmäßige Umschlagen nicht vergessen. Eine kleine Tabellenkalkulation (Excel etc.) reicht da schon zu Verwaltung. |
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@weinsztein
Meinst Du, ich sollte meine Nordamerika-leidenschaft mal hintenan stellen? In der Türkei waren es bislang zwei Aufenthalte. Der erste in 1989 auf einer Tour mit einem dieser Motorsegler ab und bis Bodrum; dabei mit überwiegend vegetarischem Essen - war nicht vorher bekannt, aber dennoch sehr gut. Ja und dann 1990 mit Freunden zu acht in einem extra dafür angeschafften Minibus auf Campingtour. Ist auch bleibend in der Erinnerung, bereits die Schiffsreise (Venedig Izmir) war ein Highlight. Nur eben der Wein ist in der Türkei etwas das "Problem". Bin eben ein Freund von trockenem (meist italienischem) Weisswein. |
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@j-ap
Diese herzensguten Vorsätze haben ihn, den Theologen der artgerechten Friedfertigkeit, aber weiland keineswegs daran gehindert, einen süßen, kleinen Maulwurf mit einer Büchse Carbid dermaßen aus seinem Hügelchen zu bomben, daß der halbe Garten gleich mit hochging. Immerhin hat er den Maulwurf danach nicht gegessen. Ciao Wolfram |
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@claudia
Auch Igel plattfahren scheint eine lässliche Sünde zu sein... Ich habe schon etlichen Igeln das Leben gerettet. Wenn mein Hund einen Igel stellt, dann kommt er zunächst mal nicht an diese stachelige Kugel ran, das frustriert ihn und er bellt wütend, ganz anders als er sonst bellt. Ich werde aufmerksam, gehe raus und nehme den Igel auf die Schippe. Dann lege ich ihn an eine entfernte Stelle, zu welcher der Soohöönd keinen Zugang mehr hat. Ciao Wolfram |
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@ed2murrow
Da wo Raucher, Säufer, Meat Lover sind (was so alles auf der Zunge zergeht), dürfen Säulenheilige natürlich nicht fehlen. Von Simeon Stylites, dem ersten namentlich bekannten Säulenheiligen wird berichtet, er sei so freundlich gewesen, daß er die Würmer, die es sich auf seiner nie gewaschenen Haut gemütlich gemacht und sich auch in die Haut hinein gefressen hatten, nicht weggeklaubt habe. Ja, er habe sogar Würmer, die von ihm runtergefallen waren, sorgsam wieder aufgehoben und zurück an seine Haut gesetzt. Hardcore-Buddhisten, die gar kein Tier nicht töten dürfen (es könnte ja der eigene Opa sein), seien sehr besorgt gewesen, als die Kunde von Mikrolebewesen zu ihnen drang. Ciao Wolfram |
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@luggi
Bei Rauchmöglichkeit vor Frankenberger bin ich nicht in's Flötzinger oder Auer (Rosenheimer Herbstfest) gegangen, weil alles voller Kwalm war. Heuer bin ich nicht reingegangen, weil alles voll war, mit Gästen, die ..nicht rauchten. Geht doch. Recht so. In ein Bierzelt, wo nicht geraucht wird, würd ich auch nicht gehen. Aber, so deute ich deine Worte, dir ist das Rauchverbot anscheinend völlig wurscht gewesen. Du bist vorher nicht ins Bierzelt und jetzt auch nicht. Ciao Wolfram |
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@ebertus
Die türkische Küche ist eine Arme-Leute-Küche, daher weitgehend vegetarisch und sehr lecker. Ich mag Fleisch und Fisch, kann aber auch sehr gut ohne. In Restaurants hier auf der Bodrum-Halbinsel und anderen touristischen Gebieten werden Fleisch- und Fischgerichte zu im Vergleich zu Westeuropa günstigen Preisen angeboten, die aber der gemeine Türke sich nicht oder nur selten leisten kann. Man isst zu Hause und geht dann aus auf einen Raki oder zwei und genießt dazu weißen Käse mit Melone oder andere Meze. Auch ich trinke gern trockenen Wein, den gibt es im Laden bei sehr ordentlicher Qualität oberhalb von vier Euro den Liter, weiß, rosa oder rot. |
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weinsztein, mein schätzchen...."türkische küche" ist wie "türkische architektur"...beides unvorhanden.
. die küche der turkvölker ist bescheiden, ABER...fleischlos ist sie sicherlich nicht. . und "bodrum" der name schmerzt mich (halicarnossos) ist so griechisch wie nur was.... (übrigens ist der bedeutungsname von bodrum=gewölbe...eine verbeugung an das weltwunder-mausseleum). . nebbich. . lieber weinsztein, und es muß rakE heißen. das unbetonte "e" wurde seit atatürk durch ein "i ohne punkt obendrauf" als lateinisches sonderzeichen eingeführt. hüstel. so viel bildungshuberei muß sein. . ach...itzo hab ich so munter drauflos geplaudert. . und die "küche" total vergessen. . wenn schon orient....dann die SYRISCHE KÜCHE. . ohne wenn und ABER. . die genuin TÜRKISCHE gibt es nicht. . päng und punkt. |
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Mensch @aber,
beinahe ein Schlußpunkt hier; dennoch wohl eher "drauflos geplaudert" und morgen ist ein neuer Tag... Was wollten Sie sonst noch sagen, haben sie an Disputation an der Bushaltestelle erlebt? |
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Delikatessen seien eurer eigentlichen Begehr...
Seit nur neugierig und stapft mal auf den Flur! |
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Vielleicht noch zu dem von mir hier kommentarisch eingeführten, in den USA gängigen Begriff des "Meat Lover".
"Drüben" hat man, so meine ich nach vielen Reisen durch das Land, Erlebnissen und Gesprächen sagen zu können, die beiden anderen, hier angesprochenen "Genussmittel" relativ gut im Griff. Eine für das Rauchen zugelassene Zone zu finden gestaltet sich in urbanen Areas äußerst schwierig, und selbst der aufgeklärte Osten, wie während der Suche nach dem von mir bevorzugten White Zinfandel in Boston erlebt, schickt mich in den Liquor-Store; persönliche Identifikation eingeschlossen. Nur Fressen (sorry) können und dürfen die Amerikaner wohl unbegrenzt. Ein gewisser Kulturschock war das damals, beim ersten Besuch schon, die vielen Dicken (zurückhaltend ausgedrückt) drüben. Dabei ist das "Fleisch" in den gängigen Fast-Foods ja kein Fleisch im Sinne eines aus dem Vollen geschnittenen Stückes, eines festen, gern faserigen Steak. Das ist fleischmassige Pampe in (meist) angewärmter Form. Jede vegetarische Bulette ist mir da lieber. Es sei denn, man geht (etwas bis viel teurer) in diese, uns damals bereits von den Besuchen in der DDR bekannten "Wait to be seated" Lokalitäten. Da gibt's dann zum Schluß und auf Wunsch gar einen Doggybag für die Reste - und man muss nicht nachweisen, einen Hund zu besitzen. |
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"Jede vegetarische Bulette ist mir da lieber."
Das wäre nun allerdings ein tatsächlich vernünftiger Grund, auf Fleischgenuß zu verzichten: Weil Ihnen was anderes halt besser schmeckt. Damit hätte niemand auch nur das geringste Problem. Sie haben damit aber durchaus eins, weil Ihre persönlichen Geschmacksbefindlichkeiten nunmal partout keine weltbewegende Sache sind -- deshalb kommen Sie allen, die nicht Abstinenzler, Temperenzler, Pflänzler und whatnot sind, mit einem allgemeinen Schaden daher, der Sie zum moralischen Überfall berechtigt: Wer raucht, säuft, frisst und vielleicht sogar hurt, wie es ihm den Sinn kommt, will sagen: wer seinen Leib verbotenerweise als Hebel seiner Begierden benutzt (und nicht, wie es geboten wäre, als sorgfältig zu erhaltenden Gegenstand einer höheren Indienstnahme), der ist dem Verdiekt verfallen. Nicht nur liegt der sündige Leib den reinen Seelen, die sich mühen und "fit" halten, über die Krankenkasse auf der Tasche (Sarrazin läßt grüßen!), nein, er ist auch, je nach Bedarf, schuld an entgleisenden CO2-Bilanzen, Welthunger, genereller Verlotterung der Verhältnisse und noch einigen anderen Sittlichkeitsvergehen, die sich der vorzugsweise akademisch aufgenordete Mittelstand in seinem klassischen Bedürfnis nach umfassender Ideologisierung noch zurechtgelegt hat, um alles, was nicht er selbst ist, ins Unrecht setzen zu können: Puritanismus in Lauerstellung. |
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@j-ap
"Jede vegetarische Bulette ist mir da lieber." Das wäre nun allerdings ein tatsächlich vernünftiger Grund, auf Fleischgenuß zu verzichten: Weil Ihnen was anderes halt besser schmeckt. "Ich werde den Verdacht nicht los, daß Abstinenzler das Zeug nicht mögen, auf das sie verzichten." Dylan Thomas Nicht nur liegt der sündige Leib den reinen Seelen, die sich mühen und "fit" halten, über die Krankenkasse auf der Tasche Würde man die Tabaksteuer, die enorm ist, wahnsinnig enorm, zweckgebunden verwenden, sie also den Gesetzlichen Krankenkassen überweisen, dann würden die Raucher die Gesundheit aller finanzieren. Abgesehen davon entlasten Raucher die Rentenkassen. Ja gut, Loki und Helmut Schmidt, sowie Johannes Heesters nun gerade nicht, aber im Großen und Ganzen... Ciao Wolfram |
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ach ja, die gute alte "fleisch-ja-nein-debatte".
. ich beobachte: viele nicht-fleischesser vermeiden den begriff "vegetarier". missionarische eiferer sind kaum noch anzutreffen. alles ist viel entspannter geworden. . trotzdem ist die fleisch-ja-nein-disputation immer noch nicht so, als ob man-frau über den genuß von lakritze debattiert. . lustigster neu-begriff m.e.: aquarianer. steht für fisch ABER nicht fleisch. . was m.e. fehlt: die diskussion über hallal- u. koscher-geschlachtete tiere. . ich leiste mir höchstens 1-2 mal in der woche fleisch, ABER stets aus einer koscheren oder hallal fleischerei. . das fleisch ist viel weniger "verstreßt" und das schmeckt man-frau. |
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@Aber
"...koscher-geschlachtete Tiere" subsumieren sich doch wohl eindeutig unter fleischiger Kost, werden Schmerz und Leid fühlende Lebewesen dabei vorsätzlich vom Leben zum Tode befördert. Daher scheint mir das hier nicht, auch nicht mal m.e. zu fehlen. Wohl dem Tier also, welches den entsprechenden, religiösen Regeln nicht entspricht. Aber da es keine Pflicht, keine Staatsraison ist, koscheres Fleisch essen zu müssen, so ist man als Vegetarier wenigstens in dieser Hinsicht frei vom Vorwurf des Antisemitismus. |
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Was können wir froh sein, daß es in Deutschland schon seit dem 1. Mai 1933 ein Verbot des Schächtens gibt, erlassen übrigens von einem gewissen Hermann Göring, der, wie man weiß, ein großes Herz für Tiere hatte (bei Menschen sah das bekanntlich etwas anders).
Übrigens: Wußten Sie, daß eine der ersten öffentlichen Erwähnungen der Konzentrationslager die Androhung peinlicher Strafen für Tierquäler betrafen? |
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Nein, wusste ich nicht @j-ap,
aber was wollten Sie sachlich, mit der Erwähnung von Göring und ansonsten so sagen? Ähnliches habe ich (mich) bereits weiter oben zum "Puritanismus in Lauerstellung" als die Replik auf meine sehr realen, sehr vieschichtigen und oft auch sehr angenehmen USA-Erfahrungen gefragt, "das" mit Sicherheit nicht verstanden, nicht begriffen. |
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schrieb am
28.09.2011 um 19:49
also wie ein "unverstresstes" Huhn entsteht, sieht so aus:
Die Tiere werden mit einem speziellen Messer mit einem einzigen großen Schnitt quer durch die Halsunterseite, in dessen Folge die großen Blutgefäße sowie Luft- und Speiseröhre durchtrennt werden, getötet. Mit dem Schächten soll das möglichst rückstandslose Ausbluten des Tieres gewährleistet werden. Der Verzehr von Blut ist sowohl im Judentum als auch im Islam verboten. ![]() Das Schächten erfolgt im Judentum ohne vorgängige Betäubung des Tieres, da nach strenger jüdischer Auffassung das Tier durch die Betäubung verletzt und das Fleisch dadurch zum Verzehr unbrauchbar wird. Im Islam ist eine elektrische Betäubung nach bestimmten Rechtsschulen zulässig. Auch die Betäubung durch einen Schlachtschussapparat wird von einigen islamischen Geistlichen befürwortet. j.mp/pDn8Nv |
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soifz...j-@p, deine info vom jud-süß-film abgerufen?
. ich zitiere: . Vor dem Schlachten prueft der Schochet (Hebraeisch fuer Schaechter) penibel das rasierklingenscharfe Spezialmesser. Selbst die kleinste Scharte macht es fuer das Schaechten untauglich. Auch das Tier wird genau untersucht. Anschliessend fuehrt es der Schochet in eine Box, die die Bewegungsfreiheit des Tieres einschraenkt. So kann der Schochet ohne Stoerung und Gefahr den Schnitt ausfuehren. In diesen Boxen werden die Tiere stehend oder umgekippt geschaechtet. Gemaess juedischer Weltanschauung geschieht das ''Nehmen von Leben'' bewusst. Aus diesem Grund spricht man bei jedem Vorgang der im Zusammenhang mit dem Schaechten steht, einen Segensspruch. Da der Schnitt nur mit Menschenhand durchgefuehrt werden darf, kommt eine Automation nicht in Frage. Nun steht der diplomierte Schochet vor der schwierigsten Aufgabe - dem perfekten Schnitt. Mit nur einem Streich schneidet er Halsschlagadern und Luftroehre bis zur Wirbelsaeule durch. Dieser schnelle und praezise Schnitt hat eine ploetzliche Stockung der Blutzufuhr zum Hirn zur Folge. Das Tier wird augenblicklich bewusstlos. Jede kleinste Pause bei der Fuehrung des Schnittes, das Hineindruecken oder Stechen des aufgelegten Messers in den Hals ist verboten. Weil Juden der Genuss von Blut streng verboten ist, muss es bis auf den letzten Tropfen herauslaufen. Anschliessend wird das Fleisch in Salz eingelegt, damit es kleine verbliebene Reste des Blutes aufsaugt. Nicht jeder darf nach juedischen Gesetzen schaechten. Erst wenn der Schaechter - er muss Jude sein - das entsprechende Diplom nach einer mehrjaehrigen Ausbildung erworben hat, darf er unter Aufsicht eines Rabbiners schaechten. " . zitat ende. . maybe etwas makABER, doch haben die chirurgen im altertum in den feldschlachten ihre eigenen unrettbaren verletzten mit einem schnitt in eine schlagader "erlöst". |
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gähn-ganz-laut.
wikipedia-abgepinnt...der "menschen-einer". . und so "einseitig". . in deutschland ist muslimischen und jüdischen schlachtereien das schächten gestattet. . der kouran erlaubt den gläubigen ausdrücklich den fleischkauf bei jüdischen schlachtern....NICHT jedoch bei christlichen. . |
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@der Menschen einer
Mit dem Schächten soll das möglichst rückstandslose Ausbluten des Tieres gewährleistet werden. Und was, meinst du, macht der ganz normale Metzger? Verkauft der dir Fleisch mit Blut? derfranzehatgsagt.blogspot.com/2009/06/bolzenschuapparat.html Wenn du ein Huhn so köpfst, wie oben auf deinem Bild angedeutet, dann wirst du über kurz oder lang (wahrscheinlich über kurz) Ärger mit deinen Fingern haben. Durch den Kehlenschnitt erfolgt ein jäher Blutdruckabfall im Gehirn, das Tier wird augenblicklich bewußtlos. Es gibt einen Witz, demzufolge einst im Wahlkampf Bruno Kreisky und sein Gegenkandidat von der ÖVP ein Wettfischen an der Donau veranstalteten. Der ÖVP-Mann hatte als erster einen Fisch an der Angel. Gekonnt löste er das Tier vom Haken und drosch dann, nach Anglerart, mit einem Metallschlegel auf den Kopf des Fisches. Das umstehende Volk war ob der Grausamkeit empört und buhte den Kandidaten aus. Bruno Kreisky nahm etwas später seinen Fisch ebenfalls vom Haken, legte ihn sich auf den Unterarm und streichelte ihn. Das Volk war gerührt. Wieso er das gemacht habe, wurde er später von einem Reporter gefragt. "No, wissns, den Leuten gfallts und hin wird der Fisch so auch." Ciao Wolfram |
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Hallo @Wolfram Heinrich,
Danke für die engagierte Teilnahme hier; und den Link zum Bolzenschußapparat habe ich gelesen und verstanden. Muss man immer mal wieder dazu sagen, wegen @j-ap und (m.E.) @e2m, deren Standarddiskursbeitrag eben dies ja erst mal in Zweifel zieht. Ebenso verstanden das mit "@der Menschen einer" aka @FB (meine einsame Meinung?) und dennoch OK, solange die verbliebenen Finger dann nicht nur noch und ausschließlich DIE LINKE groß schreiben können; bislang und im ersten Leben hier kamen ja immer noch großflächige Bilder und Videoanrisse dazu. Ja, Streicheln - meine Frau sagt über diese, meine verbale Ausdrucksweise immer mal: "Dusselig Quatschen, das kannst'de" - hilft manchmal mehr, als das schnöde vor die Schienbeine treten... |
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@ebertus
...und den Link zum Bolzenschußapparat habe ich gelesen und verstanden. Für irgendwas muß es ja gut sein, daß ich Metzgersohn bin und in unmittelbarer Nähe des väterlichen Schlachthauses aufgewachsen bin, dort auch mitgearbeitet habe. Den Rest habe ich allerdings nicht verstanden. Ciao Wolfram |
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Was...@WH,
alle drei, und durchaus unterschiedliche Bezüge nicht? Das muss an mir liegen! |
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@ebertus
alle drei, und durchaus unterschiedliche Bezüge nicht? Ich hätte es vielleicht schon verstanden, aber dazu hätte ich etliche Male aufmerksam rauf und runter radeln müssen. Was glaubst du, warum ich den Text, auf den ich mich beziehe, mitzitiere? Ciao Wolfram |
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@WH
Manchmal schnurpelts, andermal nicht, bei mir gerade partiell: Bin als leidlicher Vegetarier ebenfalls Metzgersohn... Und mein Vater hat mir weder den Beruf noch die damit möglicherweise einhergehende Philosophie aufgenötigt; so wie er das möglicherweise von seinem Vater (den Opa hab' ich nie kennengelernt) bereits in die Wiege gelegt bekam. Alles andere ist radeln, auf und ab, crosscountry. |
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@ebertus
Und mein Vater hat mir weder den Beruf noch die damit möglicherweise einhergehende Philosophie aufgenötigt; Ich glaube es ja nicht, daß es zum Metzgersein eine besondere Philosophie braucht. Ciao Wolfram |
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schrieb am
30.09.2011 um 19:39
und was hat das alles mit dem Blogthema zu zun?
Richtig, nichts! |
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schrieb am
30.09.2011 um 19:40
und was hat das alles mit dem Blogthema zu tun?
Richtig, nichts! |
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Hallo @WH,
und wegen der schulmeisternden, neuen Rolle von @FB hier doch noch etwas zur kleinen, der menschlichen, gar familiären Philosophie. Als mein Vater, Fleischermeister seines Zeichens, dann keine Tiere mehr selbst vom Leben zum Tode bringen musste, nicht mal mehr deren fachgerechtes "ausbluten" überwachen durfte, bereits Einkaufsleiter in einer niedersächsischen Handelskette war, erzählte er mir folgende Story: Der Sohn eines Lieferanten, eines Fleischermeisters mit Haus und Hof, Ladengeschäft und allem was dazu gehört, wollte dies alles nicht übernehmen, stattdessen sich den brotlosen, akademischen Künsten der Philosophie etc. hingeben. Das sorgte für langanhaltende Diskussionen über Gott und die Welt im dortigen Familienkreis, distanziert eben auch bei uns. Ok, der Sohn verließ das Elternhaus, wurde Psyschologe oder ähnliches und ob es jemals wieder zur Versöhnung gekommen ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Ja, und da ging es mir (uns?!) eben besser... |
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@der Menschen einer
und was hat das alles mit dem Blogthema zu zun? Richtig, nichts! Sag so Sachen nicht. Wer denkt, denkt dialektisch oder sollte es zumindest tun. Denke ich dialektisch, so denke ich zu jedem Ding immer auch sein Gegenstück ein bißchen mit. Wo über den von vegetarischer Kost diskutiert wird, wird fast immer auch über Fleisch diskutiert und wo von Fleisch die Rede ist, ist im Hintergrund immer der Metzger mit dabei. Ciao Wolfram |
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Fragen an Wolfram 5.47 Uhr,
siehe unten zu Claudiabeitrag schrieb am 30.09.2011 um 10:04. ;-) Und Gruss |
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@Wolfram Heinrich
Ich glaube es ja nicht, daß es zum Metzgersein eine besondere Philosophie braucht. Doch, das braucht's, sage ich mal in typisch quijotesker Manier - wenn es überhaupt einer Philosophie bedarf - und möchte Deinen Nebensatz etwas umstellen: Es braucht keine besondere Philosophie, sondern zum Metzgersein braucht es einer Philosophie besonders. Fressen und gefressen werden ist nun mal Fakt, aber dieses normale Verdrängungsprozedere ist ganz inkompatibel zu unserem Menschsein, auch als Metzger. Wenn ich mich als Metzger frage "ist das Tier, das ich ums Leben bringe, um davon zu leben, ein Jemand?" bedarf es einer Antwort, aus Liebe zur Wahrheit (Philosophie) gegeben oder gefunden. Metzgere ich einfach vor mich hin, weil ich das so gelernt hab und halt Metzger bin, die Sau bringt man zum Deckendann bedarf es vielleicht noch dringender einer Philosophie. Denn unserem Land wurde vor ein paar Jahrzehnten Menschenhaut zu Lampenschirmen verarbeitet. saludos, Q. |
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@ Wolfram Heinrich
Zu "Dialektik" gehört, dass unser aller Höchstgericht die Frage des Schächtens zu keinem Zeitpunkt unter "Tierschutz" subsumiert hat, sondern ausschließlich unter die Frage nach der "Freiheit in Wahl und Ausübung des Berufes", nämlich des Metzgers. Wie ich finde, eine interessante Parallele zum hiesigen Diskussionsverlauf. |
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Ach, und zum Fleischkonsum: Hagen Rether
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@Don Quijote
"Ich glaube es ja nicht, daß es zum Metzgersein eine besondere Philosophie braucht." Doch, das braucht's, sage ich mal in typisch quijotesker Manier - wenn es überhaupt einer Philosophie bedarf... (...) Es braucht keine besondere Philosophie, sondern zum Metzgersein braucht es einer Philosophie besonders. Ich glaube, du hast den Trick mit der Ideologie noch nicht voll verstanden. Eine Philosophie, Theologie oder Ideologie brauchst du nur für Sachen, die nicht ohnehin (fast) jeder schon immer (oder doch ziemlich lange) macht. Dinge, die einfach - logo, klar, versteht sich - da sind, entspringen dem gesunden Menschenverstand, Ideologie ist, was sich irgendwelche Stänkerer ausdenken. Fressen und gefressen werden ist nun mal Fakt, aber dieses normale Verdrängungsprozedere ist ganz inkompatibel zu unserem Menschsein, auch als Metzger. Ach was. Ist die Menschheit jetzt aus dem TSV Biologie, Abt. Evolution ausgetreten? Denn unserem Land wurde vor ein paar Jahrzehnten Menschenhaut zu Lampenschirmen verarbeitet. Der uralte Kalauer: War der Bandenchef nicht Vegetarier? Ciao Wolfram |
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@ed2murrow
Zu "Dialektik" gehört, dass unser aller Höchstgericht die Frage des Schächtens zu keinem Zeitpunkt unter "Tierschutz" subsumiert hat, sondern ausschließlich unter die Frage nach der "Freiheit in Wahl und Ausübung des Berufes", nämlich des Metzgers. In einem ganz normalen Schlachthaus wird auch nicht sehr viel anders geschlachtet als beim Schächter. Ciao Wolfram |
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@Don Quijote
Ach, und zum Fleischkonsum: Hagen Rether Das ist so ein Kreuz mit dieser Diskussion um die Frage "Darf man Vegetarier essen?" Da geht es um die Frage, Fleisch oder nicht Fleisch, diskutiert wird aber über weite Strecken über das Thema "heutige Tierhaltung". Und dann diskutierst du mit, hast ständig das blöde Gefühl, irgendwas stimmt da nicht, kommst aber nicht drauf. Drum hab ich es jetzt mal gesagt. Ciao Wolfram |
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schrieb am
02.10.2011 um 14:03
>>Darf man Vegetarier essen?<<
Das kann man nicht so pauschal entscheiden. Der Vegetarier sollte seine Nahrungsmittel von einem Biobauer beziehen, der keine "konventionell" wirtschaftenden Nachbarn hat. Sonst könnte das Fleisch eventuell pestizidbelastet sein... |
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@Wolfram Heinrich
Ich glaube, du hast den Trick mit der Ideologie noch nicht voll verstanden. Eine Philosophie, Theologie oder Ideologie brauchst du nur für Sachen, die nicht ohnehin (fast) jeder schon immer (oder doch ziemlich lange) macht. Dinge, die einfach - logo, klar, versteht sich - da sind, entspringen dem gesunden Menschenverstand, Ideologie ist, was sich irgendwelche Stänkerer ausdenken. Mit Verlaub, das ist bei mir anders. Ich bin jeglicher Ideologie, Philosophie oder Theologie ganz grundsätzlich abhold, und was den Menschenverstand in mir angeht, ist der dauernd anzweifelbar, sofern vorhanden. Ach was. Ist die Menschheit jetzt aus dem TSV Biologie, Abt. Evolution ausgetreten? Sie hat sich selbst eingetreten - ein wahres Kunststück, vergleichbar dem "sich selbst in den Arsch treten" was vielleicht via Moshe Feldenkrais den Hauch einer Realisierungsmöglichkeit erhält - ist aber nicht wirklich drinne. Ausgetreten ist sie daher nicht, aber das wäre mal sofort wunderschön: wenn die Liebe durch den Menschen ginge, nicht durch den Magen (nach Georg Kreisler). saludos, Q. |
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@claudia
Der Vegetarier sollte seine Nahrungsmittel von einem Biobauer beziehen, der keine "konventionell" wirtschaftenden Nachbarn hat. Sonst könnte das Fleisch eventuell pestizidbelastet sein... Da hast du natürlich absolut recht. Auch ich bin für die artgerechte Haltung von Vegetariern. Ciao Hannibal Lecter |
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@Don Quijote
Ich bin jeglicher Ideologie, Philosophie oder Theologie ganz grundsätzlich abhold... Genau das meinte ich, die alte Legende vom neutralen, sachbezogenen und - klar - nicht-ideologischen Denken nämlich. So wie die Bösen immer die anderen sind, so sind die Ideologen stets die anderen. Eine Ideologie ist, wie der Wortsinn nahelegt, ein System von einzelnen Ideen, also Vorstellungen über die Welt wie sie ist und wie sie sein sollte. So ganz ohne ein solches Gerüst, also eine Ideologie, wirst du aber nicht durchs Leben kommen. Du kannst Ideologie überhaupt nicht vermeiden, du brauchst ein Ordnungssystem, nur um sprechen, nur um wahrnehmen zu können. Dein eigenes Gerüst ist dir selbstverständlich, dasjenige anderer fällt dir als Ideologie auf. Und so sind "Ideologien" im abwertenden Sinne noch stets die hirnverbrannten Denkschemata der Anderen, während die eigenen nichts anderes sind als Gesunder Menschenverstand und sachbezogenes Denken. Ich erinnere nur an das sächsische Ehepaar, das nach einer Vorführung im Miesbacher Bauerntheater amüsiert das Theater verließ und schließlich meinte: "Schode daß mir geen Dialegd nich ham." In einer Internet-Diskussion hat mir mal einer geantwortet: "Ideologen sind für mich Leute, die stets die Wahrnehmung (oder deren Interpretation) an das Ordnungssystem anpassen und nie umgekehrt." Ich habe ihm so geantwortet: Das ist wie mit der Definition von Rasern, die man in der MPU von Rasern hört: Raser sind Leute, die immer zu schnell fahren. Nun fährt (fast) keiner immer zu schnell, also ist auch der vor mir sitzende Raser kein Raser. In der Psychologie gibt es den Begriff der "Kognitiven Dissonanz", den ich der Einfachheit halber kurz die Wikipedia definieren lasse: "Kognitive Dissonanz ('Mißklang im Erkennen') ist in der Sozialpsychologie eine Theorie, die erklärt, wie durch miteinander unvereinbare Kognitionen, Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten innere Konflikte entstehen, die Vermeidungsreaktionen oder andere zur Verminderung dieser Konflikte geeignete Handlungen hervorrufen. Typischerweise treten kognitive Dissonanzen auf, wenn neu hinzutretende Erkenntnisse der bislang bestehenden eigenen Meinung widersprechen oder Zusatzinformationen eine Entscheidung als falsch entdecken. Das Widerstreben gegen Dissonanzen führt dazu, dass unpassende bzw. unangenehme Neuigkeiten missachtet und passende umso mehr geschätzt werden." Das ist nun ein allgemein menschliches Phänomen und du hast enorme Schwierigkeiten, dein eigenes Schummeln zu erkennen, wenn du grad mitten drin im Dilemma steckst und mit der Dissonanz zu kämpfen hast. Wenn du eine Information liest, die deine Meinung bestätigt, nickst du zufrieden mit dem Kopf und blätterst weiter. Stößt du auf eine Information, die deine Meinung ins Wanken brächte, schreist du nach dem Beweis. Widersprüche im System der anderen fallen dir sofort auf, die Widersprüche im eigenen System zu erkennen - da gehört viel Arbeit, Disziplin und vor allem Mut dazu. Ideologen sind deshalb immer die anderen. Auch Wissenschaft und rationales Denken schützt nicht vor den Fallstricken der Ideologie. Nun mag bei Wissenschaftlern das Weltbild wissenschaftlich geprägt sein, wobei auch sie nur einen winzigen Teil der wissenschaftlichen Theorien als Experten in ihr Weltbild einbauen. Theorien aus anderen Fächern bekommen auch Wissenschaftler nur oberflächlich mit und zu einem zünftigen Weltbild gehört mehr als das Verhalten fallender Steine oder die Reaktionen von Hunden auf Klingelsignale. Nämlich: Wie funktioniert menschliches Verhalten, wie menschliches Zusammenleben, wie regelt sich die Wirtschaft, die Politik. Warum sind die Ulwungus Dreckschweine, während die Kolmilken, zu denen ich mich zähle, brave Leute sind... Ciao Wolfram |
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@Wolfram Heinrich
Genau das meinte ich, die alte Legende vom neutralen, sachbezogenen und - klar - nicht-ideologischen Denken nämlich. Ach, leckst Arsch. Ja, ich habe Deinen Kommentar komplett durchgelesen, vieles kannte ich schon. Kognitive Dissonanz und so, die alte Leier, danke, kenne ich. Wieso Du aber meinen Kommentar damit kommentierst, und warum ich Deinen Kommentar hiermit beantworte, ist eine spannende Frage - nämlich eine unser Spannungsfeld berührende. Hinter einer dicken Panzerglasscheibe, welche die Welt von mir trennt, geht die Post ab. Kein vermittelbares Spektakel. Ideologien, Theologien, Philosophien und dergleichen Wurstigkeiten spielen darin keine Rolle. Ich bin darin nur ein leutseliges Stück Leut, das sich gerne irgendwohin verschickt. Die Wurst aber, das hat mir mein Vater eingeschärft, erzeugt, wenn man sie ohne Brot ißt, Magengeschwür, weil sie dorten an der Magenwand festklebt. Bis heute kann ich keine Wurst nicht ohne Brot nicht essen, obwohl das "hähä, lustig" seiner Weisheit im Äußeren gewiß ist. Wenn ich nur ein Buch mitnehmen dürfte, dann würde ich Grimms Märchen wählen, und das wegen Hans im Glück und dem allerletzen Märchen dieser Sammlung. saludos, Q. |
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@Don Quijote
Wieso Du aber meinen Kommentar damit kommentierst, und warum ich Deinen Kommentar hiermit beantworte, ist eine spannende Frage... Ich nutze halt gnaden- und skrupellos jede Gelegenheit zur Volksaufklärung. Enlightment , wie der Latein sagt, also Licht in die Köpfe anderer Leute zu bringen. Ciao Wolfram |
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@Wolfram Heinrich
Enlightment , wie der Latein sagt, also Licht in die Köpfe anderer Leute zu bringen. Enlightenment, wie der Lateiner sagt Dein Besenwisser, Dr.einf.Q. |
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@Don Quijote
"Enlightenment, wie der Lateiner sagt Dein Besenwisser, Gott, wie mir diese Besenwisser auf den Keks gehen. Ich nämlich bin euer aller Besenwisser und ihr sollt keine Besenwisser nicht neben mir haben. Da schlag doch gleich der Blitz drein. Ciao Wolfram |
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Ich bin doch nur ein Besenwisser unter Dir Obergefeudeltem.
salud und so, Q. |
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Besenwisser unter Dir Obergefeudeltem
also unter, nicht neben. Gefällts? Wenn nicht, laß uns die Stellung wechseln. Q. |
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@Don Quijote
Besenwisser unter Dir Obergefeudeltem also unter, nicht neben. Ach, weißt du, ich war immer einer, der sich wahnsinnig geniert hätte, wenn er irgendwo Chef oder auch nur Unter-Chef gewesen wäre. Wie komme ich dazu, anderen Leuten Anweisungen zu erteilen? Die Situation als MPU-Gutachter war für mich eine ganz ungute, es hat geraume Zeit gedauert, bis ich mich so lala dran gewöhnt hatte. Ich war dort zwar nicht Chef, hatte aber in dieser speziellen Situation diesem speziellen Menschen gegenüber eine ziemliche Macht. Von mir hing es ab, ob dieser Mensch seinen Führerschein wieder zurückbekommt oder vielleicht erst in einem Jahr, in zwei Jahren, vielleicht nie. Ciao Wolfram |
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@Wolfram Heinrich
Ach, weißt du, ich war immer einer, der sich wahnsinnig geniert hätte, wenn er irgendwo Chef oder auch nur Unter-Chef gewesen wäre. Wem erzählst Du das... ich klebe doch schon seit Jahren an diesem Vierzeiler entzieh dich nicht dem einzigen Geschäftevon Hoffmannsthal, weil ich mich konsequent weigerte, auch nur über mich selbst Chef zu sein. Geht nicht mehr. So stütze ich denn als Altersweiser mein Haupt in die Linke und weise mit der gerechten Rechten (das ist nun ausdrücklich nicht politisch zu verstehen) mich Jungspund an und in die Schranken: tu, was du nicht lassen darfst. Wenn ich mir nur zuhören würde. saludos, Q. |
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@Wolfram Heinrich
Von mir hing es ab, ob dieser Mensch seinen Führerschein wieder zurückbekommt oder vielleicht erst in einem Jahr, in zwei Jahren, vielleicht nie. Mein Pulsschlag geht zurück, das Blut weicht aus dem Kopf und der Atem wird flach, nachdem ich das nochmal lese und mich in deine Lage hineinversetze. Hut ab (wo isser denn? ah, beim Schwager) und Verneigung vor Dir dafür, daß Du das gut überstanden hast. Zur psychophysischen Veränderung meinerseits - mir fiel sofort der Offizier ein, der an der Rampe in Auschwitz mit einer bloßen Fingerbewegung Menschen ins Gas oder in die Ausbeutung schickte. Mensch Wolfram, man flachst so daher mit Dir und dann holt einen plötzlich so ein großes Thema ein, das ist nicht zufällig, Du altes Himmelskraut, das ist auch nicht von Dir gewollt, Du alter Knurrhahn. schön daß Du da bist, saludos, Q. |
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schrieb am
02.10.2011 um 22:03
>>...aquarianer. steht für fisch ABER nicht fleisch.<<
Aus dieser Perspektive sind Vegetarier, Veganer und Fructophagen nicht Fisch und nicht Fleisch. |
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@Don Quijote
Mein Pulsschlag geht zurück, das Blut weicht aus dem Kopf und der Atem wird flach, nachdem ich das nochmal lese und mich in deine Lage hineinversetze. Hut ab (wo isser denn? ah, beim Schwager) und Verneigung vor Dir dafür, daß Du das gut überstanden hast. Ob ich es gut überstanden habe, weiß ich nicht, ich habe es jedenfalls überstanden. Und ich hatte damals schon regelmäßig die Gelegenheit, Nachschulungskurse für alkoholauffällige Kraftfahrer durchzuführen. Da durfte ich dann wieder Psychologe sein und kein Sheriff. Bevor es mit dem eigentlichen Untersuchungsgespräch losging, habe ich stets versucht, den Leuten etwas von ihrer Angst oder zumindest Nervosität zu nehmen. Unter einem Pseudonym habe ich früh schon den ersten richtigen MPU-Berater geschrieben. theodor-rieh.de/Testknacker.html Mit Pseudonym deshalb, weil ich fürchtete, sonst zu fliegen (war eh bloß Freier Mitarbeiter). Erst einige Jahre später hat der TÜV selber die Idee aufgegriffen und mein Buch weitergeschrieben. Zur psychophysischen Veränderung meinerseits - mir fiel sofort der Offizier ein, der an der Rampe in Auschwitz mit einer bloßen Fingerbewegung Menschen ins Gas oder in die Ausbeutung schickte. Die MPU ist zwar sehr gefürchtet, aber zwischen der MPU und der Rampe in Auschwitz ist vielleicht doch noch mal ein Unterschied - gelinde gesagt. Ciao Wolfram |
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@Don Quijote
Wenn ich mir nur zuhören würde. Mei, wenn ma machat was ma solltert - was ma dann tätert... Ciao Wolfram |
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schrieb am
02.10.2011 um 23:10
>>aber zwischen der MPU und der Rampe in Auschwitz ist vielleicht doch noch mal ein Unterschied - gelinde gesagt.<<
Ja. Ich zum Beispiel konnte die Schrecken der MPU nie nachvollziehen, weil mir die rollenden Blechkäfige eh suspekt sind. Mit autoritär verordneten Kategorien, denen mensch zugewiesen wird, ist das anders. Wenn mal ein machtausführender Knallkopf sagen würde: "Wer Autofahrer ist, bestimme ich!!" dann wärs eventuell eher vergleichbar. |
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@claudia
>>aber zwischen der MPU und der Rampe in Auschwitz ist vielleicht doch noch mal ein Unterschied - gelinde gesagt.<< Ja. Ich zum Beispiel konnte die Schrecken der MPU nie nachvollziehen, weil mir die rollenden Blechkäfige eh suspekt sind. Ich hatte meine Bemerkung eigentlich eher grundsätzlicher gemeint. Wenn mal ein machtausführender Knallkopf sagen würde: "Wer Autofahrer ist, bestimme ich!!" dann wärs eventuell eher vergleichbar. Aber genau das macht ein MPU-Gutachter, ob er will oder nicht. Von deinem Gutachten hängt es ab, ob der Typ (meistens sind es ja Männer) in der näheren Zukunft wieder Autofahren darf oder nicht. Ciao Wolfram |
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schrieb am
03.10.2011 um 10:59
mit:
>>eventuell eher vergleichbar.<< dachte ich, mich vorsichtig genug auszudrücken. Der MPU-Gutachter weist nicht einer Bewegungskategorie zu: Das tut wer einen Führerschein haben will selber. Und das ist eben etwas anderes, als wenn von oben gesagt wird: 1. „wer Jude ist, bestimme ich“ 2. wer Jude ist, wird an die IG Farben als Billigstarbeiter vermietet und nach Verbrauch vergast und kremiert. Abgesehen davon, dass eine Ablehnung der Selbstentscheidung für den Rollkäfig aufgrund MPU nur zur Folge hat, dass eine bestimmte Art der Fortbewegung ausgeschlossen wird und sonst nichts. Eher sehe das Problem in der zugewiesenen Kategorie "sozialschwach". Im Moment ist nach Benutzung als Billigstarbeiter noch nicht der Tod angesagt, aber das wird in kleinen Schritten angestrebt. Die seit der Agenda 2010 laufende offizielle Propaganda hat ja durchaus "Stürmer"-Qualität. Ist aber hier natürlich ein bisserl offtopic. Obwohl, wenn ich an Luxusfructivoren denke, die ja erwarten, dass arme „Bimbos“ in aller Welt ganzjährig leckere preiswerte Früchte für sie ernten… Und das nur weil sie zu faul sind Erdäpfel zu kochen. |
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@claudia
Der MPU-Gutachter weist nicht einer Bewegungskategorie zu: Das tut wer einen Führerschein haben will selber. Und das ist eben etwas anderes, als wenn von oben gesagt wird: 1. „wer Jude ist, bestimme ich“ 2. wer Jude ist, wird an die IG Farben als Billigstarbeiter vermietet und nach Verbrauch vergast und kremiert. Also, Leute, hiermit klinke ich mich aus dieser Unterdiskussion aus. Über die MPU mit Analogien zu Auschwitz zu sprechen, stößt bei mir an Grenzen, ich kann über Auschwitz nicht locker parlieren. Daß weder du noch Don Quijote, der den Zug mit einer Assoziation auf diese Schiene gesetzt hat, hier frivolen Scherz mit Auschwitz treiben wollen, ist mir schon klar, kein Vorwurf also von meiner Seite. Ich habe versucht, mich dezent aus diesem peinlichen Assoziationsnetz herauszuwinden, das hat nicht geklappt, ich war wohl zu dezent, es ist nicht rübergekommen, was ich meinte. Hiermit habe ich es deutlicher gesagt. Ciao Wolfram |
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schrieb am
03.10.2011 um 13:15
@claudia, wie schon mal bemerkt, ich finde es unspannend, wie Du aus jedem Blogthema versuchst, eine politische Grundsatzdiskussion zu machen, die wie in diesem Falle auch noch in übelste Geschmackslosigkeit abtriftet. (Vielleicht zu viele Stresshormone gegessen?)
Dogmatisch allemal, vegetarisch wohl kaum. |
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schrieb am
03.10.2011 um 13:47
Wolfram:
>>...Und das ist eben etwas anderes,...<< Ja, so ohne Dramatik kann man es wohl nicht sagen. Das geht daneben. |
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schrieb am
03.10.2011 um 13:52
>>"@der Menschen einer" aka @FB (meine einsame Meinung?)<<
Scheint so. Aber es gibt ja noch mehr "alter ego"-Fälle. Das ist schon ein Teil der Normalität hier. |
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@ Claudia, schrieb am 30.09.2011 um 10:04
kannst Du da nicht mal einen Blog machen? Sehr informativ fuer die Nachgeborenen ! Besonders was die industrialisierung der Nahrung angeht !!! Da gabs mal so'n FranzeFilm Nouvelle Vague (Obacht Heinrich) in den 60ern ueber Feinkostköche, Kochkunst und industriealisierung der Nahrung, ich finds nicht im WEB. Vielleicht kann sich jemand (Heinrich?) an den Namen des Films erinnern... :-))) |
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La Grande Bouffe?
de.wikipedia.org/wiki/Das_gro%C3%9Fe_Fress |
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Danke Weinsztein fuer die Erinnerung,
ja, das grosse Fressen war auch sehr gut, aber der ist viel bekannter. Ich kann mich nur Schemenhaft erinnern: Da war tatsaechlich ein franz. Chefkoch, der sich ueber die nagelneue "Bruehwuerfelfabrik" oder aehnlich, warens Huehnereier = Pasta jetzt in Plastiktueten? aufgeregt hat. Vielleicht wars ja ein italienischer Film ;-) Muss so '63 - ' 67 gedreht worden sein, schwarz weiss. Wenns Wolfram nicht weiss, Schaffnerin ist da doch Profi ;-) Gruss |
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Obs das is? Ich glaubs ja nicht.
Ciao Wolfram |
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O Wei:
Schachnerin muss es natuerlich heissen, Sorry |
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Wolfram Heinrich schrieb am 01.10.2011 um 07:27
Der wars zwar nicht, aber das meinte wohl Claudia... SEHR SCHOEN ;-)))) |
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schrieb am
02.10.2011 um 06:50
>>aber das meinte wohl Claudia...<<
Wenn es so wäre, dann täte ich gerne wissen, welche Rolle ich in dem Film spiele und wo ich endlich meine Gage abholen kann. ;-) |
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Ich hab's:
"Der kriminelle Brühwürfel: Bruno Brüh, Inhaber der Brühwürfelfabrik möchte kulinarisch hoch hinaus. Rezepte-Klau und andere illegale Dinge. Ein Kopf fiel in die Themse: Es spukt gewaltig auf Spleen Castel, im Besitz von Sir Archibald samt Gattin und Tochter Sally, die sich leicht bekleidet in Soho ansehen lässt, derweil Spleen Castel als Diebesgut-Lager benutzt wird. Greifer, Girls und Grandhotels: An der Cote d'Azur drehen die beiden Gauner Gaston de la Galère und Benvenuto Scampi einen Film." (Aus: Nick Knatterton DVD 2.) Mehr dazu: www.exsila.ch/filme/live-apocalypse-13958 |
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Danke, @ tlacuache
nun bitte das Video auch auf Deutsch. |
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@ weinsztein
Ja, schon absurd... Aber wir finden bestimmt in Mumbay noch eine Piratenversion in malayisch... Ich hab' noch mal gesurft, leider nix gefunden was den Film Schwarz weiss '63 - '67 angeht. :-( |
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@weinsztein
nun bitte das Video auch auf Deutsch. Bitte sehr, bitte gleich: Ciao Wolfram |
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Das hat der Wolfram wieder auf dem Aldersbacher Flohmarkt geklaut...
;-) |
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@tlacuache
Das hat der Wolfram wieder auf dem Aldersbacher Flohmarkt geklaut... Ach was. Auf YouTube gehen, nick knatterton brühwürfel eingeben und fertig. Ciao Wolfram |
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Wolfram Heinrich schrieb am 04.10.2011 um 03:32
Ja danke, ich weiss auch das ich bloed bin, aber Du musst es mir ja nicht unter die Nase reiben ;-) |
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schrieb am
04.10.2011 um 12:35
Benno Brüh hatte übrigens auch das Rezept für die Brühwürfel geklaut: Vom Professor Liebig.
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@claudia
Benno Brüh hatte übrigens auch das Rezept für die Brühwürfel geklaut: Vom Professor Liebig. Benno Brüh, Carl Heinrich Theodor Knorr und Julius Maggi haben das Rezept von Liebigs Fleischextrakt wesentlich verbessert. Mußte Liebig noch Rindfleisch und zwar viel Rindfleisch verwenden, so reicht es heute, ein Gebilde aus Salz, Maltodextrin, Glutamat etc. feierlich an einem Rind vorbeizutragen. de.wikipedia.org/wiki/Br%C3%BChw%C3%BCrfel Ciao Wolfram |
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schrieb am
04.10.2011 um 18:03
Stimmt auch wieder.
Also sind die heutigen Brühwürfel, egal ob in der Geschmacksrichtung "Rind", "Huhn" oder "Gemüse", immer vegan. |
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@claudia
Also sind die heutigen Brühwürfel, egal ob in der Geschmacksrichtung "Rind", "Huhn" oder "Gemüse", immer vegan. Nein. Nach meinen Recherchen im eigenen Vorratsschrank enthalten Würfel für Rindfleischsuppe tatsächlich Rindfleischextrakt, allerdings kommt diese Zutat noch nach den Geschmacksverstärkern. Eine Bio-Würfelsuppe in meinem Bestand gibt die Menge an und protzt mit 3,5 % Rindfleisch. Man kann sich also vorstellen, in welcher Größenordnung sich der Rindfleischanteil bei konventionellen Würfelsuppen bewegt. Vermutlich liegt er irgendwo zwischen "verdammt wenig" und "homöopathische Verdünnung". Die Situation an der Suppenwürfelfront erinnert an das Universum. Das Universum expandiert, das erfährt heute der letzte Idiot, der es noch nicht wußte, aus den Nachrichten aus Stockholm. Das heißt auch, der Prozentsatz an Materie im Universum wird immer geringer. Ciao Wolfram |
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Ich möchte mal ganz antiquiert provozieren, mit Alexander von Humboldt (*1769-†1859): " Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner. ... Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, das heißt als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag - mit Hirse, Erbsen, Linsen und Gerste bebaut - hundert Menschen zu erhalten und zu ernähren."
Gesetzt, Humboldt hat Recht, hat dann auch Einstein Recht? Er meinte: "Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung." Wenn nun beide Recht hätten, müsste man auch das Wochenthema www.freitag.de/wochenthema/1139-in-eurer-hand etwas anders diskutieren. Anders gesagt: Es kommt nicht darauf an, ob der Prozentsatz an Materie im Universum geringer oder größer wird, sondern ob die Entropie zu- oder die Negentropie abnimmt. Weil die größten energieverbrauchenden Industrien die der Fleisch- und Zucker-, gefolgt von der Getränke- und Soft-Drink-Industrie waren und sind, ist für mich klar, dass die Umkehr nur von unten, vom einzelnen konsumverweigernden Verbraucher eingeleitet werden kann. |
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@bertamberg
Ich möchte mal ganz antiquiert provozieren, mit Alexander von Humboldt (*1769-†1859): " Wo ein Jäger lebt, können zehn Hirten leben, hundert Ackerbauern und tausend Gärtner. ... Dieselbe Strecke Landes, welche als Wiese, das heißt als Viehfutter, zehn Menschen durch das Fleisch der darauf gemästeten Tiere aus zweiter Hand ernährt, vermag - mit Hirse, Erbsen, Linsen und Gerste bebaut - hundert Menschen zu erhalten und zu ernähren." Sieht man etwas genauer hin, so hat Humboldts Argumentation gar nichts mit Vegetarismus zu tun. Er argumentiert schlicht ökonomisch: Pflanzliche Kost ist wohlfeiler als Fleischkonsum. Wenn es eng wird mit der Ernährung ist überwiegend pflanzliche Kost sinnvoll. Wir wissen natürlich, daß der Hunger auf der Welt eher wenig mit der Nahrungsmittelproduktion zu tun hat, dafür sehr viel mit der Verteilung der Nahrung. Aber klar, in unserer Weltgegenden ißt man zu viel Fleisch klar. Überwiegend tierische Kost war (ist) überall dort sinnvoll und notwendig, wo (fast) nichts wächst (siehe Eskimos im Polargebiet) oder dort, wo (fast) nur noch Pflanzen wachsen, die für menschlichen Verzehr nicht geeignet sind (siehe die Zonen zwischen dem Wüstengürtel und den Tropen. Eine Fläche, auf der nichts wächst außer eben Gras und einigen anderen für den Menschen ungenießbaren Pflanzen, kannst du halt nur sinnvoll nützen, wenn du dort Tiere hältst oder jagst. Fleisch war, wie Weißbrot, jahrhundertelang Herrenkost. Mit der Industrialisierung wurde Fleisch billiger, man konnte seinen Appetit stillen, darüber hinaus wurde einem erhöhter Fleischkonsum aufgeschwatzt, denn auch mit der Produktion von Fleisch läßt sich Geld verdienen. Geld, Geld, Geld, lechz, sabber, gier. Vegetarismus ist ja nicht, daß man pflanzlicher Kost den Vorzug gibt. Was soll ich 100 EUR für Ernährung ausgeben, wenn ich von 60 EUR auch satt werde? Vegetarismus ist eine ideologisch überhöhte Lebensregel: Fleisch essen ist grausam gegenüber den Tieren und überdies ungesund. Wer sich von Fleisch ernährt, ist also böse und dumm. Ich nicht. Das ist der Punkt Ciao Wolfram |
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@ Wolfram Heinrich schrieb am 05.10.2011 um 08:39
Bei Montanari, Massimo (1993): Der Hunger und der Überfluß. Kulturgeschichte der Ernährung in Europa. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M. findet man viel zum Stellenwert von Fleisch in der europäischen Kulturgeschichte. Ich möchte auch weg von der Ideologie kommen, wer Fleisch isst, ist nicht böse und dumm. Der Punkt ist doch : Wir leben in einer Kultur des ritualisierten Tötens, und der Vegetarier an sich stellt diese Kultur in Frage, indem er sich diesem Markt entzieht, besonders der Veganer. Keith Thomas sieht in der Domestizierung der Tiere die Grundlage der Entwicklung autoritärer Denkweisen und eines Herr- schaftsmodells von höher gestellten Personen über niedriger Gestellte, ein Muster für politische und soziale Regeln. ( Thomas, Keith (1983): Man and the Natural World. A History of the Modern Sensibility, Panthe- on Books, New York, S. 46. zit. nach Patterson, Charles (2004): „Für die Tiere ist jeden Tag Treblinka“. Über die Ursprünge des industrialisierten Tötens. Zweitausendeins, Frankfurt/M., vgl auch: www.animal-rights.de/guide/literatur/rezensionen/patterson_treblinka.shtml ). Zweifellos erforderte die Haustierhaltung die Ausbildung von Gleichgültigkeit, Rationalisierungsargumenten, Leugnung und Beschönigung, um emotionale Distanz zum gefangenen Tier und dessen Endzweck aufzubauen. Nur damit kann der Kaninchenzüchter den Alltag mit seinen Tieren ertragen, die am Sonntag als Braten auf den Tisch kommen: Indem er wie die Hexe im Märchen, die Hänsel und Gretel in der Hoffnung auf ein Kannibalenmahl füttert, mit dem Nützlichkeitsgedanken jede Empathie erschlägt. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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