8
]
"Es dürfte in Deutschland bislang einzigartig sein, dass eine Landesregierung die Medien auf gemeinsame Inhalte verpflichten will und sogar die dabei zu wählende Sprache vorschreiben möchte."
Es geht um die Themen (Tags) Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, allgemeine Handlungsfreiheit, mithin um Grundrechte. Im offenen Widerspruch zu „Integration“.
Gefunden bei nwzonline via Achse des Guten
|
|
...und sie schaffen es doch immer noch mich zum Erstaunen zu bringen.
Und dann noch Kai Diekmann als Chefeinpeitscher. Wie dumm muss man sein, um nicht zu bemerken, dass man so Rechtspopulisten, extremen Rechten und Integrationsgegnern in die Hände spielt. Sollte das Ganze allerdings Teil eines Masterplans zur Gleichschaltung der Presse sein, muss ich allerdings zugeben, dass es schlau ist mit so einem Thema zu verbringen und vermeintlich Gutes damit im Schilde zu führen. Shiver and shake. |
|
|
Lieber Kalle Wirsch,
dass in solchen Situationen natürlich ein Masterplan im Spiel sein muss, sozusagen das intelligent design, ist klar. Ich tendiere eher zur Annahme, dass jeder Machtausübende es sich am liebsten so einrichtet, dass es am wenigsten Arbeit macht. Das Macht-Ausüben. Was ist da am geeignetsten, als eine "Selbstverpflichtung", die auf einen Verzicht von Grundrechten hinausläuft? Dabei sind ja gerade die Grundrechte unverzichtbar (!), sollte das jemand vergessen haben. Das zeigt, wie profund die Kenntnisse der Ministerin sind oder ihre völlige Gleichgültigkeit. Sollte Kai Diekmann da tatsächlich Mitinitiator sein, muss (!!!) darüber nachgedacht werden, ihn aus sämtlichen denkbaren Journalistenvereinigungen und Standesorganisationen auszuschließen. Das macht man gemeinhin mit Saboteuren auch anderswo. |
|
|
schrieb am
23.07.2010 um 16:35
Die Unterzeichnung der "Mediencharta Integration" in Niedersachsen soll "von Kai Diekmann aus Berlin, Chefredakteur der Bild-Zeitung, begleitet werden!", schreibt die NWZ. Er unterschreibt also nicht selbst: weil:: Berlin.
Für die andere Medien wäre es eh leichter, wie bisher die Pressetexte abzudrucken. Es veränderte sich nur das (positive) Bewußtsein der Leser dazu, daß die Informationen wirklich von ganz oben kommen. Gegendruck braucht man ja heute schon. |
|
|
Langsam und Schritt um Schritt werden wir der Errungenschaften der Väter des Grundgesetzes beraubt. Nach Vorratsdatenspeicherung, großem Lauschangriff, wird jetzt die Medienlandschaft zur Hofberichtserstattung umgeschaltet.
FREEDOM IS SLAVERY Doublethink: To know and not to know, to be conscious of complete truthfulness while telling carefully constructed lies, ... to repudiate morality while laying claim to it, to believe that democracy was impossible and that the Party was the guardian of democracy: to forget whatever it was necessary to forget... (George Orwell, "1984") |
|
|
Ich finde, Gero Steiner, es sollten schon auch die Akteure ganz genau benannt werden. Das sind in dem Fall die Kontrolleure selbst, die die Annehmlichkeiten einer gewissen Nähe zur Macht kennen gelernt haben und sie nicht mehr mißen wollen. Nicht die Medienlandschaft "wird", sie schaltet sich selbst um. Dabei begibt sie sich gerne und sehenden Auges des Grundes ihrer Privilegierung im Grundgesetz, denn wo sie die Funktion der Kontrolle nicht mehr ausüben will, ist der Grund für eine Sonderbehandlung nicht (mehr) erkennbar.
Ich nenne das Selbstkastration und ganz und gar nicht ein Produkt der orwellschen Partei. |
|
|
schrieb am
23.07.2010 um 22:42
"Nicht die Medienlandschaft 'wird', sie schaltet sich selbst um." So würde ich es auch sagen. Der Journalist braucht eine Nähe zur Macht, und die geht heute problemlos durch Verzicht auf allzu Kritisches, durch eine Selbstverpflichtung zu einer Mediencharta. Das stärkt sogar den demokratischen Schein.
Verlage oder Tendenzbetriebe des Geistes überhaupt passen sich je dem Gewoge an, das die kapitale Verfassungs der Wirschaftswelt gerade formt. Alte Begriffe gehen dabei über Bord. Das muß der Journalismus nun nicht gerade beschleunigen durch miteilenden Gehorsam. |
|
|
@ed2murrow, walter ter linde
Sie haben beide recht und etwas Wesentliches gerade gerückt. Danke für die Kommentare! Die Orwellsche Partei ist für mich nur das Vehikel gewesen, um klar zu machen, was gerade passiert. Die Gründe warum es in diese Richtung geht, sind sicher vielfältig. Journalisten geben ihre Unabhängigkeit auf, um näher an die besseren, geileren, umsatzsteigernden Schlagzeilen zu kommen. Krasses Beispiel war damals die Tour-de-France-Berichterstattung der ARD um dsa Team Telekom bis zur Doping. Leider kein Einzelfall. Das Ergebnis wird zuletzt so sein, wie Orwell es beschrieb, der Weg dahin ist auf vielerlei Weise möglich, auch auf dem Weg der Selbstkastration. Wie war das? „Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache. ..." (Hanns-Joachim Friedrichs) Ziemlich selten geworden. |
|
|
Ich habe Ihnen zu danken, dass Sie sich für das Thema interessiert haben.
|
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen