paulart

"Was ich noch sagen wollte..."

06.02.2012 | 14:12

Luise und Grothe

 

Bei uns hieß der Dorftrottel Grothe -
und lachte den ganzen Tag.
Er war auch der Zeitungsbote,
das wusste nur kein Verlag.

Die Zeitung vom Nachbarn Heppe
erhielt Frau von Werdenbrück.
Er nahm sie ihr früh von der Treppe
und brachte sie nicht zurück.

Im Dorf war der Grothe beliebt,
denn er spielte so schön mit Luise. -
Eines Morgens - von Kugeln durchsiebt -
lag er tot auf der grünen Wiese.

Luise - bald fünf - weinte laut.
Sie konnte es nicht versteh'n,
dass Hein Grothe sie nicht mehr angeschaut.
Er hatte sie nie... überseh'n.

Mal schnitzte er Pfeil und auch Bogen
für die Kleine von nebenan.
Und so sind sie dann lachend gezogen...
in den Wald, tief unter die Tann'.

Später gingen sie über die Wiese -
Luise musste zurück.
Ein Schuss fiel... und danach der Riese.
Die Trauer verdrängte das Glück.

Die Ordnung war wieder vollkommen,
die Sicherheit hergestellt.
Ein paar reagierten beklommen.
Im Dorf... dieser kleinen Welt.

 

 
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Kommentare
paulart schrieb am 06.02.2012 um 17:45
Eine ganz andere Dorfgeschichte - und doch weist sie auch Parallelen auf: www.moviepilot.de/movies/es-war-mord-und-ein-dorf-schweigt. Außenseiter bleiben in einem Dorf nur selten anonym.
Corina Wagner schrieb am 08.02.2012 um 14:40
Ehemaliger Nutzer schrieb am 08.02.2012 um 18:59
@ Liebe Corina,
sind Sie auch Chief Inspector Barnaby Fan? Da geht es ja auch schaurig schräg zu auf dem Lande.
Aber hier stehe ich ein wenig auf dem Schlauch.
SOS
Helena Neumann
paulart schrieb am 08.02.2012 um 22:45
So lange Sie, Helena Neumann, nicht bei der Feuerwehr arbeiten, ist das ja nicht so schlimm.
;-)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 08.02.2012 um 23:39
Bingo!
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 14:39
LIeber Paulart,

ich mag Ihre Gedichte, stand aber gestern so auf dem Schlauch, dass ich meinte, Corina zu kommentieren, sorry.
paulart schrieb am 09.02.2012 um 17:33
Zu viel der Ehre!
Einen schönen Abend!
Corina Wagner schrieb am 09.02.2012 um 14:12
Das Gedicht von paulart wurde soweit ich mich erinnern kann, bereits im Jahr 2009 von ihm veröffentlicht und da lag es auch damals auf der "Lyriker-Hand" - den Film "Es war Mord und ein Dorf schweigt" zu erwähnen, der wenige Jährchen zuvor im Deutschen Fernsehen gezeigt wurde. Die Kritik bzw. den Inhalt der Geschichte kann man im Internet nachlesen. Wenn man Kenntnis über den Film hat, kann man ohne Mühe dem "Schlauch" ausweichen...
;-)
LG
Corina
Corina Wagner schrieb am 09.02.2012 um 14:15
@Helena
Nachtrag:
Ich bin bekennender Barnaby Fan.
;-)
Ehemaliger Nutzer schrieb am 09.02.2012 um 14:40
So, nun bin auch ich im Bilde!

LG
:-)))))))
paulart schrieb am 09.02.2012 um 17:44
Das stimmt nur zum Teil. Das Gedicht wurde in der Zwischenzeit nicht nur leicht verändert, sondern auch etwas verlängert.
In der Kunst ist das u.U. eine gewisse Gefahr, dass man alles immer und immer wieder verändern kann. Diese Korrekturen sind nicht zwangsläufig immer von Vorteil. Hier schien es mir so zu sein, dass ich jetzt einer gewissen Unlogik den Garaus machen wollte.
Ich beziehe mich auf eine sehr lange zurückliegende Tat, die sich nicht genau so, aber doch ganz ähnlich, in der Gegend, in der ich groß wurde, ereignet hat. Der oder die Täter wurden nie gefasst.
Uwe Theel schrieb am 09.02.2012 um 14:40
Was will uns der Dicher paulart (?) denn mit diesen zeilen sagen:

Zur Auswahl:

Pädophile, die gibt es irgendwie gar nicht,

dann ereilt sie das ungerechte Schicksal

falls es sie gibt, dann ereilt sie eben das gerechte Schicksal.

Schäden bleiben in beiden Fällen keine zurück

und irgendwie sind alle Übrigbleibenden betrübt,

besonders auf dem Dorf, wo es noch Trottel gibt.

Diseses "Gedicht" ist nicht "schaurig schön", sondern grottenschlecht. Vom Dichter schweigt des Sängers Höflichkeit.
paulart schrieb am 09.02.2012 um 17:55
Mit Ihren Anfangszeilen kann ich nicht viel anfangen, Uwe Theel. Ihr Schluss-Tremolo ist um so beeindruckender!

bar.wikipedia.org/wiki/Dorftrottel
www.musictory.de/musik/Ludwig+Hirsch/Der+Dorftrottel
Uwe Theel schrieb am 09.02.2012 um 21:38
@ paulart schrieb am 09.02.2012 um 17:55

Werter Paulart,

Ihr Gedicht, wenn es Ihr Gedicht ist, mit dem Lied "Der Dorftrottel" von Ludwig Hirsch zu vergleichen ist wohl nicht zulässig: In "der Dorftrottel" wird explizit und in kritischer Absicht die Vernichtung von durch die Dorfgemeinschaft zu "lebensunwertem Leben" erklärtem Leben künstlerisch dargestellt und verarbeitet.

Ihr Text spielt mit den Motiven Pädophilie, dörflicher Unterentwickeltheit und Menschenverachtung, ohne eine einzig klare Aussage zu machen. Das Gedicht ist nur voyeuristisch, lädt zu jeder Spekulation ein, und da nur zur primitivsten. Jede kurze Zeitungsmeldung über die Mordtat wäre da erschütternder oder zum Nachdenken anregender. Das Sprachniveau ist nur schwülstig und der Reim alleine macht noch kein Versmaß.

Sie erzählen mir nicht, das Ihr Text irgend etwas kritisierte. Dem Leser läuft eben nur, wie dokumentiert (Corina Wagner: "Schaurig schön!") ein Schauer über den Rücken, aber ein "schöner" eben und das bei dem Thema!!!
paulart schrieb am 11.02.2012 um 15:37
Nun - ich habe hier nichts verglichen. Sie haben die obenstehenden Zeilen mit einer Grotte verglichen. Sehr originell!
Mein Text befasst sich nicht ausschliesslich mit dem Motiv "Pädophilie". Das entspringt allein Ihrer Fantasie. Und dieser "primitivsten Spekulation" (Ihr Begriff) sind Sie quasi selbst anheimgefallen!

Ich erzähle Ihnen gar nichts!
paulart
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