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Ich bin kein Experte fuer Mode.
Ich bin auch kein Experte in Sachen Vivienne Westwood.
Spaetestens seit dem ich sie im oeffentlichen Fernsehen bei "Wetten dass..", in ihrer Eigenkreation namens Schuhe, hab stolpern sehen konnte ich dieseSparte der Kunst nicht mehr ganz so ernst nehmen.
Letzte Woche kam ich dann durch Zufall auf das hier:

www.zeit.de/lebensart/mode/2011-10/fs-vivienne-westwood-2/seite-2
Ich hab mir seit dem diese Bilderreihe drei mal angesehen und ich bin mir immer noch nicht sicher was ich davon halten soll.
Ich muss eingestehen irgendwie schaue ich mir diese Bilder gern an. Mein Auge wandert umher und entdeckt die Komposition von Farben und Formen. Diese Frau hat irgendwas... eine verschmitzte Art der Selbstinzenierung, bei der ich mir einfach nicht sicher bin ob sie sich selbst ernst nimmt oder nicht.
Bei den verschiedenen subtilen und offensichtlichen Hinweise zu Afrika's oekonomischen und politischen Herausforderungen fange ich dann an zu stocken...
Was soll mir ein golderner Militaerhelm sagen? Ist es als Kritik der Machenschaften von Warlords gemeint?
Und dann ein Handtasche mit der Aufschrift 'I am expensive' gehalten von Vivienne auf einer Muellhalde. Ehrliche Selbstkritik fuer ihre Produktion von Luxusartikeln?
Ich merke wie die Uneindeutigkeiten meinen Kopf zum rattern bringen.
Vielleicht ist genau dies das Ziel:
Aesthetische Provokation?
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Freut mich, das Emu mit dem sympathischen Silberblick wiederzusehen! :)
Zum Thema habe ich auch was zu sagen: Ein Kommentator bei zeitonline meinte, ihm käme bei den Fotos mit der Westwood drauf das Wort 'Empire' in den Sinn. Ich muss eher an Westwoods Künstlerkollegin, wie hieß sie gleich, richtig, Riefenstahl denken. Na ja, sicher ungerecht, aber Leni wollte ja auch nur das Gute und die Schönheit der Menschen zeigen, wa? Mode als Kunst bzw. Pop unter den warenästhetischen Zwängen auch der eigenen Vermarktung wird eben zu einem rein kommunikativen Medium. Starke Symbole setzen, das ist es, worauf es ankommt. Der künstlerische Aspekt wird davon vereinnahmt. Der Aspekt des praktischen Gebrauchs, der Sinnlichkeit und des Genusses fällt dabei hinten runter, bleibt Versprechen oder Behauptung. Was dann auch nicht mehr so wichtig ist, ist, sich bei den Anregungen, die man von den 'exotischen' Farben und Formen empfängt, nach deren originären praktischen und sozialen Sinn zu fragen. Aber zu Hause im Westen kommt man damit gut an - bis zum nächsten Trend, Hype oder was auch immer. (Ich denke bei V.W. immer an Barock, das muss an den New York Dolls liegen, die ihr Mann managte, bevor er für die Sexpistols mit seiner Frau den Punkstyle erfand...:)) |
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goedzak schrieb:
Der Aspekt des praktischen Gebrauchs, der Sinnlichkeit und des Genusses fällt dabei hinten runter, bleibt Versprechen oder Behauptung. Ich befuerchte genau darin liegt das Problem in so vielen materiellen oder auch geistigen Entauesserungen dieser Zeit. Mir fehlt in fast allem heutzutage (Nahrung, Lebensraum, Produktion, Beziehungen usw.) das Wahrhaftige, das Bedachte, das Gesunde und das Aesthetische. |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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