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Das Wort des Jahres 2009 wird die "Abwrackprämie", soviel scheint jetzt schon sicher. Und mein Rechtschreibprogramm wird mir dann auch endlich nicht mehr für "abwracken" Vorschläge unterbreiten wie "Baracken" oder "herabsacken". Aber irgendwie passt selbst das zur Schieflage der Nation. (Übrigens möchte diese Software selbst aus einem "Hebammenlehrbuch" einen "Bankenzusammenbruch" machen. Wissen da die Entwickler mehr als ich?)
Ein ergänzendes Wortspiel sei an dieser Stelle erlaubt: Wenn es in Deutschland kriselt, dann machen wir uns ans Abwracken, während die Franzosen ihre Autos aus Frust eher abfackeln.
Wenn ich nun diesen Tanz um das Altfahrzeug verfolge, dann kommt in mir die Frage hoch: Warum dürfen bei uns Atomkraftwerke über dreißig Jahre lang laufen, aber Autos sollen schon nach neun Jahren abgewrackt werden?
fragt Enno von Friedland
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hier in berlin können wir beides, autos abwracken und autos abfackeln. ich kann aber weder auf das eine noch auf das andere so richtig jubeln. obwohl vielleicht aus wut mehr wächst als aus gier. was allerdings recht platt gesagt ist. verzeihung.
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Stimmt alles - und das kann man natürlich noch viel grundsätzlicher betrachten.
Ursprünglich hieß das Ganze ja - offiziell - Umweltprämie. Weil das nun vollends lächerlich ist, hat das Medienvolk daraus rasch die Abwrackprämie gemacht - was die Sache ja auch eher trifft. Was bekomme ich? Geld, damit ich mir ein neues Auto kaufe. Warum? bzw. cui bono? Wer hat etwas davon? Mein neues Auto? Ich zahle Steuern, damit ich die dann wieder zurück bekomme, um mir ein neues Auto zu kaufen. Ich will aber kein neues Auto! Ich will lieber ins Kino, neue Klamotten, schick essen gehen - meinetwegen auch ökologisch korrekt, wenn's denn schmeckt. Wo bleibt meine Konsumabnutzprämie! Wer gibt mir den Klamottenbonus. Und ich will neue Schuhe. Im Ernst: Ich hätte kein Problem damit, 2000 Euro ganz ohne Auto auf den Kopf zu hauen. Hätten wir auch gleich wieder Benzin gespart und eventuell dem Klima weniger geschadet als mit dieser verdammten, verdummten nervtötenden Autofahrerei. Okay, stopp, die Arbeitsplätze. Seh ich ein. Seh ich alles ein. Müssen wir umwandeln! In Konsumplätze! Wachstum war gestern - jetzt wird alles aufgegessen und neu gemacht. Dann gibt's morgen auch schönes Wetter. |
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umweltprämie, du liebe zeit. über diese (un)logik mag ich gar nicht nachdenken. allein was die herstellung eines autos an energie frißt und co2 produziert. hat das eigentlich mal wer durchgerechnet? das dauert doch sicher eine weile, bis die umwelt de facto davon profitiert.
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Eine wunderbare Idee: "solide Müllquader, die ganze Welt als Stapelware."
Toll ist: Man kann sie durch die passende Containerform hin und her fahren. Globalisierung absolut. Abwrackquader aus Europa werden nach Indien gefahren, während die ihre Quader nach Afrika schicken. Geraume Zeit später ist alles gut durchgemischt oder stellenweise geordnet. Von der Raumstation betrachtet sieht es aus wie ein gigantisches Spiel. Der Quader nach links, der nach unten, dort ist noch Platz, jetzt den wieder nach rechts. Eine Art Tetris. So hat die Menschheit doch noch ihre Bestimmung gefunden. |
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wir sind auf dem besten weg, alles ist längst vorbereitet, ich bin sicher. oder wie werden heute die ganzen discounterplastikflaschen transortiert, um im fernen osten zu fleecestoff, thermoklamotten oder gar straßenbelag (?) weiterverarbeitet zu werden?
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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