5
]
Liebe Wutbürgerinnen und Wutbürger.
Es war kalt, im November auf der Straße zum Zwischenlager Gorleben. Und es war noch kälter im Dezember, auf der Schiene vor dem Zwischenlager Nord bei Lubmin. Aber es waren Tausende unterwegs, im Zeichen des Protestjahres 2010 und im Zeichen davon, dass Dinge schieflaufen. Wir waren dort, haben gefroren und getanzt um unsere Zehen wieder zu spüren, neben Feuertonnen ein Stück Revolution geplant und als Anschein einer Erklärung unsere Banner in Kameras gehalten. Uns in goldglänzende Rettungsdecken gehüllt bis wir aussahen wie wandelnde Weihnachtsbäume, in den frühen Morgenstunden auf Strohsäcken sitzend die stetig herannahenden Polizeikräfte in Empfang genommen. Wir waren dankbar für die Kameras, die dann noch auf uns gerichtet waren als wir weggetragen wurden und gehen davon aus, dass es nicht die Herren waren, mit denen wir vorher Waffeln geteilt hatten, die uns über den Asphalt schleiften als genügend Bilder im Kasten waren.
Wir sind nach Hause gefahren, haben uns gefragt, ob es das jetzt gewesen ist, die Castoren sind angekommen, verspätet aber mit Erfolg. Wir haben Zeichen gesetzt, aber nicht genug, um in Zukunft ohne weiteres Atomgift zu leben. Es gab Berichte, Kommentare, Reportagen, die die Problematik in das flackernde Licht medialer Aufmerksamkeit getaucht haben, und tiefgründige darunter, die an Tschernobyl erinnerten und an die auch jetzt aktuelle Gefahr. Während die Reaktoren weiterlaufen und wir unzufrieden, wütend zurückbleiben. Man müsste mehr tun können - und man kann.
Es müsste Atomstrom geben den niemand kauft und eine Politik, die weder finanziell noch ideell das Gift zu tragen bereit ist. Es müsste beleuchtete Bäume Unter den Linden geben, die nachts statt durch Vattenfall ökologisch leuchten. Jeder Haushalt, jede WG, jede Penthousewohnung müsste mit Strom von Anbietern versorgt sein, die die Netze mit erneuerbarer Energie versorgen. Und das im besten Fall ausschließlich. Es müsste ein soziales Gedächtnis geben für Klimagerechtigkeit und demokratische Strommärkte.
Gute Gründe dafür, eine Veranstaltung ins Leben zu rufen, die einen Anfang bedeutet. Wir wollen mit euch tanzen für Energie wie nie, für den persönlichen Atomausstieg im Wohnzimmer. Wir werden euch vor Ort mit Informationen über unabhängige Anbieter versorgen, die sich nachhaltig und mit eigenen Mitteln für den Ausbau von regenerativen Energiequellen einsetzen. Wenn ihr eure Zählernummer dabeihabt, werdet ihr am Tatort wechseln können und dafür nicht nur free drinks sondern ein Stück bessere Welt bekommen. Und weitertanzen bis eure Füße schmerzen.
Es war kalt, als wir Utopien träumten und wir finden noch immer, auch in beheizten WG-Küchen, dass Utopien da sind, um sich ihnen zu nähern - egal wie groß die Schritte sind. Wenn wir WutbürgerInnen sind, haben wir ein Gefühl ent gegen der Gleichgültigkeit. Und es gibt da so eine Band, die hat das, was wir hier sagen wollen, schonmal in Worte gefasst.
"Glaubst du auch, dass wir vielleicht die Wut verliern
den Mut verliern
glaub nicht dran, dass ich und er und sie
jemals die Wut verliern." //Auletta - Schlagt Alarm
lesen: +++ Genug ist genug // Erklärung des Bündnisses Atomausstieg selber machen +++ Empfehlenswerte Anbieter +++
zuerst auf atomconcern.wordpress.com
|
|
Ich finde es toll wenn Menschen für ihre Interessen einstehen und sich einsetzen. Auch ist es für mich bewundernswert, wenn Menschen entgegen bestimmten Widerständen, so aussichtslos es auch erscheint, an ihrer Vision festhalten, sei sie auch noch so utopisch. Das erstmal zum Positiven an diesem Beitrag. Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum immer wieder die eigene Meinung durch Blockaden und Demonstrationen propagiert wird, allerdings kaum der Sachdiskurs gesucht wird. Auch auf der Seite des "Atomconcern" ist lediglich die Rede von "zivilem Ungehorsam" und "Stromwechselparties mit feinster musikalischer Untermalung, Kunstprojekte und Publikationen". Dabei fehlt meines Erachtens nach die öffentliche Auseinandersetzung mit den Thesen der "Gegner" bzw. die direkte öffentliche Auseinandersetzung in Form eines Diskurses. Die "Linken" sprechen kaum über die Auswirkungen, wenn sofort alle AKW's abgeschaltet werden würden oder welche finanziellen, klimatischen und wirtschaftlichen Implikationen das hätte. Bestenfalls wird auf irgendwelche Gutachten verwiesen, die davon ausgehen das es möglich sei komplett,sofort und ohne große Probleme auf Atomstrom zu verzichten. Zu jedem Gutachten gibt es allerdings auch ein Gegengutachten und dann einfach zu sagen, das das andere Gutachten ja von der bösen Atomlobby gekauft seien, finde ich doch ein bisschen einfach.
|
|
|
Ich finde es toll wenn Menschen für ihre Interessen einstehen und sich einsetzen. Auch ist es für mich bewundernswert, wenn Menschen entgegen bestimmten Widerständen, so aussichtslos es auch erscheint, an ihrer Vision festhalten, sei sie auch noch so utopisch. Das erstmal zum Positiven an diesem Beitrag. Was ich allerdings nicht verstehe ist, warum immer wieder die eigene Meinung durch Blockaden und Demonstrationen propagiert wird, allerdings kaum der Sachdiskurs gesucht wird. Auch auf der Seite des "Atomconcern" ist lediglich die Rede von "zivilem Ungehorsam" und "Stromwechselparties mit feinster musikalischer Untermalung, Kunstprojekte und Publikationen". Dabei fehlt meines Erachtens nach die öffentliche Auseinandersetzung mit den Thesen der "Gegner" bzw. die direkte öffentliche Auseinandersetzung in Form eines Diskurses. Die "Linken" sprechen kaum über die Auswirkungen, wenn sofort alle AKW's abgeschaltet werden würden oder welche finanziellen, klimatischen und wirtschaftlichen Implikationen das hätte. Bestenfalls wird auf irgendwelche Gutachten verwiesen, die davon ausgehen das es möglich sei komplett,sofort und ohne große Probleme auf Atomstrom zu verzichten. Zu jedem Gutachten gibt es allerdings auch ein Gegengutachten und dann einfach zu sagen, das das andere Gutachten ja von der bösen Atomlobby gekauft seien, finde ich doch ein bisschen einfach.
|
|
|
schrieb am
11.01.2011 um 18:37
tja, vor dem können kommt das wollen.
wäre der gesunde menschenverstand nicht die gier sondern die vernunft wäre ein ausstieg zumindest von heute auf übermorgen möglich, so gross ist der anteil an wirklich dreckigem strom auch nicht. natürlich ist es möglich strom zu 100 % verträglich für flora und fauna zu produzieren, es gibt etliche möglichkeiten sonne, wind, wasser, gezeiten, etc zu nutzen, schon jetzt. und ja, das kostet dann auch erstmal geld. aber die gier der menschen folgt dann doch der lüge vom billigen atomstrom. der preis der kilowattstunde enthält halt nicht die kosten der entsorgung und "entlagerung" von millionen jahren, kosten der medizinischen versorgung krebs- und leukemiekranker arbeiter aus den uranmienen afrikas bzw anlieger hiesiger anlagen und auch nicht eine ausreichende haftplichtversicherung der akw´s im falle eines erneuten tschernobyls. das zahlt man dann im schlimmsten fall mit seinem leben, im besten fall mit höheren steuern und abgaben. aber zum glück gibt es ja gutachten ;) |
|
|
Gute Idee. Danke für die Links.
|
|
|
Ja.
Ich bin 2005 von vattenfall zu Lichtblick gewechselt und sehr froh. Außerdem bin ich bemüht so gut es geht, in allen Bereichen des Lebens mein bestes zu tun für Menschen und unserer Umwelt. Alles Gute weiterhin;) |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
keine Versandkosten
kein Aufpreis
Einzelpreis: 3.60 €
>> bestellen