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Roland Koch hat es vorgemacht, Guttenberg macht es in seiner Erklärung vom Freitag Vormittag nach: Ein Täuschungsversuch wird als "Fehler" verharmlost.
Von Fehlern kann keine Rede sein, wenn man sich das mittlerweile aufgedeckte Maß an abgeschriebenen Passagen in der Doktorarbeit anschaut. Wenn man dem Verteidigungsminister zutraut, geistig gesund und durchschnittlich intelligent zu sein, lassen sich die 80 Stellen nur als Ergebnis planmäßigen Vorgehens werten.
Peinlich ist auch der Versuch Guttenbergs, sich in die Position des Märtyrers zu stellen. In "mühevoller Kleinstarbeit" habe er seine Dissertation angefertigt, neben seinen Verpflichtungen für Familie und Politik. Statt ihm pflichtgemäß zu danken, - so suggeriert er, ohne es direkt auszusprechen - fielen nun alle über ihn her.
Sein Rettungsversuch, den Doktortitel vorübergehend abzulegen, ist lachhaft. Diese Möglichkeit besteht nämlich nicht. Jemand ist Doktor oder er ist es nicht, etwas anderes sehen Promotionsordnungen nicht vor.
Vermutlich hat sich der Minister mit seinem Auftritt mehr geschadet als geholfen. Es wird spannend sein zu beobachten, wann die ersten "Parteifreunde" öffentlich von ihm abrücken.
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Wir sollten uns wieder einkriegen. Dieses System wird ihm das verzeihen und die neoliberalen Lohnschreiber werden ihm gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen sehen und auch außerhalb der Kirchen Weihrauch in die Räume dichten, die er sonst noch so betritt.
"Jeder macht mal Fehler" sagt Schäuble, der noch bei seinem letzten Presseprecher eine doch wohl deutlich niedrigere Fehlerakzeptanz hatte. Harte Herzen, die in Punkto Hartz-IV kaum Spass verstehen und die Länder mit ihrer katastrophalen Kassenlage erpressen und für die Kaum mehr als ein Fünfer für die Hartz-IV-Bedürftigen drin ist, werden bei ihrem Lieblingssohn ganz weich und so verständnisvoll. Wir sollten uns wieder einkriegen. An diesem System ändert sich nicht`s , ausser dass es immer schlimmer wird. :( |
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Die Sache schadet Guttenberg meiner Meinung nach gewaltig. Kanzler wird der so schnell nicht, CSU-Vorsitzender auch nicht. Man sollte auch nicht vergessen, dass er sich gerade doppelt unbeliebt im Journalismus gemacht hat: Erst klaut er den Zeitungen die Texte, dann lässt er ihre Vertreter nicht zu seiner Pressekonferenz. Journalisten können ziemlich nachtragend sein, in eigener Sache sein.
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@Faber
Mag sein. Die Zukunft wird zeigen, welcher der beiden obenstehenden Kommentare stimmt. |
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>>Von Fehlern kann keine Rede sein, wenn man sich das mittlerweile aufgedeckte Maß an abgeschriebenen Passagen in der Doktorarbeit anschaut.<<
Einen Fehler hat er schon gemacht: Schlaue Plagiatoren verändern die kopierten Texte ein bisschen. Das er diesen Fehler jetzt bedauert ist glaubhaft, denke ich :-) |
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Wenn man ihm glaubt, dass er selbst der Raubkopierer war, dann ist das wirklich ein ganz dummer Fehler. Dann müsste er schon aus Dummheit zurücktreten. Vielleicht war der Fehler aber auch mangelnde Sorgfalt bei der Auswahl des Ghostwriters?
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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