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Die Nachricht traf viele wie ein Schock. Nach monatelangen Verhandlungsrunden, ellenlangen Hängepartien sah alles so aus, als würde GM seine Tochter Opel an den österreichischen-russischen Autozulieferer Magna verkaufen. Magna präsentierte in der Rallye das beste Konzept, mit dem Opel eine eigenständige Zukunft in Aussicht gestellt werden konnte. Eine Zukunft vor allem, in der eine Maximum an guten Arbeits- und Ausbildungsplätzen hätten gesichert werden können.
Diese Perspektive platzte in der Nacht vom dritten auf den vierten November. In dieser Nacht beschloss der Verwaltungsrat von GM, Opel doch nicht zu verkaufen und die Tochter im Konzern zu behalten. Ein Schlag ins Gesicht der ArbeitnehmerInnen. Monatelang hatten sie gehofft, jetzt endlich einen soliden Neustart ohne GM zu beginnen. Für diesen Neubeginn hätten sie viel gegeben - Lohnverzicht im Ausgleich für Beschäftigungssicherung – sprich keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Werksschließungen. Die Politik tat ihr mögliches, diesen Weg zu stützen. Mit Darlehen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro hätte sie den Opel-Neustart unterstützt – weitere 3 Milliarden Euro wären als Sicherheit eingebracht worden. So der Vertrag mit Magna.
Darlehen und Zugeständnisse der ArbeitnehmerInnen sind nach der Entscheidung von GM erst mal dahin. Richtig so! Denn diese 180 Grad
Kehrtwende von GM darf nicht auch noch honoriert werden. GM seinerseits droht jetzt mit dem Äußersten, wenn die Beschäftigten nicht umfangreiche Zugeständnisse machen - der Insolvenz, die viele ArbeitnehmerInnen in die Arbeitslosigkeit treiben würde. Aber alle die schon vor Monaten von einer geordneten Insolvenz für Opel faselten, verkennen, dass beim deutschen Insolvenzrecht – im Gegensatz zum Insolvenzrecht in den USA – die Gläubiger im besonderen Maße geschützt werden und eine Insolvenz in der Regel zu lasten der Firma abläuft.
Bevor die Beschäftigten nun zu Zugeständnissen bereit sind, ist GM an der Reihe Zusagen zu Beschäftigungssicherung zu machen – also keine betriebsbedingte Kündigungen und keine Werksschließungen. Dafür gingen die Beschäftigten heute in allen vier Opel-Standorten auf die Straße. Es gilt jetzt Solidarität mit Opel zu zeigen.
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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