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Biogas-Einspeisung in Homberg
Neues Bioenergiedorf Reiffenhausen Am Ende der sechsten Tagesetappe erreichte die Biogas-Tour heute das Bioenergiedorf Reiffenhausen. Dort wurde das Tourteam von Vertretern des Landkreises, der Göttinger Hochschulen und der Bioenergiegenossenschaft empfangen. Kreisrätin Christel Wemheuer begrüßte die Gäste und stellte die Projekte des Landkreises zur Förderung der Bioenergie vor. „Besonders glücklich sind wir,“, so Wemheuer, „dass nahezu alle Biogasanlagen im Landkreis über ein überzeugendes Wärmenutzungskonzept verfügen. Nur so wird die eingesetzte Biomasse wirklich effektiv genutzt.“ In Reiffenhausen produziert der Land- und Energiewirt Marcus Stieg seit zwei Jahren mit Hilfe einer Biogasanlage und einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme. Den Strom speist Stieg in das Netz des örtlichen Stromversorgers ein. Zur Nutzung der anfallenden Wärme wird derzeit nach dem Vorbild von Jühnde an einem vier Kilometer langen Nahwärmenetz gebaut, das bis zum Ende des Jahres bei etwa der Hälfte der Dorfbewohner für warme Stuben sorgen wird. Neben der Biogasanlage liefert ein Holzhackschnitzelheizwerk die notwendige Wärme für das Dorf. Die Projekte werden jeweils von dörflichen Genossenschaften getragen, die in den letzten Jahren mit ungeheurem Einsatz die Voraussetzungen zur Realisierung der siebenstelligen Investitionen geschaffen haben. Gefördert werden die Projekte von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union.Die Idee zur Schaffung von Bioenergiedörfern wurde beim Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Universität Göttingen entwickelt und erstmals in Jühnde umgesetzt.
Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 20 Anlagen, die Biogas, das auf Erdgasqualität aufbereitet ist, ins Erdgasnetz einspeisen. Im hessischen Homberg wird im Herbst 2009 eine weitere Einspeiseanlage in Betrieb genommen, die als Kooperationsprojekt des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder, der Städtischen Werke Kassel und des Maschinenrings Schwalm-Eder konzipiert ist. Das sogenannte "Homberger Modell" wurde von Hans Niesen (Geschäftsführer Biogas Homberg) und Dr. Harald Bräutigam (Geschäftsführer Maschinenring) vorgestellt. Staatssekretär Marc Weinmeister vom Hessischen Umweltministerium begrüßte die innovative Kooperation von Landwirtschaft und Energiewirtschaft auf dem Gebiet der Gaseinspeisung. Damit können auch kleinere Anlagenbetreiber in der Landwirtschaft das erzeugte Biomethan ins Gasnetz einspeisen, wenn z.B. keine sinnvolle Nutzung der freiwerdenden Wärme vorort möglich ist. Der Europaabgeordnete Martin Häusling (Bündnis 90/Die Grünen) wird sich für das Erneuerbare-Gas-Einspeisegesetz in Brüssel einsetzen. Seit Mitte der 90er Jahre engagiert sich Häusling intensiv für den Ausbau der Biogasnutzung.
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Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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