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So bezeichnet Jürgen Habermas die Situation in der wir derzeit leben.
Weder ein Grundgesetz, noch ein EU-Komission haben einen Einfluss auf das was da gerade geschieht. Derzeit wird Politik zelebriert von Organen die über keinerlei demokratische Legitimation verfügen.
Ist es der Europäische Rat der, wie Habermas meint „ein Regierungsorgan (ist), das Politik macht ohne dafür legitimiert zu sein“?
Sind es die Märkte?
Wer nimmt Einfluss auf die Regierungsbildungen in Italien und Griechenland?
Der Souverän ist es sicher nicht.
Die Politik besteht schon jetzt aus permanenten Notstandsverordnungen die Habermas erst dann befürchtet, wenn es nicht gelingt Demokratie und Kapitalismus zu versöhnen.
Die Börsen stürzen ab, wenn Griechen zur EU befragt werden sollen. Was sagt uns das?
Die Situation ist längst da.
„Die politischen Eliten haben ja gar kein Interesse daran, der Bevölkerung zu erklären; dass in Straßburg wichtige Entscheidungen getroffen werden, die fürchten doch nur den eigenen Machtverlust“, sagt Habermas.
Er spricht von einer fehlenden rechtlichen Legitimationgrundlage der, in unseren Alltag eindringenden, Beschlüsse des Europäischen Rates. Da geht er auf einer Linie mit Enzensberger der erkennt in Brüssel ein sanftes Monster das die Entmündigung Europas - also unsere - betreibt.
Für die „Frankfurter Allgemeine“ schrieb Habermas neulich einen Text in dem er den EU-Politikern eine „Abkehr von den europäischen Idealen“ vorwarf.
Die Selbe Abkehr von demokratischen Idealen wie sie bei einem Herrn Schäuble zuletzt in seiner Frankfurter Rede vor den Bankstern dokumentiert wurde.
www.youtube.com/watch?v=2IRnDOtu1z8
(Die Zitate von Habermas sind einem Spiegel-Bericht von Georg Dietz zum Vortrag von H. vor Pariser Studenten entnommen).
Wie verhalten sich die Passagiere in den Außenkabinen? Vielleicht wird es Zeit sich nach den Schwimmwesten umzusehen?
Die (demokratischen?) Kapitäne verlassen das Traumschiff! Sie boten (uns?) aus.
Land in Sicht?
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@ahrwax
"Die Börsen stürzen ab, wenn Griechen zur EU befragt werden sollen. Was sagt uns das? Die Situation ist längst da." Welche Situation? Fallen die Kurse an den Börsen der Welt von der Tendenz her gegenwärtig nicht sowieso? Suchen die Märkte nur Schuldige, denen sie die Kürseinbrüche in die Schuhe schieben können? tschüss JP |
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Die Situation das per Notverordnung vor sich hin gestoppelt wird. Merkel trainiert das schon länger.
Habi ist versucht positiv zu denken und hegt noch die Hoffnung auf eine Rettung der hehren Werte. Er befürchtet Unbill erst für den Fall das "keine Aussöhnung zwischen Demokratie und Kapitalismus" möglich sei. Diese Aussöhnung halte ich für gescheitert, wenn die Börsenkurse auf eine Nachricht demokratischer Natur hin abkacken. Demokratie kann der Kapitalverwertung blöd im Wege stehen, sollte sich der Souverän höchstpersönlich zu Wort melden. |
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@fahrwax
Ist der billig entschuldigende Verweis auf den Markt, den Kapitalismus nicht die Art der alten despotisch sortierten Mächte, die selbst noch in Demokratien ihre Regime über Grund, Boden, Wald, Seen, Flüsse, jagdgründe, Reviere ungestört fortsetzen können, um ihre Hände in der Unschuld anderer zu waschen, als gebe es gar keine Geschichte |
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@fahrwax
Ist der billig entschuldigende Verweis auf den Markt, den Kapitalismus, Börsenkurse, Börsencrashs, Eurokrise, nicht die Art der alten despotisch sortierten Mächte, die selbst noch in Demokratien ihre Regime über Grund, Boden, Wald, Seen, Flüsse, jagdgründe, Reviere ungestört fortsetzen können, um ihre Hände in der Unschuld anderer zu waschen, als gebe es gar keine Geschichte |
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Ich bin weit davon entfernt Märkte oder Mächte zu entschuldigen. Alles, wo nicht der Mensch im Mittelpunkt steht hat keine Daseinsberechtigung.
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Ich habe vor einigen Monaten einen Blog geschrieben, der mit dem hier zumindest mal verwandt sein sollte.
www.freitag.de/community/blogs/d353rt/postdemokratie-oder-informationsbeschaffung-eines-zivilisten |
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Die Verwandtschaft ist eindeutig: der Begriff wird derzeit mit Inhalten gefüllt. Leider mit solchen von denen das GG noch nichts ahnt. Merkel agiert, es muß ja schnell gehen, mit Notfallverordnungen - Schäuble schiebt etwas verstottert bis verdruckst die Forderung nach einem Ermächtigungsgesetz hinterher. Das darf aber nicht so genannt werden - wegen der schlimmen Erinnerungen an dieses Wort. Die kamen ihm dann doch in den Kopf.
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Beiträge: 4 Kommentare: 6 Wer nimmt Einfluss auf die Regierungsbildungen in Italien und Griechenland? DIE EU. Basta. Was ist Deutschland ohne Europa? Oder, besser: was wollen Sie uns nun sagen? Raus aus Europa? Sie sollten Ihre Gedanken wenn Sie die schon öffentlich bekannt geben nicht eine Zumutung sein lassen. |
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Gerade wenn Denken zur Zumutung wird könnte es interessant werden.
Deutschland? Europa? Die EU? Wonach wird Politik ausgerichtet? Geht es um Kapitalerhaltung oder Gewinnmaximierung? Greifen Postulate der Demokratie nur auf geduldigem Papier, oder sind sie ein Wert jenseits derzeitiger Zahlungsmittel? Die Antworten der, in diesem Bereich, gewerblich Tätigen verlieren kontinuierlich an Glaubwürdigkeit. Die Haftungspflicht dieses Gewerbes endet weit vor der einer Kassiererin beliebiger Supermärkte. Wertvorstellungen sind derzeit ein unauffindbares Gut. |
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Zitat von Colin Crouch Postdemokratie
(Prinzipiell steht die EU für eine sehr optimistische Haltung. Eines der Hauptprobleme für die Demokratie ist, dass Wirtschaft global funktioniert und Demokratie national bleibt. Die EU versucht dies zu überbwinden. Leider ist das europäische Projekt, so wie es ausgelegt wurde, ein sehr neoliberales Projekt. Speziell die Währungsunion ist sogar angelsächsicher als es den Briten und Amerikanern lieb ist. Das ist ein Konstruktionsfehler des Systems, und darunter leidet Europa.) nonapartofthegame.eu/?p=3135 Interview im Jahre 2008 "Die Macht verschiebt sich" mit Colin Crouch www.spiegel.de/spiegel/print/d-58656917.html |
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Vielen Dank für die beiden Links. Der Artikel und das Buch von Colin Crouch waren mir nicht bekannt.
Das aktuelle Video ist genial und beschreibt eindringlich unsere Chancen. Seine damals umstrittenen Thesen erschienen also bereits 2004. Leider sind wir heute deutlich „weiter“ mit dem Abbau der, für mich angeblichen, Demokratien. Parlamente stellen mittlerweile erkennbar nur noch die Spielplätze von schlechten Laiendarstellern dar. Die vorgespielte Uneinigkeit der Parteien ebnet zwar noch immer den Weg zu den Trögen, aber Entscheidungen werden dort nicht mehr getroffen, es wird nur der Anschein erweckt. Die PR-Teams der Parteien von denen Crouch spricht hüten sich heut bereits vor der kleinsten Aussage: schöne Bilder reichen auch. Dem Souverän scheint das alles am Popo vorbei zu gehen. Schauen wir also einmal, ob die faule Bande sich wecken lässt! |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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