In der Piraten-Szene ist er schon längst ein Begriff und sorgt regelmäßig für Kopfschmerzen und manchmal auch für Parteiaustritte. Es handelt sich um Aaron Koenig, ein Medienunternehmer aus Hamburg und Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei. Eine steile Karriere konnte der Pirat vorzeigen, wenige Monate nach seinem Parteieintritt hat er es schon in den Vorstand geschafft, doch inzwischen bereuen immer mehr diese Entscheidung, denn Koenig wird immer mehr zum Fluch der Bloggingszene für die PIRATEN. In seinem Blog “POLITICOOL – Politik im 21. Jahrhundert” schreibt er regelmäßig sehr provokante Beiträge, die die PIRATEN mehr als nur erregt. Der Parteivorstand selbst distanzierte sich schnell von seinen Aussagen in seinem Blog.
Vor einigen Monaten schrieb er von einem “demokratisches Zeichen” in der Schweiz, als man sich für ein Verbot von Minaretten aussprach. Koenig ging sogar weiter und zwar könne der Deutsche noch etwas darauß lernen:“Wer die Schweizer, die uns immerhin vier Jahrhunderte gelebte Demokratie voraushaben, so pauschal in eine “rechtspopulistische” Ecke stellt, offenbart ein seltsames Verständnis von Demokratie.”
Ach herje lieber Herr Koenig, Deutschland kann sicherlich viel von einem Land lernen, dass erst 1971 das Frauenwahlrecht einführte – sogar in islamischen Ländern hatten Frauen früher ihre Rechte bekommen wie in der Türkei (1934) in Afghanistan (1963) oder im Iran (1963), das Kanton Appenzell Innerrhoden musste sogar 1990 vom Bundesgericht gezwungen werden, da man dieses Bürgerrecht den Frauen einfach nicht geben wollte -, aber das sollte man nicht so eng sehen, wir haben alle Verstanden was Herr Koenig meinte. Doch vor kurzem haute der Koenig noch einen sehr wertvollen Beitrag raus und zwar einen Beitrag, der einen Militärschlag gegen den Iran befürwortet.
So schrieb er : “Dem Spiegel liegen neue Dokumente vor, die dies beweisen. Nuklearwaffen in der Hand eines Regimes, das seine eigene Bevölkerung brutal unterdrückt und wiederholt zur Zerstörung Israels aufgerufen hat, dürfen die demokratischen Kräfte des Westens auf keinen Fall zulassen. Ob Wirtschaftssanktionen allein ausreichen, den ölreichen Iran zum Umdenken zu bewegen, ist mehr als zweifelhaft.”
Erstens lieber Herr Koenig, lagen beim Irak auch angeblich Handfeste Beweise vor, um gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein vozugehen, dem war aber nicht so.
Zweitens, haben sich bisher die demokratischen Staaten sehr vorbildlich verhalten was Atomwaffen angeht, wahrlich welch ein historisches Wissen!
Es ist ziemlich lächerlich wie Aaron Koenig argumentiert, dem Iran aufgrund brutalen innenpolitischen Maßnahmen das Recht auf Urananreicherrung abspricht ist mehr als suspekt. Weiter heißt es : Sie (die iranische Regierung) kennt keine Skrupel bei der Durchsetzung ihrer Interessen – kein Wunder, fühlt sie sich doch von einer “höheren Macht” dazu legitimiert.
Hier zeigt sich wieder die populistische Seite des Herren Koenig, kritisiert er noch die US-Regierung im Text wegen ihrer Außenpolitik, zeigt er hier wiederrum wie nah er doch an die Worte des Ex-Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen John Bolton kommt. Der sprach ebenfalls davon, dass die iranische Regierung gefährlicher als die Kommunisten (Sowjetunion) sei, da diese noch wert auf ihr Leben legten, doch genau hier zeigt sich die gefährliche Pauschalisierung der islamischen Welt bzw. der Regierung in Iran. Wer ernsthaft meint, dass die Islamische Republik aus einfachen religiösen Fanatikern besteht, hat immer noch nicht begriffen, dass die Regierung in Teheran aus knallharten Realpolitikern besteht, die wenig Wert auf religiöse Werte legen, sondern ihren Machterhalt mit allen Mitteln sichern wollen.
Koenig hat sich das alles aber anscheinend sehr gut überlegt, denn seine Taktik lautet, den Iran so sehr schwächen, dass es der Opposition gelingt die Regierung wie einst 1979 zu stürzen. Dies wünscht er sich übrigens für den gesamten Nahen Osten. Viele PIRATEN drohen nun mit dem Ausstieg, entweder er oder wir so heißt es. Die Piratenpartei hat sich ein echtes Problem mit dem Koenig eingefangen.
*Prost*
Quelle : politikinfo.com
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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