Feilong

Die Erde ist rund basta!

20.12.2009 | 12:40

Zum Tode von Hossein Ali Montazeri



Das Jahr 2009 war das unruhigste Jahr, welches der Iran in den letzten 30 Jahren erlebt hat, nun kommt nach der wahrscheinlichen Wahlfälschung und den Protesten der Tod des Großayatollahs Hossein Ali Montazeri hinzu. Er starb im Alter von 87 Jahren und langer Krankheit in seiner Residenz, in der er seit seinem Hausarrest 1997 wohnt.

Zur Person

Ali Montazeri kam 1922 in einer Stadt nahe Isfahan zur Welt und studierte Theologie unter Khomeini in Qom - eine heilige Stadt im Iran - weswegen er sich schnell gegen den damaligen Shah stellte und dessen "Weiße-Revolution" um 1963 kritisierte. Als Khomeini vor dem Shah ins Exil floh, übernahm Montazeri die geistlichen Aufgaben im Iran und lehrte an einer Theologischen Hochschule. Seine massive Kritik am Shah sorgte für seine Inhaftierung Mitte der 70er Jahre, bis kurz vor der Revolution 1979.
Nach seiner Freilassung 1978 engagierte er sich immer stärker für die religiösen Bewegungen im Iran, die später maßgeblich dazu beitrugen, dass es zur Revolution kam. Er war ein Revolutionär der ersten Stunde - so wie Mir-Hossein Mousavi, dem heute alle Blind vertrauen - er war der Schüler Khomeinis, weshalb er auch hoch angesehen war und es ist wahrlich schwer bei Khomeini angesehen zu sein, er ließ sogar Menschen hinrichten, die zu Zeiten des Shahs, ihm das Leben gerettet haben.
Montazeri war überzeugt von der Islamischen Republik und das Religion und Politik zusammengehören. Nach den wilden Versprechungen Khomeinis, wo es um gleiche Rechte für Frauen geht (zu lesen in der Sahife Nur Reihe : 1. Band S.500; 2. Band S.163,250,309,519,540; 3. Band, S,42), dem er später widersprach in der Tozih al masael : "Die Frau, die eine Ehe auf Dauer geschlossen hat, darf das Haus ohne Erlaubnis ihres Ehemannes nicht verlassen. Sie muss sich ihm für alle seinen Wünsche zur Verfügung stellen und darf sich ihm ohne eine religiöse Entschuldigung nicht verweigern. [...]".
Nach der Einbindung der Jebhe Melli der zweiten Generation von Mehdi Bazargan und der Unterstützung der moskautreuen Tudeh-Partei, fing Khomeini mit seinem Terrorregime an. Durch Menschen wie Khalkhali († 2003) konnte man Angst und Schrecken im Land verbreiten, sogar der Ex-Außenminister Genscher hatte wenig übrig für Khalhalis zynische Bemerkungen bezüglich Hinrichtungen.
Unter diesen Umständen änderte Montazeri langsam seine Meinung, als er dann 1985 von Khomeini zu seinem Nachfolger ernannt werden sollte, stellte er sich gegen das Regime und fing an die menschenunwürdigen Umstände in seinem Land zu kritisieren, dies kostete ihn den Posten des Obersten Rechtsgelehrten, im Gegensatz zu Mousavi - damals Premierminister - der auch zu Zeiten der schlimmsten Verbrechen, wie die Massenhinrichtungen von 1988 auf der Seite der Islamischen Republik war, also wem läuft das Volk heute hinterher? Später ging Montazeri sogar weiter und stellte die Systemfrage, ob Religion und Staat vielleicht doch trennbar sind, dies sorgte erneut für einen Eklat im Iran, und für Sympathien in der Bevölkerung. Nach dem Tod von Khomeini und anhaltender Kritik wurde er 1997 unter Hausarrest gestellt. Es wurde lange still um ihn, bis er sich in diesem Jahr zu den Protesten geäußert hat und mal wieder einer der härtesten Kritiker des Regimes war, weshalb immer mehr in der Bevölkerung zu ihm hielten.

Mediendarstellung

Das Regime hat Angst, denn durch den Tod des sympathisch wirkenden Großayatollah könnten neue Proteste los gehen, um auch ihm zu Gedenken.
In den iranischen Medien wurde bisher kaum was zu seinem Tod gesagt, weder die Agentur Fars, MehrNews noch die Ettelaat berichten davon, genauso wie die Fernsehnsender des IRIBs oder die Nachrichtensender IRINN und Press TV.
Es ist nicht zu Übersehen, die Regierung hat Angst und versucht tatsächlich im Internetzeitalter, die Menschen davon abzubringen zu erfahren, dass Montazeri tot ist. Die neuen Proteste könnten sehr problematisch werden. Ein kleinen Erfolg hat die Islamsische Republik im Cyberkrieg jedoch erreicht, man konnte sich in die DNS von twitter vor einigen Tag einhacken.

 
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Feilong
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