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In Amerika gibt es auch heute noch hin und wieder mal Trends und Shows, die uns doch voraus sind. Wenn es hierzulande so ist, dass man entweder bei den genialen Schramms, Rethers, Priols und vielen anderen mehr Kabarett auf höchstem Niveau genießt oder nach spätestens zehn Sekunden eines Auftritts eines x-beliebigen "Comedians" entnervt die Fernbedienung aus dem Fenster werfen möchte, gibt es in den USA zwei Shows, die schon seit Jahren gekonnt Comedy mit kritischen Anmerkungen verbinden und so einfach ein breites Publikum erreichen.
Stephen Colbert mit seinem Colbert Report und Jon Stewart mit seiner Daily Show unterhalten mit ihren Shows immer montags bis donnerstags ein Millionenpublikum. Die Sendungen und die beiden Hosts sind in Amerika in der linken Szene äußerst populär. Es gibt wohl wenige Fernsehsendungen, die es so meisterhaft verstehen komödiantisches Geschick mit einem hohen kritischen Informationsgehalt zu verbinden wie die Daily Show und der Colbert Report. In den USA ist es zum Teil ein running gag, dass man sich ja am besten bei Colbert und Stewart informieren könne. Und: Das stimmt. Denn die Medien in den USA, allen voran das Fernsehn, sind derart angepasst und opportunistisch geworden, dass man schon fast von einer Gleichschaltung sprechen kann.
Während die Daily Show vor allem dadurch witzig ist, dass einfach nur Videoclips gezeigt werden, die am Tag über den Äther gelaufen sind und anschließend kommentiert werden, setzt der Colbert Report noch eins drauf, indem Stephen Colbert gekonnt seine Bill O'Reilly Persiflage abspielt. Letzerer arbeitet als Moderator beim ultrarechten Fernsehsender Fox News und betreibt dort nichts weiter als billige Propaganda ("Socialist Sweden. Do we really want to go there?"). Die Persiflage Colberts zielt also genau ins Herz des rechten Amerikas und trifft zielgenau.
Geradezu legendär sind seine Auftritte bei Bill O'Reilly selbst als er diesen in dessen eigener Show komplett vorführte und vor allem seine Rede beim White House Press Correspondants Dinner. Diese hielt er als noch W Präsident war und fünf Meter von ihm entfernt saß. "I believe that the government that governs least, governs best. And by these standards we have set up a fabulous government in Iraq.", verkündete er selbstbewusst vor der amerikanischen High Society. Oder auch: "This is a dream. Somebody pinch me. No, actually I am a good sleeper. So somebody just shoot me in the face. Is he (Dick Cheney) really not here tonight? Damm it. The one guy that could have helped."
Es gibt sie also doch noch die richtig guten Sendungen aus Amiland und das beste ist, dass man sie auch im Netz gucken kann. Also: Watch it!
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Gerne gelesen. Danke.
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Ausgabe 07/12
16.02.2012
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