Wie die Times am 8.02.2009 berichtet, wurde Thalidomid, der Wirkstoff von Contergan, wahrscheinlich von den Nazis als ein Gegengift gegen Nervengas entwickelt. Foto: KZ-Neuengamme 12/2006 - Schatten der Vergangenheit wirken in die Gegenwart. Chemie Grünenthal GmbH in Stolberg bei Aachen hat immer behauptet, dass Thalidomid eine zufällige Entdeckung bei der Suche nach einem Antihistaminikum war. Dr. Martin Johnson ist der Direktor des Thalidomide Trust der die Opfer in Großbritannien vertritt. Er hat den Verdacht, dass Thalidomid zuerst als ein Gegengift gegen Nervengifte wie Sarin entwickelt wurde. Entwickelt von Otto Ambros, ein Wissenschaftler der Nazis, welcher nach Kriegsende zu Grünenthal gegangen ist. Johnson sagt, dass das Patent über Thalidomid aus dem Jahr 1954 impliziert, dass das Medikament schon an Menschen getestet worden ist. Dem Thalidomide Trust liegt ein Dokument vor, dass besagt, dass Grünenthal den Handelsnamen und wahrscheinlich auch die Formel offensichtlich von der französischen Firma Rhône-Poulenc erworben hat.
Rhône-Poulenc war zu Kriegszeiten unter der Kontrolle der Nationalsozialisten.
Grünenthal bleibt dabei, dass drei ihrer Mitarbeiter das Medikament entwickelt haben. Weiterhin sagen sie, dass nach ihrem Wissen keine Kooperation zwischen Rhône-Poulenc und Grünenthal bestand. Folgende Fragen drängen sich auf: Wusste Grünenthal, dass Thalidomid schon an Menschen getestet worden ist ? Waren die Probanden Insassen der Konzentrationslager ? Hat Grünenthal aus diesem Grund auf die notwendigen Tests vor Markteinführung verzichtet ? Die Internationale Contergan Thalidomid Allianz ICTA hat einen offenen Brief an die Bundesregierung geschrieben, indem sie um die Beantwortung dieser und anderer Fragen zum Thema bittet.