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Durch die Behandlung der Hämophilen (Bluter) mit verunreinigten Gerinnungspräparaten wurden bis Mitte der 80er Jahre etwa die Hälfte der Hämophilen mit HIV und nahezu alle, die nicht virusinaktivierte Präparate erhalten hatten, mit dem Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert. Kaufkraftverlust 30% von 1995 bis 2010 Durch das HIV-Hilfegesetz (HIVHG) vom 24. Juli 1995 erhalten die HIV-Infizierten eine monatliche Zahlung von 766,94€, an AIDS erkrankte bekommen 1.533,88€. Die Verhandlungspartner haben sich verkalkuliert. Analogien zum Contergan Skandal
Der größte Teil der Infektionen hätte verhindert werden können, wenn die Blutprodukte herstellenden Unternehmen, die Blutspendedienste und die Deutschen Aufsichtsbehörden rechtzeitig gehandelt hätten. Dies hat der parlamentarische Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages in seinem Abschlussbericht 1994 festgestellt.
Die Mittel der Stiftung sind begrenzt. Anfang 2011 werden alle Mittel verbraucht sein.
Das Stiftungsvermögen in Höhe von 127,8 Millionen Euro wurde vom Bund (40%), der Pharmaindustrie (36,3%), den Ländern (20%) und den Blutspendediensten des Roten Kreuzes (3,7%) aufgebracht. Die damalige Kalkulation sollte alle Betroffenen bis an ihr Lebensende versorgen. Es wurde prognostiziert, dass im Jahr 2010 keine Zahlungen mehr notwendig sein werden, weil alle Anspruchsberechtigte an den Folgen von AIDS gestorben sind. Momentan leben dank verbesserter Medikamente noch 700 Betroffene. Um sie bis 2017 mit den notwendigen Zahlungen zu unterstützen, sind ca. 70 Millionen Euro nachzustiften.
Die Stifter haben bei ihrer Kalkulation auf eine biologische Lösung gesetzt und sich dabei gründlich verspekuliert. Einen Gewinn aus der unerwartet langen Lebensdauer der Bluter macht weiterhin die Pharmaindustrie. Ein Patient braucht durchschnittlich Medikamente zum Verkaufspreis von 150.000 Euro im Jahr. Bei einer Marge von 12% ließen sich die notwendigen Stiftungsmittel alleine aus den Erlösen der verkauften Medikamente finanzieren.
Die Zahlungen sind in der Höhe seit Anbeginn gleich geblieben. Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie mit einem Kaufkraftverlust in Höhe von ca. 30% ihr Leben und das ihrer Familien finanzieren müssen.
Auch bei den Verhandlungen über die Entschädigung der von Contergan Betroffenen hat die Bundesregierung die Verantwortung übernommen. Genau wie bei den Blutern kommt sie ihrer Verantwortung nicht nach. Sowohl die Betroffenen des Conterganskandals als auch die des HIV-Skandals müssen weiterhin für eine angemessene Entschädigung kämpfen. Bei beiden Fällen zeigt sich deutlich, dass die Regel “Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren” auf brutalste Weise durchgesetzt wird.
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Guter Beitrag, der mehr Verbreitung finden sollte. Das sind oft so die Skandale, die viel zu leise unter den Teppich geschoben werden ...
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Vielen Dank.
Zur weiteren Verbreitung habe ich mir erlaubt, einen Hinweis auf den Artikel auf der facebook fanpage von Phillipp Rösler zu posten. |
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schrieb am
20.02.2010 um 13:41
Das haben Sie sehr gut gemacht. Alles. Auch das mit dem Facebook-Link.
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Gestern konnte ich den Nachrichtendienst kobinet für einen Hinweis auf die Problematik gewinnen.
www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,23233/ticket,g_a_s_t Die meisten Betroffenen haben nicht nur eine Menge Schwierigkeiten durch die Hämophilie. Viele von ihnen sind auch mit dem Hepatitis-C Virus infiziert. Wenn ihnen jetzt das Geld zum Leben genommen wird, können sie eine weitere Katastrophe in ihr Buch des Lebens schreiben. Es gibt einen Artikel über die ausbleibende Entschädigung wegen Hepatitis-C in meinem Blog. zwischenzeit.de/blog/2009/10/14/369/ |
Ausgabe 21/2012
24.05.2012
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